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Ist Harz IV eine Freude ?

danke hajoo für den thread,

ich hab es beim besten willen nicht als freude aufgefasst, als ich selbst betroffen war.

immer nur die rennerei zur arge, hier formulare ausfüllen, da anträge stellen. und das alles um ein allmosen zu bekommen, das vorne und hinten nicht reicht.
----schließlich hätte ich ja ein haus, das ich verkaufen könnte.----, war das argument von der arge.
nur wer kauft ein 6 familienhaus, das 100 jahre alt ist, sehr baufällig und in das mehr reingesteckt werden muss, als es wert ist.
aber es ist mein zu hause.
ich bin hier aufgewachsen und meine eltern, die beide krank sind leben hier. sie haben ein lebenslanges einsitzrecht und brauchen dafür nicht einen cent auszugeben.
es wurde bei der schenkung damals so beurkundet.

vermieten wäre auch nicht möglich, da ich ja so viel renovieren müsste, wofür ich nicht das geld hatte/habe. und die arge zahlt keine renovierungskosten für ein haus.

es war ein teufelskreis, dem ich nur durch eine arbeit entfliehen konnte.

so habe ich mein eigentum gesichert und lebe auf eigenen füßen.

ebenfalls war die viele freizeit, die ich hatte, beim besten willen kein vergnügen.
denn mit dem ALG2 kann man sich die freizeit keinesfalls versüßen.

die tage gingen nicht rum, ich hatte keinen fernseher und habe mich den ganzen tag mit meinen hunden, mit lesen und dem pc beschäftigt.
sehr eintönig !!!

jetzt kann ich mich wieder auf meine freizeit freuen, wenn ich feierabend habe.
es ist jetzt für mich eine entspannung am pc zu sitzen oder zu lesen.
ich habe freude daran mit meinen hunden etwas zu unternehmen.
ich lebe ausgeglichener, auch wenn ich nur ein geringes einkommen habe.
ich fühle mich wohl und brauche nicht mehr ständig bei der arge zu betteln.

es ist eine freude arbeit zu haben.
die hartz IV-zeit war nur frust.

PS an die hartz-IV empfänger: würdet ihr für knapp 6,00 €/Std. arbeiten oder nicht?

shaddowangel
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hajooo!

Wie ich bereits öfters in diesem Forum geschrieben habe, halte ich Hartz IV für offenen Strafvollzug. Dass mit den gängigen Hartz IV-Beträgen kein menschenwürdiges Dasein gelebt werden kann, ist schon des öfteren nachgewiesen worden. Man muss sich nur mal einen Taschenrechner nehmen und überlegen, was man so zum Leben braucht und was dies kostet.

Ich sage dies übrigens als einer, der zum Glück noch nie Hartz IV bezogen hat.

Die Formulierung vom offenen Strafvollzug ist glaubich von Götz Werner. Dies ist umso erstaunlicher, weil dieser Mann wenn ich mich nicht irre, Milliardär ist (Chef der dm-drogeriekette und Verfechter eines bedingungslosen Grundeinkommens).
 
Nein, es ist keine Freude. Ich hatte mal 6 Monate H4, also durchaus Erfahrung. Ständig diese Rennerei, das stundenlange Anstehen und wie man behandelt wird! Die merkwürdigen Angebote... und dann der Druck, wenn man diese (wirklich!) merkwürdigen Angebote nicht annehmen wollte.

Trotzdem, oder gerade deswegen... Wer eine Arbeit ablehnt, sich aber nicht innerhalb sehr kurzer Zeit um etwas kümmert, was er wirklich machen will, der jammert auf hohem Niveau. Geschenkt kriegt man nunmal nichts, und warum auch?

Dann muss man zwar nicht für seine paar Piepen arbeiten, hat aber ständig Repressalien zu befürchten.

Nach inzwischen zwei Jahren in einem Geschäft, in dem ich viel mit Langzeitarbeitslosen zu tun habe, höre ich schon beim ersten Satz: "ich würde ja gerne, aaaaber...." Ich verkneife mir sehr oft den Satz: "Vielen Dank, den Rest kenne ich schon!"

Wer bei uns will, findet auch und ist nach relativ wenig Zeit wieder weg von uns, was ja unser Ziel ist.
 
Weder noch.

Ich arbeite in einem Bildungsinstitut. Wir bieten auch geförderte Beschäftigungsprogramme an und bemühen uns wirklich sehr. Und ganz oft kommt vom Betroffenen selbst eben nichts als Ausreden.

Ich hab da sicher auch langsam einen Tunnelblick...
 
nein sicher nicht. zum glück waren wir auch noch nie so weit unten für hartz iv.
aber arbeit darf auch kein minusgeschäft sein, das man da reinbuttert und am ende hat man nix davon.
es währe auch im interesse der binnennachfrage gut, wenn es z.b. einen mindestLOHN, wo man ohne zusä. soziallstgn. von existieren kann gäben würde.
ausserdem schmarotzen noch ganz andere vom steuerzahler, auf die luxushausfrauen welche sich vom ehegattensplitting durchfüttern lassen und auf steuerzahlerkosten ihren hobbys fröhnen, zur "erbauung" noch evt. nen steuerfreien 400 euro job machen (weil man ja arbeiten gehen will) da hackt keiner rum.
 
Hartz IV ist: Armut fördern anstatt sie zu bekämpfen. Durch Sanktionen die Wohlfahrtsindustrie zu stärken - die Würde des Menschen abzuschaffen.

Sicher für die Elite eine Freude, keine Frage.
 
Es ist nicht leicht, mit Hartz IV auszukommen, aber es ist möglich. Ich finde es auch verständlich, dass der Staat in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit die Einkünfte auf Sozialhilfeniveau legt.

Man darf sich finanziell halt nichts erlauben, und es darf nichts schiefgehen. Besonders schwierig wird es, wenn größere Anschaffungen anstehen, oder Reparaturen. Viele Menschen schaffen es nicht, regelmäßig kleine Beträge für solche Fälle zurückzulegen. Wer mit einem überzogenen Bankkonto in Hartz IV kommt, hat verloren. Die Bank wird die Rückzahlung (anders, als bei Krediten) einfordern.

Mal abgesehen von finanziellen Schwierigkeiten sehe ich noch ganz andere Probleme. Es ist ausgesprochen schwierig, seinen Tagesablauf kreativ zu gestalten, wenn man weder eine Aufgabe, noch Geld hat. Es ist aber möglich, sich damit einzurichten.

Wer es schafft, sich mit der Situation einzurichten, bekommt aber wieder Druck. Einerseits von der Gesellschaft, weil er dem Staat auf der Tasche liegt, und sich dann noch herausnimmt, zufrieden zu sein.

Andererseits kann Druck von der Arge ausgeübt werden. Wozu soll es gut sein, wenn 3 Millionen Arbeitslose jedes Jahr mindestens 180 Millionen Bewerbungen schreiben - deren Kosten übrigens mit bis zu 260 Euro pro Person und Jahr erstattet werden können, also bis zu etwa 47 Milliarden Euro? Auf welche Stellen eigentlich? Wozu sollen wochenlange Bewerbungstrainings gut sein? Wird damit die Qualifikation der Arbeitslosen erhöht? Oder werden damit mehr Arbeitsplätze geschaffen?

Ich finde es verständlich, dass auf Arbeitslose ein gewisser Druck ausgeübt wird. Nur muss dieser Druck ja irgendwohin entweichen können, sonst wäre er unnötig. Die dafür notwendigen Arbeitsplätze existieren aber gar nicht.

Günter
 

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