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Kath. Kirche - Wer wollte mal austreten und hat es NICHT getan?

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ich mochte keinem Verein mehr angehören, der hinter solchen Dingen steht.
Das ist ja mein mein Hauptgedanke, wobei ich (erst?) bei "Will ich ... angehören?" bin.
Wie gut, dass du am Ende noch meine und deine Person mit einbezogen hast, denn alles politische und kirchenrechtliche usw. ist hier nicht das Thema, wenn es auch für Mitlesende sicher interessant ist.
 
Wenn dir die Kirche etwas bedeutet und du aktiv mitmachst, dann bleib drin. Übrigens auch wenn du Fehler der Kirche siehst, perfekt ist niemand.
Wenn du eigentlich keine Beziehung zur Kirche hast, dann trete aus. Stell dir dabei vielleicht die Frage: Würde ich heute aktiv eintreten?
Du hast es auf den Punkt gebracht und erfreulicherweise sachlich neutral formuliert. Danke.
 
Übrigens auch wenn du Fehler der Kirche siehst, perfekt ist niemand.
Hab' ich mir in jungen Jahren auch oft gesagt - bis mir das Ausmaß der Verbrechen bewusst wurde - und dass Wiederholungsgefahr besteht, hätte der Vatikan seine alte Macht zurück.

Wenn du eigentlich keine Beziehung zur Kirche hast, dann trete aus. Stell dir dabei vielleicht die Frage: Würde ich heute aktiv eintreten?
That's the way to go.
Genau diesen Punkt hatte ich am Ende erreicht.
Der Rest ist für mich seither Geschichte.
 
Also vorab, ich habe so einige Probleme mit der Organisation Kirche, nicht mit dem Glauben. Dem kann ich eigentlich recht viel abgewinnen.

Wenn sich die Menschen an die 10 Gebote halten würden, würden wir wahrscheinlich in einer friedlicheren Welt leben.

Ich bin aus der römisch katholischen Kirche ausgetreten und in die altkatholische eingetreten.

Reliquien finde ich eigentlich recht gut. Weil ich einen Hang zum Makabren habe 😉

Und der Reliquienkult ist sicher entstanden, um den Gläubigen etwas "handfestes" präsentieren zu können. Es ist eben nicht allen Menschen gegeben, so ganz ohne visuelle Dinge auszukommen.
 
Für Jesus wäre der Reliquien-Kult ein absolutes No-Go gewesen, denn im Judentum sind menschliche Körperteile unrein und müssen unbedingt in ihr "Haus bis zur Wiederauferstehung" sprich Grab gebracht werden. Nach Anschlägen oder Unfällen wo Juden zerfetzt oder zerstückelt werden, z. B. Flugzeugabsturz oder Bombe, sieht man Spezialisten am Tatort die mit der Lupe winzigste Überreste aus den Trümmern fieseln, damit wirklich auch das letzte Stückchen von den Leichen beerdigt werden kann.
Das Christentum ist ja auch eine Weltreligion, die zwar von dem jüdischen Glauben und Ritualen einiges übernommen hat, aber auch viele andere Dinge, wie z.B. die Speisevorschriften und Beschneidung verworfen hat.

Vor allem bei der katholischen Kirche kommen die verschiedensten religiösen und kulturellen Normen und Vorstellungen alter und moderner Völker zusammen.
Das macht m.E. die katholische Kirche gerade so interessant...

Während das Judentum immer noch eine Volksreligion ist, der vor allem solche Dinge wie z.B. Mission, und "Bekehrung" anderer Völker völlig fremd ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe gerade das Eingangsposting noch mal gelesen.

Dabei geht es um eine Herz-Reliquie,


Finde das auch gruselig.
Ich kenne es eigentlich nur so, dass Haare oder auch schon mal Knochensplitter von dem "Heiligen" als Reliquie verehrt werden.

Verflüssigung von Blut gibt es auch noch, bzw. Wiederverflüssigungen von Blutreliquien.
(kann es jetzt auch nicht näher beschreiben, vielleicht mal nach googlen, wem es interessiert)

Aber das mit dem Herz rausschneiden, sorry, das kenne ich nur von Vampirfilmen.

Ja und im Zusammenhang mit Napoleon bzw. Napoleon seiner Bestattung.

Nennt sich getrennte Bestattung.

Und im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Herrscherhäusern. Die Wittelsbacherherzen liegen z.B. alle in Altötting. So ungewöhnlich ist das historisch nicht, im Gegenteil.
 
Also vorab, ich habe so einige Probleme mit der Organisation Kirche, nicht mit dem Glauben. Dem kann ich eigentlich recht viel abgewinnen.
Ich finde, das ist ein wichtiger Punkt. Man kann aus der Kirche austreten und dennoch an Gott glauben. Die Kirche ist eine Glaubensgemeinschaft, nicht die Entscheidung für oder gegen Gott.

Für meinen Austritt war ganz entscheidend, dass ich in der Glaubensgemeinschaft vollkommen passiv war. Was bedeutet die Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft, wenn ich nie das Clubhaus besuche, nie mit anderen Mitgliedern spreche und einfach nur die die Beiträge zum Club zahle?

Mir sagten damals Leute: "Was ist wenn du mal heiratest und stirbst?" Und ich habe mir gedacht: Wenn ich in dem Club nie mitmache, dann fände ich es sogar scheinheilig ihn zu meiner Beerdigung zu bestellen.

Für mich war und ist Glauben etwas individuelles. Deswegen konnte ich nie ganz verstehen warum es dazu eine Gemeinschaft geben soll. In der Schule hatte ich eine Nonne als Religionslehrerin. Ich war ein 1er Schüler und auch im Religionsunterricht habe ich mich rege beteiligt, aber nie eine gute Note bekommen. Meine Zeugnisse sahen über Jahre so aus: Mathe 1, Deutsch 1, alles andere 1 aber Religion und Sport 3. Ich habe einfach nur deswegen eine schlechte Note in Religion bekommen, weil ich zu kritisch war und zu viele Fragen gestellt habe. Kann man Gläubigkeit überhaupt bewerten? Ich finde nein.

Gemeinschaften sind idealerweise demokratisch aufgebaut. Genau das ist aber eine Glaubensgemeinschaft meist nicht. Die Kirche steht vor der Herausforderung, ihre Lehre (oft absolute Wahrheiten) mit demokratischen Aushandlungsprozessen zu vereinbaren. Bestenfalls kann man diskutieren wie eine Bibelstelle gemeint ist, aber ändern kannst du sie nicht. Das ist Fluch und Segen gleichermaßen. Auch einen Papst kann man nicht wählen oder abwählen. Wer sich gegen das Handeln der Kirche ausspricht, kann eigentlich nur austreten, sonst hat man keinen Einfluss.

Ich weiß nicht, was die ideale Lösung ist und ich glaube die Kirche hilft auch aktiv - und sei es nur passiv durch den Gedanken "Ich bin nicht alleine". Aber ich sehe mich selber als sehr liberalen Menschen, ich schätze Werte wie Demokratie und Freiheit. Für mich fühlte sich die katholische Kirche immer als Korsett an, welches kritische Fragen verbietet und Gemeinschaft widersprach immer meiner Ansicht, dass Glauben etwas sehr persönliches ist.

Das sehe ich aber z.B. auch bei politischen Parteien so. Sie sind notwendig, aber ich tue mich schwer einer Partei treu zu sein, weil ich dann alles mittragen muss. Aber in einer Partei habe ich zumindest irgendwie demokratischen Einfluss. In der Kirche wird es nie eine demokratische Abstimmung darüber geben, was Gott wirklich meint und wie eine Bibelstelle wirklich zu interpretieren ist.
 
Liebe Community, ich möchte mich nochmals sehr bedanken, besonders bei denjenigen, die tatsächlich auf meine Fragen eingegangen sind. Von mir aus könnte man den Thread schließen. Alles Gute euch!
 
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