Wie erklärt sich die Bitcoin Community eigentlich die großen Schwankungen?
Sind das alles Anleger die sich erhoffen durch Kauf- und Verkauf Gewinn zu machen und damit selbst die Kurse beeinflussen?
Dann wäre es ja nur das alte Spiel vom noch größeren Idioten. Ein Nullsummenspiel mit Gewinnern und Verlierern. So wie sich die politisch Linken vorstellen dass die Wirtschaft funktionieren würde.
Außerdem graben sich Spekulanten ja durch ihre Spekulation am Markt immer auch selbst ein wenig das Wasser ab. Siehe Spekulation auf erwartete Ernten. Wenn viele glauben dass die Ernten schlecht ausfallen werden, und den Preis mit ihrer Spekulation hochtreiben, lockt das (weitere) Landwirte dazu mehr anzubauen, wegen der höheren zu erwartenden Gewinne, und genau dieses Verhalten beugt dann einer zu knappen Nahrungsmittelversorgung und zu großer Knappheit (= hohe Preise) vor.
Und anders herum mit einer erwarteten Überpoduktion und sinkenden Gewinnerwartungen genau so, nur dass hier Fehlalokationen von Ressourcen verhindert werden.
Spekulanten die häufiger richtig liegen als falsch, egal wie sie zu ihren Vorhersagen kommen, bleiben am Markt, alle anderen werden aussortiert. Die Schwankungen werden immer perfekter ausgelichen, außer es kommt eben zu unerwarteten Entwicklungen mit denen niemand gerechnet hat.
Das sehe ich beim BTC allerdings nicht, denn anders als bei der Ernte steckt ja beim Bitcoin kein eigentliches Produkt dahinter.
Oder wird Bitcoin tatsächlich von institutionellen Anlägern genutzt, als Alternative zu Staatsanleihen oder Gold, um kurzzeitig Liquidität zu parken? Also nehmen diese Anleger einen gewissen Verlust inkauf, weil sie in Bitcoin gegenüber den anderen Möglichkeiten irgendeinen Vorteil sehen? Welcher wäre denn das?
Dann würde das bedeuten dass Spekulanten über kurz oder lang für eine Glättung des BTC Kurses sorgen würden, da sie mit ihrer Spekulation auf erwartete Schwankungen immer besser werden und diese damit dann ausgleichen würde. Siehe beschriebenen Effekt. Sie würden also die "Zinsen", welche institutionelle Anlänger inkauf nehmen, für Vorteile die mir nicht klar sind, einsammeln.
Bei Gold würde ich argumentieren dass die Rendite immer nahe 0 ist. Die Goldmenge erhöht sich um ca. 1,3% pro Jahr, wenn ich mich recht erinnere. Zwar muss man inzwischen schon sehr tief graben, die Werkzeuge dafür werden aber auch besser. Mehraufwand und steigende Produktivität scheint sich in etwa auszugleichen.
Wenn die Weltwirtschaft etwas mehr wächst als das wäre Gold von seinem Gegenwert her um die Differenz leicht Deflationär, würde also im Wert ein wenig steigen. So wie eine echte, also gute, Währung sein sollte, welche die Leistungsträger nicht um ihren Verdienst durch Ausdehnung der Geldmenge betrügt. Vom Umweltaspekt (zwang zum unnötigen Konsum) und der psychologischen Wirkung von einer Währung die keine Wertaufbewährungsfunktion gewährleisten kann, sowie dem moralischen Verfall in der Gesellschaft, einmal abgesehen.
Wenn man Gold für mehr Geld verkauft als man es gekauft hat, dann in meinen Augen nur weil das Geld in der Zwischenzeit seinen Wert verloren hat, der von Gold aber erhalten geblieben ist. Jetzt mal abgesehen von der Manipulation des Goldpreises. Wenn man sieht wie viel die Zentralbanken in den letzten Jahren netto gekauft haben und gerade aktuell alles an sich reißen was sie kriegen können, insbesondere China, dann müsste der Preis eigentlich höher sein.
Der Wert des Goldes hat sich dagegen praktisch nicht geändert, über Jahrhunderte hinweg nicht. Für die selbe menge Gold hat man immer das jeweils zeitgemäße gleiche Produkt erhalten.
Was Aktien angeht bleibe ich bei meiner Einschätzung einer längerfristigen Stagflation im Euroraum und würde daher eher auf Unternehmen in der USA setzen.
Auch gehe ich davon aus dass die aktuelle Pleitewelle erst die Spitze des Eisberge ist und jahrzehnte lange Insolvenzverschleppung, insbesondere seitens der Staaten, irgendwann vom Markt bereinigt werden muss.
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"Muss" insofern, weil es irgendwann einen Punkt geben wird an dem die wenigen verbleibenden Leistungsträger der Gesellschaft das nicht mehr mitmachen werden bzw. können. Wenn in Deutschland alles von nur noch 17% Nettosteuerzahlern, tendenz sinkend, bezahlt wird, die selbst fast nichts mehr von ihrer erbrachten Leistung haben, dann hat das was von monderner Sklavenhaltung.