Laura wusste, dass ich nicht zwischen den Zeilen lesen kann. Das funktioniert nicht. Ich kann die Mimik eines Menschen kaum deuten, daher hätte sie mir dies ganz klar machen müssen. Bei mir besteht der Verdacht auf Autismus, daher kann sie mich nicht so behandeln, wie einen "normalen" Menschen. Das wusste sie aber ebenfalls. Daher kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass es ihr nicht zu viel gewesen ist.
Glaub mir, ich habe es, so gut es ging, versucht zu verdeutlichen, dass sie auch bei mir Grenzen überschritten hat. Laura ist aber ein Mensch, der auf so etwas sehr empfindlich reagiert und bei so etwas schnell an die Decke geht. Ich wollte unseren Kontakt nicht riskieren, ich wusste, ich hätte dann alleine da gestanden und hätte den ASB vergessen können. Es wäre das, was ich aktuell habe, eingetreten, nur eben entsprechend früher. Davor hatte ich Angst.
Ich glaube, ich bin schon ein wenig teilschuld an der Situation. Warum? Nun ja, sie hat sich schon immer Kinder gewünscht und ich war die Ursache dafür, dass es immer ein Wunsch geblieben ist. Im zwischenmenschlichen Bereich, lief es einfach manchmal deswegen auch nicht so gut. Sie war manchmal frustriert, weil, nun ja, es immer ziemlich schnell vorbei war. Dafür bin ich verantwortlich. Das kann eine Frau durchaus kränken und auf Dauer ziemlich fertig machen, wenn nur der Typ "Spaß" hat und nicht sie auch. Das muss ich mir wohl ankreiden lassen, wie?
Wie gesagt: Ich habe das mit dem Erste-Hilfe-Kurs bei "unserem" ASB hier tatsächlich vor. Dort ist keine Laura und keine Ex, dort wäre nur ich. Ich hätte die Möglichkeit neue Leute unvoreingenommen kennenlernen zu können und könnte mich auch freier bewegen, weil eben keine Laura vor Ort ist, bei der ich befürchte mich lächerlich durch mein Verhalten machen zu können. Mein manchmal atypisches Verhalten macht mir hier ein wenig Kopfzerbrechen, denn das kann ich nicht kontrollieren. So reagiere ich manchmal wirklich gereizt, wenn ich mich angegriffen fühle und in eine Abwehrhaltung gehe. Das liegt daran, dass ich die Mimik eines Menschen schlecht deuten kann und es daher häufig zu Missverständnissen kommt. Mein Tonfall wird dann auch als harsch wahrgenommen, obwohl es so gar nicht sein soll. Bestes Beispiel, gestern: Ich erhielt diese Vorladung für die Beschuldigtenvernehmung bei der Polizei. Ich habe zunächst, weil die Panik in mir hochkam, meine Mutter angerufen. Meinen Bruder erreiche ich so gut wie nie, weil er so beschäftigt ist. Ich war gereizt, aufgekratzt, ängstlich, stellenweise ein wenig hysterisch, weil ich damit nicht gerechnet hatte. Meine Mutter hatte Mühe mich zu beruhigen, aber sie kennt das und weiß, wie sie mit mir umzugehen hat. Das haben die Kollegen beim ASB nicht, die kennen mich nicht, die wissen von nichts und würden den Kontakt in einem solchen Fall beenden und mich ggf. rauswerfen. Ich werde nicht aggressiv oder gewalttätig, ich bin einfach nur nervös, aber impulsiv, energisch und das wird von den Menschen oftmals falsch interpretiert. Deswegen traue ich mich nicht in solche Vereine. Laura verstand es auch, damit umzugehen. Sie hatte einen fantastischen Draht zu mir, genau wie meine Ex. Die wusste auch, wie sie mich behandeln musste. Ich habe bislang noch niemanden getroffen, der genauso ist, wie die beiden. Ich habe auch kaum noch Hoffnung, das es jemanden gibt, der sich wirklich längere Zeit mit mir befassen will.