Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Leiharbeit bei Amazon & Co. - Ausbeutung für die Gier

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Ich weiß gar nicht warum sich immer alle so aufregen über die "Skandale". Jetzt ist es eben Amazon. Alle Zeitungen voll, Internet voll davon, überall im TV...unmenschlich, skandalös, blablabla.

Dabei ist das doch ein alter Hut von vorvorgestern. Ich habe im letzen Jahr irgendwann eine Reportage gesehen, in der ganz Ähnliches zu Tage gefördert wurde. Amazon war nicht dabei, dafür aber ein großer deutscher Autobauer mit einem Stern als Logo. Fast die Hälfte der Belegschaft in einem Werk bestand aus Zeitarbeitskräften. Und das nicht um Produktionsspitzen abzudecken. Die waren teilweise schon jahrelang dort als Leiharbeiter angestellt, zu Nettolöhnen, die in Steuerklasse I nur hin und wieder mal 4-stellig waren.
Ebenfalls wurde Erschreckendes aus der Baubranche aufgeführt. Regelmäßig wurden Leiharbeiter auf Baustellen geschickt, und zwar ohne die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung und -kleidung. Obendrein mussten diese Angestellten dann auch noch Tätigkeiten ausüben, die diese gar nicht hätten ausüben dürfen, da nur spezielles Fachpersonal diese Art der Arbeit ausüben darf.

Interessiert hat das kein Schwein. War ja nur irgendeine blöde TV-Doku, die mal irgendwo in Nebenprogramm lief.


Ich selbst habe auch schon "skandalöse" Erfahrungen machen dürfen. Lange Zeit angestellt als Leiharbeiter, bei einem sehr großen und DAX-notierten Unternehmen aus der Finanzbranche, zu einem Hungerlohn, für den die Festangestellten noch nicht einmal den PC hochgefahren hätten. Die sonstigen Mitbringsel waren ebenfalls dabei: Kurze, befristete Verträge, die immer erst 1 Tag vor Ablauf des alten Vertrages verlängert wurden. Regelmäßige Wochenend- und Feiertagsarbeit. Fristlose Kündigungen auf einem Schmierzettel aufgrund von "Vergehen", für die es in normalen Arbeitsverhältnissen nicht einmal eine Abmahnungen gegeben hätte. Das ganze Programm.

Das war vor ungefähr 8 Jahren. Hat auch niemanden interessiert und war mit Sicherheit kein Einzelfall.


Aber jetzt haben wir ja Amazon. Endlich ein Opfer für den Pranger und die Medien. Aber mal Hand aufs Herz, doch nur weil der Papst-Rücktritt mittlerweile langweilig, und der Pferdefleisch-Skandal noch zu wenig präsent ist.

Grundsätzlich kann doch Amazon nicht für Dinge verantwortlich gemacht, die Amazon nicht zu verschulden hat. Schuldig allein sind a) die Regierung und b) die Tarifparteien, die solche Tarifverträge und Rahmenbedingungen aushandeln. Amazon macht das, was alle anderen auch tun. Und das nicht versehentlich, oder weil die Verantwortlichen bei den betroffenen Unternehmen böse, skrupellose Bosse sind. Das wird ganz gezielt ausgenutzt, immer häufiger, immer mehr. In Frankfurt gibt es teilweise Großbanken, die bestehen zu 1/3 bis 1/2 aus externen Mitarbeitern, also aus 10% Consultants und Beratern und 90% Leiharbeitern. Und das zieht sich doch durch sämtliche Branchen.
Und warum? Weil die Unternehmen es sich leisten können. Ich würde es doch genauso machen als Unternehmer. In Deutschland sind Zeitarbeit und die damit einhergehenden Nachteile für die Angestellten absolut gesetzeskonform. Moralisch konform ist daran freilich nichts, aber die Moral interessiert weder das Arbeitsgericht, noch interessieren sich die meisten Unternehmen dafür. Man sollte sich wirklich nicht täuschen lassen von den Hochglanzbroschüren und den Phrasen auf den Homepages. Social Responsibility, Work-Life-Balance und der ganze Unsinn. Nach meiner Erfahrung sind die Unternehmen, die am lautesten nach Gerechtigkgeit und Fairness schreien die Schlimmsten. Beispiele dafür gibt es genug. Schaut euch die Kirchen an. Gründen Servicegesellschaften, welche nur einem einzigen Zwecke dienen. Große, bekannte Unternehmen bestehen oftmals aus diversen Gesellschaften mit sehr unterschiedlichen Leistungspaketen für deren Arbeitnehmer. Dies hat auch nur einen einzigen Grund. Da muss man noch nicht einmal die Zeitarbeit mit ins Boot holen.
Mittlerweile werben auch viele Unternehmen mit Tarifgehältern, Betriebsrat usw. Dabei ist doch wohl klar, dass die Unternehmen am liebsten ohne Tarifvertrag einstellen würden. Und Betriebsräte machen auch mehr Ärger als das sie denn nützen. Mein Gehalt ist nicht deswegen relativ hoch, weil mein Arbeitgeber für mich Verantwortung übernimmt, sondern weil er mir das Gehalt zahlen muss, was im Tarifvertrag dafür vorgesehen ist. Ohne Tarifvertrag würde er mich ebenso abspeisen wie Amazon es tut mit seinen Saisonkräften.

Ja, dann muss ja alles in Ordnung sein...🙄
Und würdest du auch machen...
Gewerkschaften haben das ausgehandelt...
So so... Betriebsräte machen auch mehr Ärger, als das sie denn nützen....

Kann es sein, dass du ein wenig zum Fatalismus neigst?
 
Ja, dann muss ja alles in Ordnung sein...🙄
Und würdest du auch machen...
Gewerkschaften haben das ausgehandelt...
So so... Betriebsräte machen auch mehr Ärger, als das sie denn nützen....

Kann es sein, dass du ein wenig zum Fatalismus neigst?



Ob du das Fatalismus oder sonstwie bezeichnest ist mir egal. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass die Vorfälle aus meiner Sicht absolut nicht neu, geschweige denn seltene Einzelfälle sind. Für gut befinden kann ich eben diese Fälle natürlich nicht. Leiharbeit ist der letzte Sch...!

Ja Rhenus, die Tarifparteien haben die Tarifverträge in der Zeitarbeitsbranche ausgehandelt. Warum und wie das funktioniert muss ich dir nicht erklären, oder? Das findest du bestimmt selbst raus. Und wer die Leiharbeit erfunden hat, das weiß ich nicht, aber Amazon war es eher nicht.

Und ja, Betriebsräte sind vielen Unternehmen ein Dorn im Auge. Seit wie vielen Jahren geistern denn die Meldungen durch die Nachrichten von gewissen bekannten Lebensmitteldiscountern und anderen Ketten? Betriebsratsgründung unerwünscht! Wer sich engagiert wird abgemahnt oder sonstwie gemobbt.

Armes Deutschland, dass so etwas wie Zeitarbeit ein einem solchen Ausmaß überhaupt geben kann und darf. Aber so ist es halt. Und jeder verdient dran, außer der Arbeitnehmer. Selbst die Agentur für Arbeit reibt sich die Hände wenn Amazon ruft. Amazon hat gerufen, die AfA hat die Arbeitslosen gerufen und jeder musste springen. Wer nicht gesprungen ist, der bekam die Sperre. Fatal aber leider auch real.

Und ja, wäre ich Unternehmer, würde ich auch versuchen Geld zu sparen und den Gewinn zu maximieren. Denn das das elementare Ziel der allermeisten Unternehmen. Das scheinen aber viele zu vergessen. Amazon ist kein gemeinnütziges Unternehmen, was wohltätigen Zwecken dient. Genau wie die Fleischproduzenten keine Wohltäter sind. Die wollen ihren Gewinn erhöhen, darum mischen sie Pferdefleisch unter. Nicht weil Pferdefleisch so lecker ist und es jeder mal probieren sollte.

Ich bin eben der Meinung das manchmal auch einfach mal nachgedacht werden muss, anstatt immer gleich die Moralkeule zu schwingen. Ein Moderator hat mal ein schönes Beispiel gebracht. Niemand käme auf die Idee den Autoverkäufer als Autoberater zu betiteln. Aber seltsamerweise bezeichnet jeder seinen Bankkundenberater eben nicht als Bankverkäufer. Und das obwohl beide nach demselben Prinzip arbeiten. Kohle scheffeln, Gewinn machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ob du das Fatalismus oder sonstwie bezeichnest ist mir egal. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass die Vorfälle aus meiner Sicht absolut nicht neu, geschweige denn seltene Einzelfälle sind. Für gut befinden kann ich eben diese Fälle natürlich nicht. Leiharbeit ist der letzte Sch...!

Nein, sie sind nicht neu, doch sie konnten nur kommen, weil die Politik es möglich machte und die Arbeitnehmer sich endsolidarisierten.
Die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder ist drastisch gesunken.
Der zivile Ungehorsam ist drastisch gesunken.
Die Form des Wiederstandes ist gesunken, in einigen Gegenden gibt es mangels Interesse, keine Maikundgebungen mehr.
Für mich heißt das aber lange nicht, dass man dieses Unrecht als Bürgerin und Bürger hinnehmen muss.
Alle vier Jahre zur Wahl und die wählen, die das verursachten, damit meine ich alle Parteien im Bundestag, reicht nicht aus.


Ja Rhenus, die Tarifparteien haben die Tarifverträge in der Zeitarbeitsbranche ausgehandelt. Warum und wie das funktioniert muss ich dir nicht erklären, oder? Das findest du bestimmt selbst raus. Und wer die Leiharbeit erfunden hat, das weiß ich nicht, aber Amazon war es eher nicht.

Aber Amazon hat keine Betriebsräte zugelassen.
Teilweise sind diese Tarifverträge durch Gewerkschaften, die (gerichtlich festgestellt) keine Gewerkschaften sind, gemacht worden.
Die Arbeitnehmer sind in ihrer Mehrzahl nicht in den DGB Gewerkschaften.
So wird auch eine Gewerkschaft zahnlos.
Ihnen nun die Schuld zu geben ist absurd.

Gäbe es einen hohen Organisationsstand, brauchten wir keine Mindestlöhne.


Und ja, Betriebsräte sind vielen Unternehmen ein Dorn im Auge. Seit wie vielen Jahren geistern denn die Meldungen durch die Nachrichten von gewissen bekannten Lebensmitteldiscountern und anderen Ketten? Betriebsratsgründung unerwünscht! Wer sich engagiert wird abgemahnt oder sonstwie gemobbt.

Ich verstehe deine Argumente nicht, was möchtest du sagen?
Weil Firmen in das frühkapitalistische System zurückfallen, die Regierung das zulässt, wäre alles verloren?
Die Menschen müssen lernen sich wieder zu wehren!


Armes Deutschland, dass so etwas wie Zeitarbeit ein einem solchen Ausmaß überhaupt geben kann und darf. Aber so ist es halt. Und jeder verdient dran, außer der Arbeitnehmer. Selbst die Agentur für Arbeit reibt sich die Hände wenn Amazon ruft. Amazon hat gerufen, die AfA hat die Arbeitslosen gerufen und jeder musste springen. Wer nicht gesprungen ist, der bekam die Sperre. Fatal aber leider auch real.

Und man ist doch nicht wehrlos!

Mann der Arbeit, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still,
Wenn dein starker Arm es will.
1883


Und ja, wäre ich Unternehmer, würde ich auch versuchen Geld zu sparen und den Gewinn zu maximieren. Denn das das elementare Ziel der allermeisten Unternehmen. Das scheinen aber viele zu vergessen. Amazon ist kein gemeinnütziges Unternehmen, was wohltätigen Zwecken dient. Genau wie die Fleischproduzenten keine Wohltäter sind. Die wollen ihren Gewinn erhöhen, darum mischen sie Pferdefleisch unter. Nicht weil Pferdefleisch so lecker ist und es jeder mal probieren sollte.

Nein, es gibt viele anständige Unternehmer, mit Respekt vor den Arbeitnehmern und auch mit sozialem Gewissen.
Doch diese stehen auch unter dem Druck des Unterbietens durch die Sklaventreiber!

Ich bin eben der Meinung das manchmal auch einfach mal nachgedacht werden muss, anstatt immer gleich die Moralkeule zu schwingen. Ein Moderator hat mal ein schönes Beispiel gebracht. Niemand käme auf die Idee den Autoverkäufer als Autoberater zu betiteln. Aber seltsamerweise bezeichnet jeder seinen Bankkundenberater eben nicht als Bankverkäufer. Und das obwohl beide nach demselben Prinzip arbeiten. Kohle scheffeln, Gewinn machen.

Ich verstehe dich nicht, du beklagst, stellst Missstände fest und meinst, dass ohne Moral eine Verbesserung möglich sei?
Die Menschen müssen sich mehr entrüsten! Sie müssen eine Moral der Gerechtigkeit einfordern, doch das reicht längst nicht mehr, sich nur bei Facebook zu entrüsten, man muss sich selbst leibhaftig zeigen.
Worte können stark sein, doch Solidarität, Taten und Handlungen, sind stärker und effektiver.

Und das Zitat des Moderators ist dumm und zynisch, denn der Bankverkäufer verkauft keine Bank! 🙂

Es ist so etwas, wie die guten Ratschläge von Wohlhabenden, die behaupten, man müsse nur etwas mehr Geld ausgeben, damit Nahrungsmittel besser wären. Sie wissen gar nicht, wie es Armen zumute ist. Ich könnte platzen, wenn ich sie wohlgefällig in die Kamera sagen höre: „Es ist doch alles da!“ „Dann muss man eben nur zur Tafel gehen!“
 
ein wenig OT aber die Wirklichkeit.

Wie krumm es auch ist aber auch Betriebsräte verhindern neue Festeinstellungen bei Firmen.
Das Motto ist oft, das Planstellen nicht durch eine neue Arbeitskraft besetzt werden dürfen, weil es anderswo im Unternehmen Entlassungen gibt. Wer sind da die Leidtragende, die Leiharbeiter die sonst übernommen wäre.
 
Ich bin nicht der Ansicht, daß ein Unternehmer Löhne drücken muß ( Leiharbeit ) nur weil es der Gesetzgeber erlaubt hat. Es gibt in der BRD trotz allem eine große Zahl ehrlicher und aufrechter Unternehmen, die reel bezahlen.
 
Jeder müsste sich mehr entrüsten. Mehr gegen die Missstände tun. Da stimme ich Rhenus vollkommen zu.

Leider ist das nicht immer so einfach. Siehe meine Beispiel mit der Arbeitsagentur. Bevor die Sperre kommt, dann doch lieber Zeitarbeitssklave. Kenne das auch selbst. Auch wenn meine Mitmenschen gesagt haben "Dann mach doch keine Zeitarbeit. Selbst Schuld."! Wenn das mal so locker flockig funktionieren würde. Ruft man heute die Stellenbörse der Arbeitsagentur auf, gibt einen normalen Beruf ein (Bürokaufmann, Elektriker, etc.) und drückt auf Suche, dann erscheint auf dem Bildschirm das Who-is-Who der Personaldienstleister. Da muss man ja immer öfters schon genau nach Nicht-Zeitarbeitsfirmen suchen, wenn man denn überhaupt mal ein Unternehmen findet, was noch selbst neue Leute sucht. Soll heißen, leider sind viele Arbeitslose/-suchende gezwungen auf solche Angebote einzugehen, weil einfach nichts anderes mehr zu finden ist.

Für mich persönlich ist die Zeitarbeit seit langem schon die Geißel des Arbeitsmarktes. Wie schon beschrieben in einigen Postings, stehen dahinter ja leider knallharte Kalkulationen. Die BWLer und Controller hier können mit dem Begriff Head-Count bestimmt was anfangen.
Besonders nervt mich an der Zeitarbeit aber die schiere Ausnutzung der Ängste der Arbeitnehmer. Die Personaldienstleister können sich ihre Machenschaften nur erlauben, weil sie genau wissen, dass der Arbeitnehmer Angst vor Jobverlust und Geldeinbußen hat. Jobcenter/Arbeitsagentur tun das Übrige dazu. Denen ist es ja leider egal warum man selbst kündigt, Eigenkündigung = Sperre und dazu noch blöde Kommentare.

Und warum dagegen zu wenig getan wird liegt wohl einerseits daran, dass es den meisten Deutschen immer noch gut genug geht und das einfach zuviel davon profitieren. Die Arbeitsagentur kann ihre "Kunden" in die Zeitarbeit abschieben, die Unternehmen sparen Geld und umgehen deutsche Arbeitsplatzschutzgesetze, und viele Arbeitslose werden sagen "Na lieber Zeitarbeit als gar keinen Job." Nicht zu unrecht.

Ein kurzes Beispiel noch, weil Rhenus das Wort 'zynisch' benutzte und mir dabei wieder was eingefallen ist: Hab vor einiger Zeit mal ein Gespräch geführt mit einer Zeitarbeitsfirma. Da wurde mir das supertolle neue Modell erläutert...temp-to-work! Tadaaaa!! Die Lobeshymnen haben gar nicht mehr aufgehört. Temp-to-work heißt ein 1/2 Jahr Zeitarbeit mündet in einen Festvertrag bei dem entsprechenden Unternehmen, wo der Zeitarbeiter eingesetzt ist. Und das ist wirklich zynisch. Denn es geht doch nur um die Verdoppelung der Probezeit und der damit einhergehenden Druckausübung auf den Arbeitnehmer. Ein solches Modell empfinde ich als Unverschämtheit und hoffe, dass das keinen flächendeckenden Einzug in die Arbeitswelt findet.
 
Ich bin nicht der Ansicht, daß ein Unternehmer Löhne drücken muß ( Leiharbeit ) nur weil es der Gesetzgeber erlaubt hat. Es gibt in der BRD trotz allem eine große Zahl ehrlicher und aufrechter Unternehmen, die reel bezahlen.


Gott sei Dank gibt es auch noch herkömmliche, normale Unternehmen, die normale Beschäftigungsverhältnisse anbieten. Aus meiner Erfahrung sind es oftmals die Zeitarbeitsfirmen selber, die die Löhne drücken. Da hat das Unternehmen gar nichts mit zu tun. Vor allem eines stelle ich immer wieder fest. Es werden einfach die Qualifikationsstufen herabgesetzt. Habe oft erlebt, dass der Auftraggeber qualifizierte Leute sucht. Zum Beispiel Sachbearbeiter in der Bank oder Versicherung. Das Zeitarbeitsunternehmen schreibt dann genau diese Stellen nicht als Bank-/Versicherungskaufmann aus, oder als Sachbearbeiter, sondern dann heißt das dann Datenerfasser, Bürohilfskraft oder sowas. Aus dem einfachen Grund, dass man in solchen Qualifikationsstufen weniger zahlen muss laut den Zeitarbeitstarifverträgen. Habe ich mir selbst schon anhören müssen. "Ja gut, für diese Arbeit braucht man ja eigentlich keine spezielle Ausbildung. Das kann doch jeder, der sich mit dem PC ein wenig auskennt." Und dann passieren eben genau diese Dinge, dass man im Büro mit Nicht-Zeitarbeitern sitzt, dieselben Aufgaben und Tätigkeiten verrichtet, aber nur die Hälfte von denen verdient.
 
Hallo zusammen,

schön, dass das Thema Amazon auch hier thematisiert wird. 😀 War ja nun schon seit einiger Zeit breites Thema in der Öffentlichkeit und ein wirklicher Aufhänger. Aber seien wir doch mal ehrlich: Verwundert uns sowas wirklich noch? 🙄 Nach Zalando nun Amazon und wenn wir Glück haben dann in Zukunft auch mal Conrad und Redcoon. Ein Thema, was uns für einen gewissen Zeitraum bewegt, dann aber wieder ganz rapide ohne jegliche Konsequenzen abklingt. Wir wollen ja alles, aber bitte nicht unsere Gewohnheiten ändern. Wir wollen schnell und billig und genau das bietet Amazon, wen kratzt da also, ob irgendwelche Spanier, Osteuropäer oder andere Krisenstaatler da unter falschen Hoffnungen nach Deutschland gekarrt werden und letztendlich Dumpinglohn bei einer Zeitarbeitsfirma erfahren? 🙄

Natürlich muss man auch die Öffentlich-Rechtlichen kritisch betrachten. Ich kenne deren höchst einseitige, teils offenkundig falsche Berichterstattung zu gut aus einem Hobby von mir, wo damals nach einem Vorfall auch gut vom Leder gezogen wurde. "Frontal21" ist da beispielsweise ein Aushängeschild für Sensationsjournalismus, den man sonst nur bei den Privaten erfährt. Aber was tut man nicht alles für die liebe Quote. Wenn dafür ein paar Tatsachen ins Gegenteil verkehrt werden müssen - who cares? 🙄

Letztendlich führt und das Thema Amazon doch wieder mal nur eines vor Augen: Es ist das Spiegelbild unserer Gesellschaft, die die "Geiz ist geil!" Mentalität absolut verinnerlicht hat. Wir kümmern uns nicht um die soziale Verantwortung eines Großunternehmens, geschweige denn über die Arbeitsbedingungen der Angestellten. Und wenn wir es dann doch mal tun nur für einen relativ kurzen Zeitraum, weil es derzeit eben "aktuell" ist und wir ja irgendwie mitreden müssen.

Aber das war es dann auch schon, wie bereits oben erwähnt. Wir bestellen natürlich weiterhin bei Amazon und Co. Wir machen natürlich auch wie gewohnt da unser Kreuzchen auf dem Wahlzettel, wo wir es schon immer gemacht haben, eben für jene Herrschaften in Berlin, die uns dieses ausbeuterische Modell krampfhaft schönreden wollen. Und bestenfalls glauben wir diesen Menschen dann auch noch.

Solange dieser Teufelskreis aus (Zwangs)handlungen nicht gebrochen wird werden wir uns noch in 10 Jahren über solche "Skandale" aufregen. Anstatt jedoch die Verantwortung und das Umdenken ständig von anderen zu fordern sollten wir bei uns anfangen. Und da eben liegt das ganz massive Hauptproblem... 🙄



Liebe Grüße


Chaky
 
Ich habe hier etwas gelesen, was mir schon zu denken gibt. Was kann man überhaupt noch glauben, von dem was man im Fernsehen sieht oder in den Zeitungen liest?


Schwere Vorwürfe gegen die ARD: Reporter sollen Zeugin erfunden haben | DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN

Ich habe auch etwas gelesen, was auch mir zu denken gibt. Ein Informant, der keinerlei Probleme damit hat, seine getätigten Aussagen unter Eidesstatt zu machen, der wird für das liebe Unternehmen Amazon sicherlich ganz problematisch und ist grundsätzlich sehr ernst zu nehmen... 😉

09.04.2013/„Ausgeliefert! – Leiharbeit bei Amazon“: hr weist Vorwurf der Manipulation zurück | Der hr | hr-online.de



Liebe Grüße


Chaky
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben