M
McLoud
Gast
Ist ja Wahnsinn, dass es so vielen von euch wie mir ging. Als ich damals eine Ausbildung nahm ich auch das erst beste was ich bekam nur damit ich eine feste Ausbildung hatte. Die Auswahl war damals auch sehr begrenzt. Der Job machte mir im großen und ganzen auch Spaß, aber ich wollte mehr ausprobieren und jobte hier und da. Ich schaute in viele verschiedene Berufe und blieb überall für 1 Jahr. Da waren tolle Josb dabei und weniger interessante, aber die Erfahrungen die ich damals sammeln konnte waren super. Leider konnte man so aber ca. 1995 nicht mehr weiter machen, weil es einfach nicht mehr so viele Jobs gab. In meinen alten gelernten Beruf konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht zurück und so schulte ich zur Bürokauffrau um. Nicht mein Traumberuf, aber die Chance Arbeit zu haben war nicht schlecht. Ich wechselte auch als Bürokauffrau alle 1-2 Jahre. Danach folgte 2,5 Arbeitslosigkeit und ich versuchte mich als Fotografin selbständig zu machen, was leider nicht gelang und selbständig zu sein ist auch nicht so mein Ding. Ich hatte ständig Existenzängste, so dass ich total Depressiv wurde. Dann bekam ich Arbeit über Zeitarbeit und kam in eine Firma die ich einfach nur als chaotisch bezeichne. Ich wurde an meinen Platz gesetzt und hatte nichts zu tun und die Festangestellten machten Überstunden ohne Ende. Meine Frage nach Arbeit wurde immer abgewiesen das keiner Zeit hat mir was zu zeigen. Ich zog mir Arbeit ran, aber es befriedigte mich nicht. Ic wurde aber auch noch fest übernommen und ich sagte mir ich bleibe so lange bis ich was neues habe. Ich bewarb mich über 8 Monate und fand nichts. Ich wurde immer unglücklicher. Dann musste ich für einen Kollegen 3 Wochen Urlaubsvertretung machen und wusste von dem Aufgabengebiet fast gar nichts. Ich klotzte ordentlich ran und stellte fest das es dort viel zu optimieren gibt. Dann kam ein Berater der für unsere Firma Programmierungen durchführte und uns betriebswirtschaftlich beriet. Der lobte meine Arbeit und öffnete mir die Augen. Gleich als mein Chef aus dem Urlaub zurück war bat ich um ein Gespräch und sagte ihm das ich komplette Aufgabengebiete von meinem Kollegen übernehmen möchte und einen Teil seiner Aufgaben optimieren möchte. Erstaunlicherweise sagte er sofort ja. Seit 4 Wochen mache ich jetzt diese Aufgaben und es macht irre Spaß. Zwar bin ich nun total ausgebrannt, weil ich täglich 10-12 Stunden arbeite und kaum schlafen kann, weil mir soviel durch den Kopf geht, aber ich bin auf Arbeit glücklicher als je zuvor, obwohl mich die Branche in der ich arbeite und die Firma selber null interessiert. Und die Kollegen sind auch nicht der Hit. Aber ich habe eine Aufgabe für mich gefunden alles zu optimieren und das liegt mir. Sobald alles super läuft wird es mich langweilen und ich muss meine Köfferchen packen. Routine langweilt mich genauso wie euch. Ich will mit meiner Geschichte nur sagen, dass man was verändern kann. Man muss nur an sich glauben. Ich hatte schon resigniert und das war schlimm. Erst der Externe hat mir den richtigen Weg gezeigt auch wenn er sehr steinig ist. Ich muss mich täglich beweisen und gegen die Kollegen ankämpfen, aber das ist eine Herausforderung die ich liebe. Zwar bin ich jetzt total am Ende, weil ich mich so ins Zeug gelegt habe, aber ab nächster Woche habe ich 2 Wochen Urlaub. Vor ich richtig Angst habe, weil ich lieber auf Arbeit wäre. Echt paradox.