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im Käfig meiner Mutter

Dina09

Aktives Mitglied
Die Überschrift mag seltsam klingen, aber bescheibt mit diesem Satz ganz gut worum es geht!

Ich muss mal wieder hier schreiben, meine Lebenssitution macht mich wahnsinnig und wird jeden Tag zur einer großen Belastung.

Kurze Vorgeschichte:

Mein Vati starb letztes Jahr im Mai, es war eine wirklich harte Zeit für uns alle. Da meine Eltern im selben Wohnblock wohnen, konnten wir uns gegenseitig Halt geben und füreinander da sein.
Zumal ich eh noch zu Hause war, da meine Tochter damals 1 Jahr alt war.
Wir haben jeden Tag miteinander Zeit verbracht und Wege erledigt.
Das war vollkommen okay!!
1 Jahr später jetzt, wird mir das zur Last!
Ich kann einfach nicht mehr. Jetzt ist meine Tochter 2 und ich sagte meiner Mutter schon , das wenn ich wieder arbeite usw. keine Zeit mehr so im großen da noch habe.

Meine Mutter klammert sich so stark an mich und meine Tochter, das es Abends schon heißt : was machen wir morgen.
Wollen wir das machen. Und wenn ich sage , ich will Wohnung sauber machen, brauche etwas Zeit, klingelt sie und will mit aufräumen mir helfen. Wobei ich das nur mache um Abstand mal zu haben.

Ich verstehe ihre Lage sehr gut, sie ist alleine und hat nur 1 Freundin.
Nicht Mobil und will so nix tun!

Denke ich da zu egoistisch, weil sie ja alleine ist? Aber ich will auch mal wieder "ein Leben haben " einen Partner kennenlernen. Ich fühle mich da total geblockt.

Alles etwas quer geschrieben ( vor " Redeüberflutung in mir )
 

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T

Traumwelten

Gast
Hallo Dina 09,

ich kann gut verstehen, in welchem Dilemma du dich befindest. Ich kenne das auch von meiner Mutter, ich hatte schon ein schlechtes Gewissen wenn ich nicht täglich angerufen haben. Mittlweile bin ich Mutter von größeren Kinder und ich würde meine Kinder nie so in Beschlag nehmen, egal ob Notsituation oder nicht.

Du bist deiner Mutter 1 Jahr lang beigestanden und jetzt muss sie lernen, ihre Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Sie kann doch in Trauergruppen, Strickkreisen beitreten oder ehrenamtlich arbeiten.

Du bist selbst eine junge Mama und hast ein Anrecht auf ein glückliches und erfülltes Leben. Zeige deiner Mutter umißverständlich, dass du dein Leben wieder eigenständig führen möchtest. Grenze dich ab und zwar strikt.
Ich weiß, dass das nicht einfach sein wird aber da musst du hart bleiben. Du bist nicht die Unterhaltungsdame deiner
Mutter.

Ich wünsche dir viel Kraft und viel Freude und Sonnenschein mit deinem Töchterchen.
 
K

kasiopaja

Gast
Ich denke nicht, dass Du selbstsüchtig bist.

Du hast ein Recht auf ein eigenes Leben und Deine Mutter auch.

Wenn Du zulässt, dass sie weiter an Dir hängt wie eine Klette, hilfst Du weder Dir noch ihr.

Sie wird niemals lernen ohne Angst vor dem Alleinsein zu leben und neue Freunde zu finden, wenn Du jederzeit verfügbar bist.

Tue Euch beiden langfristig was gutes, wenn es auch kurzfristig hart ist, und grenze Dich ab und nimm Dir Deine Zeit für Dich.

Erkläre es ihr , damit sie versteht, dass Du es nicht böse meinst und bleibe konsequent.
 

Dina09

Aktives Mitglied
Liebendank für eure Antworten die mich bestärkt haben!

Ich hab es nun übers Herz gebracht und meiner Mutter gesagt, das es so nicht mehr weiter geht und ich nicht für ihr Leben verantwortlich bin. Die erste Reaktion : so in der Art, wenn du mich nicht beschäftigst, werde ich depressiv und bekomme Alzheimer.
Ich finde es nicht gut, seinen Kindern diese Bürde aufzuerlegen und ich mein Leben dafür komplett aufgebe.
Ich fühle mich gleichzeitig Schuldig weil sie " automatisch mich dafür verantwortlich macht. Aber ich sehe davon ab, wenn jemand verzweifelt ist.

Nun kann sie sich in aller Ruhe einen Plan machen was sie mit sich anfangen will. Trotzreaktion eben alles gehört.
:wein:! Ich möchte in diesen Sumpf der " Depressionen nicht wieder mit hinein ziehen lassen. Das macht mich kaputt.
 

miasma

Aktives Mitglied
Hi Dina,

die Situation klingt doch eigentlich sehr gut. ;-)

Du bist alleinerziehend mit kleinem Kind... mußt wieder zur Arbeit gehen und deiner Mutter ist langweilig.;-)

Versuche das doch langsam umzustellen.
Wie oft habt ihr denn im letzten Jahr was zusammen gemacht?
Jeden Tag, 3x die Woche?

Gib ihr doch ruhig ein paar Aufgaben... welche die dich entlasten.
Z.B. kannst du ja auch mal weg gehen nach der Arbeit... wenn sie deine Maus abholen könnte + Übernachtung?

schick sie schon mal einkaufen... wenn du arbeiten bist.
Und einigt Euch auf erst mal 2-3 Tage die Woche ohne einander.

Kommt sie denn gut mit deiner Tochter klar?

Natürlich hast du ein Recht auf dein eigenes Leben, ohne schlechtes Gewissen.
Aber um so eingeschliffene Abläufe zu ändern reicht oft nicht ein Gespräch.
Du must es einfach machen... ohne sie dich verabreden, nicht immer bescheid sagen.
(oder nur, das du immer Dienstag nicht kannst)

Gruß
Mia
 
S

Seefahrer77

Gast
Grundsätzlich: Kinder sind nicht für (das Wohl) ihre Eltern verantwortlich. Das hast du ja nun deiner Mutter gesagt und damit den ersten wichtigen Schritt getan.

Die Situation, ide du beschreibst ist schon knifflig und lässt sich aus der Distanz schwer einschätzen.

Wenn du schreibst "... im selben Wohnblock wohnen, gegenseitig Halt geben..." wie sieht das dann konkret aus. Lebst du mit deiner Tochter in einer eigenen Wohnung? Wohn(t)en deine Eltern in einer Wohnung oder getrennt in zwei Wohnungen? Wie nah sind die Wohnungen beieinander? Je größer die Distanz, desto besser ist es für dein unabhängiges Leben mit deiner Tochter.

Und lass Dir nicht einreden, Du wärst Schuld an Depressionen Deiner Mutter. Dafür sorgt sie durch ihr isoliertes Leben schon selbst. Was Du machen kannst ist Deiner Mutter mal Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihr Leben allein gestalten kann - vor allem an Gruppenveranstaltungen teilnehmen, wo ihre Interessen/ Hobbys behandelt werden. Wenn sie wieder Kontakt zu anderen Menschen hat, wird sich die Geschichte mit dir legen.
 

Dina09

Aktives Mitglied
Danke für eure Antworten

Ich lebe mit meiner Tochter alleine in einer Wohnung.
Meine Mutter lebt im gleichen Wohnhaus wo insgesamt 8 Parteien sind in ihrer Wohnung.
Wir sehen uns täglich und machten sogut wie täglich zusammen den Alltag seit dem mein Vater im Mai 2015 verstarb.
Es tat auch gut, sich gegenseitig halt zu geben und die kleine lenkte uns gut ab.
Jetzt ist nun fast 1 Jahr rum und meine Tochter geht jetzt in die Kita und ich will unbedingt wieder arbeiten und unter Leute.

Ich merkte schon vor einiger Zeit das meine Mutter mich total einbezieht in ihr Leben und teilweise kontrollieren wollte.
Wo gehe ich hin, warum muss ich da hin, Abends nochmal anrufen oder ihr Interesse mir ständig helfen zu wollen.
Es wurde mir zuviel und jetzt ist der Punkt geht nicht mehr, meine Laune ist jeden Tag schlecht.

Sie sucht sich Absicherheiten von Dingen die ich nicht vorraus sehen kann,zb wenn ich jemanden kennenlerne ob ich mit der kleinen weg ziehe. Ich sagte ihr, ich bleibe in dieser Wohnung nicht ewig.
Oder wenn ich mal alleine was machen will, nimmt sie die kleine nur Vormittags, damit sie 100% mitkommen kann am Nachmittag egal wohin.
Ich sagte ihr, ich kann nicht jeden Tag wohin, jeden Tag einkaufen oder Eis essen und Kaffee trinken.

Heute fing sie schon wieder an, das sie denkt sie ist alleine und niemand will sie.
Umsomehr bin ich sauerer auf meine Geschwister , meine Schwester die kommt wenn 1 mal die Woche und das ist vollkommen okay.
Unternimmt nie was mit meiner Mutter!
Mein Bruder genau das selbe...
Ich sagte es vor einigen Tagen meiner Schwester , aber sie sagt: sie wusste nicht das es so schlimm ist und gleichzeitg fängt sie von einem anderen Thema an.


Ich lasse eh nicht locker, ich will das so nicht mehr haben und dabei bleibe ich.
 
G

Gast

Gast
Ich kann Dich sehr gut verstehen. Einerseits sucht sie Gesellschaft aber möchte dann auch Kontrolle.
Wie hier schon jemand schrieb, könnte sie Dich entlasten und für die Kleine ist es doch toll eine liebe Oma zu haben.
Dennoch sollte sie den Wunsch nach Abgrenzung respektieren!
Es wäre schon gut, wenn ihr Zeiten vereinbart. Es ist bestimmt nicht immer wünschenswert, wenn sie plötzlich vor der Tür steht.
Es wäre schön, wenn ich eine Mutter hätte, die sich Gedanken um mich machen würde.
Meine Mutter ist eher egozentrisch und auf ihr eigenes Wohl bedacht.
Sie nimmt es sich aber dennoch nicht, sich zu melden, wenn sie sich in einer hilfsbedürftigen Position befindet.
Manchmal hat man das Gefühl, es kommt irgendwann zu einer Rollenverschiebung.
Deine Mutter beschreibt ihre Angst vor Alzheimer und zeigt somit ihren Wunsch nach (noch mehr) Fürsorge.
Das ist sicher nicht einfach. An Deiner Stelle würde ich aufpassen. Je fürsorglicher Du wirst, um so abhängiger macht sie sich von Dir. Sie sollte anfangen sich nach und nach wieder ein eigenes soziales Netz aufzubauen.
 

Dina09

Aktives Mitglied
Ich meld mich hier einfach mal zurück!

Die Situation ist nicht besser geworden, sie wirft mir täglich vor, das wir " früher viel mehr unternommen haben und jetzt nichts mehr " so traurig das klingt, ich hab absolut null Lust was mit meiner Mutter zu machen! Jeder Anruf , jedes klingeln an der Tür kommt schon so ein Gefühl in mir hoch. Kann das daher kommen, weil wir täglich ständig immer , zusammen gluckten?
Mein Kind geht ja nun in die Kita, sie will sie ständig mit abholn kommen. Ich hab überhaupt keine Möglichkeit nein zu sagen. Sie steht vor meiner Tür mit Jacke und wartet bis ich aus meiner Wohnungstür komme.
Das ist schlimm für mich. Sie klingelt bei mir, fragt mich, ob sie bei mir sein kann.
ICH Bekomm NE KRIESE !!!!! Ich will sie doch nicht verletzen oder vorm Kopf stoßen, es ist ja meine Mutter. Ich hab gehofft, das Gespräch ( was nicht nur einmal war ) fruchtete.
 

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