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Ist Einsamkeit ein Problem?

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Für weitere Antworten geschlossen.
Ich möchte mal auf folgende Aussage reagieren:



Ich verstehe nicht ganz warum du, @Nordrheiner gerade diese Faktoren herausgesucht hast. Vieles ist nicht selbstgemacht, doch wenn ich dies lese, lese ich änder dein Verhalten.
Wieso sollte das sein?
Also so ganz verstehe ich die Beispiele nicht, das andere schon, trifft wohl auch häufig zu, doch die Beispiele verstehe ich nicht.
Ob Faulheit dazu beiträgt sich einsam zu fühlen? Faulheit, ich kenne da jemanden, da entstand Faulheit, um zu einer Gruppe dazu zu gehören. In der Gruppe war es halt cool nichts zu tun.
Angst, wieso selbstgemachte Angst? Oft ist Angst eine Reaktion auf Erlebtes. Angst mit anderen umzugehen und sich deshalb zurückzuziehen, hat sehr oft mit sehr vielen negativen Erfahrungen zu tun. Angst ist ein wichtiges Gefühl, wieso negativ? Angst ist im Grunde genommen ein gutes Gefühl, auch wenn es sich nicht toll anfühlt, es hat die Funktion zu warnen. Sie wahrzunehmen und auf sie zu reagieren, kann auch schon mal Leben retten.
Was aber kann ich mir unter selbstgemachte Angst vorstellen?
Wer sich bewusst entscheidet, sein Leben allein zu verbringen oder gar in der Einsamkeit, der geht anders damit um, aber wer sagt, dass in einem solchen Menschen nicht auch manchmal das Gefühl von Einsamkeit aufkommt? Nur die Wege damit umzugehen sind andere. In der freien Natur z.B. oder auch in der Nacht, da stellt sich bei mir das Gefühl von Einsamkeit oder allein gelassen sein, nur sehr selten ein. In der freien Natur, fühle ich mich nicht einsam, fühle mich meist mit dem Leben verbunden. Kein Mensch weit und breit und doch bin ich nicht einsam und allein. Einsamkeit aber ist da, wenn jemanden brauchen könnte, der mir zur Seite steht, ich aber gleichzeitig niemanden fragen kann, egal wie viele Menschen dann gerade da sind. Wenn das Gefühl da ist, du musst das alleine hinkriegen. Du darfst niemanden zur Last fallen. Du darfst nicht auffallen. Dich darf niemand bemerken.
Ich weiß, dies ist veränderbar und inzwischen kann ich fragen und ich darf auch oft genug da sein....
Aber vielleicht kannst du deine Beispiele etwas mehr erläutern, warum diese?

Ich bin genau deiner Meinung.
 
Hallo,

ch verstehe nicht ganz warum du, @Nordrheiner gerade diese Faktoren herausgesucht hast. Vieles ist nicht selbstgemacht, doch wenn ich dies lese, lese ich änder dein Verhalten.
Wieso sollte das sein?
Änder Dein Verhalten! Ja, das ist die „geheime“ Botschaft, die von Dir völlig richtig verstanden wurde.
Man ist so wie man ist.

Also so ganz verstehe ich die Beispiele nicht, das andere schon, trifft wohl auch häufig zu, doch die Beispiele verstehe ich nicht.
Ob Faulheit dazu beiträgt sich einsam zu fühlen? Faulheit, ich kenne da jemanden, da entstand Faulheit, um zu einer Gruppe dazu zu gehören. In der Gruppe war es halt cool nichts zu tun.

Faulheit trägt zur Einsamkeit bei: Wenn eine Veranstaltung, ein Gruppentreffen etc. stattfinden soll und ich meinen A**** nicht vom Sofa bekomme, ist wieder mal eine Chance der Verbesserung versäumt. Hier könnte man dem einsamen Menschen sogar sagen „selbst schuld“.
Wieso selbst Schuld? Wenn er keine Lust hat auf solche Veranstaltungen. Wieso muss man sich immer aufraffen? Eine bessere Frage wäre doch warum die Person allgemein so reagiert? Das löst man nicht indem derjenige eine Veranstaltung besucht. Wenn eine Person mit der Masse nicht klarkommt dann ist das halt so.
Angst, wieso selbstgemachte Angst?
Künstliche Angst als Faktor für Einsamkeit:
Angst ist ein wichtiger Warner vor Gefahren. Wenn jedoch keine Gefahren bestehen, dann ist Angst so hilfreich wie ein Schwimmreifen beim Walzer.
Aber die Angst hat einen Ursprung und selbst wenn die Person mit der Angst übertreibt muss man herausfinden warum das so ist.

Oft ist Angst eine Reaktion auf Erlebtes. Angst mit anderen umzugehen und sich deshalb zurückzuziehen, hat sehr oft mit sehr vielen negativen Erfahrungen zu tun. Angst ist ein wichtiges Gefühl, wieso negativ? Angst ist im Grunde genommen ein gutes Gefühl, auch wenn es sich nicht toll anfühlt, es hat die Funktion zu warnen. Sie wahrzunehmen und auf sie zu reagieren, kann auch schon mal Leben retten.
Was aber kann ich mir unter selbstgemachte Angst vorstellen?
Wer sich bewusst entscheidet, sein Leben allein zu verbringen oder gar in der Einsamkeit, der geht anders damit um, aber wer sagt, dass in einem solchen Menschen nicht auch manchmal das Gefühl von Einsamkeit aufkommt? Nur die Wege damit umzugehen sind andere. In der freien Natur z.B. oder auch in der Nacht, da stellt sich bei mir das Gefühl von Einsamkeit oder allein gelassen sein, nur sehr selten ein. In der freien Natur, fühle ich mich nicht einsam, fühle mich meist mit dem Leben verbunden. Kein Mensch weit und breit und doch bin ich nicht einsam und allein. Einsamkeit aber ist da, wenn jemanden brauchen könnte, der mir zur Seite steht, ich aber gleichzeitig niemanden fragen kann, egal wie viele Menschen dann gerade da sind. Wenn das Gefühl da ist, du musst das alleine hinkriegen. Du darfst niemanden zur Last fallen. Du darfst nicht auffallen. Dich darf niemand bemerken.
Ich weiß, dies ist veränderbar und inzwischen kann ich fragen und ich darf auch oft genug da sein....
Aber vielleicht kannst du deine Beispiele etwas mehr erläutern, warum diese?
Hallo, Mittendurch,

wenn keine reale Gefahr gegeben ist, dann nenne ich Angst künstlich. Ob andere Menschen diese Angst bewusst bewirken wollen oder mein inneres „Ich“ spielt erstmal keine Rolle. Diese Angst ist negativ, hilft mir nicht Gefahren zu vermeiden, weil es keine Gefahren gibt. Das sagt der logische Kopf aber es ist eher ein Seelischer Bereich. Da wohnt nämlich die Angst.
Je nach Herkunft dieser Angst sind die Abwehr- und Überwindungsmittel verschieden. Schnell geschrieben, sicherlich nicht immer leicht umzusetzen und zu lernen, den überflüssigen Schwimmreifen abzulegen. Das Bewusstsein, dass „diese Angstgefühle“ dem überflüssigen Schwimmreifen gleichen, soll helfen.

Den Argumenten meines inneren Ichs „ich darf niemandem zur Last fallen“ oder „Du darfst nicht auffallen“ oder „Dich darf niemand bemerken“ setze ich Gegenargumente entgegen:

Ich darf niemandem zur Last fallen
Fragen ist erlaubt, der Andere kann auch für sich entscheiden, ob meine Frage zumutbar ist oder nicht. Die Entscheidung nehme ich ihm nicht weg.

Du darfst nicht auffallen/Dich darf niemand bemerken:
Das ist nicht wahr. So eine Regel ist unnütz und daher unwirksam.

Mit diesem Beitrag 220 will ich darauf aufmerksam machen, daß der Einsame, der nicht einsam sein will, nicht immer so hilflos der Einsamkeit ausgeliefert ist, wie es manchmal den Anschein hat.

Ich stimme Dir zu. „Heute“ unnütze, künstliche Ängste, haben oft früher mal einen Sinn gehabt. Sie hängen auch mit real gemachten negativen Erlebnissen zusammen. Sofern die Ängste „heute“ unnütz sind, ist in etlichen Fällen ein guter Psychologe wichtig, mit dem die Vergangenheit aufgedeckt wird und beide zu der Feststellung gelangen, dass damals die Angst eine Form der Bewältigung eines bestimmten Ereignisses war – dieses Ereignis aber „heute“ nicht mehr besteht und daher die Angst auch keine Berechtigung mehr hat, abgesehen davon, dass man „heute“ mit der gleichen Situation anders umgehen könnte, als mit Angst darauf zu reagieren.
Auch gibt es etliche Fälle, in denen selbst sehr ängstliche Elternteile ihr Angstverhalten ihren Kindern beibringen. Auch hier ist Anti-Angsterziehung/Anti-Angsttraining wichtig, der eine Aufklärung der Verhaltensgrundlage vorausgehen sollte.
Naja aber die Erfahrungen können sich Wiederholen und dann sitzt diese Angst fest. Also quasi eine Bestätigung des Angstgefühls. Die Person hat halt keine positiven Erfahrungen gemacht.
Und sollte die Angst mal tatsächlich aus aktuellem Anlass berechtigt sein, so ist sie als Gefahrenwarner sinnvoll, sollte aber dazu veranlassen, über Gefahrenabwehr nachzudenken. Auch hier ist verstecken oder weglaufen nicht immer die beste Methode.
Es sei denn jemand Verfolgt dich, dann musst Weglaufen.
Ich habe diese Faktoren herausgesucht, weil ich sie als Hemmschuh identifiziere, Aufgaben zu erledigen. Und Aufgaben, die „heute“ nicht erledigt werden, können „morgen“ zu Problemen werden oder solche verursachen. Eines dieser möglichen Probleme ist die ungewollte Einsamkeit. Und wenn Du solche Faktoren bei Dir erkennst, dann weisst Du, dass Du mehr kannst, als Dein „ich“ Dich glauben lässt. Evt. bist Du in der einen oder anderen Situation hilfsbedürftig – aber im „normalen“ Alltag selten hilflos.

LG, Nordrheiner
Aber vielleicht beruht die Einsamkeit daher dass man Pflichten erledigen muss weil die Gesellschaft einen dazu verdonnert. Wir haben hier sehr viele die psychisch angeschlagen sind im Forum und auch außerhalb warum wohl?
 
Hallo,

Ich verstehe nicht ganz warum du, @Nordrheiner gerade diese Faktoren herausgesucht hast. Vieles ist nicht selbstgemacht, doch wenn ich dies lese, lese ich änder dein Verhalten.
Wieso sollte das sein?
Änder Dein Verhalten! Ja, das ist die „geheime“ Botschaft, die von Dir völlig richtig verstanden wurde.

Manchmal hat man leider auch wenig Kraft um etwas zu Verändern.
Man ist so wie man ist.


Faulheit trägt zur Einsamkeit bei: Wenn eine Veranstaltung, ein Gruppentreffen etc. stattfinden soll und ich meinen A**** nicht vom Sofa bekomme, ist wieder mal eine Chance der Verbesserung versäumt. Hier könnte man dem einsamen Menschen sogar sagen „selbst schuld“.

Wieso selbst Schuld? Wenn er keine Lust hat auf solche Veranstaltungen. Wieso muss man sich immer aufraffen? Eine bessere Frage wäre doch warum die Person allgemein so reagiert? Das löst man nicht indem derjenige eine Veranstaltung besucht. Wenn eine Person mit der Masse nicht klarkommt dann ist das halt so.


Es geht nicht um Veranstaltungen. Das war nur ein Beispiel. Es geht überhaupt um Chancen und Möglichkeiten, selbst etwas an der eigenen Einsamkeit zu ändern. Dabei ist "ich habe keine Lust" ein Vertun einer Chance. Wenn jemand sich in einer großen Veranstaltung nicht wohl fühlt, dann kommen immer noch andere Chancen und Möglichkeiten in Betracht. Mir fehlt bei Dir der Aspekt des Ändernwollens, des Suchens nach einer Lösung.

Das Problem sind oft Deine oben zitierten Sätze:[B] Man ist wie man ist.
[/B] Das kommt rüber wie "ich will mich ja garnicht ändern.
Und der Satz: "Manchmal hat man auch wenig Kraft, um etwas zu verändern" ist dann eine willkommene Ausrede, wenn die Kraft von außen kommen kann, sie lediglich ignoriert oder abgelehnt wird.


Angst, wieso selbstgemachte Angst?
Künstliche Angst als Faktor für Einsamkeit:
Angst ist ein wichtiger Warner vor Gefahren. Wenn jedoch keine Gefahren bestehen, dann ist Angst so hilfreich wie ein Schwimmreifen beim Walzer.
Aber die Angst hat einen Ursprung und selbst wenn die Person mit der Angst übertreibt muss man herausfinden warum das so ist.
Vor allem sollte die Person willens sein, die "künstliche" Angst zu bekämpfen. Das Herausfinden alleine ist nur intellektuell von Interesse, wenn nicht die Praxis des Bekämpfens hinzukommt.

Hallo, Kareena,
viele Menschen, viele Ängste, viele verschiedene Ursachen. Wir können nicht alle auf einmal diskutieren.
Hier an dieser Stelle bzw. in meinen letzten Beiträgen mache ich darauf aufmerksam, dass in dem einen oder anderen Fall zutrifft: Der von "künstlichen" Ängsten betroffene Mensch steht sich auch so manches mal selbst im Wege. Nicht seine Kraftlosigkeit ist der Grund für Einsamkeit, denn es gibt auch ab und an "Kraft von außen", die nur angenommen werden will. Nicht "ich bin wie ich bin" kennzeichnen die Situation, sondern die dahinter stehende Realität des sich nicht ändern Wollens.

Warum will der hilfsbedürftige Mensch sich nicht ändern? Dafür führte ich negative Faktoren an, die ein schwacher Mensch genauso haben kann, wie ein starker: Sturheit, sich in seiner Rolle wohlfühlen, Faulheit...

Meine Aussagen treffen nicht auf jeden hilfsbedürftigen Menschen zu. Aber wenn so markante Sätze geschrieben werden, wie "ich bin wie ich bin" , dann signalisiert dies eher eine Ablehnung von positiven Änderungen als eine Annahme, ein Wollen.
Das hat auch nichts mit der Gesellschaft oder irgendwelchen Aufgaben in der Gesellschaft zu tun.

Niemand muß sich ändern. Niemand, auch wenn er der Hilfe bedarf, muß sich ändern oder Hilfe annehmen.
Wer sich in der Rolle des ängstlichen Hilfsbedürftigen wohl fühlt, der darf und soll gerne dort bleiben.

LG, Nordrheiner
 
Hallo,

Ich verstehe nicht ganz warum du, @Nordrheiner gerade diese Faktoren herausgesucht hast. Vieles ist nicht selbstgemacht, doch wenn ich dies lese, lese ich änder dein Verhalten.
Wieso sollte das sein?
Änder Dein Verhalten! Ja, das ist die „geheime“ Botschaft, die von Dir völlig richtig verstanden wurde.

Manchmal hat man leider auch wenig Kraft um etwas zu Verändern.
Man ist so wie man ist.


Faulheit trägt zur Einsamkeit bei: Wenn eine Veranstaltung, ein Gruppentreffen etc. stattfinden soll und ich meinen A**** nicht vom Sofa bekomme, ist wieder mal eine Chance der Verbesserung versäumt. Hier könnte man dem einsamen Menschen sogar sagen „selbst schuld“.

Wieso selbst Schuld? Wenn er keine Lust hat auf solche Veranstaltungen. Wieso muss man sich immer aufraffen? Eine bessere Frage wäre doch warum die Person allgemein so reagiert? Das löst man nicht indem derjenige eine Veranstaltung besucht. Wenn eine Person mit der Masse nicht klarkommt dann ist das halt so.


Es geht nicht um Veranstaltungen. Das war nur ein Beispiel. Es geht überhaupt um Chancen und Möglichkeiten, selbst etwas an der eigenen Einsamkeit zu ändern. Dabei ist "ich habe keine Lust" ein Vertun einer Chance. Wenn jemand sich in einer großen Veranstaltung nicht wohl fühlt, dann kommen immer noch andere Chancen und Möglichkeiten in Betracht. Mir fehlt bei Dir der Aspekt des Ändernwollens, des Suchens nach einer Lösung.

Das Problem sind oft Deine oben zitierten Sätze:[B] Man ist wie man ist.
[/B] Das kommt rüber wie "ich will mich ja garnicht ändern.
Und der Satz: "Manchmal hat man auch wenig Kraft, um etwas zu verändern" ist dann eine willkommene Ausrede, wenn die Kraft von außen kommen kann, sie lediglich ignoriert oder abgelehnt wird.
Das ist keine Ausrede, sondern eine Tatsache. Manchmal hat man einfach keine Kraft.

Angst, wieso selbstgemachte Angst?
Künstliche Angst als Faktor für Einsamkeit:
Angst ist ein wichtiger Warner vor Gefahren. Wenn jedoch keine Gefahren bestehen, dann ist Angst so hilfreich wie ein Schwimmreifen beim Walzer.
Aber die Angst hat einen Ursprung und selbst wenn die Person mit der Angst übertreibt muss man herausfinden warum das so ist.
Vor allem sollte die Person willens sein, die "künstliche" Angst zu bekämpfen. Das Herausfinden alleine ist nur intellektuell von Interesse, wenn nicht die Praxis des Bekämpfens hinzukommt. Ja mag sein.

Hallo, Kareena,
viele Menschen, viele Ängste, viele verschiedene Ursachen. Wir können nicht alle auf einmal diskutieren.
Hier an dieser Stelle bzw. in meinen letzten Beiträgen mache ich darauf aufmerksam, dass in dem einen oder anderen Fall zutrifft: Der von "künstlichen" Ängsten betroffene Mensch steht sich auch so manches mal selbst im Wege. Nicht seine Kraftlosigkeit ist der Grund für Einsamkeit, denn es gibt auch ab und an "Kraft von außen", die nur angenommen werden will. Nicht "ich bin wie ich bin" kennzeichnen die Situation, sondern die dahinter stehende Realität des sich nicht ändern Wollens.
Ja aber warum will man sich nicht Verändern?
Warum will der hilfsbedürftige Mensch sich nicht ändern? Dafür führte ich negative Faktoren an, die ein schwacher Mensch genauso haben kann, wie ein starker: Sturheit, sich in seiner Rolle wohlfühlen, Faulheit...
Warum fühlt sich derjenige in der Rolle wohl. Was führt ihn in die Faulheit? Ich sage es dir das außen spiegelt auch das innern. Es gibt so viele Menschen die kein Selbstbewusstsein haben. Warum ist das so?
Unser S
ystem hat auch mitschuld dran. Es ist nicht nur eine Ausrede: Du musst immer Leistung zeigen und dann bist du wer. Das wird dann dem Menschen eingeredet und dann glauben sie es irgendwann selber. Was nützt es gesund zu sein in einer kranken Welt?
 
Hallo, Mittendurch,

wenn keine reale Gefahr gegeben ist, dann nenne ich Angst künstlich. Ob andere Menschen diese Angst bewusst bewirken wollen oder mein inneres „Ich“ spielt erstmal keine Rolle. Diese Angst ist negativ, hilft mir nicht Gefahren zu vermeiden, weil es keine Gefahren gibt.
Ich finde hier machst du dir das zu einfach. Bevor eine Angst als unbegründet eingestuft werden kann, muss es erst einmal eine Gefährdungsabschätzung geben. Denn eine Angst einfach als falsch einzustufen, kann schlimme Folgen nach sich bringen. Menschen die aufgrund ihrer Erfahrungen eher Angst haben, sind vielleicht sogar geschützter, als Menschen, die einfach aufgehört haben ihre Angst wahrzunehmen. Denn das ist nicht von Vorteil. Außerdem muss es nicht unbedingt zur Einsamkeit führen, weder das eine noch das andere.
Je nach Herkunft dieser Angst sind die Abwehr- und Überwindungsmittel verschieden. Schnell geschrieben, sicherlich nicht immer leicht umzusetzen und zu lernen, den überflüssigen Schwimmreifen abzulegen. Das Bewusstsein, dass „diese Angstgefühle“ dem überflüssigen Schwimmreifen gleichen, soll helfen.
Ich selbst bin froh inzwischen auch mal Ängste wahrzunehmen, nicht einfach wegzureden. Sicher ist auch dies der Grund warum ich dieser Aussage skeptisch gegenüberstehe. Trotzdem oder vielleicht gerade auch darum, war oder bin ich eher misstrauisch. Doch auch dieses Misstrauen möchte ich nicht mehr aufgeben, ich hatte mehrfach den Fehler gemacht, Menschen zu vertrauen, die dieses Vertrauen nur ausnutzten. Das heißt nicht generell, keine Kontakte zu anderen Menschen zu haben, jedoch ein Restmisstrauen beizubehalten, halte ich für sinnvoll.
Misstrauen hat mich einige Male sehr geschützt. Entscheidend ist die Wahl des Weges sich zu schützen. Es kann durchaus auch Flucht sein.
Vertrauen ist sehr oft, eigentlich fast immer missbraucht wurden.
Den Argumenten meines inneren Ichs „ich darf niemandem zur Last fallen“ oder „Du darfst nicht auffallen“ oder „Dich darf niemand bemerken“ setze ich Gegenargumente entgegen:

Ich darf niemandem zur Last fallen
Fragen ist erlaubt, der Andere kann auch für sich entscheiden, ob meine Frage zumutbar ist oder nicht. Die Entscheidung nehme ich ihm nicht weg.
Mit Fragen stellen, habe ich noch nicht das Gefühl jemanden zur Last zu fallen.
Doch habe ich oft die Erfahrungen und die Beobachtungen gemacht, dass manche Menschen ihre Grenzen nicht rechtzeitig zeigen und dann so heftig reagieren, dass sie Menschen verletzen, bevor sie sich von ihnen ganz trennen. Angeblich weil sie eine Last waren, weil sie zuviel da waren, weil sie da waren, weil sie das Leben der anderen einschränken....
Du darfst nicht auffallen/Dich darf niemand bemerken:
Das ist nicht wahr. So eine Regel ist unnütz und daher unwirksam.
Bist du dir da wirklich sicher? Oft ist genau dies zu beobachten. Nicht nur ich erlebte es, dies erleben noch heute sehr viele Kinder durch ihre Eltern. Eltern die es selbst oft schon als Kind erlebten.
Heute halte ich mich nicht mehr bei Menschen auf, die mir das vermitteln und och ist das auch in vielen Firmen so. Wie viele Mitarbeiter machen ihre Arbeit, wehedem aber sie fallen irgendwie auf. Wie viele Menschen wird vermittelt mach deine Arbeit, aber mehr und besser als andere, aber halte dich sonst zurück.
Nein, ich spreche nicht von mir. Aber gerade heute, wo viele Angst um ihren Arbeitsplatz haben, es will der Chef oft nicht wissen, wer die Arbeit tat, oft kennt er seine Leute nicht, er will nur, das alles für möglichst wenig kosten gemacht wird. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Es wird überall vermittelt. Doch bin ich nicht davon überzeugt, dass es nicht doch noch oft, gerade im Berufsleben, gefordert ist.
Ich habe mich seit meiner Jugendzeit nicht daran gehalten, doch bringt das nicht nur Freunde und macht es auch nicht unbedingt nur einfacher.
Mit diesem Beitrag 220 will ich darauf aufmerksam machen, daß der Einsame, der nicht einsam sein will, nicht immer so hilflos der Einsamkeit ausgeliefert ist, wie es manchmal den Anschein hat.
Einsamkeit ist aber nicht unbedingt dadurch weg, dass er sich unter anderen Menschen aufhält. Im Gegenteil, oft ist es so dass die Einsamkeit größer ist, wenn andere Menschen da sind. Andere Menschen sind nicht immer der Weg der Einsamkeit zu entkommen.
Ich stimme Dir zu. „Heute“ unnütze, künstliche Ängste, haben oft früher mal einen Sinn gehabt. Sie hängen auch mit real gemachten negativen Erlebnissen zusammen. Sofern die Ängste „heute“ unnütz sind, ist in etlichen Fällen ein guter Psychologe wichtig, mit dem die Vergangenheit aufgedeckt wird und beide zu der Feststellung gelangen, dass damals die Angst eine Form der Bewältigung eines bestimmten Ereignisses war – dieses Ereignis aber „heute“ nicht mehr besteht und daher die Angst auch keine Berechtigung mehr hat, abgesehen davon, dass man „heute“ mit der gleichen Situation anders umgehen könnte, als mit Angst darauf zu reagieren.
Ist Angst wirklich eine Form der Bewältigung? Ich würde da widersprechen. Angst ist keine Form der Bewältigung, sondern ein Zeichen dafür etwas nicht bewältigt zu haben. Das Ende noch nicht wahrgenommen zu haben oder gar noch diesen Situationen ausgesetzt zu sein. Angst zeigt nur Gefahr oder möglich Gefahr an. Wobei unter Umständen die Erkenntnis fehlt, das es heute anders ist. Vielleicht aber auch immer wieder der Mensch ähnlichen Situationen ausgesetzt ist oder sich diesen aussetzt, ohne es zu ahnen. Angst entsteht auch, wenn sich etwas verändert, auch zum positiven hin. Es soll schließlich schützen. Darum egal woher Angst kommt, halte ich es für ein positives Gefühl. Schon allein diese Einstellung, die Angst als Freund, statt als Feind zu sehen, kann sehr helfen diese als Helfer zu nutzen.
Auch gibt es etliche Fälle, in denen selbst sehr ängstliche Elternteile ihr Angstverhalten ihren Kindern beibringen. Auch hier ist Anti-Angsterziehung/Anti-Angsttraining wichtig, der eine Aufklärung der Verhaltensgrundlage vorausgehen sollte.

Und sollte die Angst mal tatsächlich aus aktuellem Anlass berechtigt sein, so ist sie als Gefahrenwarner sinnvoll, sollte aber dazu veranlassen, über Gefahrenabwehr nachzudenken. Auch hier ist verstecken oder weglaufen nicht immer die beste Methode.
Da kommen wir doch zu dem wichtigsten Punkt, eine Auseinandersetzung mit der Angst. Angst als Freund, als Verbündeten, diese wahrnehmen und nach Ursachen gucken und dann situationsbezogen zu agieren. Wobei verstecken und Flucht manchmal besser ist als Kampf. Dies schnell und situationsbezogen zu beurteilen ist sehr hilfreich. Für mich war es wichtig zu lernen auch einmal lieber rechtzeitig wegzugehen.
Ich habe diese Faktoren herausgesucht, weil ich sie als Hemmschuh identifiziere, Aufgaben zu erledigen. Und Aufgaben, die „heute“ nicht erledigt werden, können „morgen“ zu Problemen werden oder solche verursachen. Eines dieser möglichen Probleme ist die ungewollte Einsamkeit. Und wenn Du solche Faktoren bei Dir erkennst, dann weisst Du, dass Du mehr kannst, als Dein „ich“ Dich glauben lässt. Evt. bist Du in der einen oder anderen Situation hilfsbedürftig – aber im „normalen“ Alltag selten hilflos.

LG, Nordrheiner
Ich kenne inzwischen die meisten Gründe, die bei mir ein Gefühl von Einsamkeit erzeugen können. Dieses Gefühl ist dann unabhängig von der Anwesenheit von anderen Menschen. Wobei es egal ist wie wichtig oder unwichtig die Menschen sind, die grad da sind.
Was ich damit sagen will, die Ursachen sitzen oft tief und es ist gut zu wissen, woher das Gefühl kommt, dann brauche ich auch nicht mehr unbedingt andere, um mit diesem Gefühl klar zu kommen oder es auch zu überwinden.
Andere Menschen mögen manchmal ein wenig überbrücken, manchmal aber auch verstärken sie ein solches Gefühl.
Dies zu wissen kann sehr hilfreich sein, seinen individuellen Umgang mit der Einsamkeit zu finden.
Lg
Mittendurch
 
Hallo,

Ich verstehe nicht ganz warum du, @Nordrheiner gerade diese Faktoren herausgesucht hast. Vieles ist nicht selbstgemacht, doch wenn ich dies lese, lese ich änder dein Verhalten.
Wieso sollte das sein?
Änder Dein Verhalten! Ja, das ist die „geheime“ Botschaft, die von Dir völlig richtig verstanden wurde.

Manchmal hat man leider auch wenig Kraft um etwas zu Verändern.
Man ist so wie man ist.


Faulheit trägt zur Einsamkeit bei: Wenn eine Veranstaltung, ein Gruppentreffen etc. stattfinden soll und ich meinen A**** nicht vom Sofa bekomme, ist wieder mal eine Chance der Verbesserung versäumt. Hier könnte man dem einsamen Menschen sogar sagen „selbst schuld“.

Wieso selbst Schuld? Wenn er keine Lust hat auf solche Veranstaltungen. Wieso muss man sich immer aufraffen? Eine bessere Frage wäre doch warum die Person allgemein so reagiert? Das löst man nicht indem derjenige eine Veranstaltung besucht. Wenn eine Person mit der Masse nicht klarkommt dann ist das halt so.


Es geht nicht um Veranstaltungen. Das war nur ein Beispiel. Es geht überhaupt um Chancen und Möglichkeiten, selbst etwas an der eigenen Einsamkeit zu ändern. Dabei ist "ich habe keine Lust" ein Vertun einer Chance. Wenn jemand sich in einer großen Veranstaltung nicht wohl fühlt, dann kommen immer noch andere Chancen und Möglichkeiten in Betracht. Mir fehlt bei Dir der Aspekt des Ändernwollens, des Suchens nach einer Lösung.

Das Problem sind oft Deine oben zitierten Sätze:[B] Man ist wie man ist.
[/B] Das kommt rüber wie "ich will mich ja garnicht ändern.
Und der Satz: "Manchmal hat man auch wenig Kraft, um etwas zu verändern" ist dann eine willkommene Ausrede, wenn die Kraft von außen kommen kann, sie lediglich ignoriert oder abgelehnt wird.
Das ist keine Ausrede, sondern eine Tatsache. Manchmal hat man einfach keine Kraft.

Angst, wieso selbstgemachte Angst?
Künstliche Angst als Faktor für Einsamkeit:
Angst ist ein wichtiger Warner vor Gefahren. Wenn jedoch keine Gefahren bestehen, dann ist Angst so hilfreich wie ein Schwimmreifen beim Walzer.
Aber die Angst hat einen Ursprung und selbst wenn die Person mit der Angst übertreibt muss man herausfinden warum das so ist.
Vor allem sollte die Person willens sein, die "künstliche" Angst zu bekämpfen. Das Herausfinden alleine ist nur intellektuell von Interesse, wenn nicht die Praxis des Bekämpfens hinzukommt. Ja mag sein.

Hallo, Kareena,
viele Menschen, viele Ängste, viele verschiedene Ursachen. Wir können nicht alle auf einmal diskutieren.
Hier an dieser Stelle bzw. in meinen letzten Beiträgen mache ich darauf aufmerksam, dass in dem einen oder anderen Fall zutrifft: Der von "künstlichen" Ängsten betroffene Mensch steht sich auch so manches mal selbst im Wege. Nicht seine Kraftlosigkeit ist der Grund für Einsamkeit, denn es gibt auch ab und an "Kraft von außen", die nur angenommen werden will. Nicht "ich bin wie ich bin" kennzeichnen die Situation, sondern die dahinter stehende Realität des sich nicht ändern Wollens.
Ja aber warum will man sich nicht Verändern?
Warum will der hilfsbedürftige Mensch sich nicht ändern? Dafür führte ich negative Faktoren an, die ein schwacher Mensch genauso haben kann, wie ein starker: Sturheit, sich in seiner Rolle wohlfühlen, Faulheit...
Warum fühlt sich derjenige in der Rolle wohl. Was führt ihn in die Faulheit? Ich sage es dir das außen spiegelt auch das innern. Es gibt so viele Menschen die kein Selbstbewusstsein haben. Warum ist das so?
Unser S
ystem hat auch mitschuld dran. Es ist nicht nur eine Ausrede: Du musst immer Leistung zeigen und dann bist du wer. Das wird dann dem Menschen eingeredet und dann glauben sie es irgendwann selber. Was nützt es gesund zu sein in einer kranken Welt?

Liebe Kareena,

sicher ist unser System nicht perfekt. Jedoch wenn man noch die Kraft und den Verstand hat, sich über das System Gedanken zu machen, das System zu kritisieren, Schwachpunkte der Gesellschaft zu finden, der verfügt auch über ein Mindestmaß an Kraft und Selbstbewusstsein. Dein Ich kritisiert das Du – oder das Ihr.
Du liegst also nicht apathisch in der Ecke.

Interessant ist auch Deine Abschlußfrage: Was nützt es gesund zu sein in einer kranken Welt?
Das riecht nach Anpassung. Hinter dieser Frage steht doch die Aussage: Weil die Welt krank ist, bin ich das auch. Es stellt sich die Frage: Wer redet jetzt wem was ein?

Und nehmen wir mal an, dass künstliche Ängste und Versagen Dir eingeredet wurden. Jetzt sieht es so aus, als ob Du das selbst fortsetzt.

Oder spielt Trotz eine Rolle? Weil die Gesellschaft von mir Leistung will – in einem Maße, die ich nicht bereit bin zu geben – verweigere ich mich und werde oder ich bleibe krank. Krank sein, schwach sein, als Trotzreaktion.

Der kranke Mensch hat im Allgemeinen auch sogenannte Selbstheilungskräfte und hilft mit seiner positiven Denkeinstellung sich selbst, gesund zu werden. Wie sagen Mediziner so oft: „Wenn der Patient nicht gesund werden will, kann ich ihm nicht helfen.“
Der gesunde Mensch macht es auch schon mal umgekehrt. Der ehemalige Feind ist z.B. der erwachsene Mensch, der das Kind krank redet. Dabei ist das Kind nicht wirklich zum ewigen Kranksein verdammt. Sobald das Kind alt genug ist, durchschaut es die Fehler in der Erziehung. Dann ist die „Krankheit“ schon mindestens zur Hälfte besiegt. Das erwachsene Kind weiss jetzt durch eigenes Nachdenken: Ich bin nicht krank oder ein Versager oder jemand, der Angst haben muß, wenn es dafür keinen Grund gibt. Es bedarf jetzt lediglich Willen und ggf. Training, „Beine“ wieder ans Laufen zu gewöhnen.

Egal, ob diese Erkenntnis alleine durch das eigene Nachdenken kommt oder mit Hilfe Dritter: Jetzt ist der Moment, wo der „Kranke“, der „Schwache“ sagen muß: Ich will
Sagst Du das „ich will“ nicht, dann stellt sich schon die Frage, ob Du langsam die Rolle Deiner Mutter bei Dir selbst übernommen hast? Du hast wohl gut von Deiner Mutter gelernt, alle Achtung!

Oder Trotz gegenüber der Mutter? Die Mutter sagt, ich sei ein Versager. Dann soll sie den auch bekommen.
Na prima, echt hilfreich so eine Trotzreaktion.

LG, Nordrheiner
 
Ich finde hier machst du dir das zu einfach. Bevor eine Angst als unbegründet eingestuft werden kann, muss es erst einmal eine Gefährdungsabschätzung geben. Denn eine Angst einfach als falsch einzustufen, kann schlimme Folgen nach sich bringen. Menschen die aufgrund ihrer Erfahrungen eher Angst haben, sind vielleicht sogar geschützter, als Menschen, die einfach aufgehört haben ihre Angst wahrzunehmen. Denn das ist nicht von Vorteil. Außerdem muss es nicht unbedingt zur Einsamkeit führen, weder das eine noch das andere.

Na klar ist Gefährdungsabschätzung sehr wichtig. Diese hatte ich "heimlich" vorweggenommen. Daher schrieb ich von "künstlichen" Ängsten.
LG; Nordrheiner
 
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