Ich habe schon von mehreren Seiten gehört, dass das was man von den Tafeln bekommt, auch nicht immer wirklich toll ist. Teilweise sind die Lebensmittel bereits angegammelt oder aber diejenigen, die dort "umsonst" arbeiten, suchen sich vorab schon die besten Sachen heraus und der Rest ist, ... naja. Das ist aber bestimmt nicht überall so. Ganz umsonst gibt es ja bei den Tafeln auch nichts.
Ich selbst hatte das Glück, oder auch das Leid, dass ich noch niemals bei der Tafel vorstellig war. Dass man dort nicht immer 1A-Qualität bekommt, dürfte meines Erachtens klar sein. Wenn aber die Tafeln komplett wegfallen würden, dann sähe es in einigen Kühlschränken vermutlich verdammt leer aus.
Soviel ich weiß, ist die Qualität keinesfalls grottenschlecht. Und meine Vermutung ist, dass nur in den wenigsten Fällen etwas für die Lebensmittel bezahlt werden muss.
Wenn ich aber hier lese, der "Staat" stiehlt sich aus seiner Verantwortung, dann kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Wer ist denn der Staat? Das sind wir doch alle und nicht nur die paar Menschen, die die Regierung bilden.
Natürlich. Der Staat sind wir alle. Ganz unabhängig davon, ob wir als Privatpersonen handeln oder indirekt über die öffentliche Hand, der Staat sind wir alle. Wichtig ist ja nur, was hinten bei rauskommt. Und wenn es nicht richtig läuft, dann ist der Staat zur Rechenschaft zu ziehen.
Meiner Meinung nach gehört dringend mehr gegen den Niedriglohnsektor unternommen. Damit meine ich nicht nur den Mindestlohn. Ich bin der Meinung, dass es eine andere Regelung für Zeitarbeit geben müsste. Würde Zeitarbeit nämlich wieder nur dafür eingesetzt wofür sie ursprünglich gedacht war, für personelle Engpässe, wenn jemand ausfällt oder für Produktions bzw. Auftragsspitzen, sähe es auf dem Arbeitsmarkt ganz anders aus. Wenn weniger Menschen mit einem geringen Gehalt auskommen müssten, dann gäbe es auch weniger Kinder, die aus Geldmangel hungern müssen.
Ganz bestimmt.
Als Betriebsratsveteran ist mir nur all zu gut bewusst, dass es mal ein Gesetz bzw. Verordnung gab, welches einen Arbeitgeber dazu verpflichtete, dass man einen "Zeitarbeiter" bzw. "Arbeitnehmer aus Arbeitnehmerüberlassung" spätestens nach einem Jahr kündigt oder fest einzustellen hat. Das Gesetz/Verordnung wurde geändert. Mittlerweile ist es möglich, einen "Zeitarbeiter" bis zur Rente als solchen zu beschäftigen, was einfach nur bedeutet, einem Mitarbeiter, der genauso arbeitet wie alle anderen, einen signifikant geringeren Lohn zu zahlen. Der Clou bei der Sache ist, dass der Zeitarbeiter zwar weniger bekommt, aber der Arbeitgeber für den Zeitarbeiter mehr bezahlt als für den Festangestellten, aufgrund der Option, den Zeitarbeiter jederzeit entlassen zu können. Sinnloses Unterfangen und in Anbetracht des tatsächlichen Missbrauchs zum Scheitern verurteilt.
Als recht unbarmherziger Betriebsrat hatte ich mal das Vergnügen, in maßgeblicher Weise dazu beizutragen, dass eine recht erfolgreiche Zeitarbeitsfirma ihren Firmensitz aufgegeben und sich unfirmiert hat. Strike!
🙂
(Mittlerweile gibt es in unserer Firma fast nur noch festeingestellte Mitarbeiter, die für gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn bekommen.)