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Ist Einsamkeit ein Problem?

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Ich finde Tsunami hat Recht, diese Regeln schränken die Individualität des Menschen ein und dann fühlt er sich einsam.
 
Das verstehe ich nicht. Wenn Regeln das individuelle Handeln beschränken .... was hat das mit Einsamkeit zu tun??

Ganz einfach: Aus den Regeln die man setzt entwickelt sich der Mainstream. Wenn man aber anfängt die Regeln zu hinterfragen bzw. sie zu reformieren, fühlt man sich einsam, weil die Masse nicht die gleichen Gedanken hegen wie man selbst.
 
Ich beziehe mich auch den Anfangspost und wollte auch meine Meinung
darüber kundtun. 😀

Ich persönlich bin sehr gerne für mich alleine und habe damit kein Problem.
Wobei ich zwei Personen kenne, die mir direkt gesagt haben: Ich kann nicht
alleine für mich sein.

Der eine ist sogar zu seinem Vater gezogen, der ihn schlecht behandelt hat und
zudem ein Alkohol Problem hatte. Da war ich schon erstaunt, da er diese
Qual angenommen hat, um bloß nicht alleine zu sein.

Also habe ich angefangen zu überlegen und habe angefangen Gemeinsamkeiten zu
suchen. Da es natürlich für die beiden ein Leidensdruck war, sonst hätten sie es nicht gesagt
oder darüber ihre Geschichte erzählt.

Meine Erkenntnis darüber: Die Identität.

Sie können nicht alleine sein, weil sie dadurch ihre Identität verlieren und natürlich
die Einsamkeit zu Qual wird.

Werte = Ichgefühl = Identität = Einsamkeit und Leben vereint
falsche Werte = kein Ichgefühl = verlorene Identität = Einsamkeit wird zu Qual

Hoffe ist verständlich.

L.G.uppy
 
Zunehmend stoße ich auf Menschen, die einsam sind. Ich stelle dabei fest: Einsamkeit kann seelisch krank machen. Andererseits kann Einsamkeit auch die Folge einer körperlichen oder eine seelischen Krankheit sein. Ich bin so ein Typ, der sich mit Gegebenheiten nicht abfindet, wenn sie schlecht für Menschen sind. Mich interessieren Lösungen. Daher dieser Faden.

Auf das Thema stoße ich immer und immer wieder. Einsamkeit hat viele Gesichter.
Nach meiner Meinung sind folgende „Gesichter“ typische Ausdrucksformen:
„Ich kann weder mit Gesellschaft, noch ohne“.
„Am liebsten würde ich mich zurückziehen und für mich sein. Andererseits macht mich das Alleinsein unglücklich.“
„In Gesellschaft versuche ich, meine Schwächen zu überspielen“
„Ich für mich würde es als innere Leere beschreiben“
„Ich finde einfach keine innere Heimat, die mir das Gefühl von Selbstsicherheit gibt.“
„Ich habe große Sehnsucht nach dieser Homebasis“
„Endlich emotional sicheren Boden unter den Füßen zu haben, danach suche ich schon nach vielen Jahren. Leider stehe ich mir dabei selbst im Weg, denn gleichzeitig habe ich auch irgendwie Bindungsängste.“
Wie sieht Eure Ausdrucksform aus?

Bei meiner Ausgangsfragestellung bin ich auf die folgende Frage „woher kommt die Einsamkeit?“ auf folgende „Antworten gestoßen:
„Ich habezuhause nie das Gefühl erfahren dürfen, dass ich etwas gut gemacht hätte.“
„Ich möchte nicht der sein, der ich bin.“
„Ich bin mit mir absolut unzufrieden.“
„Ich habe das Gefühl, andere Menschen meiden mich, lehnen mich ab.“
Ich denke, dass diese Antworten oft nur vordergründig richtig sind. Was sind die eigentlichen Hintergründe, sozusagen die „wahren“ Gründe?

Ich selbst bin oft alleine – fühle mich aber nie einsam. Ich habe das Wissen, jederzeit aus meinem Alleinsein heraustreten zu können und das tue ich auch ganz gezielt. Dabei suche ich Gesprächspartner, die etwas zu sagen haben oder zuhören wollen oder beides. Oberflächliche Gespräche, blabla, interessieren mich nicht. Lieber eine völlig entgegengesetzte Meinung als garkeine.

Wie seht Ihr das?
Meine obige Beschreibung der Ausdrucksgesichter ist sicher nicht vollständig. Welche Ausdrucksgesichter sind Euch noch bekannt? Auch Eure Antworten auf die Frage, woher die Einsamkeit kommt, würde mich interessieren. Und weil dieser Faden eine Hilfestellung für Einsame sein soll – sind natürlich Eure Lösungsvorschläge wichtig. Dabei soll hier insbesondere auch jeder teilnehmen, der für sich noch keine Lösung gefunden hat, aber auch besonders derjenige, der das Problem der Einsamkeit gelöst hat und von seiner Lösung berichten möchte.

Und ganz interessant wäre es auch, wenn hier Teilnehmer schreiben, für die das Problem der Einsamkeit nicht besteht und nicht verstehen, warum Einsamkeit für andere ein Problem darstellt.


Einsamkeit ist das aller schlimmste. Und sie ist eben nicht zu verwechseln mit dem Alleinsein. Ich zum Beispiel kann sogar sehr gut allein sein, sogar reisen, mich selbst beschäftigen. Aber keine Wahl zu haben, das ist Einsamkeit. Allein sein ZU MÜSSEN - das ist Einsamkeit. In Krisen niemanden an seiner Seite zu haben, keinen Rückhalt zu spüren, das Gefühl zu haben, dass es niemanden kümmert wie es einem geht oder ob man überhaupt noch da ist - das alles ist echte Einsamkeit. Und die macht kaputt und zerfrisst sowohl die Seele, als auch den Lebensmut.

Zudem ist Einsamkeit auch ein fürchterlicher Teufelskreis. Denn wenn man sich einsam und verlassen fühlt, dann geht damit oft auch einher automatisch die Schuld dafür bei sich selbst zu suchen.... Man bekommt das Gefühl nichts wert zu sein und keinen Platz auf dieser Welt zu haben - letzteren offenbar nicht verdient zu haben. Und unsere Gesellschaft sagt uns mehr oder weniger subtil ja auch, dass mit einem Einsamen doch irgendwas nicht stimmen müsse. All das bewirkt also, dass ein einsamer Mensch sich umso weniger trauen wird auf andere Menschen zu zu gehen und aktiv Kontakte zu knüpfen. Je mehr man aus Einsamkeit andere Menschen braucht, desto höher wird zudem auch die Bedeutung jeder einzelnen Beziehung und umso größer deshalb auch die damit verknüpften Ängste und Enttäuschungen. Wer ohnehin ein Problem mit seinem schwachen Selbstwertgefühl hat, für den ist der Gedanke sich womöglich anderen aufzudrängen oder zu "nerven" auch stets präsent und verhindert richtig offen und entspannt neue Kontakte knüpfen zu können. Man möchte niemandem zur Last fallen, gerade weil man ja nicht gelernt hat, dass man selbst sehr wohl auch eine Bereicherung für andere sein kann und einen Wert hat.

Lösungsansätze? Ich glaube die Menschen müssen wieder mehr die Augen aufmachen und auf Schächere zugehen, aktiv jemanden der einsam ist einladen, ihn mal an die Hand nehmen und zeigen, dass er willkommen ist. Heute verstecken sich so viele vor jeglicher, zwischenmenschlicher Verantwortung mit Floskeln wie "der soll doch selbst um Hilfe bitten, wenn er was braucht!" Oder "Da kann ich doch nichts für - der/die soll mal selbst klar kommen!" Aus der Perspektive eines Stärkeren ist das so leicht dahin gesagt und so arrogant. Alle leben immer egozentrischer... und gerade diejenigen denen es eigentlich selbst am besten geht, für die es am selbstverständlichsten ist nie einsam sein zu müssen und immer selbstverständlich Rückhalt zu haben, sind oft diejenigen die am meisten davon reden ja selbst "genug um die Ohren zu haben" und sich nicht mit den Problemen anderer "aufhalten" zu können. Es ist zwischenmenschlich so kalt geworden. Wie viele alte Menschen sitzen zum Beispiel Tag für Tag da, weil angeblich niemand aus ihrer Familie Zeit hat sie mal zu besuchen. Dabei geht es in Wirklichkeit nur um Prioritäten! Zeit muss man sich nehmen! Es geht immer, wenn man nur will. Und vieles was anderen so sehr helfen würde, kostet einen selbst in Wirklichkeit so wenig.

Warum lässt man zum Beispiel einen Menschen den man kennt an Weihnachten allein sitzen, während man selbst im gemütlichen Kreis wunderschön feiert? Was würde es einen kosten oder was würde es schaden jenen einsamen Menschen einzuladen und ihn teilhaben zu lassen?

Was kostet es uns wirklich jemandem mal einfach zuzuhören, einfach Interesse zu zeigen, mal aufrichtig zu fragen wie es jemandem geht und sich ein wenig Zeit für ihn und seine Sorgen zu nehmen?

Vielen einsamen Menschen wäre so sehr geholfen, wenn man sie einfach nicht vergisst und nicht übersieht. Einfach mal die Hand reichen, - unaufgefordert und gerne. Damit jemand der sie braucht sich nicht schämen und sich nicht überwinden muss erst selbst zu bitten oder Angst haben muss sich aufzudrängen?
 
Zunehmend stoße ich auf Menschen, die einsam sind. Ich stelle dabei fest: Einsamkeit kann seelisch krank machen. Andererseits kann Einsamkeit auch die Folge einer körperlichen oder eine seelischen Krankheit sein. Ich bin so ein Typ, der sich mit Gegebenheiten nicht abfindet, wenn sie schlecht für Menschen sind. Mich interessieren Lösungen. Daher dieser Faden.

Auf das Thema stoße ich immer und immer wieder. Einsamkeit hat viele Gesichter.
Nach meiner Meinung sind folgende „Gesichter“ typische Ausdrucksformen:
„Ich kann weder mit Gesellschaft, noch ohne“.
„Am liebsten würde ich mich zurückziehen und für mich sein. Andererseits macht mich das Alleinsein unglücklich.“
„In Gesellschaft versuche ich, meine Schwächen zu überspielen“
„Ich für mich würde es als innere Leere beschreiben“
„Ich finde einfach keine innere Heimat, die mir das Gefühl von Selbstsicherheit gibt.“
„Ich habe große Sehnsucht nach dieser Homebasis“
„Endlich emotional sicheren Boden unter den Füßen zu haben, danach suche ich schon nach vielen Jahren. Leider stehe ich mir dabei selbst im Weg, denn gleichzeitig habe ich auch irgendwie Bindungsängste.“
Wie sieht Eure Ausdrucksform aus?

Bei meiner Ausgangsfragestellung bin ich auf die folgende Frage „woher kommt die Einsamkeit?“ auf folgende „Antworten gestoßen:
„Ich habezuhause nie das Gefühl erfahren dürfen, dass ich etwas gut gemacht hätte.“
„Ich möchte nicht der sein, der ich bin.“
„Ich bin mit mir absolut unzufrieden.“
„Ich habe das Gefühl, andere Menschen meiden mich, lehnen mich ab.“
Ich denke, dass diese Antworten oft nur vordergründig richtig sind. Was sind die eigentlichen Hintergründe, sozusagen die „wahren“ Gründe?

Ich selbst bin oft alleine – fühle mich aber nie einsam. Ich habe das Wissen, jederzeit aus meinem Alleinsein heraustreten zu können und das tue ich auch ganz gezielt. Dabei suche ich Gesprächspartner, die etwas zu sagen haben oder zuhören wollen oder beides. Oberflächliche Gespräche, blabla, interessieren mich nicht. Lieber eine völlig entgegengesetzte Meinung als garkeine.

Wie seht Ihr das?
Meine obige Beschreibung der Ausdrucksgesichter ist sicher nicht vollständig. Welche Ausdrucksgesichter sind Euch noch bekannt? Auch Eure Antworten auf die Frage, woher die Einsamkeit kommt, würde mich interessieren. Und weil dieser Faden eine Hilfestellung für Einsame sein soll – sind natürlich Eure Lösungsvorschläge wichtig. Dabei soll hier insbesondere auch jeder teilnehmen, der für sich noch keine Lösung gefunden hat, aber auch besonders derjenige, der das Problem der Einsamkeit gelöst hat und von seiner Lösung berichten möchte.

Und ganz interessant wäre es auch, wenn hier Teilnehmer schreiben, für die das Problem der Einsamkeit nicht besteht und nicht verstehen, warum Einsamkeit für andere ein Problem darstellt.


Die Einsamkeit ist wie vieles anderes eine Kopf- bzw. Einstellungssache!
 
Und wenn man sich einsam fühlt, dann sollte man mal schauen, woher das Gefühl der Einsamkeit resultiert. Wurde man früher beispielsweise verlassen oder allein gelassen, kann dieses Gefühl später in verstärkter Intensität auftreten.
 
Liebe (r ) Guppy,

Du hast den Begriff der Identität mit Einsamkeit verbunden. (Dein Beitrag 4529:
Das, so finde ich, ist schon interessant.
Jedoch Deinen Gleichungen kann ich nicht wirklich folgen. Ich möchte es anders ausdrücken:

Zu meiner Erkenntnis, wer ich bin, gehört auch das Du, die Person mir gegenüber. Durch andere Menschen spiegel ich mich bzw. werde gespiegelt. Habe ich eine klare Identität, wird diese durch den anderen Menschen auch erkannt und bestätigt. Dabei kann Positives sowie Negatives, welches zu meiner Identität gehört, zur Sprache kommen. Deswegen kann „ich“ dann auch eher alleine sein, nachdem ich erfahren habe, wer ich bin. Denn diese Frage meiner Identität ist geklärt. Und umgekehrt fällt es „mir“ dann auch leichter die Menschen zu suchen, die zu mir passen.

Ich bin wieder bei Dir, Guppy, wenn ein Mensch eben noch nicht genau weiß, wer er ist. In solchen Fällen fehlt ihm die Erkenntnis der eigenen Identität. In diesen Fällen halte ich es schon für möglich, dass sich ein solcher Mensch an irgendwelche andere Menschen dranhängt. Ihm fehlt das Wissen, welche Menschen zu ihm passen. Würde der Mensch, der seine eigene Identität nicht kennt und der sich an einen anderen Menschen gehängt hat, von diesem Menschen verlassen, entsteht nicht nur das Gefühl der Einsamkeit, sondern auch noch das Gefühl der Hilflosigkeit. Und das ist sicher dann doppelt schwer zu ertragen.

Wie siehst Du das?

LG, Nordrheiner
 
Hallo, Kannja,

Dein Beitrag 453 ist wirklich klasse. Dankeschön!

Dein Beitrag ist ein Plädoyer für Nächstenliebe, die den einsamen Menschen sieht und nicht übersieht. Gerade dieses „auf den anderen zugehen“ finde ich sehr wichtig. Die Haltung „wenn jemand einsam ist, soll er sich doch bei mir melden“ empfinde ich als ignorant und hartherzig.

LG, Nordrheiner
 
Liebe Püppi,

nein, ich denke nicht, dass Einsamkeit eine Einstellungssache ist. (Dein Beitrag 454).
Einsamkeit ist aus meiner Sicht eine Empfindung, die „meine“ reale Situation spiegelt. Diese Empfindung sagt „mir“: Ich habe ein ungestilltes Bedürfnis nach menschlicher Wärme und Nähe.
Und ein ungestilltes Bedürfnis ist eben Fakt und nicht Kopfsache. Oder soll sich der jeweils einsame Mensch dieses Bedürfnis kopfmässig ausreden?

Und wenn man sich einsam fühlt, dann sollte man mal schauen, woher das Gefühl der Einsamkeit resultiert. Wurde man früher beispielsweise verlassen oder allein gelassen, kann dieses Gefühl später in verstärkter Intensität auftreten.

Das Gefühl der Einsamkeit - siehe meinen obigen Absatz - beruht auf einer persönlichen Empfindung und hat realen Bezug. Ist diese Empfindung vorhanden, kann natürlich ein früheres Erlebnis "ich wurde verlassen" diese Empfindung noch verstärken.
Insofern stimme ich Dir zu.

Die Frage, die sich mir in Zusammenhang mit Deinen Beiträgen stellt, lautet: Kann die persönliche Empfindung der Einsamkeit auch durch eigene Gefühle gefällscht sein? Also: Was mir die Gefühle als Fakt mitteilen, ist in Wirklichkeit kein Fakt, ist nicht real. Ist dies vorstellbar?

LG,
Nordrheiner
 
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