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Lehrkräfte mit Behinderung und Beeinträchtigungen

Was glauben Sie wird passieren, wenn man von Ihrer Behinderung oder Beeinträchtigung erfährt?

  • Ich habe Angst davor meinen Job als Lehrkraft zu verlieren.

    Teilnahmen: 0 0,0%
  • Dass Kollegen und Kolleginnen glauben, dass diese besondere Rücksicht nehmen müssen.

    Teilnahmen: 1 100,0%
  • Dass Eltern plötzlich an meinen pädagogischen Fähigkeiten zweifeln.

    Teilnahmen: 0 0,0%
  • Dass Schüler und Schülerinnen mich nicht mehr ernst nehmen.

    Teilnahmen: 0 0,0%
  • Meine Befürchtung ist, dass man mich vorzeitig in Rente schicken will.

    Teilnahmen: 0 0,0%
  • Dass ich in eine Schule versetzt werde, wo ich nicht hin will.

    Teilnahmen: 0 0,0%
  • Dass das Vertrauensverhältnis geschädigt wird.

    Teilnahmen: 0 0,0%
  • Dass Lehramtstudenten strikt auf ihren Gesundheitszustand überprüft werden.

    Teilnahmen: 0 0,0%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    1
G

Gelöscht 118848

Gast
Hallo zusammen

Trigger-Warning!

In diesem Beitrag kommen Fragen vor, die für den einen oder anderen sehr provokant klingen, aber ich möchte niemanden damit angreifen.

Seit es die Inklusion gibt, habe ich das Gefühl, dass es nur Eltern und Schüler und Schülerinnen erlaubt ist sich offen zu ihren Behinderungen oder Beeinträchtigungen zu bekennen.

Darf beispielsweise eine Deutschlehrerin zugeben, dass diese Legasthenie hat?

Wie würdet ihr auf einen Mathelehrer reagieren, der zu seiner Dyskalkulie steht?

Pablo Pineda Ferre ist ein spanischer Lehrer und hat Trisomie-21.
Würdet ihr diesen erlauben eure Kinder zu unterrichten?

Ich hoffe, dass hier auch Lehrkräfte unterwegs sind, damit diese auch ihre Perspektive mitteilen können.

Ich habe eine Umfrage erstellt, die sich besonders an Lehrkräfte richtet, die ihre Behinderung bzw. Beeinträchtigungen verheimlichen, weil die Angst vor fatalen Konsequenzen zu enorm ist.
 

Schroti

Urgestein
Warum sollte die Beeinträchtigung unbedingt im studierten Fach auftreten?
Oder anders gefragt: Wer ist so...unbedacht, ein Fach zu studieren, für das er nicht geeignet ist?
Mit Legasthenie sollte man nicht Deutsch unterrichten. Zum Beispiel. Aber vielleicht Mathe. Oder Bio. Oder sonstwas. Mit Klumpfuß werde ich ja auch nicht Primaballerina. Aber vielleicht eine tolle Neurobiologin.
Ich verstehe die Frage nicht so ganz. Wenn die Beeinträchtigung die Leisungen im gewählten Fach beeinträchtigt, sollte man seine Fächerwahl überdenken.
 

Knirsch

Aktives Mitglied
Wie soll man denn bitte Mathe unterrichten, wenn man eine Dyskalkulie hat?
Dinge, die einen interessieren, die man aber nicht besonders gut kann, nennt man Hobby.

Aber Trisomie-21 wäre mir an sich vollkommen egal. Jemand muss sein Fach beherrschen, aber er muss kein vollkommen gesunder Mensch sein. Warum auch.
Wir hatten einen Mathelehrer mit MS im Rollstuhl. Macht doch nix.
Und einen schwer sehbehinderten Lehrer für Psychologie. Hat niemanden gejuckt.
Der Deutschlehrer hatte mal ein Burnout. Das hat er uns gesagt, weil er nicht mehr auszuhalten war. Dann hat man darüber hinwegsehen können, dass er mies drauf war.
Die Turnlehrerin hatte mal einen Bandscheibenvorfall und hat uns drei Monate lang sitzend angeschrien. Da geht das noch, wenn man quasi sein Fach nicht mehr selbst ausüben kann, solange man ein gutes Organ hat "Lauft schneller, ihr Schneecken!!!"

Lehrer haben andauernd irgendwas, genau wie alle anderen Menschen auch. Sie haben psychische Erkrankungen, sie kommen in den Wechsel, sie bekommen Krebs oder haben ein Hörgerät oder andere Beeinträchtigungen.
Wieso sollen sie damit ein größeres Problem haben als andere? Manche verheimlichen es, andere nicht. Das muss jeder für sich entscheiden.
 
G

Gelöscht 119623

Gast
Finde die Überlegung durchaus berechtigt. (Ein Mathelehrer mit Dyskalkulie oder die legasthenische Deutschlehrerin waren allerdings als Beispiel wirklich ein bisschen realitätsfern :p )
Ich habe ADS, was ich seit zwölf Jahren weiß, und mein Arbeitsgeber hat davon erst jetzt erfahren, weil die Umstände es erfordert haben (weitermachen wie bisher ging nicht mehr). Einerseits denke ich oft, es ist echt praktisch, weil ich bei AD(H)S-Schülern u.ä. mehr Verständnis habe und Vieles nachvollziehen kann, auch sehr gute Beratungsgespräche mit den Eltern führe, weil ich viel Hintergrundwissen habe. Andererseits befürchte ich, es wäre für mich von Nachteil, wenn es bekannt wäre, weil die Eltern meine Fähigkeiten dann anzweifeln könnten: Unsere Kinder soll jemand zum Lernen anleiten, der selbst Lernschwierigkeiten hat? Dabei hilft mir meine Behinderung auch in dem Punkt weiter, weil ich merke, wenn Schüler Sachen verschieben, nicht wissen, wie sie lernen sollen, blind im Internet herumstochern, wenn sie ein Referat vorbereiten sollen etc.
Naja, also letzten Endes behalte ich es sicherheitshalber für mich.
 
G

Gelöscht 119623

Gast
Ach so, und dazu kommt noch, dass jede Art von Schwäche bei uns im Kollegium auch als solche angesehen wird: eine Kollegin hat MS und schont sich null, eine andere Rheuma und arbeitet sich auch kaputt, beide weisen immer lautstark auf ihre Krankheit hin, wenn jemand mal mit Grippe zuhause bleibt (nach dem Motto "Ich habe etwas viel Schlimmeres und bleibe auch nicht zuhause."). Ein anderer Kollege, der mehrmals wegen Burnout ausfiel, wurde nur als lästiges Übel gesehen; dass er aber gleichzeitig eine schlimme Scheidung durchlebte und versuchte, seine beiden bei ihm lebenden Kinder gut zu betreuen, dabei immer weiter in den Alkoholismus rutschte, war fürs komplette Kollegium völlig uninteressant. Diskutiert wurde nur, wer ihn jetzt wieder vertreten muss, und als er dann endlich in Rente geschickt wurde, haben alle laut aufgeatmet.
Nicht gerade die richtige Atmosphäre für ein "Outing"...
 

dr.superman

Aktives Mitglied
ich hatte als Kind mehrere körperbehinderte LehrerInnen.
Unsere Mathe-Lehrerin hatte MS, wir haben sie im Rollstuhl vom <lehrerzimmer abgeholt und den overhead-Projektor etc.. hergerichtet.
<keiner wäre auf die Idee gekommen, ihre Qualifikation anzuzweifeln.
eine meiner Professorin-Kolleginnen ist taub geworden, nun kommt sie halt mit Dolmetscher. ...
ich selbst habe eine leichte Form der Dyskalkulie, nie hätte ich Mathe studieren können,
muss es aber im Lehrernebenjob auf Grundniveau in einer mnachmal als Vertretung unterrichten und kann eindeutig sagen, dass das sehr schwer für mich ist, weil ich nicht erfassen kann, ob die Alternativlösungswege der kids
Sinn machen würden. Dass ich besser verstehe, warum sie das oft nicht können, ist da vollkommen unwichtig, da ic h keine fachliche Sicherheit vrermitteln kann.
 
G

Gelöscht 117789

Gast
Ich hatte als Kind eine rumänische Deutschlehrerin, die zwar deutschstämmig war, aber leider kein Deutsch konnte.
Es war die Zeit des Lehrermangels, da nahm man , was man kriegen konnte.
 
G

Gelöscht 118848

Gast
Wie soll man denn bitte Mathe unterrichten, wenn man eine Dyskalkulie hat?
Dinge, die einen interessieren, die man aber nicht besonders gut kann, nennt man Hobby.

Aber Trisomie-21 wäre mir an sich vollkommen egal. Jemand muss sein Fach beherrschen, aber er muss kein vollkommen gesunder Mensch sein. Warum auch.
Wir hatten einen Mathelehrer mit MS im Rollstuhl. Macht doch nix.
Und einen schwer sehbehinderten Lehrer für Psychologie. Hat niemanden gejuckt.
Der Deutschlehrer hatte mal ein Burnout. Das hat er uns gesagt, weil er nicht mehr auszuhalten war. Dann hat man darüber hinwegsehen können, dass er mies drauf war.
Die Turnlehrerin hatte mal einen Bandscheibenvorfall und hat uns drei Monate lang sitzend angeschrien. Da geht das noch, wenn man quasi sein Fach nicht mehr selbst ausüben kann, solange man ein gutes Organ hat "Lauft schneller, ihr Schneecken!!!"

Lehrer haben andauernd irgendwas, genau wie alle anderen Menschen auch. Sie haben psychische Erkrankungen, sie kommen in den Wechsel, sie bekommen Krebs oder haben ein Hörgerät oder andere Beeinträchtigungen.
Wieso sollen sie damit ein größeres Problem haben als andere? Manche verheimlichen es, andere nicht. Das muss jeder für sich entscheiden.
Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass jeder, der ein Hobby hat, sich bewusst Bereiche aussucht, worin man minderbegabt ist?

Woher kommt dann die Redewendung "Er oder sie hat sein / ihr Hobby zum Beruf gemacht."?

Sind das alles Menschen, die in einem Beruf arbeiten, den sie eigentlich nicht richtig beherrschen? Ist das korrekt?
 
G

Gelöscht 117789

Gast
Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass jeder, der ein Hobby hat, sich bewusst Bereiche aussucht, worin man minderbegabt ist?

Woher kommt dann die Redewendung "Er oder sie hat sein / ihr Hobby zum Beruf gemacht."?

Sind das alles Menschen, die in einem Beruf arbeiten, den sie eigentlich nicht richtig beherrschen? Ist das korrekt?
Das schrieb so niemand.
Aber vermutlich wird niemand etwas , worin er nachweislich nicht gut ist, studieren oder zum Beruf machen.
 

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