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Komme nicht über Kindheit hinweg!

Ganz lieben Dank an alle die mir in der letzten Zeit geschrieben habern. Ich freue miuch immer sehr, wenn ich sehe, daß mal wieder jemand auf meinen Thread aufmerksam geworden ist.
Wirklich ganz ganz lieben Dank.

In diesem Moment habe ich nur leider keine Zeit angemessen auf die Beiträge zu antworten, denn bevor ich hier aus Zeitnot ein paar leere Floskeln hinschreibe, schreibe ich eben lieber dies um dann Eure Beiträge (die jeder für sich wirklich sehr hilfreich sind, aber zum Teil auch sehr traurig und wirklich zum Nachdenken anregen) angemessen zu beantworten, wenn ich wirkliuch die Zeit dazu habe.

Ich wollte Euch nur schonmal wissen lassen (also jeden der mir geschrieben hat hier und noch keine Antwort bekam), daß ich alles mittlerweile gelesen habe, ich mir Gedanken darüber mache und bald meine Antwort kommt. 🙂

Liebsten Dank Euch.

Bis bald. 🙂
 
Hallo Du
Wau was für ein Text, ich dachte ich wäre einer der wenigen der hier soviel schreibt, und dann noch richtiges Deutsch, einfach toll.

Aber erstmal weiter im Text, ich bin letzte Nacht über deinen Eintrag gestolpert, hab ihn aber nicht vollständig bei ersten mal gelesen. Ich war aber so davon beeindruckt, dass ich dir auf jeden Fall etwas schreiben wollte. Was mir nicht auf Anhieb so einfach fiel wie bei anderen, also musste ich mir hier zum ersten Mal Stichwörter machen.

Aber ich fange am besten Mal an und hoffentlich komm ich halbwegs geordnet unten am Schluss an.

Ich werde dich unter keinen Umständen Feigling nennen, dass steht schon mal von Anfang an fest.
Feiglinge sind Menschen ohne Mut, sind Menschen, die sich weder ihren Ängsten noch ihrer Umwelt stellen. Feiglinge sind immer Menschen, die den einfachen Weg wählen, weil sie schwach sind, im Geiste als auch in der Seele, die nichts haben um dem Leben trotzen zu können.
Feiglinge sind kleine alkoholische Getränke.

Du bist nichts von beiden.

Im Grunde müsste jedem dein Name förmlich in die Augen springen, der deine Geschichte liest, denn es ist so offensichtlich.

Du bist Schneewitchen.

Warum? Wegen der bösen Stiefmutter? Ok keine Stiefmutter? Und die böse Mutter gehört doch eigentlich zu Hänsel und Gretel?
Egal ich finde es passt, und erklärt meiner Ansicht nach doch so einiges. Sofern ein blutiger Anfänger wie ich irgendeine zutreffende Ansicht über das Innenleben eines anderen Menschen zu stellen in der Lage ist.
Außerdem hab ich glaube ich noch eine Märchen Referenz irgendwo bemerkt, aber dazu später.

Ich denke, dass deine Mutter dich stets als Konkurrenz gesehen hat. Sie hat immer gekämpft, musste die Erwachsene sein für ihre Geschwister. Vielleicht hatte sie insgeheim Angst, dass sich alles wiederholt, dass du ihr ihren Erfolg und ihre Position streitig machen wirst.

Ich denke auch, dass sie einiges auch auf dich projeziert hat, was sie eigentlich ihrer Mutter hätte vorwerfen wollen, dass sie vielleicht von sich dachte, ein böser Mensch zu sein, weil sie sich gegen ihre Mutter stellen musste, für ihre Geschwister. Deine Mutter wollte auch zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben nur geliebt werden, aber dazu kam es nicht.
Aber da bleibt niemand übrig, außer dir, nicht die eigene Mutter die Fehler gemacht hat, noch sie selbst, den sie musste ja alles richtig gemacht haben.

Wie ein Jongleur, der viele Teller gleichzeitig in der Luft am Laufen hält.

Beim Grossreinemachen hat deine Mutter für ihren Seelenmüll einen Ascheeimer gebraucht, und der warst du.

Und wie ein Jongleur hat deine Mutter auch die Tricks gelernt, diese Teller alle irgendwie in ihrem Sinn in Bewegung zu halten. Leider sind ihre Teller andere Menschen, und man sieht leider nicht in welche Richtung sie sie dreht, nur das alle immer schön brav in Bewegung sind. Wenn alle in Bewegung sind ist alles in Ordnung, der Anschein von Normalität bleibt gewahrt, solange keiner der Teller herunterfällt, ist alles in Ordnung und die Show kann weitergehen.

Leider bist du so ein verunglückter Teller.

War dein Leben mit deiner Familie immer nur das Training vor dem großen Auftritt, der Show vor Publikum. Da wo die Sachen und Mitspieler patzten, damit sie es nicht vor Publikum taten. Wurdest du, ohne dein Wissen und Wollen einfach der dumme August, über den alle lachten, damit die anderen einfach besser dastehen, vor allem der Weißclown, deine Mutter?
Oder war dein Leben keine Zirkusshow sondern ein Rodeo, da müssen die Clowns immer raus, wenn etwas schief lief, um den Bullen abzulenken, damit sich der Reiter in Sicherheit bringen konnte.
Für wen musstest du deine Haut hinhalten, damit ein anderer mit heiler Haut davon kommt. Ich weiß es nicht, aber du hast auf jeden Fall geblutet, sprichwörtlich und auch tatsächlich, aber irgendwo waren es eigentlich die Schmerzen eines anderen.
Was für welche keine Ahnung, was hatte sie ausgelöst. Ich habe keine Ahnung, aber betrachte ich die blauen Flecken auf deiner Seele, so sehe ich zumindest wie stark sie waren um mit diesem Tausch hat dir da jemand einen Bärendienst erwiesen,

Tut mir leid. Denn eigentlich gibt das die ganze Geschichte nicht auf den ersten Blick her. Außer man nimmt das, was ich oben geschrieben habe dazu.

Pankattacken?

So komme wir jetzt zum eigentlichen Thema zurück. Was war es noch gleich Panikattacken ?
Dachte ich, und habe mir auch schon meine Gedanken gemacht. Ich selbst kann da überhaupt nicht mitreden, meine innere Verdrahtung ist da grundsätzlich zu langsam, als das ich plötzlich einen Angstschub bekommen könnte, einer meiner Ärzte meinte meine Serotoninwerte währen nicht optimal deswegen wären meine Emotionen wohl nicht so stark.

Man dass hört sich ja jetzt an als wäre ich der totale Psycho, nein aber wenn ich ein chemisches Element wäre, wäre mein Reaktionsverhalten sehr sehr seht träge. Uff ja tolle wissenschaftliche Metapher.

Ich kenne nur jemanden, dem es so geht wie dir. Plötzlich ist er da, dann geht erstmal nichts mehr, erstmal abregen, was anderes machen runter kommen. Sie meinte auch der Grund liegt irgendwo in der Vergangenheit, aber es wäre zu lange her um das noch irgendwie angehen zu können. Dann tut sie mir sehr leid, dass sie leiden muss und es keine Besserung für sie gibt, nur es auszuhalten.

Aber ich denke mal nicht, dass das auch für dich gelten mag, aber wie immer ich bin hier kein Fachmann und mag mich irren.

Wenn du aber den Übergriff deines Vaters beschreibst, seinen Übergriff, die schwere körperliche Misshandlung, dann glaube ich, dass das auch zu einem schweren seelischen Trauma bei dir geführt hat.

Ich würde hier von einem sinnbildlichen Albtraum sprechen. Einem Nachtmahr, der immer wieder auf dich aufspringt und deine Seele voller Tortur reitet.
Im englischen kann man ja Nachtmahr mit Nightmare übersetzen, wobei wir wieder beim Begriff Albtraum wären. Ich kannte einen Schriftsteller in dessen Geschichten Nachtmahre schwarze Mähren waren, also weibliche Pferde die für den Sandmann die schlechten Träume auslieferten, und damit hätte ich dann auch noch die andere Märchenreferenz abgehakt.

Dieser Albtraum kommt immer wieder, er fällt dich an immer wieder, versetzt dich immer wieder durch Raum und Zeit zurück, zu diesem einen Erlebnis.

Warum?

Weil es so schwer war das es weder dein Verstand noch deine Seele aushalten konnte?

Weil immer, wenn die Umstände sich ähneln deine Seele zurückspringt, um diesen Seelenknoten zu lösen?

Therapie - nein danke ? oder wie ?
Du schreibst, dass du Angst vor einer Therapie hast, vor dem was da ans Tageslicht kommen könnte.

Ich werde jetzt nicht den Fehler machen und dir einfach sagen, mach eine Therapie dann wird alles auf jeden Fall besser. Das kann ich nicht beurteilen, vor allem nicht bei so einem Fall wie deinem.

Ich kann dir nur sagen, wie es bei mir damals war, am Anfang meiner Reise, ich hatte gerade die Realschule abgeschlossen und auf meinem Weg Richtung Oberstufe und Abitur. Ich wusste das da irgendwas war das mit mir nicht ganz rund lief, aber ich entschied mich das das sichere Unwissen um meine Seelenlage mir zu diesem Zeitpunkt lieber wäre, als alles Wissen stattdessen. Nun zwanzig Jahre später bin ich einen Weg gegangen, vielleicht wäre damals ein andere möglich gewesen ich weiß es nicht.

Ich wurde zeit meines Lebens nie groß beachtet, war nie im Mittelpunkt, hatte nie Freunde, wurde auch gemobt.
Ich hatte auch Angst vor meinem Vater, weil er mich zu Grundschulzeiten ein zwei Mal sehr verhauen hatte, nicht verprügelt, dann sieht man anders aus, aber auch mehr als eine Ohrfeige. Dann kann Ostern in dem Jahr meiner Konfirmation, wie sich Geschichten manchmal gleichen, bei meinem Vater war es auch Weinbrand, er war wütend und wollte mich schlagen aber er konnte es nicht, dass hatte seine Macht über mich gebrochen.

Vielleicht ist der Zeitpunkt in deinem Leben gekommen den Bann zu brechen?

Deine Eltern haben immer noch Macht über dich, solange sie in deinen Gedanken sind, sei dir dies nun bewusst oder nicht. Du kannst noch so viele Kilometer auf der Landkarte zwischen euch bringen, noch aber hundert Gelegenheiten des Kontaktes verstreichen lassen. Sie werden stets da sein.

Deshalb würde ich dir raten doch eine Therapie zu machen. Es wird weder leicht sein, noch eins fix schnell gehen, nein es wird langwidrig, schmerzhaft und bestimmt auch demütigend für dich sein.

Aber vielleicht, ja ich schreibe nur vielleicht, nicht bestimmt, oder auf jeden Fall, wirst du es schaffen dir deine Eltern aus dem Kopf zu schlagen, damit du nicht nur die Herrin in deinem Kopf, sondern auch die Meisterin deines Lebens und die Schmiedin deiner Zukunft bist.

Sei versichert, du verdienst es glücklich zu sein, jeder Mensch verdient es im Grunde genommen, mit Ausnahme derer, die sich das Glück einfach auf Kosten und zum Nachteil Anderer nehmen, die verdienen ganz was anderes.

So ich komme nun mal zum Ende, puh doch noch geschafft einen halbwegs sinnigen Text in der Größe fertig zu bekommen. Anders als sonst, werde ich diesmal nichts bunt machen, hervor heben oder mit smileys auffrischen. Das würde mein Gesamtkunstwerk und seine Aussage doch komplett verhunzen.

Ich wünsche Dir alles Gute, viel Kraft, Gelassenheit und einen großen Besen zum Aufräumen

Kopf hoch Schnweewitchen

Ich danke Dir so sehr für Deinen Beitrag. Er gibt mir so viel. So viel Kraft. Immer wenn es mir schlecht geht, komme ich hier her und lese Deine Worte...und mir geht es gerade mal wieder schlecht.

Denn genau wie Du geschrieben hast, sind sie gerade wieder da, meine Eltern...

(also in meinen Gedanken .. ach sie begeleiten mich immer irgendwie ... wie ein Schatten der ständig halb versteckt hinter mir herschleicht und mir immer wieder dieselben Dinge zuflüstert)

...meine Vergangenheit, das was mich sooo extrem bremst in meinem Leben.

Wie habe ich doch mein Leben bis jetzt vergeudet, wie sehr habe ich sie ... das alles ... Macht über mich gewinnen lassen. Wieso bin ich nur so schwach, daß ich einfach NICHTS mache?
Ich harre nur aus..und harre und harre...wieso schaffe ich es nicht mich aufzuraffen?
Wieso kostet mich das alles so viel Kraft? Andere haben viel schlimmere Dinge erlebt und kommen auch weiter und leben damit...gut sogar?

Ich jedoch bin froh, wenn ich meine Ruhe habe und einfach den Tag rum bekomme.

Und dann gibt es wieder Tage, so wie heute, da geht es mir sehr schlecht und ich denke mir: 'Irgendwann bist Du Tod und dann wirst Du Dir sagen: Siehste, Du hast nichts hinbekommen .. Dein ganzes Leben hast Du einfach nur abgesessen, im Grunde gewartet bis es endlich vorbei ist ... hättest Du einfach nur 1x Deinen A**** hoch bekommen, 1x die Zähne zusammen gebissen, wer weiß wie Dein Leben ausgesehen hätte? Das Potenzial hättest Du gehabt. Aber Du doch nicht...'lach' nee Du hast nichts daraus gemacht.'

Und dann wenn diese Szenen, vor meinem geistigen Auge ablaufen, merke ich mittlerweile, daß das, was in dem Moment tatsächlich ich in meinem Inneren zu mir sage, eigentlich die Wortlaute meiner Mutter, meines Vaters sind ...

Manchmal frage ich mich (sehr oft sogar), ob die eigene Psyche, das Denken der Menschen, die einem so geschadet haben und über Jahrzehnte, seit der Geburt eigentlich schon, nur immer dieselben Dinge suggeriert haben, irgendwie komplett übernimmt und verinnerlicht...unbewusst... unbewusst irgendwie alles tut, was eben DIE von einem erwarten...sich von einem Wünschen...nämlich daß man auch bloss in allem scheitert?!

Denn das ist doch ned normal, daß man leidet und leidet und nichts dagegen macht. Daß man freiwillig so lebt?

Ich spüre so oft den Hass der sich in mir gegen mich selbst gesammelt hat. In so vielen Situationen. Irgendwann ist mir auch das mal bewusst geworden. Daß diese Wut, die sich öfter in mir staut und die ich so oft empfinde, nichts anderes als der Hass gegen mich selbst ist.

Wenn ich mal so auf mein Leben zurück schaue, dann kann ich eigentlich nichts anderes erkennen, als Selbstzerstörung.
Und eben genau diese ist es wohl auch, die mich hindert etwas zu ändern.

Ich hab es ja schon ein paar Mal versucht, aber es hat nie lange gedauert. Sobald es mir ned mehr ganz so schlimm ging, habe ich wieder alles abgebrochen. Und es ging mir immer sehr schnell nicht mehr sooo schlecht...aber genauso schnell hat sich das wieder geändert und es ging mir dann noch schlimmer als vorher.

Es wäre aber schön, wenn ich mal etwas durchziehen würde, so daß ich ned ständig so weitermachen muss!!!

So jung bin ich auch nicht mehr. Jetzt kann ich VIELLEICHT noch was aus meinem Leben machen. 5 Jahre später vielleicht schon nicht mehr.

Ich kann mich selbst absolut nicht verstehen.

Es wäre schön, wenn ich nochmal etwas von Dir hören würde.

Und Entschuldigung, daß ich so lange gewartet habe, bis ich Dir endlich mal auf Deinen tollen Beitrag geantwortet habe. Das hast Du nicht verdient. So viel Mühe hast Du Dir gegeben, mir aufbauende Worte zu schreiben.
Es tut mir wirklich leid.
 
hallo

ich gebe zu ich habe nicht alles gelesen....ist mir momentan etwas zuviel, finde aber wichtig das du hier erstmal alles los wirst...

ich kenne was du so beschreibst, ich wurde auch sehr vernachlässigt, bin zwar in einer großfamilie aufgewachsen,aber im grunde habe ich mcih immer allein gefühlt. seitens der eltern kam nicht mit leibe rüber. niamnd wurde gestärkt,wir sind fast ale mit macken aus der familie heraus gekommen...

ich bin weiblich und habe wie du kaum kontakte zu frauen gehabt und weiss bis heute nicht recht mit ihnen umzugehen....bin fast nur unter männern gewesen,mein leben lang.ich finde frauen oft sehr seltsam.

ich wollte dir sagen das es mri sehr geholfen hat,eine therapie zu machen. ich habe eigentlich eine verhaltenstherapie gemacht,aber in der haben wir dann die kindheit auch besprochen und haben mit dem inneren kind gearbeitet. ich traf mich selbst als kind und konnte dort bei der therapeutin raus lassen,was ich ajhre in mir verborgen habe.
das tat sehr gut und hat mich wirklich einen riesen schritt weiter gebracht.
es gab mir das gefühl- nicht ich bin schlecht, nicht ich habe schuld.
sie waren schlecht zu mir und ich habe besseres verdient.

das was du schreibst, das du dein leben so dahin laufen lässt und nichts auf die reihe bekommst,solch gedanken kenne ich auch....ich bin 46 und denke oft.mein gott was hast du nur fürn scheiß aus deinem leben gemacht. und ich will noch sovieles und komme nicht in die gänge...alles irgendwelche gedanken die nicht sein müßten.
wenn man sich dann mal hinsetzt und aufschreibt,über welche stolpersteine (miese ereignisse) man gehen musste, wird einem klar wieviel man eigentlich geschafft hat...kannste ja mal für dich machen....baut dich eventuell auf.

ich bin eine wirkliche anhängerin von therapie, empfehle das immer wieder,weils mich sehr wieter brachte. ich finde gut das du dich mit dir und deiner vergangenheit auseinander setzen willst. es bringt wirklich etwas, wenn man auch erst ducrh einige tiefen gehen muss....
auch wird etwas trauer und wut immer bleiben,aber man kann mit all dem besser umgehen,wenn man weiss wie und das "lernt " man auch in solch tehrapie...
ich glaube sowas allein anzugehen,ist sehr schwierig.
 

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