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Männer und Verletzlichkeit

Hallo, ich bin weder verärgert noch beleidigt.
Danke für deine Denkanstösse.
Ich hatte ganz einfach sehr viel zu tun, konnte nicht gut in Worte fassen, was ich sagen wollte und habe deswegen nicht geantwortet. Bitte sieh mir nach, dass ich erst später mehr schreibe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin zwar weiblich, beschäftige mich aber auch in letzter Zeit mit dem Thema, toll dass du das aufgreifst. Ich hoffe, meinem Sohn nicht unbewusst dieses Bild zu vermitteln und arbeite sehr viel daran oder versuche ganz bewusst Gefühle da sein zu lassen, keine Rollenbilder aufzuzwängen, was durch unsere Sozialisation gar nicht immer so einfach ist, da man einiges auch unbewusst macht. Zum Glück bin ich da einer Ansicht mit meinem Mann, was das zulassen von Gefühlen betrifft.

Ich kann nur aus zweiter Hand berichten: der Sohn einer Freundin bekommt immer gesagt: kleine Jungen weinen nicht, und er ist ständig beim Fußball, sodass er kaum Freizeit hat (er ist gerade mal 4).
Er ist sehr körperlich und ich denke, er weiß nicht, wohin mit seinen Emotionen/Aggressionen.

Jungs wird gesagt, sie sollen nicht weinen, "weibliche" Eigenschaften werden bewusst oder unbewusst abgelehnt. Eine der wenigen Emotionen, die bei ihnen akzeptiert wird, sind aggressive Emotionen. Was sollen sie dann anderes machen, als diese zu zeigen? Gleichzeitig entsteht dann eine Abwehr gegen alles weibliche, was dann zu Problemen zwischen Männern und Frauen führen kann.
Die Betonung liegt auf kann, es muss nicht so laufen und zum Glück gibt es auch einige bei denen es ganz anders verläuft. Und nicht alle reagieren gleich auf so eine "Behandlung.
 
Es sind vornehmlich die Männer, die dieses Bild noch vertreten, aber es werden weniger.
Ich habe die Tage allerdings noch eine Oma erlebt, die, nachdem der Enkel gefallen war, meinte: >aber Schätzchen, Jungs weinen doch nicht, die beißen die Zähne zusammen< 🙄
 
Ich kenne auch viele Mütter, da würde keine ihren Sohn so erziehen

Den Satz habe ich so öfter vom Vater gehört. Ich denke, man kann alles mögliche noch irgendwo auffinden. Ich kenne auch viele die das nie sagen würden aber es gibt ja auch noch Eltern die ihre Kinder schlagen etc., also ich denke jede Art von ätzendem Erziehungsstil kann man noch irgendwo finden.
 
Den Satz habe ich so öfter vom Vater gehört. Ich denke, man kann alles mögliche noch irgendwo auffinden. Ich kenne auch viele die das nie sagen würden aber es gibt ja auch noch Eltern die ihre Kinder schlagen etc., also ich denke jede Art von ätzendem Erziehungsstil kann man noch irgendwo finden.
Ich kenne auch keine solchen Väter mehr. Aber du hast schon recht, es gibt ja auch noch Eltern, die ihre Kinder schlagen.
Aber das sind hoffentlich eine aussterbende Spezies.
 
Ich kann nur aus zweiter Hand berichten: der Sohn einer Freundin bekommt immer gesagt: kleine Jungen weinen nicht, und er ist ständig beim Fußball, sodass er kaum Freizeit hat (er ist gerade mal 4).
Er ist sehr körperlich und ich denke, er weiß nicht, wohin mit seinen Emotionen/Aggressionen.

Einfach nur furchtbar, auch das mit dem Fußball.
Hast du schon mal überlegt, mit deiner Freundin über das Wein-Verbot für ihren Sohn zu reden? Was für einen Rattenschwanz an negativen Folgen das im Extremfall haben kann, wie Misogynie, Unterdrückung der Partnerinnen - weil die ja alle "schwach" sind, unsichere Liebesbeziehungen, ein (meist verdrängtes) schlechtes Selbstbewusstsein, Flucht in Alkohol/andere Süchte, Einsamkeit, Depressionen, etc. etc.?
Man schwächt Jungen und Männer damit unglaublich.
Eine sichere Bindung zu seiner Mutter baut er damit garantiert nicht auf.

Es gibt ein Buch des renommierten Bindungsforschers Karl Heinz Brisch "SAFE - Sichere Ausbildung für Eltern", in dem die Grundzüge der Bindungstheorie mit vielen Praxisbeispielen aus den ersten Lebensjahren aufgezeigt werden. Einfach zu lesen, nicht lang. Ein Standardwerk. Da kommen u. a. ganz konkrete Beispiele vor, wie Kleinkinder sich fühlen, wenn sie mit Schmerzen, Ängsten etc. alleingelassen werden und was sie dabei lernen. In einem Fall geht es um ein Wein-Verbot für einen 23 Monate alten Säugling und Schläge als Strafe. Der Junge weiß sich schließlich nicht mehr anders zu helfen als seine Emotionen ins Körperliche zu verschieben - er kann kurzfristig nicht mehr gehen, sondern nur noch krabbeln, erbricht sich und bleibt schließlich mit abwesendem Blick am Boden liegen.
Ich verschenke das Buch mittlerweile an alle Schwangeren in meinem Umfeld und bekomme nur positive Rückmeldungen.

Finde ich super, dass du deinen Sohn ohne Rollenvorbilder zu erziehen versuchst!! 😍
 
Hast du schon mal überlegt, mit deiner Freundin über das Wein-Verbot für ihren Sohn zu reden?

Sie ist inzwischen von ihrem Mann getrennt, und diese Sätze kamen wie gesagt von ihm. Wir haben uns jetzt länger nicht gesehen (ist jetzt auch keine sooo enge Freundin) aber damals habe ich ihr schon mal gesagt, dass er vielleicht so reagiert weil der Papa sehr auf die "Männlichkeit" pocht. Von ihr fand ich aber auch nicht gut, dass sie vor ihrem Kind schlecht über es geredet hat. Der Junge tut mir leid, andererseits merke ich leichte Abwehr schon wenn ich ihn sehe.
Ich habe genau über dieses Thema noch vor kurzem in einer anderen Gruppe geschrieben, und finde es auch richtig traurig was da mit den Jungs passiert oder auch damals mit den heutigen Männern.

Toll, dass du darauf aufmerksam machst und das Buch verbreitest.
 

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