Ich danke denen, die mir hier mit hilfreichen Antworten unterstützend zur Seite stehen.
Die ganze Situation belastet mich sehr und ich kann den ganzen Tag an fast nichts anderes mehr denken.
Bisher habe ich keine Verfehlungen zugegeben. Die Abmahnung von Oktober 2024 bezog sich ja auf laute Musik meiner Tochter, auf angebliche Tiergeräusche und Schläge gegen die Wand durch mich. Tiergeräuschen und Schlägen gegen die Wand habe ich selbstverständlich widersprochen, weil diese Anschuldigungen Unsinn waren. Zum Vorwurf der lauten Musik habe ich mich in dem Widerspruch gegen die Abmahnung nicht geäußert.
In dem Kündigungsschreiben wird meine Tochter beschuldigt, den Teppich der Nachbarn "verrückt" zu haben sowie ihn besprüht zu haben, so dass er nach Essig stank. Mehr noch wird uns zur Last gelegt, dass wir in den vergangenen Monaten angeblich frühmorgens laut die Treppen runtergelaufen sind. Dabei kann uns für letzteres überhaupt kein Vorwurf gemacht werden. Ich gehe in normaler Lautstärke runter. Ich bin ein kleines und zierliches Persönchen von 48 kg und trage fast immer Sneakers. Wenn ein gewisser Hall auf der Marmortreppe vorhanden ist, ist das nicht meine Schuld. Meine Tochter mag lauter sein, nur hören die Nachbarn das nicht, weil sie früher als meine Tochter das Haus verlassen. Doch es wird in dem Kündigungsschreiben als "massive Störung des Hausfriedens" bezeichnet.
Falls meine Tochter tatsächlich Essig über den Teppich gekippt hat, ist das natürlich Sachbeschädigung und evtl. ein Kündigungsgrund. Es gibt aber dafür keine Beweise. Die Nachbarn waren nicht zuhause, als der Teppich auf dem Gang lag und Geruch lässt sich nun mal nicht auf Fotos festhalten. Außerdem hatte meine Tochter Recht mit ihrer Aussage gegenüber der Nachbarin, dass der Teppich eine echte Stolperfalle ist. Warum wurde dieses Teil überhaupt regelmäßig ins Treppenhaus gelegt, nachdem er fast ein Jahr lang immer über das Treppenhausgeländer gehangen worden war? Das war doch pure Provokation. Uns war vor einigen Jahren vom Vermieter sogar untersagt worden, nasse Schuhe auf unserer Fußmatte zum Trocknen abzustellen.
Ich werde versuchen, Widerspruch gegen die Kündigung einzulegen, rechne mir aber wenig Chancen aus. Übermorgen habe ich einen Termin beim Amtsgericht, um einen Beratungshilfeschein zu beantragen. An erster Stelle steht jetzt für mich, mich von einem Anwalt beraten zu lassen, wie ein Widerspruch formuliert werden soll und ob mein Vermieter bei dieser Sachlage vor Gericht Recht bekäme. Sollte man mir keinen Beratungshilfeschein ausstellen, werde ich sofort einen Termin beim Mieterverein machen. Ich werde eure guten Ratschläge jetzt auf jeden Fall beherzigen und handeln.
Hier in unserer Gegend ist der Wohnungsmarkt auch eine Katastrophe. Ich durchforste zwar jeden zweiten Tag das Internet und habe auch schon seit der Kündigung auf ein paar Wohnungsangebote geschrieben, aber keine Rückmeldung bekommen. Ich werde auch selbst ein Wohnungsgesuch schalten. In der Zeit, als mir der Vermieter die Frist von einem halben Jahr für einen Auszug gesetzt hat, habe ich mich auch regelmäßig bei Wohnungsbaugesellschaften gemeldet, aber wenn überhaupt wurde nur Schrott angeboten.
Ich würde mich gern mit meiner Tochter versöhnen, weil mir der überhastete Rausschmiss sehr leid tut. Bisher laufen meine Versuche, sie telefonisch zu erreichen, ins Leere. Auf meine Nachrichten in WhatsApp antwortet sie nicht. Ich hoffe sehr, dass sie mir meinen Fehler nicht ewig nachträgt. :-(