nun und ich finde es anmassend, wenn jemand seine erzieherischen Probleme mit Gewalt lösen will.
Fazit: Das einzige was du in diesem Alter tun kannst wenn du dein Kind liebst: Schlag es windelweich, verbleu es richtig, lass die Schule dich anzeigen... und hoffe auf Vergebung.
kein Wunder dass euer Kind bei so einer Grundeinstellung und Missachtung verkorkst wurde.
Ich denke am meisten versagen die Eltern, die in dem Irrglauben liegen, dass der Staat erziehen könne oder wolle oder Schulen das leisten könnten, was in erster Linie an sich Elternarbeit ist und bleibt. Die meisten Eltern lieben eher sich selber indem sie keine Erziehungsarbeit leisten und ihre Kids oft zu sehr verwöhnen, dabei auch überfordern indem sie keine klaren Strukturen vorgeben oder Vorbildfunktion ausüben.
Zugrunde liegt oft die Angst vom Kind nicht geliebt zu werden und da geben einige oft da wo es wichtig ist mal Nein zu sagen viel zu oft nach..und schwupps kommt das ganze in Schieflage und zwar bereits recht früh, aber so richtig hochschaukeln sich die Probleme dann mit zunehmenden Alter der Kinder.
Wie kann ein Vater, der stets die Schuld bei anderen sucht und als Ratschlag die pubertierenden Kids zu vermöbeln will seinem Kind ein Vorbild sein oder von einem Kind ernst genommen werden?
Auch die ärgsten Verweigerer sind irgendwo zu packen...schlecht ist es nur wenn sie an Intelligenz und Selbstbewusstsein ihre Eltern übertreffen und die besseren Taktiker in den normalen Machtkämpfchen des Alltags sind. Und wenn die emotionale Grundbindung fehlt, also das wichtigste Machtmittel in der Erziehung.
Ich denke der Psychologe den ihr konsultiert hattet, hatte Recht..Kinder bilden eine untrennbare Einheit mit dem System = den Eltern, das sie frühkindlich geprägt und geformt hat...sie sind Produkt genau der Erziehung oder Nichterziehung die sie genossen haben, sie leben oft genau die Vorstellung nach die ihre Eltern ihnen bieten. Viele Eltern haben glaube ich ein unrealistisches Menschenbild von einem Menschen, der von Natur aus gut, moralisch etc. ist und sich immer vernünftig verhält...damit liegen sie im Irrtum. Die Anlagen sind da aber ob sie entwickelt werden liegt entscheidend am Umfeld und der Ton macht die Musik auch in einer Familie und dein Ton mit dem Kids vermöbeln und dass alle anderen (JA,Psychologen etc.) versagen nur du nicht klingt mir ziemlich schräg..kein Wunder dass dabei Kakophonie rauskommt.
Schade dass du in Hinsicht auf die psychologische Beratung so Anti und beratungsrestistent drauf warst...wohl mal wieder der übliche Machostolz, der nicht zugeben kann nicht unfehlbar zu sein und auch Fehler gemacht zu haben?
Die Haupttäter sitzen nicht hinter den Schreibtischen sondern sind tagtäglich in der Nähe der Kinder....dabei bleibe ich..ich hoffe du erkennst irgendwann deine Verantwortung und versuchst nicht sie immer auf andere abzuschieben. Es ist klar, dass das JA wenig helfen kann und klar dass Schulen Kinder nicht erziehen können (und oft schlecht konzipiert sind) also bleibt die Hauptarbeit die Kids in die Eigenverantwortung und auf den rechten Weg zu bringen an den Eltern kleben, die sich dieser Verantwortung stellen oder aber sich verweigern (so wie ihre Kids...an sich reproduzieren die Kids nur die Verantwortlichkeitsverweigerung ihrer Eltern).
Schlaue Bücher im Regal stehen zu haben oder zu lesen allein reicht nicht, man muss sie auch verstehen und umsetzen können und zu einem einigermaßen tiefen Verständnis der menschlichen Natur kommen, wie Menschen funktionieren und wo man ansetzen kann um sie lenken zu können. Verständnis/Verstehen (der tieferen Zusammenhänge etc.) und auch Liebe/Achtung zum Menschen sind die unabdingbaren Voraussetzungen einer erfolgreichen Erziehung. Durch Schläge erreichst du nur eines: Demütigung...wahrscheinlich das was du selber in deiner Kindheit erlebt hast. Und Gewalt ist an sich ein Anzeichen von Inkompetenz nicht mit anderen Mitteln erreichen zu können was wichtig ist.
Ich rate zu Verhaltenstherapie und Kursen/Seminaren der allgemeinen Verhaltensbiologie des Menschen oder Erziehungskursen in denen an aktuellen Problemen gearbeitet wird.
Wer Kinder in die Welt setzt hat für immer Verantwortung dessen sollte man sich vorher klar sein und auch klar darüber sein, dass die Welt ist wie sie ist und als Eltern ne Heidenarbeit auf einen zukommt. Klar versagen Schulen oft, dann müssen die Eltern eben doppelt ran oder dafür sorgen ne Politik zu wählen die dafür sorgt, dass sich da was ändert, aber bis es so weit ist halt selber ran...wenn ein Kind Probleme macht, dann ggf. nur halbtags arbeiten und für das Kind da sein etc.
Anstatt den ganzen Tach zu arbeiten und Kids viel zu viel allein zu lassen und anstatt die Kids einseitig auf materielle Befriedigung zu konditionieren kann man es auch anders machen. Wer Interesse an seinen Kindern hat der verbringt viel Zeit mit ihnen anstatt sie mit Dingen abzuspeisen und sein schlechtes Gewissen in wichtigen Augenblicken ihres Lebens nicht bei ihnen zu sein mit Dingen die man ihnen schenkt und nachwirft zu befriedigen.
In meiner Welt kenne ich Familien, die oft auch wenig Kohle, dafür aber viel anderes zu bieten haben...Geborgenheit, Action, Ideen, wirkliche und nicht nur vorgetäuschte Aufmerksamkeit, Zeit schenken (anstatt materiellen Kram) und Vermittlung richtiger Werte etc. Das ist das was Kinder brauchen...Materielles ist an sich eher zweitrangig...jedenfalls für Menschen mit Selbstbewusstsein die nicht zwingend Materielles brauchen um ihren Selbstwert zu pushen sondern durch charakterliche Dinge und andere Grundeigenschaften etc. punkten können. Du scheinst ein recht depressiver und zynischer Mensch zu sein und dein Werteschema etwas verdreht...bei deinem Sohn genauso....wie der Vater so der Sohn sagt man ja auch. Bevor du weiter auf Ämter oder Schule etc. oder deinen Sohn eindrischst solltest du dich selber mal (gründlich!) checken und ein wenig vermöbeln in Hinsicht auf zu knapp durchdachte Ansichten.
Ich kann es mir übrigens leisten mich hier so aufzubauen, zumal ich in einigen Familien Leistungsverweigerer (meistens die Eltern nicht die Kids...) in die Gänge gekriegt habe...jedenfalls für eine zeitlang.
😉 Und ich bin zumindest so verantwortungsvoll zu sagen: ich will den ganzen Tach lieber arbeiten und viel Geld verdienen und habe daher keine Zeit für Kinder...man muss halt Prioritäten setzen und kann nicht alles haben im Leben.
Ich hoffe sehr du überwindest deine Ohnmacht und findest einen Weg und zwar einen besseren als den stumpfsinniger Wut, Frustration und Gewaltbereitschaft.
Tyra
P.S deine Frau tut mir sehr leid...an sich viel Überbelastung die bei einiger Änderung in der Grundstruktur eurer Ansichten und Familie zu vermeiden wäre.
Und was deine Größenvorstellung von Problemfällen angeht...die liegen nicht bei 90 Prozent sondern sind eher in der Minderheit, liegen so etwa in dem Kaliber was ihr da habt..also Jugendkriminalität bei höchstens 10-20 Prozent. In meinem Bekanntenkreis (der sehr groß ist) kenne ich niemanden mit solchen Problemen, die kenne ich eher von früher aus meiner Arbeit in einer Sozialberatung...Ich denke in ca. 80 - 90 % der Fälle finden Eltern einen Weg und der Rest fällt halt durchs Sieb. Schade nur oft für die Kids die sich mit einer Negativkarriere (also aktenkundiger Jugendkriminalität) oft nachhaltig ihr Leben versauen.
Was mich interessieren würde: was genau rät denn die Therapeutin deiner Frau euch so? Sie müsste eure Lage ja kennen...habt ihr auch mal gemeinsam mit der Thera gesprochen und nach Lösungsansätzen, die deine Frau entlasten könnten gesucht?
Und was war/ist euer konkreter Beitrag zur Freizeitgestaltung eures Sohnes?