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LetLoveRule
Gast
Hallo Supernaut alias denYo,
danke für Deine ausführliche Nachricht, ich habe mir mal ein paar Gedanken dazu gemacht. Bzgl. 'Trennung/Sorgerecht' etc muss ich erst nochmals in mich gehen.
Ich versuche den Kids eine Familie zu bieten, da gehört eine Mutter nunmal dazu. Die Beziehung scheint mir nicht mehr zu retten - nach dem was sich in letzter Zeit so abgespielt hat. Aber richtig, ich gebe nicht auf, habe aber auch wenig Energie hier dran grossartig zu arbeiten - der Alltag ist einfach zu frustrierend. Ich hoffe dass wir trotzdem einen Weg finden die Kids grosszuziehen ohne uns die Köpfe einzuschlagen und ohne daran zugrunde zu gehen.
Zwei Ärzte - zwei Meinungen. Der eine meinte die MS wäre mit grosser Wahrscheinlichkeit nach zum Stillstand gekommen, der andere meinte vmtl. würden weitere Schübe kommen, sie sei der 'klassische Fall' deshalb spricht die Statistik dafür. Aber in einem waren sie sich einig: MS ist eine viel erforschte Krankheit über die trotzdem bisher sehr wenig bekannt ist. Medikamente...können verzögern, wie gut ist nicht vorhersehbar.
Momentan sieht man ihr ja die MS nicht an. Sie hat zugenommen, ok, aber das führen Freunde und Bekannte auf die drei Kinder zurück etc. Warum sollte sie sich dann bemitleiden lassen ?
Was mir nicht so ganz klar ist und ich mich deshalb bei ihrer Ärztin schlau machen will ist der Zusammenhang zwischen MS, ihren Wahnvorstellungen und ihrer Vergesslichkeit. Letztere beeinträchtigen sie ständig während die MS Symptome sich nur bei Schüben zeigen. Bei einem Schub verstärken sich die Wahnvorstellungen und sie hat dann auch körperliche Ausfälle (Gefühllosigkeit in den Gliedmassen etc).
Ihre Unordentlichkeit ist sicher z.T. auf ihre Vergesslichkeit zurückzuführen. Daher habe ich das auch viele Jahre geschluckt. Inzwischen aber glaube ich dass ihr größtenteils die Motivation oder 'Energie' fehlt was im Haushalt zu bewegen. Klar ist es z.B. frustrierend wenn man aufräumt und eine halbe Stunde später haben die Kids wieder alles verwüstet. Aber die Kids sind in einem Alter in dem sie lernen können selbst Ordnung zu halten bzw. lernen dass es Bereiche gibt wie z.B das Wohnzimmer in denen man sein Zeug nach dem Spielen eben wieder wegräumen muss. Aber auch zur Erziehung fehlt ihr die Energie. Erst schaut sie weg anstelle rechtzeitig einzugreifen und hinterher wird herumgeschrieen anstelle Massnahmen zu ergreifen um das Übel abzustellen. Sie geht den Weg des momentan geringsten Widerstandes der aber viel Stress und Ärger nach sich zieht. Wenn ich sehe was sie sonst so ausserhalb der Familie alles auf die Reihe bringt dann muss ich annehmen dass sie auch mehr Energie aufbringen könnte hinsichtlich Haushalt und Erziehung mehr zu bewegen.
Ja, sie glaubt dass ihre Krankheit/Antriebslosigkeit nur sie allein betrifft. Das ist aber ein Irrtum.
Wie schon geschrieben habe ich vor einem Jahr angefangen viel Sport u.a. im Verein zu treiben, einfach um diesen lähmenden Frust loszuwerden. Im Verein und in der Laufgruppe habe ich zwar keine Freunde gefunden mit denen ich jetzt meine Familienprobleme diskutieren würde aber das war auch nicht die Absicht. Beim Sport möchte ich einfach mal 'abschalten', das sind für mich 'kleine Fluchten'.
Ich habe zwar Freunde - nicht viele aber immerhin, doch habe ich mich bisher nicht getraut diese Dinge mit ihnen zu besprechen, es ist mir einfach zu peinlich, vmtl. weil ich mir doch auch eine Mitschuld an dem Ganzen gebe.
Aber wie schon einige hier mir geraten haben: ich muss mehr in mich gehen, mehr mit mir beschäftigen...was will ich erreichen...an welchem Punkt bin ich eigentlich angelangt...was kann ich schaffen und was nicht ...
Ich habe diesen Zustand jahrelang 'ausgehalten' und ich habe mir immer eingeredet dass es mir gut geht und doch alles in Ordnung sei. Es hat mich viel Überwindung gekostet mir selbst einzugestehen dass ich trotz aller Anstrengungen es nicht geschafft habe eine Familie zu haben wie ich sie gerne hätte, wie sie mir Kraft und Freude geben würde. Realität ist dass mich diese Situation viel Kraft kostet. Klingt jetzt vielleicht komisch, aber das Schwerste war mir klar zu machen dass dies nicht meine Schuld ist.
Wir beide haben uns was vorgemacht: sie, dass sie nicht krank sei bzw. es niemand merken oder stören wurde, ich, dass es mir in dieser Familie gut geht. Herzlichst, LLR
danke für Deine ausführliche Nachricht, ich habe mir mal ein paar Gedanken dazu gemacht. Bzgl. 'Trennung/Sorgerecht' etc muss ich erst nochmals in mich gehen.
im moment fährst du innerlich etwas "zweigleisig", richtig?
einmal die versuche, die beziehung zu retten.
und dann die sich verstärkende gewißheit (im moment), daß da langfristig nichts zu retten wäre.
Ich versuche den Kids eine Familie zu bieten, da gehört eine Mutter nunmal dazu. Die Beziehung scheint mir nicht mehr zu retten - nach dem was sich in letzter Zeit so abgespielt hat. Aber richtig, ich gebe nicht auf, habe aber auch wenig Energie hier dran grossartig zu arbeiten - der Alltag ist einfach zu frustrierend. Ich hoffe dass wir trotzdem einen Weg finden die Kids grosszuziehen ohne uns die Köpfe einzuschlagen und ohne daran zugrunde zu gehen.
einmal zu den zukunftsaussichten: was ich über ms weiß ist nicht viel... das meiste von einer medizinisch versierten bekannten und aus der wikipedia. ich meine aber, daß diese krankheit sich idr auf einem gewissen niveau stabilisiert und nicht immer schlimmer wird. wenn dem so sein sollte läßt sich damit leben.
Zwei Ärzte - zwei Meinungen. Der eine meinte die MS wäre mit grosser Wahrscheinlichkeit nach zum Stillstand gekommen, der andere meinte vmtl. würden weitere Schübe kommen, sie sei der 'klassische Fall' deshalb spricht die Statistik dafür. Aber in einem waren sie sich einig: MS ist eine viel erforschte Krankheit über die trotzdem bisher sehr wenig bekannt ist. Medikamente...können verzögern, wie gut ist nicht vorhersehbar.
das entscheidende problem scheint zu sein, daß deine frau die krankheit als teil ihres lebens noch nicht annehmen konnte. wenn ihr eine zukunft haben wollt muß sie das.
Momentan sieht man ihr ja die MS nicht an. Sie hat zugenommen, ok, aber das führen Freunde und Bekannte auf die drei Kinder zurück etc. Warum sollte sie sich dann bemitleiden lassen ?
Was mir nicht so ganz klar ist und ich mich deshalb bei ihrer Ärztin schlau machen will ist der Zusammenhang zwischen MS, ihren Wahnvorstellungen und ihrer Vergesslichkeit. Letztere beeinträchtigen sie ständig während die MS Symptome sich nur bei Schüben zeigen. Bei einem Schub verstärken sich die Wahnvorstellungen und sie hat dann auch körperliche Ausfälle (Gefühllosigkeit in den Gliedmassen etc).
Ihre Unordentlichkeit ist sicher z.T. auf ihre Vergesslichkeit zurückzuführen. Daher habe ich das auch viele Jahre geschluckt. Inzwischen aber glaube ich dass ihr größtenteils die Motivation oder 'Energie' fehlt was im Haushalt zu bewegen. Klar ist es z.B. frustrierend wenn man aufräumt und eine halbe Stunde später haben die Kids wieder alles verwüstet. Aber die Kids sind in einem Alter in dem sie lernen können selbst Ordnung zu halten bzw. lernen dass es Bereiche gibt wie z.B das Wohnzimmer in denen man sein Zeug nach dem Spielen eben wieder wegräumen muss. Aber auch zur Erziehung fehlt ihr die Energie. Erst schaut sie weg anstelle rechtzeitig einzugreifen und hinterher wird herumgeschrieen anstelle Massnahmen zu ergreifen um das Übel abzustellen. Sie geht den Weg des momentan geringsten Widerstandes der aber viel Stress und Ärger nach sich zieht. Wenn ich sehe was sie sonst so ausserhalb der Familie alles auf die Reihe bringt dann muss ich annehmen dass sie auch mehr Energie aufbringen könnte hinsichtlich Haushalt und Erziehung mehr zu bewegen.
das muß ihr klar sein. und auch wenn du damit kurzfristig für sturm sorgst: nerv sie damit. du kannst dir zb vornehmen, sie jeden tag einmal, in den verschiedensten kontexten, auf die krankheit anzusprechen.
Ja, sie glaubt dass ihre Krankheit/Antriebslosigkeit nur sie allein betrifft. Das ist aber ein Irrtum.
ein weiterer wichtiger punkt ist es mmn, daß du für dich entlastung findest.
Wie schon geschrieben habe ich vor einem Jahr angefangen viel Sport u.a. im Verein zu treiben, einfach um diesen lähmenden Frust loszuwerden. Im Verein und in der Laufgruppe habe ich zwar keine Freunde gefunden mit denen ich jetzt meine Familienprobleme diskutieren würde aber das war auch nicht die Absicht. Beim Sport möchte ich einfach mal 'abschalten', das sind für mich 'kleine Fluchten'.
Ich habe zwar Freunde - nicht viele aber immerhin, doch habe ich mich bisher nicht getraut diese Dinge mit ihnen zu besprechen, es ist mir einfach zu peinlich, vmtl. weil ich mir doch auch eine Mitschuld an dem Ganzen gebe.
Aber wie schon einige hier mir geraten haben: ich muss mehr in mich gehen, mehr mit mir beschäftigen...was will ich erreichen...an welchem Punkt bin ich eigentlich angelangt...was kann ich schaffen und was nicht ...
Ich habe diesen Zustand jahrelang 'ausgehalten' und ich habe mir immer eingeredet dass es mir gut geht und doch alles in Ordnung sei. Es hat mich viel Überwindung gekostet mir selbst einzugestehen dass ich trotz aller Anstrengungen es nicht geschafft habe eine Familie zu haben wie ich sie gerne hätte, wie sie mir Kraft und Freude geben würde. Realität ist dass mich diese Situation viel Kraft kostet. Klingt jetzt vielleicht komisch, aber das Schwerste war mir klar zu machen dass dies nicht meine Schuld ist.
Wir beide haben uns was vorgemacht: sie, dass sie nicht krank sei bzw. es niemand merken oder stören wurde, ich, dass es mir in dieser Familie gut geht. Herzlichst, LLR