Es ist nicht leicht, mit Hartz IV auszukommen, aber es ist möglich. Ich finde es auch verständlich, dass der Staat in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit die Einkünfte auf Sozialhilfeniveau legt.
Man darf sich finanziell halt nichts erlauben, und es darf nichts schiefgehen. Besonders schwierig wird es, wenn größere Anschaffungen anstehen, oder Reparaturen. Viele Menschen schaffen es nicht, regelmäßig kleine Beträge für solche Fälle zurückzulegen. Wer mit einem überzogenen Bankkonto in Hartz IV kommt, hat verloren. Die Bank wird die Rückzahlung (anders, als bei Krediten) einfordern.
Mal abgesehen von finanziellen Schwierigkeiten sehe ich noch ganz andere Probleme. Es ist ausgesprochen schwierig, seinen Tagesablauf kreativ zu gestalten, wenn man weder eine Aufgabe, noch Geld hat. Es ist aber möglich, sich damit einzurichten.
Wer es schafft, sich mit der Situation einzurichten, bekommt aber wieder Druck. Einerseits von der Gesellschaft, weil er dem Staat auf der Tasche liegt, und sich dann noch herausnimmt, zufrieden zu sein.
Andererseits kann Druck von der Arge ausgeübt werden. Wozu soll es gut sein, wenn 3 Millionen Arbeitslose jedes Jahr mindestens 180 Millionen Bewerbungen schreiben - deren Kosten übrigens mit bis zu 260 Euro pro Person und Jahr erstattet werden können, also bis zu etwa 47 Milliarden Euro? Auf welche Stellen eigentlich? Wozu sollen wochenlange Bewerbungstrainings gut sein? Wird damit die Qualifikation der Arbeitslosen erhöht? Oder werden damit mehr Arbeitsplätze geschaffen?
Ich finde es verständlich, dass auf Arbeitslose ein gewisser Druck ausgeübt wird. Nur muss dieser Druck ja irgendwohin entweichen können, sonst wäre er unnötig. Die dafür notwendigen Arbeitsplätze existieren aber gar nicht.
Günter