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Kein Bock mehr auf Arbeit, lieber Hart 4

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Wenigstens diese Einsicht ist vorhanden... Wenn jetzt noch ein bisschen bei den Vorurteilen aufgeräumt wird fände ich es klasse... 😉

Du meine Güte. Von mir aus können alle Hartz IV Empfänger überversichert sein, das interessiert mich nicht die Bohne. Ist schließlich ein freies Land. Ich weiss aber, dass ich andere Prioritäten setzen würde. Und das würde auch jeder Haushalts-, und Schuldenexperte sagen. Natürlich sind Versicherungen das erste, das in einer Notsituation gecancelt wird. Ist aber nicht schlimm, ihr würdet dies ja dann ohne Probleme an den Lebensmitteln wieder einsparen.

...was für ein dummes gelaber hier.
 
...was für ein dummes gelaber hier.

Du hast den Sinn meines Postings leider nicht verstanden. Bezeichnest das aber als "Dummes Gelaber"? 😕 Ich drücke es jetzt mal bewusst etwas überspitzt aus: Es geht schlicht und einfach darum, nicht pauschal alles, was in der BILD so in großen Lettern zu lesen ist, pauschal auf alle Arbeitslosen abzuwälzen. Ich beobachte diese Aussagen hier in dem Forum nun schon länger, und ich verweigere mich einfach gegen solche Pauschalisierungen und werde da immer wieder gegensteuern. Und wenn ich der einzige bin der das noch tut, das ist mir völlig egal.

Im Grunde genommen ist es eine gewisse Neiddebatte die geführt wird. Die liegen auf der "faulen Haut" und ich gehe 8 Stunden schuften, womöglich auch noch unterbezahlt und in einem schlechten Betriebsklima. Da muss man sich irgendein Ventil suchen, verständlich. Aber auf diese Art und Weise?

Ich gehe auch täglich meine 8 Stunden arbeiten, dennoch ist mir völlig bewusst, dass es sich immer einfach redet. Ich könnte morgen womöglich schon zu denen gehören, über die ich heute ein böses Wort spreche. Was würde ich tun? Natürlich doch, ich würde nicht faul zuhause rumsitzen und mir das Vormittagsprogramm von RTL wie die reinziehen, ich würde mich händeringend um einen neuen Job kümmern. 🙄 Eben weil ich das Privatleben von denen ja auch dank unseren hoch vertrauenswürdigen Massenmedien so gut kenne...

Das eigentliche Grundproblem haben viele in dieser Gesellschaft die sich so äußern leider noch immer nicht erkannt. Hartz IV oder auch die Agenda 2010 war ein Geschenk für die Unternehmen, eben um solch massiven Druck auf die arbeitende Bevölkerung auszuüben. Denn seitdem ist es de facto so, dass viele Angst haben in der Hilfebedürftigkeit zu landen. Manch einem wäre es zu wünschen, von mir aus nur für 2 Wochen. Dann aber bitte mit der vollen Bandbreite an gesellschaftlicher Stimmungsmache die dazugehört. Vielleicht wäre der ein oder andere geläutert und würde sich bei seiner nächsten Festanstellung überlegen ob er sich noch pauschal so äußern würde... 🙄
 
Es ist doch eigentlich wie immer hier bei der Diskussion. Alle Anderen sind Schuld. Die Zeitarbeitsfirmen, die Politik, die Wohnungsmieten, die Konzerne, zwischendurch hab ich auch was von einem Haustier gelesen, welches unflexibel macht.
Wenn mal in meinem Leben was schief läuft, frag ich mich erstmal, wie man das ändern kann. Aber die Schuld bei allen Anderen zu suchen ist halt auch viel bequemer und gemütlicher.


Du bist ja lustig. Natürlich sind viele Faktoren daran Schuld. Nicht immer die Anderen, aber mit Sicherheit nicht immer der Arbeitnehmer selbst.

Glaubst du denn irgendjemand arbeitet freiwillig in der Zeitarbeit? Verzichtet freiwillig auf Gehalt und Sozialleistungen?

Glaubst du die Leute zahlen freiwillig hohe Mieten?

Natürlich macht ein Haustier unflexibel. Keine Ahnung, ob du eines hast. Aber stellt dir vor du wirst arbeitslos und der Vermittler vom Jobcenter kommt an und sagt dir du sollst dein Haustier ins Tierheim bringen. Du, ganz selbstlos und der Gesellschaft verpflichtet, würdest sofort zur Tat schreiten und nach dem Tierheimbesuch direkt zum nächsten Vorstellungsgespräch fahren.


Ich möchte noch einmal ein kleines Beispiel anführen, für die Leute, die immer gleich sagen Dann sucht euch doch nen anderen Job! oder Bildet euch weiter!

Sucht doch mal in der Jobbörse der Arbeitsagentur (immerhin die größte Deutschlands) nach Bankkaufmann (angesehene Ausbildung) in Frankfurt am Main.

Dann schaut doch mal, wie viele Nicht-Zeitarbeitsstellen von den ersten 100 dabei sind. Kleiner Tipp, eine Hand reicht aus zum nachzählen.

Und als was kann sich ein Bankkaufmann weiterbilden? Entweder Studium (wofür nicht jeder bereit oder qualifiziert ist), oder eine Weiterbildung. Es existieren aber nicht viele Weiterbildungen, die anerkannt sind. No-Name-Zertifikate sind rausgeschmissenes Geld und interessieren niemanden.
Bankfachwirt wäre z.B. eine Weiterbildung. Diese sind aber oftmals nur möglich, wenn man bereits bei einer Bank arbeitet. Und ganz nebenbei kostet eine solche Weiterbildung nicht selten mehrere tausend Euro. Der Arbeitslose kann sich die nicht leisten. Und der Zeitarbeiter nur sehr mühsam, wenn überhaupt.

Und das Ganze in Frankfurt, wo es mehr Banken gibt als sonstwo.

Völlig richtig, dass Eigeninitiative gefragt und notwendig ist. Aber nicht immer scheint es so leicht und locker zu gehen, wie es sich manche vorstellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde mich nach Alternativen umgucken, wie kann ich mein Haustier in meiner Abwesenheit unterbringen, kann es ggfs. allein bleiben usw. Eigeninitiative statt jammern.

Welche Alternativen denn?? Den Rottweiler zur gehbehinderten Oma? Oder die Katze zu irgendwelchen Kumpels abschieben, die selbst keinen Bock drauf haben?



Komischerweise schaffen es immer wieder Menschen, auch aus meinem Umkreis, mit EIGENINITIATIVE aus diesem Teufelskreis heraus.




Natürlich schaffen es einige oder viele aus dem Teufelskreis. Aber nach deiner Weltanschauung sind alle anderen, die es nicht schaffen, Versager und Faulpelze.


Es ist eben nicht immer der Arbeitslose/Arbeitnehmer der Buhmann.


Was ist denn mit Azubis, die nicht übernommen werden? Sind die immer selbst dran schuld? Oder Leute,die nur befristete Verträge bekommen? Landen die alle in der Arbeitslosigkeit, weil sie zu blöd und zu faul waren?
 
Warum geilt ihr euch an dem Bsp. mit dem Haustier jetzt so auf???

Ich schrieb doch weiter oben was man sonst noch machen kann.

Als H4ler kann man zur Tafel gehen, ins Sozialkaufhaus, man kann ne 400 Euro Stelle nehmen (in vielen Supermärklten suchen die doch Leute), dann Pfandflaschen sammeln (bei uns hier würde man die zu Hauf finden).

Mir kann keiner erzählen, dass man das nicht hinbekommt, 100-400 Euro zuzuverdienen. Das krieg ja selbst ich hin und ich habe keine abgeschlossene Berufsausbildung... (meinen 1. Uni-Abschluss habe ich im Juni quasi).

Natürlich kann man ständig was vorschieben. Hohe Mieten, Haustier, Partner usw. Aber dann soll man auch nicht rum jammern.

Wie gesagt, ich schaffe mir so ne hohe Miete gar nicht erst an, wenn ich u1000 Euro habe. Genausowenig wie ich mir ne Karre unter n A**** klemmen würde...
 
Was ich auch geil finde ist, wenn immer nur gesundheitliche Sachen vorgeschoben werden, damit man nicht arbeiten gehen muss.

Ich streite das ja nicht ab, dass es mit manchen Krankheiten nicht geht... aber gibt ja schon banalere Sachen, womit manche sich dauer krankschreiben lassen oder es erst gar nicht mehr versuchen zu arbeiten.

Manche schieben ja sogar schon Übergewicht vor...
 
Wie gesagt, ich schaffe mir so ne hohe Miete gar nicht erst an, wenn ich u1000 Euro habe. Genausowenig wie ich mir ne Karre unter n A**** klemmen würde...


Ja, richtig. Aber du kannst nicht alle über den Kamm scheren. Nicht jeder hat dieselben Voraussetzungen.

Ne Kleinfamilie, Vater hat einen befristeten Vertrag in der Schichtarbeit. Mutter kümmert sich ums Kind bzw. hat ne Teilzeitstelle.
Was sollen die machen?? Wegziehen aufs Land geht nicht wegen der Schichtarbeit. Woanders hinziehen ist auch S****, weil das Kind evtl. einen guten Kita-Platz hat oder schon zur Schule geht. Und die Mutter, soll die ihren Job wegwerfen, damit es irgendwo anders in Deutschland vielleicht besser wird?

Das ist doch keine Science-Fiction, was ich hier schreibe. Das ist Alltag. Selbst wenn diese Familie ultraflexibel wäre, denkst du die finden so einfach mal ne günstigere Wohnung? Mit einem kleinen Kind?

Von dieser Familie ist natürlich Eigenleistung gefragt. Aber es gibt eben Faktoren, die das Ganze limitieren. Nicht jeder möchte sein Kind aus der Schule reißen, nicht jeder Mann/Frau will den Job wegwerfen, damit der Partner woanders einen besseren Job findet. Nicht jede Mutter/Vater möchte sich woanders einen Job suchen, und sieht das eigene Kind jahrelang nur am Wochenende.
 
Weil das Beispiel mit dem Haustier, sorry für die Wortwahl, lächerlich ist. Ich gehe keinem Job nach, weil keiner auf meine Goldfische aufpasst? 😀 Und dann mecker ich über den Staat, weil es keine bezahlbare Betreuungsmöglichkeit für Sie gibt.


Deine Ansichten sind lächerlich. Wenn du mal arbeitslos bist und mit nem Haustier zu Hause sitzt, dann will ich dich mal sehen, wenn es heißt geh auf Montage.

Natürlich ist das Haustier keine Ausrede für Langzeitarbeitslosigkeit. Wäre ja noch schöner. Aber es gibt Menschen, denen ist das Haustier wichtiger als manches Familienmitglied.

Ganz ehrlich, wenn du arbeitslos wärst und das Jobcenter schickt dich von München nach Hamburg, oder von Köln nach Dresden. Würdest du dann immernoch große Reden schwingen und dich freuen, dass du zwar einen Job hast, aber dafür einen 500 km entfernten Freundeskreis und Familie?
 

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