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Hier wird behauptet, dass wir immer noch in eine Meritokratie leben, in der jeder alles erreichen kann, wenn er nur will und hart arbeitet, was impliziert, dass ein Geringverdiener eben auch selbst an seiner Situation Schuld ist. Vielleicht war es in den 60-80gern mal so, dass man durch Leistung definitiv zu Wohlstand kommt, dem ist aber schon lange nicht mehr so.

Die, die bereit sind mehr zu tun, sind normalerweise, nicht immer, auch die, die mehr haben.

"Schuld" wäre für mich kein Wort, welches ich in diesem Zusammenhang verwenden würde.
 
Also dieser Beitrag ist zwar komplett Off Topic, finde den aber sehr schlimm. Hier wird behauptet, dass wir immer noch in eine Meritokratie leben, in der jeder alles erreichen kann, wenn er nur will und hart arbeitet, was impliziert, dass ein Geringverdiener eben auch selbst an seiner Situation Schuld ist. Vielleicht war es in den 60-80gern mal so, dass man durch Leistung definitiv zu Wohlstand kommt, dem ist aber schon lange nicht mehr so. Zeitverträge, Leiharbeit, Arbeitslosigkeit (auch unter Akademikern), steigende Preise, insbesondere Immobilienpreise, usw. haben unter anderem dafür gesorgt. Der Wohlstand bleibt inzwischen vor allem bei denen , die ihn geerbt haben. Oder eben in der älteren Generation, die noch aufsteigen konnte. Das ist der amerikanische Traum, aber da haben viele Leute schon lange mehrere Jobs, um über die Runden zu kommen. Aber gut, wie gesagt, darum geht es hier gar nicht.

Wird gern behauptet um sich raus zu reden. Wohlstand kann man sich erarbeiten. Ich habe das auch. Und ich hatte keine luxuriösen Voraussetzungen. Wer in Schule und Studium hart arbeitet hat sehr gute Voraussetzungen. Ich brauche kein Erbe.

Und auch der einfache Handwerker kann bei den heutigen Stundenlöhnen gutes Geld machen. Wenn er fleißig ist.

Aber Du hast schon Recht, das ist nicht zu 100% das Thema.
 
Ein Job kann auch sicher UND aufregend sein.

Meiner zum Beispiel. Ich bin gut ausgebildet, mein Job ist äußerst sicher, denn wenn mein Chef mich morgen vor die Tür setzt, dann freut sich übermorgen die Konkurrenz über eine neue Mitarbeiterin, während mein Chef wahrscheinlich noch in Monaten nach einem Ersatz für mich sucht. Ich müsste mir schon einen großen Brocken leisten, um rauszufliegen. Das Gehalt ist aus demselben Grund ebenfalls recht gut (weil wenn mein Chef mir nicht genug zahlt, freut sich morgen wieder die Konkurrenz...). Ok, reich werde ich damit auch nicht, aber es reicht für ein solides Leben an der Grenze zwischen Mittelschicht und Oberschicht.

Spannend ist er trotzdem. Weil die Projekte es sind. Ich finde es eigentlich eine angenehme Mischung aus spannendem Projekt (teils an der Grenze des technisch Machbaren) und einem sicheren Job und Einkommen. Und wer weiß, vielleicht geht es karrieretechnisch noch hoch (mit zunehmender Erfahrung), auch wenn ich das jetzt nicht mehr so forciere wie in den vergangenen Jahren. Weil ab einem gewissen Punkt wiegt der Mehrstress einfach mehr als der Mehrverdienst.

Es kommt zudem auf die Lebensumstände an. Mit Mitte 20 hat man noch kein Problem damit, mal hier und mal da zu arbeiten. Aber bei mir z.B. steht jetzt die Familiengründung an und da bin ich froh, einen Job zu haben, bei dem ich nicht jetzt schon weiß "sobald du schwanger wirst, wird dein Chef die erstbeste Gelegenheit nutzen, dich loszuwerden" Oder "ich kann mit meiner Selbstständigkeit nicht pausieren, um mich ums Kind zu kümmern, weil sich sonst die Kunden ne andere Firma suchen". Nein. Ich kann mich darauf verlassen, dass mein Job mir Jahre lang freigehalten wird , zumindest solange die Firma nicht pleite geht. Unter diesen Voraussetzungen kann ich nun mal viel leichter Kinder in die Welt setzen, als wenn ich nicht wüsste, ob ich nächstes Jahr noch denselben ungefähren Lebensstandard habe oder ob vielleicht alles den Bach runter geht.

Und Kinder bereichern das Leben (in meinen Augen, darf jeder anders sehen) deutlich mehr als irgend ein Job.

Langweilig empfinde ich mein Leben übrigens keineswegs. Im Gegenteil, ich bemitleide eigentlich eher jene, die wie getrieben durchs Leben rennen, offenbar unfähig, je mit sich und seinem Leben zufrieden zu sein, immer auf der Suche nach einem "Mehr", das es vielleicht gar nicht gibt. Nein danke.
 
Mein Einkommen ist immer unsicher und ich habe so einen Überlebensdrang sowie immer eine gewisse Grundpanik und Existenzangst. Ich treffe immer mal wieder Menschen, die sehr gut verdienen, in sehr sicheren Verhältnissen. Die haben diese unendliche innere Ruhe, Gewissheit, dass nie was passieren wird. Aber irgendwie sind die auch ziemlich eingeschlafen, bzw. langweilig mit langweiligen Leben. Was meint ihr, ist der Zustand wünschenswert oder eher eine Art goldene Schlaftablette?
Menschen, die gut verdienen, kann ebenso gut etwas passieren: Sie oder ein nahestehender Mensch können lebensbedrohlich erkranken oder gar plötzlich sterben. Einem Menschen, der einigermaßen Grips im Kopf hat, ist das auch meist bewusst. Wir sind alle nur Menschen und haben nicht alles in der Hand. Von daher würde ich dir empfehlen, den Neid und abfällige Bemerkungen nicht auf die Spitze zu treiben.
 
Menschen, die gut verdienen, kann ebenso gut etwas passieren: Sie oder ein nahestehender Mensch können lebensbedrohlich erkranken oder gar plötzlich sterben. Einem Menschen, der einigermaßen Grips im Kopf hat, ist das auch meist bewusst. Wir sind alle nur Menschen und haben nicht alles in der Hand. Von daher würde ich dir empfehlen, den Neid und abfällige Bemerkungen nicht auf die Spitze zu treiben.

Hmmm... seine Beobachtungen sind seine Beobachtungen und dass Gutverdiener tendentiell etwas weniger Sorgen haben ist korrekt wiedergegeben.

Du @Sarnade hast stattdessen seit einiger Zeit den Drang auffallend ausfällig zu werden, mit kurzer Lunte unterwegs zu sein und sehr schnell alles auf dich zu beziehen.

Du bist nicht der Nabel der Welt, deine Erfahrungen sind nicht einmalig und es existieren auch andere Menschen neben dir mit eigenen Problemen und Sorgen.

Eventuell würde es dir guttun, mal einen Schritt zurück zu treten und ein wenig zu reflektieren.
 
Ich spreche für mich und aus meiner Erfahrung.
Kind mit Migrationshintergrund, Eltern sind Geringverdiener mit einem Hauptschulabschluss bzw. ein Elternteil ohne Schulabschluss. Mein Bruder hat sein Ziel erreicht (Werkstattleiter mit Personalerfahrung), ich bin der einzige Akademiker.
Bereits ab der vierten Klasse konnte unsere Eltern uns aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht unterstützen.
Ich habe eine Ausbildung gemacht. Nach der Ausbildung Vollzeit gearbeitet und Abendstudium (Bachelor und Master) abgeschlossen.

Für mich ist die ganze Leier mit "aus Kindern von Geringverdienern und oder mit Migrationshintergrund wird nichts" absoluter Blödsinn. Wenn man es will, dann kann man sich durchbeißen und auch etwas erreichen. Natürlich kann man sich alles schlechte einreden. Ich halte mich aber auch nicht für einen Überflieger. Und hatte trotz sehr guter bis guter Noten Probleme im Studium und habe so lange gelernt, bis ich es verstanden habe. Auch wenn es dann nur 3-4 Stunden Schlaf am Tag waren.
Wenn das deine persönliche Erfahrung und Vergangenheit ist, ist das natürlich schön und bewundernswert. Das meine ich nicht ironisch. Aber das wäre sicherlich einen anderen thread wert, ob mit eigener Leistung alles erreicht werden kann und wir wirklich in einer Meritokratie leben, oder eben die Karten doch schon vorher verteilt sind. Das ist vielleicht sogar eine philosophische Grundsatzfrage.
 
Das stimmt allerdings.
Ich liebe es fremde Kulturen kennenzulernen. Ich habe beispielsweise gewollt keine deutschen Freunde. Meine Freunde stammen aus Indien, Vietnam, Afrika und Co. Indien ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Bin 1x im Jahr dort, weil die Familie meines besten Freundes dort lebt. Ich werde zu Hochzeiten und Co. eingeladen. Ich lerne Sitten, Gebräuche und neue Sprachen kennen, auch, wenn es nur ein paar Wörter sind. Ich werde immer vollkommen in die Familien integriert.
Sogar noch mehr off-topic, aber: Ich finde das sehr schade, dass du absichtlich deutsche Freunde vermeidest, das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Natürlich mag man nicht jeden, aber es gibt doch so viele unterschiedliche Menschen unter den Deutschen. Aber gut, das ist auch wieder ein komplett anderes Thema, vielleicht machst du mal was dazu auf unter „Freunde“ auf?
 

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