Analyse macht vielen ggf da ungewohnt etwas Angst?
Es ist nicht die Analyse, die den Menschen Angst macht. Sie fühlen sich durch die Kälte und das Unverständnis, mit dem die Analyse durchgezogen wird, verletzt.
Für mich ist es aber so dass ich sehr ehrlich bin..ich gebe nicht jedem (und schon gar nicht wildfremden Menschen im Internet) pauschal meine Herzenswärme...das ist halt mein Tick...
An für sich ist Herzenswärme etwas Gutes. Warum so zurückhaltend damit? Ist die bei dir begrenzt? Oder hast du mehr Angst davor, dass wer Herzenswärme gibt, auch welche zurück bekommt? Gehörst du zu den Menschen, die sich so klein und schwach fühlen, dass man sie nicht lieben darf?
Man darf dich bewundern. Aber liebhaben?
Und ich bestimme selbst was ich wo gebe....mein gutes Anrecht oder? Und an sich auch ein ganz guter Selbstschutz...
Da, wo wir Menschen verletzten, haben wir keine Rechte, sondern Pflichten. Nämlich die Pflicht, unser Handeln zu überdenken und zu ändern. Du bist diejenige, die immer von Eigenverantwortung spricht. Allein in diesem Thread gibt es mehrere Leute, die dir gesagt haben, dass sie deine Worte als verletzend empfinden. Ich selbst habe das Wort retraumatisierend benutzt. Wäre es da nicht mal an der Zeit Eigenverantwortung zu übernehmen und über deine Art der Analyse nachzudenken? Wie sieht deine Hilfe wirklich aus?
Herzenswärme braucht man direkt vor Ort...jemanden der einen in den Arm nimmt...Körperkontakt ist wichtig...Es gibt ja auch Spezialtherapien mit Tieren z.B...Pferden, Delphinen...Hunden...über den Körperkontakt mit dem Tier lösen sich psychische Blockaden.
Herzenswärme braucht man immer und überall. Die Leute kommen aus einer kalten, gemeinen Welt in dieses Forum. Es kann sich in ihrem Leben nichts ändern, wenn sie hier mit der gleichen Kälte konfrontiert werden.
Menschen, die missbraucht oder vergewaltigt wurden, müssen erst wieder Vertrauen aufbauen. Genau darum geht es auch in einer Traumatherapie. Bevor man am Trauma arbeiten kann, muss man den Leuten erst vermitteln, dass sie Vertrauen haben können. Darum ist es so wichtig, dass ein Therapeut integer ist, sonst ist er nicht vertrauenswürdig.
Gleichzeitig bringt man den Leuten Techniken bei, mit denen sie sich vor Flashbacks und jenen Momenten, in denen die Gefühle über ihnen zusammen schlagen, schützen können.
Dann - und wirklich erst dann - macht man sich daran mit ihnen am Trauma zu arbeiten.
Welchen Nutzen soll es haben, wenn man den Leuten sagt, sie müssen an ihren Gefühlen arbeiten, sie analysieren? Die Gefühle sind zu mächtig, um sie ohne Schutz anzuschauen. Erst muss man diesen Schutz aufbauen, erst das Vertrauen in sich und die Welt herstellen, dann kann man sich an die Bearbeitung des Traumas machen.
Wenn die Leute in dieses Forum kommen, stehen sie am Punkt Null. Man kann da nicht einfach mit der Tür ins Haus fallen und Schritt drei von ihnen verlangen. Das überfordert sie und macht ihnen Angst.
Geteiltest Leid ist ja oft halbes Leid finde ich.
Ganz genau. Und warum verweigerst du dich dann im Forum dem Leid? Warum nennst du die Leute dann Jammerer?
Ich bin mir unsicher ob sowas durch ein Internetforum ersetzt werden kann...an sich fehlt doch da stets was, oder?
Für viele ist es überhaupt erst mal ein Ort, an dem sie ihr Leid teilen können und etwas Herzenswärme erfahren - für Missbrauchsopfer oft das erste Mal.
Warum dürfen sie nicht erst mal ankommen, bevor man sie in die Pflicht nimmt, an irgendwas arbeiten zu müssen?
Und erneut: ohne Analyse und Verstand als Mittel um seine Emotionen zu ordnen und ein stückweit zu kontrollieren geht es nicht.
Allein in Worte gefasste Herzenswärme im Internet ist ein stückweit Hilfe und Ansatz dafür sich angenommen zu fühlen reicht aber allein nicht.
Diese Emotionen sind so stark, so überwältigend, sie führen einen an den Rand des Wahnsinns und man blickt direkt in den Abgrund.
Wenn man Menschen, die sich zum ersten Mal öffnen, sagt, sie sollen ihre Gefühle in den Griff kriegen, sind sie damit überfordert. Es macht ihnen in der Tat Angst. Und wenn man dann noch hinterher schiebt, "ja, wenn du halt nicht willst, dann kann das ja nicht klappen", dann werden sie außerdem noch gedemütigt.
Sie wollen schon, sie können sich nur dem Chaos nicht stellen. Es ist zu groß, zu überwältigend.
Darum lernt man in der Traumatherapie auch zuerst die Gefühle anzunehmen. Man erfährt, dass es ganz normal ist, sich so zu fühlen und dass viele andere es schon geschafft haben.
Die Leute sind sehr feinfühlig, die merken sofort, wenn jemand mit diesem Gefühlschaos nicht umgehen kann. Wenn man das Leid herabsetzen muss und die Leute demütigt, indem man sie als Jammerer bezeichnet, kann man ihr Vertrauen nicht erringen.
Wenn man das Leid der andern nicht aushalten kann, dann oft weil man seine eigene Vergangenheit noch nicht verarbeitet hat.
wahrscheinlich auch deshalb weil ich mich nicht sehr weiblich, unterwürfig verhalte sondern laut und auffällig...ne freche Klappe habe.....und als Springerin nicht so recht ins Schema passe? Keine Ahnung.
Erwartest du als Frau eine Extrabehandlung? Muss man ganz besonders lieb zu dir sein? Die Leute kritisieren den Inhalt und nicht die "Form". Du kriegst genau die Behandlung, die jeder kriegt, dem es an Respekt fehlt. Ob Mann oder Frau!
Hast du ein Problem mit deinem Frauenbild, weil du dich ständig als Frau angegriffen fühlst?
weil sie sich als Außenseiter fühlen, aber nicht weil ich ihnen diesen Eindruck vermittle (ich bin wie ich bin, mich interessiert son Kram nicht, ich ..bin eher sachorientiert)
Schuld sind immer die Anderen, nicht wahr?!
Niemand muss ein Außenseiter sein, wenn man das Herz öffnet und ihm signalisiert, dass er hier willkommen ist.
Du entziehst dich immer wieder dem Aspekt Menschen so anzunehmen wie sie sind und
machst sie zu Außenseitern. Das ist der Eindruck, den DU ihnen vermittelst. Was macht dir Angst daran andere einfach so anzunehmen, wie sie sind?
In diesem Fall dass man sich minderwertig, klein und dumm ggü imaginären wissenden Helfern fühlt hilft nur eins: sich immer wieder klar zu machen, dass es DEN wissenden Helfer nicht gibt, einige Menschen gerne so tun als wären sie allwissend und Inhaber DER Wahrheit..dafür auch ihre Gründe haben aber das ganze nur Illusion und EGO-Schnickschnack ist...das reflektiert man mit und macht sich somit eben nicht zum Außenseiter sondern Insider. 😉
Das ist die erste klare Selbstanalyse, die ich von dir lese.
Die Rolle die man also hier oder anderswo spielt wählt m
an sich selbst...sollte das generell nirgendwo anderen überlassen!
Jeder hat seine Schwächen und Stärken...jeder kann ein stückweit vom anderen lernen.
Seine Rolle wählt man sich immer nur zum Teil selbst. Ein großer Teil wird von anderen bestimmt.
Übrigens bietet das Forum hier die Möglichkeit User durch deren Präsenz man sich gestört fühlt auf Ignorieren zu stellen...
Wozu? Um sie dann in den Zitaten und Diskussionen doch zu lesen? An manchen kommt man leider nicht vorbei.
@ all
Noch mal was zum Thema.
Die Verarbeitung eines Traumas verläuft bei Menschen ganz unterschiedlich.
Dabei liegen jene, die mit Angststörungen, Unruhe, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Misstrauen, etc. reagieren, noch im normalen Bereich. Eine normale Reaktion auf eine außergewöhnliche Tat. Ein Trauma erschüttert die Persönlichkeit und wenn es außerordentlich tragisch ist, dann ist es wie die Abtrennung eines Arms oder Beins. Der Mensch wird "verkrüppelt" und erholt sich ein Leben lang nicht davon.
Solange es um Angst und Misstrauen geht, würde ich nie den Glauben an einen solchen Menschen verlieren und immer um ihn kämpfen. Selbst wenn es Jahre dauert, es gibt einen Weg aus der Angst und die Lebensqualität kann merklich zunehmen. Da sehe ich als Mensch eine Verpflichtung, die Leute nicht im Stich zu lassen.
Meiner Meinung nach sollte man Therapeuten, die Leuten sagen, sie seien nicht therapierbar, die Approbation entziehen! Sie wälzen ihre eigene Schwäche auf den Klienten ab. Das finde ich ganz schlimm.
Manchmal braucht es einfach lange, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen; ganz abgesehen davon, dass nicht jeder Mensch in der Lage ist jedem zu helfen. Man muss da als Therapeut seine Grenzen kennen. Und auch in einem Hilfeforum sollte man sich immer fragen: Kann ich da helfen und auffangen oder mache ich eher was kaputt?
Es gibt aber Leute, die das Trauma anders verarbeiten und bei denen zum Beispiel fühle ich
mich überfordert. Da kann ich nicht helfen, weil ich es nicht nachvollziehen kann.
Es gibt Leute, die aus der Täterwelt nie raus kommen. Sie verdrängen ihre Angst und nennen das dann "verarbeiten", aber an jedem ihrer Worte merkt man, dass da gar nichts verarbeitet ist.
Sie kompensieren ihr geringes Selbstwertgefühl durch übertriebene Einschätzung der eigenen Wichtigkeit und haben einen großen Wunsch nach Bewunderung. Das Denken wird durch reine Selbstbezogenheit geprägt.
Wer als Kind unzureichende Liebe und Anerkennung bekommt, leidet oft lebenslang darunter. Der gewalttätige Vater zeigt dem Kind, dass es nicht genug ist und dass es keine Liebe verdient hat. Das Kind strengt sich an, arbeitet hart an sich, versucht immer besser als alle anderen zu sein. Es entwickelt einen Hang zum Perfektionismus.
Sein Bild vom Leben heißt: Man muss sich anstrengen, muss was erreichen, sonst ist man ein Verlierer. Und Verlierer verdienen "Schläge".
Dann irgendwann stellt es fest, dass es sich den Alten vom Hals halten kann, wenn es selbst die Macht ergreift und sich wehrt. Es teilt Schläge aus und merkt, nun hat es das Sagen. Wieder wird das Weltbild unterstützt, dass man sich wehren muss, dass man hart sein muss, dass man auf der Seite der Gewinner sein muss.
Und diese Erfahrungen über ihre Entbehrungen in Sache Liebe und Anerkennung geben diese Menschen dann an andere weiter. Sie versuchen andere zu kontrollieren und suchen nach einer Bestätigung, wie toll sie sind. Sie vergleichen sich mit anderen und kommen zu dem Schluss, dass sie wohl höchstens vielleicht mal an dem Punkt waren, an dem andere jetzt sind, aber das lange schon hinter sich gelassen haben. Auf ein "ich war auch mal melancholisch" folgt sogleich ein "aber ICH habe daraus einen Gedichtband gemacht!" Sie übertünchen damit die innere Leere. Sie können ihre depressive Seite nicht zulassen und belügen sich in großem Ausmaß selbst.
Die meisten suchen sich einen Ort, wo sie ihre "Grandiosität" ausleben können. Die Politik ist so ein Ort. Aber auch Internetforen. Hier treffen viele Menschen aufeinander, die verletzt sind und ihre Schwäche offen zeigen. Darauf stürzt sich dieser Mensch. Er spielt vor, wie großartig er seinen Schmerz schon verarbeitet habe und beweist
sich selbst damit, dass er zu den Gewinnern gehört.
Diese Menschen zeigen sich als besonders selbstbewusst. Sie sind laut und auffällig, weil sie das für stark halten. Allerdings hat das wenig mit echtem Selbstbewusstsein zu tun. Selbstbewusste Menschen müssen nicht betonen, wie toll sie ihr Leben meistern. Ich kenne einige Leute mit einem hohen Charisma. Alle diese Leute haben eins gemeinsam: Demut! Ein jeder von ihnen behandelt die Menschen mit Respekt und Freundlichkeit. DAS ist Selbstbewusstsein.
Wer sich und anderen immer wieder erzählen muss, wie toll er die Vergangenheit verarbeitet hat, hat ein massives Problem. Das Trauma reißt tiefe Wunden, von denen einige nie verheilen. Wer also so tut, als wäre er geheilt, belügt sich und andere. Er schafft es nicht sich seinem Schmerz zu stellen. Wer kann einem besser zeigen, wie weit man selbst doch ist, als "Opfer, die den A**** nicht hoch kriegen"?
Jammern passt nicht in die Welt dieser Menschen, denn es erinnert sie zu sehr an ihren eigenen Opferstatus.
Solche Menschen können sich in den anderen nicht hineindenken. Sie haben längst verdrängt, wie sie sich als Opfer des gewalttätigen Vaters gefühlt haben. Diese Gefühle haben sie ja nie bearbeitet, sondern sie eben verdrängt.
Auch Kritik können sie nicht annehmen. Man will ja
nur das Beste und ist
nur sachlich. Wenn der andere das missversteht, kann man ja nichts dafür. Der andere sollte sich mal der Realität stellen und diese Welt ist böse. Man muss sich schützen, indem man zuerst angreift. "Ich muss an mir nichts ändern, DU musst zusehen, dass DU tough wirst. So wie ich!" Oder: "Du bist ein Außenseiter, weil DU es so willst. Du willst dich nicht an meine Regeln, die Regeln dieser Welt, anpassen. Also bist du selbst Schuld."
Für mich ist das eine Täterwelt. Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf. Klar, wer in so einer Welt lebt, muss zwangsweise um sich schlagen. Geltungssucht führt immer in die Verletzung und wer verletzt ist, verletzt oft andere.
Ich persönlich habe mich entschieden in einer Welt zu leben, in der es selbstverständlich ist, dass man sich um den anderen kümmert, dass man den Leuten mit Respekt begegnet.
Was soll ich von jemandem halten, der klar sagt, ich schenk doch nicht jedem dahergelaufenen Internetuser Respekt? Und auch Wärme, Freundlichkeit, Herzlichkeit steht ihnen nicht zu. Was ist das für eine grausame Welt?
"Du hast meinen Respekt nicht verdient und niemand darf dich lieben!" Das sind Worte, die ich oft genug von meinen Tätern gehört habe. Und ich habe mich klar gegen diese Welt entschieden.
Ich trete mal grundsätzlich jedem mit Respekt entgegen und das funktioniert auch sehr gut. Wenn ich allerdings dann doch auf solche Leute treffe, die ihrerseits glauben, ich bin ihren Respekt nicht wert, zeige ich ihnen klar, wo der Zimmermann die Tür gelassen hat. Solche Menschen haben in meinem Leben keinen Platz.
Ich will nicht mehr länger in der Welt der Täter leben.
Seitdem ich das so klar entschieden habe, geht es mir auch besser. Ich ziehe immer mehr liebenswerte und schätzenswerte Menschen an. Und es stellt sich heraus, dass gerade die Menschen, die man als die Verlierer der Gesellschaft bezeichnet, oft grundanständig und respektvoll sind.
Ich empfinde Menschen, die in mein Leben kommen, als Geschenk. Und so gehe ich auf sie zu und versuche sie kennen zu lernen. Auf die Aussage hin, dass man nicht erwarten kann, dass die Welt auf einen zu kommt und einem Respekt auf dem goldenen Tablett serviert, kann ich nur sagen: "Warum eigentlich nicht?" Es ist doch nur eine Frage der Entscheidung. Von mir kann man es erwarten und von den Menschen in meinem Umkreis auch.
Aber für manche ist es eben leichter in der Welt der Täter zu leben. Da wissen sie, wie man sich verhält, wie man sich selbst schützt. Alles andere macht ihnen Angst. Manche Menschen bleiben in der harten Realität der Täter hängen.
Narzissten fehlt leider jedes Krankheitseinsehen, da sie kein Leid zulassen. Einen Narzissten kann man nicht aus seiner Hölle holen, weil er diese Hölle für normal hält.
Jedenfalls möchte ich nicht in einer Welt leben, in der es Verlierer und Gewinner gibt. Für mich hat jeder Mensch seinen Wert und jede Erfahrung ist kostbar. Ja, sicher, auch die Erfahrung ein Narzisst zu sein, ist irgendwie kostbar, aber ich persönlich kann halt gar nicht damit.
Und auf die Ursprungsfrage bezogen. Um die "Angsthasen" mache ich mir weniger Sorgen. Die können es schaffen. Aber bei den Narzissten denke ich, ist Hopfen und Malz verloren.
Ich jedenfalls habe mich für eine warme und herzliche Welt entschieden.
Tuesday