Lou_Zypher
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Auch werde ich nicht mehr der Mensch sein können, der über eine abnormale Vergangenheit hinwegsehen kann. Die vergangenen Handlungen von jemanden sind ein besserer Hinweis auf seine zukünftigen Handlungen als seine aktuellen Absichten.
"Abnormale Vergangenheit"... aber sonst ist bei dir alles gut?
Wer oder was gibt dir das Recht über einen anderen Menschen ein derartiges Urteil zu fällen, nur weil sie möglicherweise mit 30 Männern in 60 Tagen geschlafen haben mag? Und wenn es 60 Männer in 30 Tagen gewesen wären, so ist das lange kein Grund sich ein abwertendes Urteil zu bilden, dies zu kommunizieren, jemanden abzustempeln, zu diskreditieren und ihm Abnormität vorzuwerfen!
Kennst du ihr gesamte Vergangenheit? Kennst du ihre Gefühlslage? Kennst du ihre Leere?
Und dann noch, und das halte ich für sehr bedenklich, in den Raum zu stellen, dass jemand sich nicht soweit im Griff haben kann seine Art oder Handlungen zu verändern, ist starker Tobak.
Klar, du bist verletzt. Gut. Nicht schön, nicht unbedingt angenehm. Aber über jemanden den Stab zu brechen, nachträglich, um vermeintlich gut oder besser dazustehen, akzeptiere, nein, toleriere ich nicht unkommentiert.
By the way... und das ist jetzt meine bescheiden Meinung auf Grund deines doch recht langen Textes: du stehst mit zu gut da. Du bist mir, bis auf das vermeintliche Eingeständnis des Lauschens an der Türe, zu geleckt. Zu perfekt. Da steckt mehr dahinter. Und ich glaube dir deinen Text nicht. Nicht so, wie er da steht. Ich glaube du schriebst dir da einen Sündenbock von der Seele, weil du sie nicht haben konntest. Du zeichnest ein inkohärentes, einseitig negatives Bild von ihr.
Du bist nicht der nette Junge von nebenan. Du bist nicht Sen. Perfetto. Du bist nicht der Samariter, der du gerne sein möchtest. Du bist nicht der, der du vorgibst zu sein. Du bist gekränkt. Verletzt. Solo. Alleine.
Erinnerlich hast du mitgeteilt, dass du ihr auf Grund ihrer Vergangenheit "doch eine Chance geben wolltest, obwohl du geschockt warst ob der 30 Männer". Ich sag´ dir was: das, genau das war unbewußt für dich der Reizpunkt. Das wolltest du genauer wissen. Das hat dich angeturnt, dir vielleicht sogar das Blut dahin gepresst, wo der Reißverschluss sitzt. Denn so eine Frau trifft Mann nicht alle Tage...
Und hey, was ist verwerflich daran, dass sie die Unfähigkeit von sugar daddies ausnutzt? Sie kann es offenbar. Also tut sie es. Ich würde mit ihr nicht tauschen wollen. Möchtest du den Moralapostel spielen? Wer räumt dir dieses Recht ein? Und wessen Moral eigentlich? Wen geht das etwas an, außer sie selbst? Das einzig Verwerfliche daran sind die Männer die dies anbieten, weil sie Frauen ausnutzen, benutzen. Weil Frauen diesen Ekel über sich ergehen lassen (müssen). Weil sie den Männern nicht ins Gesicht speien können oder ihnen ihr Ding abschneiden dürfen! Alte Männer. Beleibt. Womöglich ungewaschen und in Socken... ekelhaft.
Du hast vorher eine eineinhalbjährige Beziehung geführt. Eine Fernbeziehung. Wenig Chance auf Zweisamkeit. Noch weniger Chancen auf Sex. Und dann kam sie. Vermeintlich reich an Erfahrungen. Vermeintlich dauergeil. Da greift man mitunter gerne und schnell zu. Das muss man aber auch handlen können. Und das wurde dir zum Verhängnis. Denn mehr ist, trotz deines ausführlichen Berichtes, nicht geschehen. Ein lapidares Verhängnis das nicht nach deinen Wünschen gelaufen zu sein scheint.
Menschliche Abgründe sind spektakulär unspektakulär. Sie werden erst durch Verlautbarung zu Bergen mit tiefen Tälern...