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Ich schäme mich so.. (Achtung, Gejammer...)

  • Starter*in Starter*in Lila-
  • Datum Start Datum Start
[...]
Ich wünsche mir so sehr, einfach normal und angstfrei zu sein, ich bin bereit dafür zu kämpfen und arbeite wirklcih sehr an mir.
[...]


Ich leide an einer generalisierten Angststörung, von da her weiß ich recht gut, wie du dich fühlen könntest.
Was du in dem Absatz oben formuliert hast, finde ich nur teilweise richtig. Den Anspruch, angstfrei zu werden habe ich mehr oder weniger aufgegeben. Es geht glaube ich eher darum, seine Angst einfach mal zu erleben, ohne sie negativ zu bewerten: Dann läuft das Herz schneller, und man denkt sich Bullshit (Fachbegriff dafür ist "fatalisierende Gedanken", oder fühlt sich komplett entfremdet... Ich versuche meine Symptome als solches hinzunehmen, und mir davon den Rest nicht verderben lassen.
Es ist ja schlimm genug, dass ich immer wieder Angstzustände habe - würde ich mir diese in dem Moment dann noch krampfhaft wegwünschen wollen, wäre die ganze Situation noch viel schlimmer.

Meine Annahme ist folgende: Wenn man die Angst akzeptiert, und nicht mehr schlimm findet, zieht sie sich zurück.
 
Es geht nicht darum dass ich mir aussuche, ob ich eine Maske haben möchte oder nicht beim Gespräch mit ihm. Sondern ich weine einfach, die Maske hält nicht stand.[...]
Vom Kopf her weiß ich, dass ich nur eine Dienstleistung in Anspruch nehme. Ändert leider nichts am Problem des Kontrollverlusts über mich selbst.
Nein, das glaube ich auch nicht, dass man sich eine Maske einfach aussuchen und nach Wohlgefallen aufsetzen kann. Oder doch, es gibt Leute, die können das. Aber darum geht es ja nicht. Wenn Du weinst, Lila, dann weine. Wenn der Therapeut oder wie er sich nennt sich so verhält, dass Du ihn nicht verstehst, dann: muss er etwas erklären. So meinte ich. Du darfst ihn fordern. Und dann darf er erklären. Die Tränen sind etwas anderes als das Unverständnis - das ja noch gar noch nicht erwiesen ist, das musst Du auch etwas herausfordern.

Selbst mit Beruhigungsmitteln. Solche, die Dich noch denken lassen - aber Du weinst dann, weil Dein anderes Denken auch ohne sie könnte?

Der Dienstleistungsgedanke - er wird da, auf der anderen Seite, vielleicht sein. Aber weißt Du es? Wenn er da ist, würde ich das Weite suchen. Wenn nicht, was dann ...? Jedenfalls, vorwegnehmen würde ich ihn nicht. Die nächste Herausforderung an den Therapeuten.

Und wenn er ein Dingsbums ist, dann besinnst Du Dich bitte trotzdem auf all das, was Du in diesen elenden Wochen nach all den elenden Monaten geschafft hast. Nicht um des bloßen Weitermachens willen, sondern, weil da noch etwas mehr ist in Deinem Leben. Vieles.

So sage ich das jetzt mal, so schlicht.
 
Mir kommt alles vor wie ein Traum und ich wache noch nicht auf.
Es fing letzte Woche an, als ich endlich die benötigte Zeit bekam um mit dem Schreiben der Abschlussarbeit anzufangen. Ich hatte ja nur bis zu diesem Montag Zeit. Im Laufe der Woche kam dann der nächste Schock, ich muss meinen Vortrag über die Arbeit ebenfalls noch am Montag gehalten haben. Und dann noch die Arbeiten ausdrucken und überall hinrennen zum Abgeben, natürlich alles Vormittags.
Aber irgendwie klappte alles. Die Arbeit ist laut dem Prof, der sie sich schonmal durchgelesen hat, sehr schön geworden. Sogar der Vortrag fand Anklang.
Rückwirkend bestärkt mich Feedback wie dieses in dem Gefühl, ich hätte alles nur geträumt.

Ich bin nun also seit Montag fertig mit dem Studium. Ich glaube es nur noch nicht. Weil ich ja noch träume.
Oder, vielleicht liegt die Wahrheit ganz woanders und ich glaube es längst. Und freue mich dennoch nicht. Weil ich mir blass und dünn vorkomme, innerlich.
Als hätte mich diese Leistung zu viel gekostet. Ich fühle mich herausgerissen aus allem Bisherigen, entfremdet, bezogen auf mich und alles um mich herum. Ein zu hoher Preis? Denn eigentlich wollte ich den Abschluss dieses Studiums schon länger nicht mehr, mit dem man nirgends einen Job bekommt und dessen Tätigkeit mir keinerlei Freude bereitet. Ich habe es durchgezogen weil ich sonst eingegangen wäre an meinem schlechten Gewissen, an vielen Grüblereien über die viele verlorene Zeit. Dieses dadurch entstandene schlechte Gefühl wäre mit der Zeit immer weiter gewachsen, mein jetziges Gefühl des innerlichen Entkräftet- und Ausgemergeltseins hingegen hat größere Chancen, sich wieder zu legen, wenn ich mich erholt habe. Insofern nein, ich bereue nichts.

Freude wird sich wegen dem Abschluss also wohl eher keine entwickeln. Aber vielleicht so etwas wie Stolz. Wenn ich wieder aufgewacht bin. Ich träume ja noch. Ich sitze wieder hier in meiner Stille und dieses laute anstrengende Labor war nur ein seltsamer Traum. Ich frage mich, wie es weitergeht, wenn ich wieder völlig wach bin.

Meine stärkste Fähigkeit ist es, mich durch den irrsinnigen Stress durchzubeißen, den mir meine stärkste Schwäche, meine Angst, bereitet. Nach außen hin bin ich jemand Normales, die einfach irgendetwas tut, wie alle anderen eben auch. Nettoladung gleich null. Das ist keine Fähigkeit, die irgendjemand brauchen oder schätzen könne, beruflich oder privat, weil sie unterm Strich nichts Gutes abwirft, sondern Normales, das ich mir mit Schmerzen erkaufe, das mich also letztlich noch weiter schädigen könnte.
Und so wurde ich wieder von der guten Kranken zur schlechten Gesunden. Die gesund sein kann wenn sie es muss nach außen, wenn sie sich innerlich nur hart genug peitscht.

Immerhin kann ich bald wieder wirklich hier unterwegs sein, im Forum. Sobald ich wacher werde, Farbe kriege. Das wird bald kommen.
 
Herzlichen Glückwunsch Lila- :blume::daumen::blume::daumen::blume:

Das ist ja ganz, ganz großartig und eine ganz hervorragende Leistung. Ich freue mich richtig für dir, dass du dein Studium erfolgreich abgeschlossen hast. Das ist kein Traum, das ist die Wirklichkeit, du hast es wirklich geschafft. Egal was kommt, das kann dir keiner mehr wegnehmen. Jetzt hast du eine abgeschlossene Berufsausbildung, du kannst stolz darauf sein und dich freuen. Es ist auch erstmal vollkommen egal, ob du nun in diesem Beruf arbeitest oder nicht, jetzt bist du bist jedenfalls keine vollkommen ungelernte Arbeitskraft mehr.

Also ganz super gemacht!!!

Liebe Grüße
Andreas
 

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