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Krankheit als Vorwand ?

Adria78

Aktives Mitglied
Vor drei Jahren hatte ich auch eine Depression. Trotzdem ging ich weiterhin arbeiten. War deswegen auch keinen Tag krank geschrieben. Allerdings ging nach einer Therapie diese Depression auch vorbei. Das ist ein entscheidener Punkt: Die meisten Depression sind entweder heilbar oder durch Therapie/Medis managbar. Bei vielen, wie bei mir, ist es keine chronische Krankheit. Aber auch viele bei denen es chronisch ist, kommen eben dank der Medizin gut klar. Ich nehme übrigens keine Tabletten.

Im letzten Jahr habe ich zwei Frauen kennen gelernt, die auch Depressionen haben. Und beide empfand ich als sehr problematisch von der Persönlichkeit. Bei einer habe ich den Kontakt abgebrochen. Es war wie hier beschrieben: Alles wurde auf die Krankheit abgeschoben und die Damen verhielten sich im höchsten Maße egoistisch. Immer nur "Mir geht es schlecht. Alle müssen deswegen nach meiner Nase tanzen etc."

Da ich ja auch Therapieerfahrungen habe, habe ich mal gefragt, ob die bei ihnen so ähnlich strukturiert sind. So Verhaltenstherapie und so. Ja, sind die. Aber das ist doch sowieso alles Blödsinn, daran halten wir uns nicht. Also, dann bringt auch eine Therapie nichts, wenn man nicht gewillt ist, mitzuarbeiten! Sich mal damit auseinander zu setzten!

Was mich so auf die Palme bringt, ist dieses extreme Jammern ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, etwas zu ändern. Irgendwie dachten auch beide, ich wäre ihr Therapeut. Ich musste mir stundenlang ihre immer wiederkehrenden Probleme anhören. Auf meinen Hinweis, das sie gerade extrem schädliches "Gedankenkreisen" haben und mal vom Therapeut vorgeschlagene Methoden anwenden um aus dieser Schleife rauszukommen, wurde total ignoiert. Meine Bedürfnisse wurden total ignoriert. Besonders von der zweiten Dame. Ich habe versucht mich gegenüber ihr abzugrenzen, weil sie mich wirklich mit in die Depression zog.

Habe ich dann den Kontakt komplett abgebrochen, ich muss mich auch schützen! Ich war hinterher total erleichtert. Sie war übrigens sehr verwundert, das alle ihre neuen Bekanntschaften spätestens nach dem dritten Treffen den Kontakt abbrachen. Wirklich? Wenn man so ist?

Wie Ihr seht, hat sich bei mir auch eine Menge Frust angestaut. Ich frage mich warum das so ist. Man sagt ja, Depressive haben keinen Zugang mehr zu ihren Gefühlen. Deswegen auch keine Empathie für andere? Kann das der Grund sein? Das man dann einfach auch kein Mitgefühl hat, was andere brauchen? Sich dann so sehr im Mittelpunkt stellt. Nicht mehr wahrnimmt, das auch andere Menschen Gefühle und Bedürfnisse haben?

Ich überlege auch, ob ich auch so war. An einem gewissen Punkt ganz sicher. Als es mir ganz schlecht ging. Die Therapie hat auch zwei Jahre gedauert, aber aus dem ganz tiefen Tal war ich doch nach einigen Monaten heraus.
 
Zuletzt bearbeitet:

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T

taui

Gast
Die Gesellschaft kann mal eher nichts dafür, wenn Menschen sich auf Diagnosen ausruhen.
[...]
Sich einen anderen Mann aussuchen und das Beste aus sich und seinem Typ machen wären natürlich Alternativen gewesen, aber das strengt halt auch an.
Nur mal so als Anmerkung. Auch Du bist Teil der Gesellschaft! Trägst also auch einen gewissen Teil dazu bei.

Ein andere Mann wäre für DICH die allround Lösung. Für Dich! Ich glaube hier machst Du die Rechnung ohne den Wirt.
Das ein Partner zum Experten wird, kann man echt nicht erwarten.
Eine Partnerin oder Partner, kann niemals auch Therapeut sein. (Stütze ja, natürlich.) Einfach weil hier die emotionale Distanz fehlt. Jede Therapie muß vom Therapeuten abgebrochen werden, wenn ein Nähe/Distanz Problem zum Klienten besteht. Jede! Besteht dieses Problem, werden kritische Aussagen nicht sachlich sondern persönlich (Feindbild) genommen. Damit ist eine Therapie nutzlos/kontraproduktiv.

Besonderst wer stark depressiv ist, dreht sich permanent im Kreis. DAS ist Teil des Krankheitsbildes -> zirkuäres Ich-denken! Und ehrlich, wer eine Symptomatik einer Krankheit als Vorwand bezeichnet, weil man nicht vom Fleck kommt, der sollte sich schlicht und ergreifen wenigstens über die charakteristischen Zügen der Erkrankung informieren, anstatt seine eigene Hilflosigkeit hinter Banalisierungen und Schuldzuweisungen zu verstecken!

Jemand der nur noch ichzentriert denken kann, wird wohl kaum in der Lage sein kausale Zusammenhänge normal zu erfassen und umzusetzen. Die sind nämlich linear, nicht kreisförmig. Dieser inneren Zentrifugalkraft zu entkommen, dass ist für mich ein primäres Ziel, weil ohne das kann sich nichts ändern/bewegen. Somit steht man auf der Start und Ziellinie - wie einbetoniert. Und dann kommt jemand mit Schuldzuweisungen die man sich eh schon genug selber macht. Damit schließt und zieht sich der Kreislauf immer enger zusammen, weil man sich erneut negativ bestätigt fühlt.
Als Einzelner und Aussenstehender = stellvertretender Teil der Gesellschaft, trägt man also einen nicht unerheblichen Teil bei. Wenn dann auch noch nahestehende Personen mit Schuldzuweisungen kommen, dann muß man sich nicht wundern das nichts besser wird, im Gegenteil.
Ich erwarte ja nicht das jeder mit so etwas umgehen kann, aber wenn nicht, dann kann man doch ehrlich sagen, dass man damit generell nicht umgehen kann. Dieses generell, dass macht diese Aussage unpersönlich. Wirkt somit einen möglichen Vorwurf seitens des Betroffenen entgegen. Lieber so, als irgendeine Floskel, die man als Betroffener eh schon 1000x gehört hat.

Depressionen: Positive Erfahrungen werden verdrängt - FOCUS Online
 

Adria78

Aktives Mitglied
@taui: Du hast das wirklich gut erklärt! Aber genau, das ist das, womit ich auch Problme habe. Wenn Depressive so extremes zirkuläres Ich-denken an den Tag legen. (wußte gar nicht, das es so heißt!). Weil da einfach kein Platz ist für andere Menschen und ihre Gefühle/Bedürfnisse. Ich denke, eine sehr gefestigte Persönlichkeit kommt auch mit jemanden mit Depressionen klar. Nur ich, wo ich meine Depression überwunden habe, kann mit anderen Depressiven nicht zusammen sein. Mich zieht das dermaßen runter, das ist unglaublich. Nach dem letzten Treffen mit der besagten Bekannten brauchte ich eine Woche um nicht wieder alles schwarz zu sehen. Um um selbst aufzurappeln. Deswegen gehe ich denen aus dem Weg.

Was ich nur manchmal anzweifel ist der Wille eine Therapie wirklich durch zu ziehen. Das sehe ich bei manchen einfach nicht. Die blokieren, warum auch immer, wenn sie bei einer gewissen Stufe angekommen sind. Gehen zur Therapie, aber machen nicht wirklich mit. Auf der anderen Seite kenne ich Menschen mit Depressionen die waren sechs Wochen in einer Klinik und danach ein neuer Mensch. Klar, gingen sie weiter zur Therapie. Aber da war dann ein richtiger Durchbruch zu spüren.

Ich frage mcih einfach, warum manche so mauern. Warum es bei denen nicht weiter geht. Warum auch Ratschläge vom Therapeuten nicht angenommen werden. Das verstehe ich einfach nicht. Eine Depression ist schließlich kein schöner Zustand, ich wollte da raus!
Depressionen sind behandelbar, bei manchen heilbar, bei manchen wenigstens gut zu managen.

Und genau bei diesen Leuten entsteht dann natürlich der Eindruck, das die sich auf Diagnosen ausruhen. Oder als Entschuldigung benutzen.
 
G

Gast

Gast
Kann sein das sie ADHS hat, das sie die Aufmerksamkeit von anderen braucht u immer im Mittelpunkt stehen muss.
Das sie einfach auch viel bemitleidet werden will, ADHS ist teilweise nicht immer leicht erkennbar. Man kann es nur an den Verhalten der jeweiligen Person nach einer Zeit feststellen, da sie immer die Aufmerksamkeit von anderen suchen.

MFG
Nastrajo
Interessant! Ich habe mir nämlich gerade erst die Frage gestellt warum jemand so etwas tut und wie sich das wohl nennen mag. Dabei ging es um eine Person, die ständig rein kam wenn sie irgendwelche neuen Diagnosen hatte, und das jedem mitteilen mußte.

Irgendwann hat man sich gefragt ob sie überhaupt etwas hat oder ob es nicht manches mal erfunden oder dramatisiert war und wie man solche Personen nennt die ständig irgendwelche Krankheiten hätten, aber keine haben. ADHS also *ahaeffekt*

Zu der TE Frage kann ich nur sagen, daß eine wirkliche Depression eine Einschränkung sein kann.
 
G

Gast

Gast
Eine Depression hat mit "Ich denken" nichts zu tun, die können auch nach Person fürsorglich denken, hilfsbereit sein usw. NUR werden ihre eigenen Probleme dadurch ja nicht gelöst und Depressionserkrankte schaffen es selber nicht. Bei vielen helfen auch keine Therapien oder Medikamente, bei anderen schon. Verallgemeinern kann man das nicht. Wenn die Bekannte für sich bereits erkannt hat, daß es ihr nicht helfen wird eine Therapie zu machen, kann man ihr aber doch keinen Vorwurf daraus machen. Und natürlich wird die Erkrankung dadurch auch nicht weg sein, nur weil sie es erkannt hat. Es können übrigens noch eine andere Erkrankung außer einer Depression vorliegen und dann ist es nicht mal eben so in ein paar Monaten weg. Auch müssen manche mindestens 1 Jahr auf einen freien Platz warten. Nur weil es beim TE in einigen Monaten geklappt hat, kann es bei anderen Jahre dauern oder sogar ein lebenlang.

Eine Depression kann auch immer wieder zurück kehren. Wie es bei der Bekannten ist, überlassen wir mal Ärzte.
 

Adria78

Aktives Mitglied
Eine Depression hat mit "Ich denken" nichts zu tun, die können auch nach Person fürsorglich denken, hilfsbereit sein usw. NUR werden ihre eigenen Probleme dadurch ja nicht gelöst und Depressionserkrankte schaffen es selber nicht. Bei vielen helfen auch keine Therapien oder Medikamente, bei anderen schon. Verallgemeinern kann man das nicht. Wenn die Bekannte für sich bereits erkannt hat, daß es ihr nicht helfen wird eine Therapie zu machen, kann man ihr aber doch keinen Vorwurf daraus machen. Und natürlich wird die Erkrankung dadurch auch nicht weg sein, nur weil sie es erkannt hat. Es können übrigens noch eine andere Erkrankung außer einer Depression vorliegen und dann ist es nicht mal eben so in ein paar Monaten weg. Auch müssen manche mindestens 1 Jahr auf einen freien Platz warten. Nur weil es beim TE in einigen Monaten geklappt hat, kann es bei anderen Jahre dauern oder sogar ein lebenlang.

Eine Depression kann auch immer wieder zurück kehren. Wie es bei der Bekannten ist, überlassen wir mal Ärzte.
Da sagen Statistiken und meine Erfahrung was ganz anders! Depressionen sind gut behandelbar. Bei uns wartet man 3-6 Monate auf einen Therapieplatz. Ist man akut gefährdet, kann man sich sofort in die Klinik einweisen lassen. Und viele Depressive reden nur über ihre eignen Probleme, drehen sich im Kreis mit ihren Gedanken. Und ja, Gedanken-kreisen/Problem grübeln ist ein Symptom!

Mir ist das alles aber auch vollkommen egal. Ich grenze mich zu solchen Leuten ab. Und nein, ich habe auch nicht für alles und jedes Verständnis. Vielleicht ist das auch das Problem? Ich hatte einen Therapeuten, der mich auch mal in den Hintern trat. Der nicht immer nur bemitleidete. Sondern auch mal Tacheles redetet. Das nur ich an meiner Situation etwas ändern könnte. Und nicht die anderen Schuld sind. Der war so knallhart, das es manchmal weh tat. Wie gesagt, man muss immer zu einer Therapie auch bereit sein. Sonst klappt das gar nicht.

Und so sehe ich das mittlerweile. Du kennst meine (Ex-)Bekannte nicht. Ich halte von ihr nicht viel. Für mich versteckt sie sich schon seit Jahren hinter ihrer Krankheit. Sie ist auch komplett beratungsresistent. Und ja, man kann immer wieder eine Depression bekommen. Deswegen gebe ich mich mit solchen Leuten auch nicht mehr ab.

Sich abzugrenzen, nein zu sagen, ist übrigens ein wesentlicher Schritt um keine Depression zu bekommen. Und das mache ich bei solchen Leuten.

Der TE (was heißt das überhaupt? Ich habe auch einen Namen, lieber Gast!) ist schrecklich genervt, von Menschen, die mit gefährlichem Halbwissen glänzen und alles schön nett reden.
 

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