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Kontaktabbruch der Kinder

Hallo Rosie,

danke für Deine Antwort. Ich weiß leider nicht, wie das mit dem zitieren funktioniert, also muss ich so versuchen, Dir darauf zu erwidern.

Meine Tochter hat den Kontakt abgebrochen als ich Ihren Wunsch nicht erfüllen wollte, mit ihrem Ex-Mann nicht mehr zu reden. Der Auslöser (aber sicher nicht der Grund) dieses Kontaktabbruchs war der Unterhalt den sie für ihre Tochter an ihren Ex zahlen muss.

Er hat seine Tochter auf ihren Wunsch und den meiner Enkelin seit deren 7. Lebensjahr allein erzogen. Zuvor hatten die Beiden das nach der Scheidung in getrennten Wohnungen gemeinsam getan. Als meine Enkelin in die Schule kam, wollte meine Tochter zu ihrem 2. Mann ziehen und ließ meine Enkelin bei ihrem Ex-Mann. Er macht das prima und ich habe ihm das seither auch schon gesagt. Es ist möglich, dass meine Tochter mich dafür verantwortlich macht, dass sie das Kind bei seinem Vater zurück ließ und zu ihrem neuen Mann zog. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber irgendwie ergibt so alles einen Sinn. Ich habe damals die Entscheidung meiner Tochter ohne ihr Kind zu gehen, nicht nachvollziehen können. Habe mich aber bemüht, neutral zu reagieren. Der Vater ist ein sehr engagierter und begeisterter Vater. Ich war immer eine sehr gluckenhafte Mutter und hätte mich für meine Kinder in Stücke reißen lassen und sie nie hergegeben. Das weiß meine Tochter natürlich. Womöglich hat sie gedacht, ich könnte es nicht akzeptieren, dass sie selber lieber ihr eigenes Leben lebt und das Kind bei seinem Vater gut versorgt weiß.

Natürlich habe ich es auch schon schriftlich versucht, mit ihr in Kontakt zu kommen. Es war leider erfolglos. Ein Geburtstagsbrief an sie kam zum Beispiel mit dem Vermerk: Empfänger verweigert die Annahme. zurück. Daraus schließe ich auf die riesige Mauer, die sie zu ihrem Schutz um sich gezogen hat. Es ist mir eine große Last, dass sie diese Mauer nötig hat. Aber leider kann ich sie nicht einreißen. Ich hoffe natürlich weiter auf eine Möglichkeit des Gesprächs über alle Verletzungen die sie spürt.






Alles sehr kompliziert und emotional. Daher ist der gordische Knoten auch so groß, denke ich.
 
Hallo Bird on the wire,

ich habe ganz oft mit dem Kopf genickt, als ich Deinen Beitrag gelesen habe. So ähnlich analysiere ich das auch. Das nutzt mir nur nichts, wenn ich ihr das nicht sagen kann. Ich habe per E-Mail und per Brief versucht, sie zu einem Gespräch zu bitten. Einen Anruf habe ich bisher nicht gewagt. Wahrscheinlich einerseits, weil es für mich furchtbar wäre, wenn sie gleich wieder auflegt und andererseits, weil es telefonisch so schwer ist, das Richtige zu sagen. Ebenso von ihr, angemessen darauf zu reagieren. Immerhin bin ich ein gebranntes Kind. Wenn ich ihr damals gesagt hätte, dass wir so ein schwieriges Thema doch sicher besser von Angesicht zu Angesicht besprechen sollten, anstatt meinen Ärger über ihren Befehl mit unüberlegten Worten auszudrücken, hätte es womöglich nicht zu diesem Kontaktabbruch kommen müssen.

Hätte, wenn, wäre!!! Sinnlos in der Vergangenheit zu leben. Ändern läßt sich nur etwas in der Gegenwart.

Danke Dir sehr - das Schreiben hilft mir ungemein auch zur Klärung meiner Gefühle.
 
ich glaube, dass ich die erste Mutter bin, die sich hier mit ihren Sorgen und traurigem Herzen meldet. Zumindest habe ich noch keinen Beitrag der Elterngeneration hier gelesen. Womöglich bin ich also ein Exot. Ich wage es trotzdem, Euch meine Geschichte zu erzählen.
Z E
Es gibt hier im Forum viele Beiträge und Fäden von Eltern deren Kinder den Kontakt abgebrochen haben.

Bei den Sätzen ,welche du deiner Tochter gesagt hattest würde ich klar Dir recht geben.
(Und sie ist unterhaltsverpflichtet gegenüber ihrem Kind ).
Omas sind oft wichtig für Enkel und es gibt ein gesetzlich verankertes
Umgangsrecht für Grosseltern § 1685 BGB Umgangsrecht...

Ich vermute auch ,dass hinter ihrem Kontaktabbruch Schwierigkeiten mit dir
aus der tieferen Vergangenheit
stecken..
Nach diesen Gründen könntest du sie mal in einem Brief fragen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die sachliche Ebene ist ja gut und schön, aber es ist schwierig in engen Beziehungen auf derselbigen zu bleiben.
Sachlich kannst Du noch so recht haben, dennoch ist fehlende Solidarität schmerzhaft. Und zwar in diesem Fall anscheinend so sehr, dass es noch jahrelang schmerzt.
Ich denke, das Ganze hat eine Vorgeschichte und der Anruf war der Schlußpunkt.
Schade, dass die Tochter nicht erkennt, dass Ihr Schmerz durch den Kontaktabbruch nicht weniger wird.
Klärung wäre für beide Seiten gut und heilsam.
 
Hi Birke!

Das ist ja schrecklich.

Aber nach dem, was du erzählst, kann ich keinen Fehler deinerseits erkennen. Du solltest dir wirklich nicht von deiner Tochter vorschreiben lassen, mit wem du reden darfst. Und es war auch in Ordnung, ein solches Ansinnen mit deutlichen Worten zurückzuweisen. Dass sie daraufhin nie wieder mit dir reden würde, war kaum vorhersehbar (selbst wenn sie es angedroht hat). Und selbst wenn: Du solltest dich auch nicht erpressen lassen.

Leider will sie nun in ihrer Dickköpfigkeit nicht mehr mit dir reden. Daran kannst du wohl leider absolut nichts machen.

Immerhin bist du nun in der Lage, den Kontakt zu deiner Enkelin und ihrem Vater aufrecht erhalten zu können.

Vielleicht solltest du ihr einmal im Jahr schreiben, zB zum Geburtstag gratulieren, und dabei betonen, dass deine Tür für sie immer offen steht. Vielleicht mal per email, mal per Post.

Damit kannst du vielleicht etwas das Problem abmildern, dass wenn sie eines Tages umdenken sollte, sie sich nicht traut, auf dich zuzukommen.

Aber an dem Problem, dass sie möglicherweise nie umdenken wird, kann das natürlich auch nichts ändern. Gut möglich, dass sie die Annahme verweigert und Mails automatisch löschen wird.


Du könntest eventuell auch mal persönlich zu ihr gehen und mal klingeln. Wenn sie dich mit den Worten "Hau ab, ich will dich nicht sehen!" abweist, gehst du halt wieder. Diese Reaktion ist leider wahrscheinlich, und du wirst sie respektieren müssen. Es gibt allenfalls ne klitzekleine Chance, dass sie mit dir redet.

Hast du mal versucht, ihren neuen Mann anzusprechen?
 
Wie ist deine Tochter aufgewachsen? Was hat dein Mann oder der Vater deiner Tochter zu diesem Kontaktabbruch gesagt?
 
Kinder "lieben" ihre Eltern immer solange sie klein sind. Mit dem Älterwerden ändert sich auch die Beziehung, weil sich dann nämlich zwei Erwachsene, die sich i.d.R auf Augenhöhe begegnen möchten, gegenüberstehen. Da in unseren Breitengraden die praktische wirtschaftliche Beistandspflicht durch Integration der "alten"Eltern fast ausgestorben ist, gibt es i.d.R keine existentielle Verpflichtung zur Weiterführung der Eltern-Kind-Beziehung.Warum soll man/frau dann Beziehungen, die fast lebenslang mehr Verdruß als Freude bereiteten, aufrechterhalten ?
Ich empfand den deklarierten Kontaktabbruch zu meiner Ursprungsfamilie als persönliche Befreiung, weil ich mich persönlich nicht mehr zur "Liebe" zwingen musste, sondern endlich(!) zu meinen Abneigungen, die ich für meine Verwandten fühle, stehen konnte. Nach 42 Jahren Beziehungserfahrung mit Dir, wird sich Deine Tochter den Kontaktabbruch wohl gründlich überlegt haben.
 
Oje, das tut mir sehr leid für Dich! Ich stelle mir das schrecklich vor. Es ist auch etwas, was ich garnicht nachvollziehen kann. Klar gibt es in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern immer Frust und Ärger, aber gleich mit einem solch krassen Schritt zu reagieren...
hmm, da kann man wirklich nur spekulieren...
Wie ist denn der Kontakt zwischen Deiner Tochter und ihrer Enkelin? Sieht sie sie oft? Sieht die Kleine in ihr wirklch die Mutter?. Wie oft siehst Du die Kleine?
Weißt Du, beim ersten lesen deines Berichts kam mir der Gedanke, dass Deine Tochter irgendwie ihren eigenen Frust an dir auslässt, ohne es so wirklich zu merken: Sie hat ihre Tochter verloren, also sollst Du Deine auch verlieren. Solche paradoxen Gedanken kommen halt schon mal unabsichtlich vor zwischen Eltern und Kindern. Sie fühlt sich vielleicht schuldig, weil sie ihre Tochter zum Vater gegeben hat und da Du ihr Verhalten kritisiert hast, tut sie Dir das gleiche an. Ich will damit nicht sagen, dass sie das bewusst kalkuliert hat, aber im Moment der Wut schien es ihr vielleicht eine logische Konsequenz. Im Nachhinein kann sie auch den Kontakt zu Dir nicht aufnehmen, weil Du sie ja an ihr "versagen" erinnerst.
Also ich weiß nicht, ob das sein könnte, möglich wäre es.
Jetzt ist natürlich die Frage, wie ihr das wieder hinbekommt. Gibt es denn irgendjemanden, der vermitteln kann? Ein alter Freund, oder jemand aus der Familie?
Vielleicht solltest Du ihr nochmal schreiben, aber ohne zu sehr darauf rumzureiten, wie und was damals passiert ist, sondern eher klarstellen, wie Du Dich fühlst und sie einfach bitten, Dir wenigstens mal zuzuhören. Schreib ihr ruhig, dass es Dir doch nur um die Enkelin gegangen ist- nicht um den Vater.
Es ist schon ein sehr trotziges Verhalten, dass Deine Tochter da an den Tag legt (Briefe nicht annehmen usw- also ich finde das kindisch) trotzdem wirst Du sie wohl nicht anders erreichen, als wenn Du erstmal zu Kreuze kriechst.
Ich wünsch Dir viel Glück und viel Kraft!
Zumindest hast Du ja Deine Enkelin. Die gibt Dir sicher viel Kraft und sie ist sicher froh, dass Du sie nicht auch im Stich gelassen hast.
Alles Gute
 

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