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Krankheit als Vorwand ?

O

okulalia71

Gast
Hey liebes Forum,
mich beschäftigt die Frage, warum sich manche Leute auf ihren Diagnosen schon fast "ausruhen" oder sie gerne auch als Ausrede benutzen.
:confused: (psychisch bedingte Diagnosen wie Depressionen)

Ich meine jetzt keines Falls Aussagen wie: ich bin heute einfach zu erschöpft um das Haus auf zu Räumen oder ich hatte keine Zeit ... zu erledigen weil es mir einfach nicht gut ging.
Das verstehe ich ja noch.

Aber warum schieben manche Leute z.B. ihre Depression oder ihre Ängste einfach vor, um irgendwelche unangenehmen Entscheidungen oder Ereignisse zu umgehen? Oder sagen über einen längeren Zeitraum hinweg das sie keine freunde haben oder überhaupt nichts können ? Obwohl sie alle drei Tage unter ein Facebook bild mit einer anderen person schreiben, wie lieb sie diese person doch haben und das sie beste freunde sind.
Oder auch eine gute Rückmeldung für eine von ihnen erbrachten Leistung bekommen und auf diese dann auch schon fast übertrieben stolz sind ?

LG okulalia71

 

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bird on the wire

Aktives Mitglied
Vielleicht weil sie es tatsächlich so empfinden?

Manchmal weicht das eigene Empfinden sehr stark von dem ab, was andere objektiv wahrzunehmen glauben.

Manchmal ist auch die eigene Sicht krankheitsbedingt sehr eingeschränkt.

Ich glaube dem anderen seine Sicht. Und unterstelle nicht, daß er einen Vorwand benutzt.

Gibt es einen aktuellen Grund oder eine konkrete Person, warum Dich diese Fragestellung gerade sehr beschäftigt?
 
O

okulalia71

Gast
naja, ich kenne da so ein Mädchen die sich immer über, ich zitiere : "die kleinen emo-ritz kinder, die ihr leben nicht geschissen bekommen" aufregt.
und aber selber jedem die ohren voll heult wie schlecht es ihr doch geht und sie ja keine zukunft hat, weil sie auf grund ihrer schulangst nicht zur schule gehen konnte und jetzt einen schlechten oder gar keinen abschluss hat. ich will jetzt nicht sagen das schulangst keine ernstzunehmende sache ist, da ich selber darunter litt und weiss wie belastend sowas sein kann. aber ich frage mich einfach nur warum sie daraus so eine große sache machen muss und andere leute mit genau der gleichen problematik oder auch schwerwiegenderen problemen nicht so viel aufmerksamkeit und bestätigung suchen ?

okulalia
 

Nastra

Mitglied
Kann sein das sie ADHS hat, das sie die Aufmerksamkeit von anderen braucht u immer im Mittelpunkt stehen muss.
Das sie einfach auch viel bemitleidet werden will, ADHS ist teilweise nicht immer leicht erkennbar. Man kann es nur an den Verhalten der jeweiligen Person nach einer Zeit feststellen, da sie immer die Aufmerksamkeit von anderen suchen.

MFG
Nastrajo
 

hilfe-schlumpf

Aktives Mitglied
Ich denke zuerst mal ist so eine Diagnose immer "gut" , weil dann hat alles einen Sinn. Wenn Du immer wieder Durchfall hast, und keiner findet was, nervt das. Sobald aber jemand sagt, dass Du Gluten-Allergie hast, ist das Bild wieder stimmig. Wir Menschen mögen keine Unsicherheit, kein Unwissen und lieben Geschichten und klare Verhältnisse.

Und nicht zu vergessen, dass so ne Diagnose, die so kompliziert ist, und die man selbst 3 Jahre nach Stellung noch nicht richtig schreiben kann, unglaublich viel Eindruck schindet im Umfeld.

Der Rest ist denke ich dem "System" geschuldet. Der Theraupeut muss für die Kasse eine Diagnose stellen, und im Zweifel interesssiert er sicht nicht für die Realität. Der Patient merkt das auch nicht, glaubt einfach, was im der Gott in Bunt erzählt und schnallt es eben nicht, dass er die diagnostizierte Krankheit garnicht hat.

Und mal ganz ehrlich, viel von dem was in therapeutischen Praxen landet, leidet an einem Mangel an Wertschätzung/Aufmerksamtkeit. Da kommt eine "Diagnose wie aus einer anderen Welt" ganz gelegen.

A propos toll klingende Diagnosen. Kennst Du Gerd Postel ? Das ist ein Hochstapler, der schon psychiatrische Einrichtungen geleitet hat. Er hat einfach durch Zusammensetzen von - vorwiegend lateinischen - Begriffen neue psychische Krankheiten erfunden, die es garnicht gibt, und so seine potentiellen Arbeitgeber beeindruckt.....
 
C

chrismas

Gast
Den Vorwand gibt die Gesellschaft vor, denn diese schiebt alles zu gerne nur auf irgendwelche Diagnosen und versucht irgendwelche Zusammenhänge mit einer Erkrankung zu erklären.

Das ist nun nicht nur einfach dahergesagt, sondern meine eigene Erfahrung.

Als ich noch keine Diagnosen hatte bzgl. meiner Epilepsie war alles gut, so wurde es einfach darauf geschoben, dass ich einfach "anders" sei und fertig war damit die Sache. Als ich dann die Erstdiagnose Epilepsie erhielt hieß es immer, die Epilepsie ist die Ursache, die Epilepsie wäre daran Schuld, die Epilepsie ist schwierig etc pp. Niemand verstand, dass mich die Erkrankung selbst weniger beschäftigte als mein Umfeld, aber irgendwann kann man sich als Betroffener dem ganzen nicht mehr wirklich entziehen, insbesondere dann, wie in meinem Falle, nicht, wenn die Medikamente gravierende Einschnitte in der Persönlichkeit verursachen.

Ausruhen darauf wollte ich mich niemals wirklich, dennoch tat ich dieses, weil eben u.a. die Ämter, das persönliche Umfeld und auch die Ärzte darauf pochten, dass ich nicht Leistungsfähig sei, obwohl ich es war (ich arbeitete während der damaligen Zeit ehrenamtlich), aber es wurde stumpf ignoriert.

Das Problem ist daher nicht der einzelne Mensch, der sich darauf ausruht, sondern die Gesellschaft insgesamt, denn es wird nur das gesehen, was man persönlich damit verbindet und schnell in eine Schublade gesteckt und es wird vielmehr darauf geachtet, was diesem persönlich gemachten Bild entspricht als das was der tatsächlichen Wirklichkeit entspricht.

Natürlich gibt es hiervon auch Ausnahmen, aber Ausnahmen bestätigen halt auch die Regel.
 
G

Gast

Gast
Die Gesellschaft kann mal eher nichts dafür, wenn Menschen sich auf Diagnosen ausruhen.
TE, ich verstehe gut, was du meinst und habe sowohl im Arbeitsleben als auch im privaten Bereich die Erfahrung gemacht, dass gerade die selbsternannten "Depressiven" oft schlichtweg mit dem Job überfordert sind und auch sonst den Hintern schwer hochkriegen.
Das klingt nicht gut. Depressiv kommt besser an.
Privat habe ich länger mit einer Frau zu tun gehabt, die permanent rumgeheult hat, weil sie nicht den Mann gekriegt hat, den sie wollte und ihre Schwester hübscher war. Passiert.
Aber nein, es musste eine Depression daraus gestrickt werden und alle hatten auf leisen Socken zu schleichen aus Rücksicht auf das arme Ding....
Sich einen anderen Mann aussuchen und das Beste aus sich und seinem Typ machen wären natürlich Alternativen gewesen, aber das strengt halt auch an.
 
P

Püppi83

Gast
naja, ich kenne da so ein Mädchen die sich immer über, ich zitiere : "die kleinen emo-ritz kinder, die ihr leben nicht geschissen bekommen" aufregt.
und aber selber jedem die ohren voll heult wie schlecht es ihr doch geht und sie ja keine zukunft hat, weil sie auf grund ihrer schulangst nicht zur schule gehen konnte und jetzt einen schlechten oder gar keinen abschluss hat. ich will jetzt nicht sagen das schulangst keine ernstzunehmende sache ist, da ich selber darunter litt und weiss wie belastend sowas sein kann. aber ich frage mich einfach nur warum sie daraus so eine große sache machen muss und andere leute mit genau der gleichen problematik oder auch schwerwiegenderen problemen nicht so viel aufmerksamkeit und bestätigung suchen ?

okulalia

So sind heute leider viele Menschen. Über andere lästern, wobei sie selber nichts auf die Reihe bekommen.
 
C

chrismas

Gast
Die Gesellschaft kann mal eher nichts dafür, wenn Menschen sich auf Diagnosen ausruhen.
TE, ich verstehe gut, was du meinst und habe sowohl im Arbeitsleben als auch im privaten Bereich die Erfahrung gemacht, dass gerade die selbsternannten "Depressiven" oft schlichtweg mit dem Job überfordert sind und auch sonst den Hintern schwer hochkriegen.
Das klingt nicht gut. Depressiv kommt besser an.
Privat habe ich länger mit einer Frau zu tun gehabt, die permanent rumgeheult hat, weil sie nicht den Mann gekriegt hat, den sie wollte und ihre Schwester hübscher war. Passiert.
Aber nein, es musste eine Depression daraus gestrickt werden und alle hatten auf leisen Socken zu schleichen aus Rücksicht auf das arme Ding....
Sich einen anderen Mann aussuchen und das Beste aus sich und seinem Typ machen wären natürlich Alternativen gewesen, aber das strengt halt auch an.
Das finde ich lustig. Wann ruht man sich auf einer Diagnose aus?

Nach der bisherigen Definition dann doch dann, wenn man offensichtlich nicht das geringste tut um seine Situation zu verbessern, doch was weiß man dann tatsächlich von den betreffenden Personen?

Bei mir war es damals so, dass viele auch den Eindruck hatten ich würde mich ausruhen auf der Diagnose, bis ich denen Stumpf dann erzählte was die beim Amt mit mir machten. Nämlich Nichts. Ich ging hin und habe regelrecht um Hilfe gebettelt und wurde immer wieder weggeschickt. Erst ein Umzug in eine andere Stadt brachte Besserung, ich kam in die Teilhabe zum Arbeitsleben, zog wieder zurück und da wollte man dann wieder so anfangen wie zuvor bis ich sagte, dass ich eine aktive Bewilligung zur Teilhabe am Arbeitsleben habe und diese Bundesweit Gültigkeit besitzt.

Parallel dazu, für die wirklich hartnäckigen, sagte ich dann, dass ich ehrenamtlich arbeite und die kamen dann auch vorbei und wollten sich davon überzeugen und hielten dann erst ihre Klappe, weil sie merkten, dass ich etwas tun will, aber das Umfeld schlicht und ergreifend darauf ausgerichtet ist, dass jeder Mensch mit irgendeiner Erkrankung sich darauf ausruhen will.

Sicher gibt es auch, wie ich schon erwähnte, Menschen die sich darauf ausruhen. Dafür brauche ich mich nicht weit umschauen, so einen habe ich als Bruder. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig das alle mit irgendwelchen Diagnosen auch so sind.

Nehme ich mal @Püppi83 hier als Beispiel, so hatte sie hier ein Thema hier im Forum eröffnet, wo sie kunt getan hatte, dass sie eine Umschulung machen würde wollen und ähnliches, doch von den Behörden wurde ihr dieser Weg ersteinmal versperrt. Das sieht aber auch niemand in ihrem Umfeld und dennoch ist es tatsächlich so, dass sie damit Probleme hat nichts zu tun.

Das geht der Mehrheit mit irgendwelchen Erkrankungen so, denn man will etwas tun, doch die Gesellschaft sieht nur die Diagnosen zu den Erkrankungen, kennen noch nicht einmal wirklich alles über die etwaigen Einschränkungen und erlauben sich dann ein Urteil darüber, dass dieser Mensch doch angeblich nichts ändern will.
 
P

Püppi83

Gast
Die Gesellschaft kann mal eher nichts dafür, wenn Menschen sich auf Diagnosen ausruhen.
TE, ich verstehe gut, was du meinst und habe sowohl im Arbeitsleben als auch im privaten Bereich die Erfahrung gemacht, dass gerade die selbsternannten "Depressiven" oft schlichtweg mit dem Job überfordert sind und auch sonst den Hintern schwer hochkriegen.
Das klingt nicht gut. Depressiv kommt besser an.
Privat habe ich länger mit einer Frau zu tun gehabt, die permanent rumgeheult hat, weil sie nicht den Mann gekriegt hat, den sie wollte und ihre Schwester hübscher war. Passiert.
Aber nein, es musste eine Depression daraus gestrickt werden und alle hatten auf leisen Socken zu schleichen aus Rücksicht auf das arme Ding....
Sich einen anderen Mann aussuchen und das Beste aus sich und seinem Typ machen wären natürlich Alternativen gewesen, aber das strengt halt auch an.
Lieber Gast, woher weißt du, dass deine angesprochene Bekannte keine Depression hatte?
Natürlich gibt es schlimmere Erfahrungen, die eine Depression auslösen können, jedoch habe ich einen Mann kennen gelernt, der sogar in Therapie war, weil er nicht damit klar kam, dass er keine Frau findet.
Auch wenn bestimmte Umstände für einige keine Probleme darstellen, muss es nicht bedeuten, dass es für die betreffenden Personen keine Probleme sind.
Dass man letztendlich etwas an seiner Situation, die eine Depression auslöst, ändern muss, ist logisch, aber dies bedarf Zeit und kommt bei dem einen schneller, bei dem anderen wieder langsamer.
Letztendlich ist alles menschlich, also bitte mehr Mit- bzw. Feingefühl.
 

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