Liebe Vegetarier, liebe Forumsmitglieder,
ich würde gerne weitestgehend vegetarisch leben, teilweise wegen meiner Gesundheit aber insbesondere zum Wohl der Tiere und zum Schutz der Umwelt/Klima.
Ich sehe das bewusst locker. Wenn ich einmal die Woche Fleisch esse, ist das für mein Gewissen ok, auch möchte ich nicht gänzlich auf Fisch oder tierische Produkte verzichten, ich möchte den Konsum nur zu 90% reduzieren.
Für mich zuhause ist das relativ gut machbar. Selbst bei klassischen Fleischgerichten gibt es gute Alternativen (Chili Sin Carne, Pizza ohne Fleisch, vegetarische Bolognese). Darüber hinaus eröffnen sich mir ganz neue Gerichte und mir fehlt Fleisch nur selten.
Unterwegs ist das schon anders. Bei jedem Imbiss/Lokal/etc werde ich mit Fleisch bombadiert und habe oft nur eine Minimalauswahl ohne Fleisch. Früher bin ich gerne nach McDonalds gegangen. Für Vegetarier haben die jetzt genau EINEN Burger....super. Pommesbuden kann ich eigentlich ganz vergessen, nunja ist eh nicht gesund. Aber selbst beim Weihnachtsfrühstück im Kollegenkreis standen genau ZWEI vegetarische Aufstriche/-schnitte auf dem Tisch: Käse und Marmelade. Daneben Lachs, ein Dutzend Wurstsorten und co.
Wie schafft ihr das vegetarisch zu leben?
Seht ihr das als Verzicht?
Was ich besonders schlimm finde: Oft schlägt einem Unverständnis entgegen. Ich habe nichts gegen Fleischesser, darf jeder wie er will. Ich bin aber erstaunt, dass viele Menschen vegetarische Sachen nicht mal probieren. Gibt ja inzwischen diversen veggie Fleischersatz.
Oder dass viele Menschen Fleisch als Basisernährung ansehen. Ich hatte mir für meine Freunde neulich richtig Mühe gegeben und kubanische Gerichte gekocht, mit allem drum und dran, noch dazu den ganzen Raum dekoriert. Einziges Manko: Es gab kein Fleisch, ich habe alles mit Tofu und schwarzen Bohnen ersetzt. Es schmeckte meinen Gästen super....bis...ich sagte, dass es KEIN Fleisch ist ^^
Ja ich esse auch gaaaanz selten mal ne Pizza Salami mit 30 Gramm Wurst... - wie gesagt jedem das seine - aber ich hatte gehofft die Zeit wäre vorbei in der es täglich das dicke Stück Steak auf dem Teller gab.... ^^ ich fühle mich oft sehr alleine als kritischer Konsument, der versucht wenig bis kein Fleisch zu essen.
Hey Andreas,
Interessant, ich fühlte mich immer alleine, aber ich handhabe das genauso wie du.
Nur dass ich auch kein Soja (außer Sojasoße) esse, weil ich damit weitgehend ein Verträglichkeitsproblem habe. Entsprechende Stoffe verschwinden beim Brauvorgang für Sojasoße aber.
Und naja, ab und zu mal ein Steak oder Schinken ist schon drinnen.
Aber halt nicht wöchentlich oder täglich.
Schaffe es allerdings auch problemlos und ohne Beschwerden und ohne Fleisch andere zu bekochen.
Woran das liegt?
Ich könnte jetzt natürlich behaupten, dass ich einfach so toll kochen kann.
😀 😉
Aber ich glaube, das hat viel mit Kultur und Alter zu tun.
Bei meinen Eltern auf dem Lande war das noch schwieriger.
Nicht mit meinen Eltern per se, die standen auf "kulinarisches".
Aber der Rest...
In der Stadt bei anderen jungen Leuten ist das viel einfacher.
Ein Punkt kann evtl auch sein, dass ich grundsätzlich nie mit Fleischersatz koche.
Wenn ich fleischlos koche, dann gehört sich an die Gerichte einfach kein Fleisch, ergo kann sich auch niemand beschweren.
Wenn ich Tomatensoße mit Tofu machen würde, würde ich das auch niemanden als Bolognese verkaufen - an die gehört sich nämlich Hack.
Gib dem Zeug einfach andere Namen und wenn DANN wer fragt, kannst du einfach argumentieren, dass sich an das Gericht kein Fleisch gehört.
Aber dass sich Leute über Schweinshaxen aus Tofu beschweren würden, ist ja wohl auch verständlich.
Drin sollte sein, was drauf steht.