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Ist Einsamkeit ein Problem?

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Soweit wie ich Dich verstehe, bist Du für einige oder für viele Menschen ein schlechter Mensch, den man verachtet und ausgrenzen will. Du erklärst das damit, dass Du bei diesen Menschen eine Erinnerung hervorrufst, „was sie selber nicht sein dürfen“. Da stellt sich mir die Frage, was genau Du damit meinst?
Eigentlich wollte ich nur deine Liste aus dem Eingangsbeitrag weiterführen. Du hattest ja nach weiteren Antworten angefragt. Aber bzgl. der Erinnerungen: Vielen Menschen wurde das Bild einer rauen und ruppigen Welt verinnerlicht, in der jeder zu kurz kommt, der sich nicht behaupten kann. Diese Prägung beginnt schon sehr früh durch wichtige Bezugspersonen. Man muss Leistung bringen, man muss sich artikulieren können, man muss aufgeweckt sein, usw. Nur dann verdient man Anerkennung und darf auf positive Rückmeldung hoffen. Andernfalls gilt man als nicht akzeptierenswert. Besonders als Kind kann man sich dem Anforderungsdruck nicht erwehren, und je mehr die Urbedürfnisse nach Zuwendung und Nähe nicht erfüllt werden, desto mehr besteht die Gefahr, dass man die hartherzige, gefühlskalte Haltung, die einem selber zuteil wurde, zu seiner eigenen macht. D.h. man ist ständig unter dem Druck seine Stärke, seinen Wert, seine Fähigkeit unter Beweis zu stellen. Alle diejenigen, die dem "Urbild" entsprechen, also unverfälscht, evtl. unbedarft wirken, die schüchtern, zurückhaltend sind, die das Bild der "Schwäche" repräsentieren, also das, was man selber nicht sein durfte, da man sonst nicht akzeptiert worden wäre, können nun von einem selbst nicht akzeptiert werden. Denn sonst müsste man sich klar machen (sich erinnern), was die wichtigen Bezugspersonen von damals mit einem angestellt haben. Das wäre aber mit einem enormen Kraftakt verbunden und die meisten können das schlichtweg nicht, weil ihr gesamtes Weltbild unter ihnen wegbrechen würde. Die Berechtigung gegen diese anderen, diese verachtenswert Schwachen vorzugehen, ist Bestandteil des Lebens dieser Leute und die Schuld, die man sich eingestehen müsste, wäre einfach zu groß. Umso schwieriger wird es sich davon zu lösen, je länger sie in diesem Weltbild verfangen sind und je mehr sie auf dem Kerbholz haben. Naja, und je mehr Unterstützung sie von außen haben. Der Einzelne muss in der Gruppe keine Verantwortung für seine Gräueltaten übernehmen. Das "Böse" zu zelebrieren (das noch als etwas Gutes und Berechtigtes verklärt werden kann) ist hier der leider einfache Weg und gutmeinendes Verhalten wird nur noch dargestellt (ohne tatsächliche, wahre Gefühle), wie es im Zusammenhang mit der Gruppe um zugehörig zu sein, erforderlich ist. Wahres menschliches Mitfühlen dagegen ist verschwindend, bzw. fehlt ganz. So zumindest kommt es mir in weiten Teilen vor, natürlich in verschiedenen Ausprägungsstufen (gibt ja nicht nur schwarz-weiß).
 
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Re: Ist Einsamkeit ein Problem?
Hallo Mr. Pinguin,
wenn ich Dich jetzt richtig verstehe, sprichst Du nur im Allgemeinen, also nicht von Dir, richtig?

Mir ist Dein Beitrag wichtig, weil das genau die Situation ist, in der sich viele Menschen befinden. Das Weltbild, aufgebaut auf einer Lebenslüge.

Dein Beitrag enthält für mich einige wichtige Aussagen:
Aussage 1: Die in der Kindheit erlebte hartherzige Gefühlskälte macht man sich zu eigen.
Aussage 2: man steht ständig unter dem Druck, seine eigene Stärke unter Beweis zu stellen.
Aussage 3: Schwache Menschen können von dem jeweiligen Menschen nicht akzeptiert werden, da man sich ansonsten erinnern müsste, sich klarmachen, was die wichtigen Bezugspersonen mit einem angestellt haben. Dies erfordert einen Kraftakt, den viele Menschen nicht aufbringen können, weil ihr Weltbild zusammenbrechen würde.
Aussage 4: Die Berechtigung gegen diese anderen, diese verachtenswert Schwachen vorzugehen, ist Bestandteil des Lebens dieser Leute und die Schuld, die man sich eingestehen müsste, wäre einfach zu groß. Umso schwieriger wird es sich davon zu lösen, je länger sie in diesem Weltbild verfangen sind und je mehr sie auf dem Kerbholz haben.

Lieber Mr. Pinguin, egal ob Du damit Deine Situation beschrieben hast oder eine Situation eines „unbekannten Dritten“, meine Antwort ist folgende:
Deinem Beitrag kann man die Logik nicht absprechen. Eine Lösung scheint unmöglich, weil das (falsche) Weltbild Dreh- und Angelpunkt ist. Nimmt man dieses weg, bricht die Welt desjenigen zusammen, dem jetzt das falsche Weltbild fehlt.
Wenn man Dir bei einem Einkauf im Wert von 15 € - den Du mit einem 50 € Schein bezahlen willst, nur 10 € Wechselgeld herausgibt, wirst Du eine Begründung fordern. Die Antwort wird wird immer falsch bzw. eine Lüge sein. Willst Du Dich belügen, mit einer Lüge abspeisen lassen?

Folgende Frage erscheint mir logisch: Wie sieht denn die Wahrheit aus? Wie sieht das wahre Weltbild aus?
Einige Schlaumeier werden jetzt antworten können: Die Welt sieht so aus, wie Du sie siehst, ist abhängig von Deiner Brille. Aber dann kommen wir wieder zur Kassensituation zurück.

Daher empfinde ich auch eine solche Aussage als Lüge.

Um sich von dieser Lüge zu befreien, ist als erste Maßnahme die Schuldfrage, die Du richtigerweise erwähnst, zu klären. Schuld wird nicht durch Verschweigen geklärt, sondern durch Vergebung.

Ich weiß nicht, ob Du religiös bist. Aber erlaube mir, mein christlich geprägtes Weltbild anzubieten. Mein christliches Weltbild hat sehr schöne und ganz erhebliche Vorteile gegenüber einem Weltbild, welches auf Lügen aufgebaut ist.

  • Vergebung wird zugesagt, auch wenn Du viel auf dem Kerbholz hast
  • Schwächen sind ausdrücklich von Vorteil. Grund: „..denn Gott ist in den Schwachen mächtig“.
  • Es geht kein Mensch über diese Erde, den Gott nicht liebt.

    Es liegt an Dir, welche Freunde Du Dir suchst. Hast Du Freunde, die ein auf Lügen aufgebautes Weltbild vertreten, so bleibst Du mit Deiner Schuld und mit Deiner Hartherzigkeit, mit deiner Gefühlskälte. Hast Du Gott als „Freund“, bist Du ein geliebter Mensch und kannst Dich selbst mit Deinen Schwächen annehmen, denn Gott liebt Dich mit Deinen Schwächen. Und je mehr Du auf dem Kerbholz hast, um so größer wird Dir die Wichtigkeit der Vergebung deutlich. Ich sage Dir, dass das stark macht. Christen werden sogar so stark, dass sie den wichtigen Bezugspersonen, die viel auf dem Kerbholz haben, weil sie sich an ihnen versündigt haben, verzeihen können. Aus Schwachheit wird Stärke, es liegt an dem Weltbild und daran, wen Du als Deinen „Freund“ haben möchtest.

    LG, Nordrheiner

    PS. Es geht kein Mensch über diese Erde, den Gott nicht liebt.
 
Ich weiß nicht, ob Du religiös bist. Aber erlaube mir, mein christlich geprägtes Weltbild anzubieten. Mein christliches Weltbild hat sehr schöne und ganz erhebliche Vorteile gegenüber einem Weltbild, welches auf Lügen aufgebaut ist.

  • Vergebung wird zugesagt, auch wenn Du viel auf dem Kerbholz hast
  • Schwächen sind ausdrücklich von Vorteil. Grund: „..denn Gott ist in den Schwachen mächtig“.
  • Es geht kein Mensch über diese Erde, den Gott nicht liebt.
Das ist doch das "Schöne" an Religion, man kann anstellen was man will, die Verantwortung übernimmt immer der große Übervater im Himmel.
 
Das ist doch das "Schöne" an Religion, man kann anstellen was man will, die Verantwortung übernimmt immer der große Übervater im Himmel.

Nein, lies doch nochmal genau. Es geht mir um einen positiven Umgang mit Schuld. Die Verantwortung für das, was der Mensch „auf dem Kerbholz“ hat, bleibt beim Menschen. Man muß für seine Taten einstehen.

LG, Nordrheiner
 
Nein, lies doch nochmal genau. Es geht mir um einen positiven Umgang mit Schuld. Die Verantwortung für das, was der Mensch „auf dem Kerbholz“ hat, bleibt beim Menschen. Man muß für seine Taten einstehen.
Wieso, wird doch sowieso vergeben.
Aber spar dir bitte weitere Bemühungen in der Richtung. Ich bin nicht empfänglich für dein christlich geprägtes Weltbild. Und auch nicht für sonst irgendwas religiöses. Steht doch auch gar nicht mehr im Zusammenhang mit dem Threadthema.
 
Dann lass uns doch das Thema Einsamkeit hervorheben.
Schuld ist u.a. auch ein Grund für Einsamkeit.

Ich darf Deine Aussagen nochmal anführen:
Aussage 1: Die in der Kindheit erlebte hartherzige Gefühlskälte macht man sich zu eigen.
Aussage 2: man steht ständig unter dem Druck, seine eigene Stärke unter Beweis zu stellen.
Aussage 3: Schwache Menschen können von dem jeweiligen Menschen nicht akzeptiert werden, da man sich ansonsten erinnern müsste, sich klarmachen, was die wichtigen Bezugspersonen mit einem angestellt haben. Dies erfordert einen Kraftakt, den viele Menschen nicht aufbringen können, weil ihr Weltbild zusammenbrechen würde.
Aussage 4: Die Berechtigung gegen diese anderen, diese verachtenswert Schwachen vorzugehen, ist Bestandteil des Lebens dieser Leute und die Schuld, die man sich eingestehen müsste, wäre einfach zu groß. Umso schwieriger wird es sich davon zu lösen, je länger sie in diesem Weltbild verfangen sind und je mehr sie auf dem Kerbholz haben.

Wie sieht Deine Lösung aus für Gefühlskälte, Druck, Schwäche, Schuld - ein Kreislauf, der einsam macht?
 
Zitat von Mittendurch
Hey Panthi,
das kenne ich von mir auch. Dafür habe ich für mich folgende Erklärung gefunden. Am Tage ist manchmal der Wunsch/die Hoffnung da, es würde sich jemand melden. Ich selbst dann unsicher bin wegen irgendwo hingehen oder anrufen, weil da ein Gefühl ist eh nur zu stören,

Das klingt logisch. Aber ist diese Unsicherheit nicht eher hinderlich, schädlich?
Was hältst Du davon, dieses Gefühl auch mal zu ignorieren? Einfach mal "Hallo" sagen, Dir etwas überlegen, was dem Anderen Freude bereitet? Z.B:"Ich habe so oft an Dich gedacht und meine, jetzt ist mal Schluß mit dem Nurdenken, ich rufe an bzw besuche Dich und schaue, was Du so machst, wie es Dir geht. Und wie geht es Dir?"

dann ist das nur am Tag, weil in der späten Stunde am Tag es nicht mehr zu erhoffen ist. Da wird niemand mehr anrufen und ich auch nirgends mehr hingehen, da ist klar, die Menschen wollen zur Ruhe kommen. Nachts, da ist auch hier meist eher der Wunsch liebe allein zu sein und zur Ruhe zu kommen.


Aber einsam fühlen ist auch unter Menschen möglich, wenn ich mich nicht gesehen/wahrgenommen fühle. Wenn ich etwas brauche und es mir nicht angeboten wird, mir nicht holen oder nehmen kann.
Einsamkeit ist irgendwie auch mit Hoffnung verbunden, der Suche nach angenommen sein.

Ich mag auch die Ruhe nachts. Manchmal sehne ich mich auch danach.
GlG
Mittendurch
Die Hoffnung, auch nach Angenommensein, Mittendurch, hat keine Beine, Arme, Hände, keinen Mund. Verleih‘ Du ihr Deine Beine, Deine Arme und Hände sowie Deinen Mund. Stell‘ Dir vor, andere Menschen nehmen Dich wahr als eine Person, der das Angenommensein ganz allgemein wichtig ist. Aber wie können sie Dich so wahrnehmen?
Ich mache es z.B. so: Ich sage dem anderen klar und deutlich, dass ich ihn wirklich schätze, als einen Menschen der… und zähle dann das auf, was ich an ihm schätze.

Ich habe einen Freund, der mir eine mir unbekannte Person genau so vorstellte. „Ich kenne Michael als einen hervorragenden Koch. Er kann aus jeder Kleinigkeit was Leckeres zaubern. Darüberhinaus spielt er weltmeisterlich Billard, hat zwei süße Kinder und macht gerne Urlaub auf dem Balkon“. Und schon hatte ich mehrere gute und nette Gesprächsansätze mit einem mir bis dahin unbekannten Menschen. Wir hatten zu Dritt eine lockere fröhliche gemeinsame Zeit.

Das Leben wird sonniger, wenn wir konkrete Maßnahmen ergreifen, Unsicherheit und Ängste aus dem Weg zu räumen.

Willst Du es mal versuchen?

LG, Nordrheiner

Ich denke nicht, dass es wirklich daran liegt, dass es keine Menschen gibt die mich schätzen oder dass ich nicht anderen zeige, wie wichtig und wertvoll sie für mich sind. Oder ich anderen keine Freude bereite.

Es ist meist etwas sehr altes und wenn das erkannt ist und darauf eingegangen wurde, ist auch das Gefühl des fehlenden Angenommenseins weg, auch die Einsamkeit oder das Gefühl, dass sich andere unbedingt gestört fühlen durch mich. Es sind eben alte Sätze, Erfahrungen, die so etwas auslösen. Da muss erst einmal ein Realitätscheck gemacht werden. Es muss geklärt werden, dass keine wirklich Bedrohung existiert, selbst wenn jemand gerade keine Zeit hat, es nicht heißt, ich darf nie wieder da anrufen oder mich melden. Es ist anders als teilweise beobachtet, teilweise selbst erfahren.

Hier gibt es verschiedenes, um einen Realitätscheck zu machen. Ich muss nicht unbedingt telefonieren oder zu jemanden gehen, damit ich erkenne, dass ich eigentlich nicht einsam bin. Schon wenn ich das Hier und Jetzt realisiere und einen Unterschied zu früher erkenne, ändert sich oft das Gefühl.

Deine Anregungen finde ich interessant.
LG
Mittendurch
 
Zum besseren Verstehen: Wie kann man sich das vorstellen? Einsamkeit - alte Erfahrung wachrufen - Verschwinden der Einsamkeit?

Es geht nicht um wachrufen, sondern um zuordnen. Meist, wodurch auch immer aktuell ausgelöst, ist es altes, was die Einsamkeit hervorruft. Auch das ich nur stören würde, ist altes, wurde oft genug behauptet, gerade auch wenn ich zu Menschen wollte bei denen ich willkommen war, sollte/durfte ich dort nicht hin, weil ich doch nur stören würde.

Darum ist es notwendig zu schauen, was ist jetzt aktuell richtig und was ist was von früher kommt. Es hat nichts mit wachrufen zu tun, sondern mit richtig einordnen, weil das notwendig ist. Manchmal aber tut das einordnen weh. Doch langfristig befreit es, weil wenn es eingeordnet ist, es weniger im Weg ist. Es macht frei.

Einsamkeit ist oft etwas was wir von Kindesbeinen her kennen. Nicht angenommen sein....
Ein schlechtes Geheimnis mit sich herumtragen z.B. macht einsam.
Wenn um dich herum die Menschen, denen du wichtig sein solltest, bedacht darauf sind, dass du anderen Menschen misstraust. Wenn du nie jemanden an dich heran lassen darfst....
All das kann einsam machen.
Darum ist es oft die Einsamkeit, die alten Erfahrungen, die aus der Vergangenheit kommen. Dies zuordnen können ändert oft ganz viel.
 
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