Hallo,
Ich habe mich über diese "Reportage" aus verschiedenen Gründen sehr geärgert.
Erstens hat das, was die Macher vom Hessischen Rundfunk da veranstaltet haben, wenig mit investigativem Journalismus zu tun und viel mit
Meinungsmache. Sie haben sich einiger Mittel bedient, die man eigentlich eher von Boulevardblättern, -sendungen u.Ä. erwartet.
Dieser Sicherheitsdienst ist mir zwar nicht gerade sympathisch... Die Arbeitsbedingungen in dem Versandzentrum sind jedoch insgesamt weder so schlecht wie in der "Reportage" dargestellt, noch handelt es sich um extrem niedrige Löhne. (Ich kann den Verantwortlichen nur empfehlen, sich z.B. mal im Friseurgewerbe umzuhören oder – wenn es denn unbedingt um einen Logistikdienstleister gehen soll – beim Hermes Versand... Mir wurde auch schon von einer Leiharbeitsfirma Arbeit für 9 Euro brutto pro Stunde angeboten und von der Arbeitsagentur empfohlen, diese Arbeit anzunehmen. Ich bin aber keine ungelernte Packerin, sondern Facharbeiterin.)
Zum Weiterlesen:
1.
Medienmagazin pro: Kommentar[action]=detail&news[id]=6337
2.
Falsch berichtet: Ex-Amazon-Zeitarbeiterin wirft ARD-Reportern Verfälschung vor » Lokales, Nachrichten » Kreisanzeiger
3.
HÖCKER Marken- und Medienrecht
(Bei dem ersten Link muß die gesamte Zeile kopiert und in die Browserzeile eingegeben werden, sonst funktioniert er nicht.)
Zweitens haben sie dies auch noch auf Kosten der Rundfunkzwangsbebührenzahler getan.
Drittens schaden diese Boykottaufrufe auch Drittanbietern, die ihre Ware selber verkaufen und verschicken, aber als Vertriebskanal Amazon Marketplace benutzen.
... Hat sich eigentlich irgendeiner von den Empörten hier mal überlegt, daß es eine Menge Personen und Unternehmen gibt, die nur darauf warten, daß es bei Amazon zu einem Umsatzeinbruch kommt? Und daß man auf die Idee kommen könnte, da etwas nachzuhelfen? Und daß manchen Leuten dafür jedes Mittel recht ist?
Und daß manchen "Journalisten" jedes Mittel recht ist, solange es nur dazu dient, daß sie sich profilieren können?
Vermutlich nicht. Es ist viel bequemer, die Welt einfach in Schwarz und Weiß, Gut und Böse usw. einzuteilen anstatt nachzudenken und zu differenzieren.
Freigeist
PS. Ich wüßte gerne, wieviel Prozent der jetzt so Empörten ihre Weihnachtsgeschenke ausschließlich in den letzten Novemberwochen sowie im Dezember bestellt haben, wo man doch das eigentlich ganze Jahr über Zeit hat... Wäre die Bestellmenge bei Amazon nämlich das gesamte Jahr über annähernd konstant, müßte man dort nicht oder zumindest nicht in diesem Maße auf Leiharbeiter zurückgreifen.
Aber du machst doch gerade genau das Gleiche!
Du bringst Links, wobei ich merke, dass du von Presserecht keine Ahnung hast, denn du fällst auf Theaterdonner rein.
Widersprechen kann ich jedem und allem, weil wir in einem Rechtsstaat leben, damit verdienen Höcker und Kollegen sehr gutes Geld.
Doch ob das Widersprochene Bestand hat und was letztlich der Wahrheit entspricht, steht doch noch gar nicht fest.
Bisher pumpen sich viel Betroffene fürchterlich auf, wenn sie gegen Magazine juristische Schritte ankündigen, was dann bleibt oder wie man scheitert, wird dann nicht so vollmundig propagiert.
Meist gar nicht.
Wenn ich mir Deutschlands Magazinsendungen ansehe, wie oft sie zur Einschüchterung vors Gericht gezerrt werden aber doch letztlich gewinnen, dann bin ich froh, dass es starke öffentliche Fernsehsender gibt.
Was beklagst du also?
Was heißt für dich "wenig mit investigativem Journalismus zu tun"?
Gibt dafür Kriterien, Regeln oder gar ein Lehrbuch?
Meinst du Spielfilmjournalismus?
Ich denke die Sendung war so, wie sie sein konnte, denn Journalisten und Informanten, die zudem in existenzieller Not sind, werden von den Großen massiv eingeschüchtert, den Rest erledigt Politik hinter den Kulissen.
Wer will denn wissen, ob die vielzitierte Spanierin, die sich an Vogelzwitschern erfreut, (was soll das überhaupt für ein Kriterium sein?) was, zu welchem Zeitpunkt gesagt hat?
Dabei ist es journalistisch unerheblich, ob sie ihre Meinung (auf Druck hin?) später änderte...
Du hingegen Verteidigst einen Monopolisten, der diese Verfehlungen möglich macht, argumentierst und relativierst mit anderen Billiglöhnen, als wäre das ein Grund dafür zu schweigen oder eine Sendung nicht zu machen. Die Menschen in ihrem Schicksal sich selbst zu überlassen.
Soll man Missstände nicht mehr benennen, weil es andere Missstände gibt?
Und warum verhöhnst du Kunden? So niedrig war der Protest nicht und ich hätte auch nicht erwartet, dass der Konzern dadurch in Konkurs geraten würde.
Vielmehr stellst du einen Link ein, der von einem Journalisten geschrieben wurde, der einer etwas einseitigen Weltanschauung anhängig ist und zudem nur aus Hörensagen und Zitaten einen Meinungsbericht schreibt, der in weiten Teilen lediglich seine Moralvorstellungen und sein Weltbild widerspiegelt. Er hat z.B. nicht selbst Recherchiert bei Amazon oder bei den Menschen.
Doch genau diese Kritik findet man zu Haufe an der ARD und ZDF, weil man Druck auf freien Journalismus ausüben möchte. Diese selbsternannten Empörten kommen aus der Katholischen und Wirtschaftsecke, die sich einer lästigen Kritik entledigen wollen, ungestört das machen zu können, was sie nicht gerne in der Öffentlichkeit diskutiert haben möchten.
Sie sehen sich dann einer "Hexenjagt" ausgesetzt, weil man Missbrauch und dessen Verschleierung anprangert. Sie sehen sich diffamiert und sehen die Gefahr, dass solche Firmen gar ins Ausland abwandern, wenn man sie nicht Löhne drücken und Arbeitsbedingungen miserabler Art gestattet.
Doch das tun die Firmen auch so, wenn sie gierig Gewinne vermuten.
So etwas beeindruckt weder ARD und ZDF, wo ich dann gerne meine Gebühren bezahle, noch beeindruckt das einen logisch denkenden Menschen oder Zuschauer.
Wir haben freien Wettbewerb, wenn Amazon die Arbeitsbedingungen so schlecht regelt, dann ist es gut, dass Mitbewerber dadurch einen Vorteil erhalten.
Das nennt man moralisches Kaufverhalten der Kunden!
Was mir persönlich viel zu wenig ausgeübt wird.
Ich wüßte gerne, wieviel Prozent der jetzt so Empörten ihre Weihnachtsgeschenke ausschließlich in den letzten Novemberwochen sowie im Dezember bestellt haben, wo man doch das eigentlich ganze Jahr über Zeit hat... Wäre die Bestellmenge bei Amazon nämlich das gesamte Jahr über annähernd konstant, müßte man dort nicht oder zumindest nicht in diesem Maße auf Leiharbeiter zurückgreifen.
Das ist ein Bombenargument!:daumen:
Bestimmt, du bist sicher gerade dabei, deine Weihnachtsbestellung zu beziehen...
Und hast fürs Festmahl eingekauft...
🙄🙂
Ich kann aufgrund deinenes Argumentes so richtig die Notwehrsituation nachvollziehen, die eine Firma Amazon deiner Meinung nach ausgesetzt war, sich solcher kritisierten Methoden der Personalführung zu bedienen.
Also die Kundschaft ist Schuld...so, so.
Achtung! Kunde droht mit Kauf!
🙂