Es ist traurig zu lesen, dass so viele junge Menschen schon ihre Arbeit hassen. Wenn man jung ist, träumt man ja von den tollsten Berufen und denkt, wenn ich erst mal mit der Schule fertig bin...aber eigentlich wünscht man sich diese Zeit dann doch wieder.
Ich habe ein abgeschlossenes Studium, fand danach aber keine Arbeitsstelle und wurde Praktikant in einer Personalvermittlung. Jap, da arbeitet man mit Menschen, die sich auch neue Jobs wünschen. Bei ihnen spielt aber meist das Gehalt eine Rolle, sind eben Führungskräfte. Anfangs fand ich die Arbeit sehr interessant, auch wenn es ziemliche Ausbeutung war, da der Laden sich fast ausschließlich Praktikanten hält (Sklaverei gibt es auch heute noch). Nach fast zehn Monaten Praktikum habe ich dann eine Festanstellung bekommen. War ein Fehler...Insgesamt ist es so, dass sich alle Kollegen in dem Laden nicht wohl fühlen und sich nach anderen Arbeitsplätzen umsehen (Der Chef ist ein ziemlicher Dr. Jekyll, mal so, mal so). Anfänglich war es erträglich, aber dann gab es Umstrukturierungen, ich wurde aus meinem Team raus gerissen und bekam eine Fremde vor die Nase gesetzt. Diese Kollegin ist sehr aufbrausend und zickig, sie fühlt sich durch alles angegriffen. Inzwischen hasse ich sie regelrecht, was mir auch schon wieder leid ut, weil ich sie auch schon nett gesehen habe. Dennoch könnte ich kotzen, wenn ich ihr Gesicht sehe. Wirklich reden mag ich auch nicht mit ihr, nur halt, was sein muss. Passt ihr nicht und sie wird in nächster Zeit zum Chef rennen. Irgendwie hoffe ich, dass er mich kündigt. Leider habe ich mich auf dem Arbeitsmarkt umgesehen und noch nichts passendes gefunden. Es ist wohl Ironie in einer Personalvermittlung zu arbeiten und keine geeignete Stelle für sich zu finden.
Daher kann ich gut verstehen, dass man Angst vor einem Neuanfang hat. Dazu kommt, dass eben viele Stellen nur noch über Personalfirmen laufen, bei vielen muss man als Bewerber auch noch etwas bezahlen. Ich habe auch schon überlegt mir einfach mal richtig weh zu tun, um Zeit zu gewinnen. Wenn man morgens aufwacht und denkt: "S****, schon wieder Tag", ist das auf Dauer echt unschön.