Also Demut ist ein zentraler Wert im christentum, bedeutet aber eben NICHT einfach nur blind alles abzunicken.
Das widerspricht doch dem, wofür Jesus steht.
demut an sich ist meiner Meinung nach ein sehr sehr wichtiger Wert. man könnte es auch mit Respekt und Dankbarkeit übersetzen: Also Respekt vor dem Leben, vor der "Schöpfung" (also der Welt und der Natur und eben auch dem menschlichen Leben). Dankbarkeit für das was man hat, und Verantwortungsgefühl und auch Vertrauen. Das ist so grob gesagt alles im Begriff demut zusammengefasst. Und ich finde das einen unfassbar wichtigen und bereichernden Wert. Völlig unabhängig von Religion. Wo Demut (also Respekt vor dem eigenen Leben und dem Leben anderer und vor der Natur und auch Dankbarkeit für alles gute das einem so passiert) komplett fehlt, ist man entweder depressiv, oder zynisch, oder unzufrieden, missgünstig usw.
Demut ist das Gefühl, das man zB hat, wenn man nach einer langen Wanderung oben auf einem hohen Berg steht und in die Erhabene Natur runterblickt. Die einen empfinden dort vielleicht irgendwie Nähe Gottes und andere empfinden einfach "nur" die fantastische Schönheit der natur... egal. Aber es ist ein elementares Gefühl, das sehr bereichert.
Für mich persönlich ist das die Grundlage für die meisten anderen Werte: Unabhängig von der Religion.
Wenn ich ich mir die Demut vor dem Leben bewahren kann, kann ich auch gut und respektvoll mit anderen und auch mit MIR selbst umgehen!
Also kannst du nur akzeptieren, was die Stellvertreter deines Gottes für richtig halten oder es ablehnen und Konsequenzen ziehen.
Nö! Also das finde ich komisch, dass Du das aus diesem Zitat herausliest.
Im Gegenteil!
Dankbarkeit und Vertrauen auf Gott bedeutet doch nicht, einfach alles abnicken.
Das hätten viele Kirchenfürsten vielleicht gern und durch die Jahrhunderte haben sie das ja auch oft genug so durchgezogen, aber ein moderner Christlicher Glaube gibt das so nicht her.
Die Bibel und vor allem das neue Testament auch nicht.
Ich denke, Christ sein, beduetet auch, Verantwortung zu tragen für die Dnge, die man unterstützt...also auch für die Kirche. Also nicht stumpf mitmachen, sondern eben auch aufstehen und Misstände ansprechen.
Also liebe TE:
In der Bibel ist meines Wissens auch nie die Rede davon, dass irgendeine Kirche oder irgendeine christliche Vereinigung quasi "fertig" und perfekt wäre. Das "Endprodukt" des Christen, gibt es ja eben NICHT..zumindest nicht auf Erden.
der zentrale gedanke ist ja, dass man trotz aller Fehlerhaftigkeit (und JEDER hat eben nunmal Fehler) bei Gott komplett angenommen ist.
Das heißt also, dass auch die Kirchen Fehler haben....vielleicht ist der Reliquienkult so ein "Fehler" über den Jesus nur den Kopf schütteln würde.
Aber rein theologisch gesehen ist der Fehler an sich sozusagen kein Grund, sich abzuwenden...
Also zentrale Botschaft wäre dann ja, dass man dranbleibt, TROTZ Fehler und dass das eben KEIN Widerspruch ist.
Vielleicht wäre das noch eine Deutung, die Dir helfen könnte.
Keine Ahnung....also ich muss sagen: Ich bin ja selbst überhaupt nicht christlich erzogen und bin erst später mit den Kirchen in Kontakt gekommen.
Dort habe ich sehr viel Menschlichkeit und tolle Werte erlebt, drum bin ich drangeblieben.
Ob ich im klassichen Sinne "glaube" weiß ich nicht....ich würde sagen: Ich HOFFE!
Trotzdem bin ich der Instituion Kirche mit der Zeit sehr verbunden worden und ich finde viele Gedanken dort extrem bereichernd- aber nicht alle natürlich.
Auch für mich gibt es aber Aspekte, die ich natürlich komplett verwerflich finde. Für mich sind es zB die Missbrauchskandale bzw der Umgang damit.
...ich meine...da brauchen wir nicht diskutieren...da wünscht man sich nur dass es wirklich eine Hölle gibt, in die diese menschen einfahren.
Aber trotzdem: Für mich ist das nicht Kirche! Das ist Missbrauch der Kirche an allen Fronten!