also, jetzt muss ich mal eben Aufklärungsarbeit leisten:
Wir kannten uns aus dem Verein und schon länger. Ich kenne seine Familie, er meine. Er wusste, daß ich schon lange alleine war. Er unternahm viel alleine und verbrachte seine Freizeit mehr im Verein als mit seiner Familie.
Es ist in vollem Bewusstsein passiert. Ich hatte schon anfangs die Kurve gekratzt und gesagt, dass ich mir einen Partner mit niemandem teilen möchte und es mit mir keine Affäre geben würde. Das hat vielleicht seinen Jagdinstinkt ausgelöst: Ja, schon... aber er würde es doch ernst meinen...
Naja, jetzt kann man hier reininterpretieren, wie das gemeint war: meint er es ernst mit mir, oder will er eine ernsthafte Affäre.
🙄...ich muss grad echt lachen, weil mir meine Naivität - wie hier von euch ja schon mehrfach bestätigt - klasklar bewusst wird... aber geliebt wollte ich werden, und hab mir gleichzeitig die rosarote Brille aufgesetzt.
Seine Frau (30 Jahre zusammen!) hatte angeblich gesagt, er solle sich doch eine suchen (die ihm den ganzen scheiss zuhause weitermacht), sie hätte eh genug von ihm und werde ausziehen, sobald es geht...(die Kinder gross genug...)
Dann hat sie Wind davon bekommen, dass er etwas am laufen hatte und gesagt, sie ziehe aus. Die Familie - seine Eltern, die aber nur von einer Trennung aus Ehefrust wussten- haben ihm ins Gewissen geredet, sozialer Abstieg usw, das Haus, die Kinder... Er hat plötzlich totale Panik bekommen, sah alles auseinanderbrechen, sein Hab und Gut davonschwimmen, das Haus in dem er so viel selbst machte und die Ächtung der Leute, die ihn als Schweinehund hinstellen würden, der seine Frau und die Kinder verlässt. Die Kinder haben kein Gespräch mitbekommen (angeblich), spürten aber sicher, dass etwas im Argen lag.
Er schaffte es in kürzester Zeit, den Zeiger wieder auf Null zurückzustellen. Alle waren wieder beruhigt. Alle machten so weiter wie bisher. Heile Familie. Zu mir meinte er, das könne er allen nicht antun. (der Klassiker)
Ich weiß nicht wie oft ich den Absprung versucht habe. Ja, nicht konsequent genug. Heute sehe ich das auch so.
Er hat mir nur immer wieder Bröckchen hinschmeissen müssen, die ich als Hoffnungsschimmer sah.
Zum Glück habe ich mir hier Hilfe geholt! Trotz der manchmal echt verletzenden Antworten oder gerade wegen derer, sehe ich ganz klar, was hier schiefgelaufen ist und wie ich jetzt reagieren muss.
Ich habe ihm gestern eine Email geschrieben, mich aus seinem Leben verabschiedet, gesagt, dass es jetzt einfach zu lange ging. Ich kann ihm keine Vorwürfe mehr machen, es bringt nichts mehr. Er solle mich ganz in Ruhe lassen und meine Entscheidung akzeptieren.
Er hat nicht geantwortet, soll er ja auch nicht. Mir gehts auf jeden Fall ganz gut jetzt.
Danke euch allen!