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Kann ihre Nähe nicht mehr ertragen

  • Starter*in Starter*in LetLoveRule
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Hallo Darkside,

danke für die Rückendeckung... ich kriege langsam Pickel hier...

... Medikamentenspiegel ....
Ständige Veränderungen in der Dosierung können m.E. sogar neue Schübe auslösen. Das ist keine Aspirin, die man sich einpfeift, wenn man mal einen Brummschädel hat.

Klingt logisch und ich versuche jetzt darauf zu achten. LLR
 
Hallo Luisa,

Zu den Medikamenten: ich hab mal gehört, also, jetzt was nicht Legales, dass Marihuana besser hilft als all das andere Zeugs.

Perfekt, rauchen tut sie eh schon wie ein Schlot 🙄

Ich denke, deine Frau hat zwei Probleme: die MS und eine ev. damit verbundene psychische Erkrankung.

Das hängt untrennbar zusammen und beeinflusst sich gegenseitig. Und sie hat ein weiteres Problem: mich (siehe unten).

Ich kann gut verstehen, dass dich das "Verlottern" deiner Frau und deines Haushaltes nervt. Hast du vielleicht die Möglichkeit, stundenweise eine Haushaltshilfe zu bezahlen?

Wir hatten schon 4 Aupairmädchen und diverse Haushaltshilfen. Das mit den Aupair hat ganz gut funktioniert. Aus Platzmangel haben wir momentan keins mehr, ausserdem ist's mir peinlich denn schliesslich ist ein Aupair keine Putzfrau. Aber vielleicht könnten wir das irgendwie gemeinsam arrangieren. Eigentlich eine gute Idee.
Mit Haushaltshilfen haben wir keine so guten Erfahrungen, die haben kein Verständnis für diese Krankheit und rollen mit den Augen wenn sie mal wieder eine 'Leiche' unter dem Bett oder im Schrank finden und erzählen das im Ort rum.


Und du das nicht immer machen müsstest, denn das belastet sicher eure Beziehung zusätzlich.

Richtig. Sie kann's nicht ertragen wenn ich im Haushalt 'mitpfusche', das gibt ständig Reibereien. Gerade eben wollte ich ein Kellerregal 'ausmisten' in welchem sie irgendwelchen unnützen Krims stapelte da ich dringend Platz brauche. Das gab gleich wieder eine mittelschwere Auseinandersetzung mit Türknallen und Beinahe-Nervenzusammenbruch. Ich war so blöd und hab gefragt 'brauchst du dies noch oder jenes ...' anstelle alles gleich wegzuschmeissen. Ich bin mir sicher dass sie bei einem Aupair oder einer Haushaltshilfe nicht so reagieren würde.

Gut, dass sind jetzt alles Äusserlichkeiten.

Aber genau diese sind es die den Alltag für uns so unerträglich machen. LLR
 
Wenn man das alles so liest, dann denkt man bei sich "das kann jedem jederzeit passieren"............... aber was man dann tun soll? So eine Frage wird wohl niemand beantworten können. Es gibt für alles ein pro und ein contra. Meine persönliche Meinung ist, dass das was Du bisher für Deine Frau und Familie getan hast und tust Hochachtung verdient. Obwohl Du selber massiv unter der Situation leidest versuchst Du alles menschenmögliche um den Aufgaben die Du Dir auferlegt hast gerecht zu werden. Aber wem nützt es im Endeffekt, wenn Du am Boden liegst und nicht mehr kannst? Deine Kinder sind letztendlich auf Dich und Deinen Rückhalt angewiesen. Wer soll für sie da sein, wenn Du nicht mehr in der Lage bist? So hart wie es klingen mag........ wäre ein Leben als alleinerziehender Vater da nicht für alle Beteiligten besser? Deine Kinder brauchen Sicherheit und Du Luft zum atmen um Ihnen diese Sicherheit geben zu können. Deine Frau tut mir unendlich leid, aber Du bist für ihren Zustand nicht verantwortlich und kannst wohl auch nichts daran ändern. Versuch ihr alle profesionelle!!! Hilfe zu suchen die sie braucht und denk an Dich, die Zukunft Deiner Kinder und daran, dass die 3 einen guten Start ins Leben verdienen. Vorwürfe wird es immer geben, egal was Du tust.
Ich wünsche Dir viel Kraft bei allem was Du tust und alles Glück der Welt für Dich und Deine Familie!!

Maria
 
Hi LLR, ahhh rumstressen und Türenknallen geht also noch?😉

Also ich denke, eine Hilfe von Aussen wäre wirklich nötig. Dachte ich mir, dass die Äusserlichkeiten echt nervig sind.

Daher halte ich es für gut, wenn du nochmal versuchst, jemanden zu bekommen. Ev. jemanden, der eher aus dem Pflegebereich kommt, aber auch andere Dinge macht. Frag doch mal bei der Arbeiterwohlfahrt oder der Diakonie an.

Ja, das Marihuana könnte deine Frau rauchen. Obwohl bei ihrer Erkrankung das auch nicht so dolle ist. Aber gut...wenn sie es mal aufgeben sollte, man kann sich aus dem Dope auch einen Tee kochen.

Nicht dass ihr jetzt denkt, ich würde ständig rumkiffen, ich weiss das alles von meiner krebskranken Freundin.
😉

Und aufräumen würde ich einfach ohne Kommentar, was weg ist, ist dann eben weg.... Zur Not unschuldig tun...wie, das hatten wir mal...🙄 Kleine Notlüge....

Aber im Ernst: dein letztes Post macht mich sehr nachdenklich: wie gesagt, rumstressen kann deine Frau noch, dazu ist sie weder zu krank noch zu müde. Vielleicht sind da dann doch mal ein paar deutliche Worte angebracht.
Sie tut mir wirklich leid wegen ihrer schlimmen Krankheit, aber zumindest in dem Stadium ist das ja nun doch kein Grund, sich äusserlich so gehen zu lassen.

Kann ihr Arzt vielleicht mal mit ihr reden (nachdem du vorher deine Probleme geschildert hast)?

LG Luisa
 
..wie geht es dir denn? 🙂

'Das ist lange her dass mich das jemand gefragt hat'
Kevin Spacey in 'American Beauty'


Wie geht's mir denn?

Ich würde sagen ich fühle mich ausgebrannt, müde, bin frustriert, enttäuscht und verbittert. Aber mal von vorne.

Meine Frau und ich haben uns '89 kennengelernt und '92 geheiratet. Mit Hilfe meines inzwischen verstorbenen Vaters haben wir ein Haus gebaut mit einem Garten drumherum. Wir haben dann drei gesunde Kinder bekommen, um Geld musste sie sich nie sorgen. Für mich damals unbegreiflicherweise konnte sie mit dem Haus wenig anfangen, ich hatte sogar den Eindruck dass ihr sogar das alles eine Last war. Nie hat sie z.B. was im Garten angepflanzt oder hat es sich im Haus gemütlich eingerichtet. Es war so als ob sie nur vorübergehend in einer möblierten Mietwohnung leben würde.

Ein paar Jahre nach dem dritten Kind kam der MS Schub. Wie es sich später herausstellte vmtl. schon mindestens ihr 2., der 1. war vmtl. während ihrem Abitur, also noch vor unserer Zeit. Sie hatte dadurch Depressionen und Wahnvorstellungen, machte einen Selbstmordversuch, darauf Einweisung in die Psychiatrie, Untersuchungen, Diagnose 'Verdacht auf MS', viele Arztbesuche, Therapien usw., es war eine furchtbare Zeit der Ungewissheit.
Ich dachte dass ich an ihrer Krankheit mit schuld sei weil ich sie mit dem Haus und den Kindern überfordert habe.

Im Haushalt habe ich schon immer mitgeholfen. Ich lebte vor unserer Beziehung ein paar Jahre als 'Single' und war es gewohnt in allen Haushaltsdingen selbst Hand anzulegen, ausser Bügeln...da habe ich ein Problem damit... aber ich koche z.B. ganz gerne, was sie nicht gerne macht. Zu Anfang unserer Beziehung fanden wir dass sich das prima ergänzt aber heute gibt's bei uns ständig Reibereien deswegen. Z.B. wenn ich koche räume ich nebenher schon alle schmutzigen Dinge in die Spülmaschine bzw. wasche sie ab. Wenn das Essen fertig ist ist die Küche wieder wie vorher, also aufgeräumt und sauber. Wenn sie kocht bleibt alles stehen und liegen und das oft bis zum nächsten Tag, oft sogar Dinge die in den Kühlschrank gehören. Wenn ich dann am nächsten Tag kochen will muss ich erstmal aufräumen. Das nur als Beispiel, so ist es aber in vielen Dingen.

Wie gesagt, das war schon immer so, wurde die letzten Jahre über aber immer schlimmer. Das Einzige was sie heute relativ zuverlässig erledigt ist der tägliche Küchenabwasch und das auch nur nach heftigen Auseinandersetzungen. Ich finde dass das auch eine MS Kranke machen kann. Sie ist körperlich ja fit wenn auch manchmal müde durch die Medikamente. Was sie aber definitiv nicht machen kann sind mehrere Dinge gleichzeitig. Sie kann sich immer nur auf eine Sache konzentrieren.

Meine Eltern sagten schon immer sie sei 'unordentlich', allerdings wollte ich davon nie was hören, ich dachte eigene Eltern sind da eh befangen... Aber sogar meine Freunde sagten das vor unserer Heirat. Ich habe sie dann immer verteidigt da sie ja zwei Ausbildungen knapp hintereinander machte und somit wenig Zeit für den Haushalt hatte. Damals wohnten wir noch in einer Mietwohnung und ich habe studiert und konnte mich um alles kümmern. Aber als sie damit fertig war wurde es auch nicht besser und auch das eigene Haus später änderte daran nichts.

Einmal in einer Beratung habe ich gesagt dass es mir nicht genügt dass sie zu mir einmal die Woche 'ich liebe dich' sagt. Ich sehe es als einen wichtigen Liebesbeweis an wenn sie unser gemeinsames 'Zuhause' so in Ordnung hält so dass dieses einen derartigen Namen auch verdient. Darauf meinte sie dass sie sich unter Druck gesetzt fühlen würde und dass sie in diesem Zustand dazu nicht fähig sei. Sie möchte so oder so geliebt werden, egal ob sie den Haushalt macht oder nicht, egal ob sie gut aussieht oder nicht.
Zu Anfang unserer Beziehung konnte ich das auch, aber da hatte ich mehr Zeit für den Haushalt. Bedingt durch meine Berufstätigkeit konnte ich dann nicht mehr so viel helfen aber in dieser Zeit hatten wir ja die Aupairmädchen bzw. eine Putzfrau.

Ich wusste zwar immer dass wir in vielen Dingen verschieden sind aber das war mir nicht wichtig bzw. ich hoffte dass wir uns aufeinander zubewegen und ergänzen würden. Viele Jahre war's auch so bis, na ja, bis zur Heirat/Kinder/Haus/Familie/Beruf ... bis das Leben so richtig begann und aus Spass der berüchtigte Ernst wurde.

Richtig schlimm wurde es aber erst nach dem MS Schub. Ihre häuslichen Aktivitäten nahmen stark ab und auch äusserlich veränderte sie sich, wurde schmuddelig, vernachlässigt alles noch mehr als zuvor. Ich hatte das Gefühl dass mir nun auch noch das letzte was mich an meine grosse Liebe erinnerte weggenommen wurde. Und das machte mich traurig, depressiv und wütend.

Ich kann nicht sagen wann sich die MS körperlich und seelisch bemerkbar machte und wie stark sie ihr Denken und Handeln beeinflusste und heute noch beeinflusst. Körperliche Probleme z.B. in Form von Koordinationsschwierigkeiten hatte sie bislang nur während oder kurze Zeit nach den Schüben.

Wenn sie ihre Medikamente richtig dosiert einnimmt bemerkt kaum jemand dass sie MS krank oder depressiv sein könnte. Nur Personen die sie von früher her kennen merken dass etwas nicht mit ihr stimmt. Wie oben angesprochen kann sie sich nur auf eine Sache konzentrieren.
Nimmt sie zu wenig dann hat sie Wahrnehmungsstörungen, sie reagiert nicht wenn sie angesprochen wird, kann sich überhaupt nichts merken. Sie wirkt nach aussen hin abwesend, ist aber innerlich aufgewühlt. Dann hat sie oft Wahnvorstellungen, sieht Personen, hört Stimmen die ihr Angst machen. Egal ob sie wach ist oder schläft.
Nimmt sie zu viel ist sie müde und schläft fast den ganzen Tag.

So, ich bin zu müde um noch Rechtschreibfeuler zu korrigieren und ich hoffe das ist nicht allzu konfus geworden. Herzlichst, LLR
 
Hallo liebe Luisa,

....man kann sich aus dem Dope auch einen Tee kochen.
Nicht dass ihr jetzt denkt, ich würde ständig rumkiffen, ...

nöööö, aber viel Tee trinken tust Du, oder ? 😉

Luisa, na Du legst ja ein profundes Wissen an den Tag, da bin ich platt.
Gibt's da auch was auf Rezept, vielleicht Kokablätter zum Lutschen 🙂 ?
Nicht böse sein dass ich's lustig finde, ich glaub's Dir ja.

...wie gesagt, rumstressen kann deine Frau noch, dazu ist sie weder zu krank noch zu müde. Vielleicht sind da dann doch mal ein paar deutliche Worte angebracht.
Sie tut mir wirklich leid wegen ihrer schlimmen Krankheit, aber zumindest in dem Stadium ist das ja nun doch kein Grund, sich äusserlich so gehen zu lassen.
Kann ihr Arzt vielleicht mal mit ihr reden (nachdem du vorher deine Probleme geschildert hast)?

Meinst Du wirklich der Arzt hat da so viel Einblick dass er sich das zu beurteilen traut ? Herzlichst, LLR (nu hätt ich doch beinahe meinen Realnamen geschrieben, tss, tss, wird Zeit für's Bett)
 
Hallo Maria,

........ wäre ein Leben als alleinerziehender Vater da nicht für alle Beteiligten besser?

Ups, die blaue Schrift ist irgendwie schlecht zu erkennen...

Dachte für die Kids wäre es am besten wenn alles möglichst lange so bliebe wie's ist. Aber ich habe mich mit diesem Gedanken noch nicht befasst, geht auch heute Nacht nicht mehr. Später ...
Bis dann & auch liebe Grüsse, LLR
 
Guten Morgen 🙂


Für mich damals unbegreiflicherweise konnte sie mit dem Haus wenig anfangen, ich hatte sogar den Eindruck dass ihr sogar das alles eine Last war.
War das ein Thema, das ihr damals besprochen habt? Ich mein.. wie kann man sich in der Ehe wohl fühlen, wenn man sich in seinem eigenen zuhause unwohl fühlt? Kam für dich/euch nie in Frage, umzuziehen, nachdem du das ja sogar bemerkt hast?

Ein paar Jahre nach dem dritten Kind kam der MS Schub.
Wie verliefen denn die Jahre bis dahin? Ihr scheint ja doch schon ne ganze Zeit zusammen gewesen zu sein.. ward ihr da glücklich? Also ich mein im großen und ganzen, kleine Reibereien gibt es ja vermutlich in jeder Ehe 🙂

Wenn sie ihre Medikamente richtig dosiert einnimmt bemerkt kaum jemand dass sie MS krank oder depressiv sein könnte.
Ich finde immer noch, dass das ein wesentlicher Satz ist. WARUM kümmert sich da niemand drum, dass sie die Medikamente dann tatsächlich richtig dosiert?? Das würde doch SO VIEL einfacher machen! Wenn sie in dem Zustand ist, wie du das beschreibst, kann sie das doch gar nicht alles selbst entscheiden. Das siehst du doch daran, dass es nicht klappt.
An deiner Stelle würde ich nicht noch 2 Monate bis zum nächsten Arztbesuch warten. Du machst es dir doch auch selbst schwer damit!
Eine richtige Dosierung halte ich für das A und O.

Alles Gute 🙂
Schneee
 
LOL LLR, nein, ich trinke zwar viel Tee, aber keinen mit Marihuana. Ich kann mit Drogen nichts anfangen; ich treibe Sport und da passt das nicht....

Ich halte es auch für ganz wichtig, dass deine Frau ihre Medikamente richtig dosiert nimmt. Dann ist sie ja in der Lage, auch Dinge zu erledigen, wenn auch nur eine Sache auf einmal.

Wenn ich deinen letzten längeren Beitrag lese, dann kommen mir mehr Bedenken: du hast vorher schon über einiges hinweggeschaut. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ihr auch ohne die Erkrankung irgendwann Probleme bekommen hättet.

Die Erkrankung verschärft das m.E. jetzt nur.

Geht deine Frau eigentlich in eine MS-Selbsthilfegruppe?

Liebe Grüsse von Luisa
 

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