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Ich habe keine Familie

A

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Re: Ich habe keine Familie
Ist auch, irgendwie, verständlich - wenn man selbst Familie hat, weiß man eben nicht, was es bedeutet, keine zu haben. Und für mich ist es oft zu schmerzhaft und erschöpfend, das zu erklären.
In der Beziehung täuscht Du Dich. Bei mir sieht es aus, wie bei beihempelundassofa: Großeltern tot, Eltern tot, Einzelkind. Und ich kann das nur unterschreiben:[QUOTEFreunde, Partner, ja sogar Kinder...sie sind kein Ersatz für Eltern und Geschwister.
Auch Onkel, Tanten, Cousins oder Cousinen könnten das nicht ausgleichen.
Das ist einfach So und damit muss man einfach leben.][/QUOTE]Ich habe einen Onkel, mit dem ich fast geschwisterlich aufgewachsen bin. Ich habe ein Kind, ich habe einen Partner. Mein Mann kann sich aber morgen in eine 30jährige verlieben und mich verlassen. Mein Kind kann den Kontakt zu mir total kappen oder weit weg ziehen. Mein Onkel hat seine eigene Familie.
Ich denke oft darüber nach...ich würde sonstwas geben für ein Geschwister. Oder daß wenigstens noch ein Elternteil am Leben ist. Einmal habe ich die Geburtstagsfeier einer Freundin verlassen müssen, weil mich das Neidmonster derart angesprungen hat, daß ich es nicht mehr ausgehalten habe...sie hatte ihre Eltern da und ihre Geschwister und alle verstanden sich wunderbar.

Aber, Ava, eine Frage...was nutzt es, den Umstand zu bedauern, ihm soviel Raum zu geben in Deinen Gedanken? Es wird sich deshalb nicht ändern. Es ist eine Glas-halb-leer-Denke.

Ein Glas-halb-voll-Gedanke ist da sinnvoller.
 
Ich verstehe dich. Mir geht es ähnlich. Ich habe zwar Verwandtschaft, aber die ist so voll von wirklich schrecklichen Menschen, dass ich seit Jahren komplett den Kontakt abgebrochen und sie aus meinem Leben gestrichen habe. Die einzige Familie, die ich habe, sind meine Eltern. Jetzt, wo ich in diesem gewissen Alter bin 🙄, wo Leute sesshafter und bodenständiger werden, heiraten und an die Familienplanung gehen, fällt mir auf, wie leer und einsam ich mich oft deswegen fühle. Und dass, sollten meine Eltern sterben, ich keinerlei Familie mehr habe, zu der ich eine Bindung besitze und die mir Halt gibt.

Natürlich kann man Freunde schon als Familie betrachten. Meine beste Freundin ist wie eine Schwester für mich. Aber ich kann auch nachvollziehen, wie man sich bei diesem Gedanken fühlt. Für mich ist es manchmal wie ein "Handicap". Als wäre etwas in meinem Leben nicht intakt, dass es aber geben sollte. Und als habe ich etwas nicht, was für andere völlig selbstverständlich ist. Natürlich ist das bei vielen Dingen der Fall, aber die Familie ist halt eine Grundlage für vieles. Eine Verwurzelung. Deine Herkunft und Verbindung. Ich denke oft darüber nach, wie es in 10, 20 oder 30 Jahren bei mir sein wird und das fühlt sich einfach nicht so gut an.

Es ist auch so, dass ich mich an diesen klassischen Feiertagen, wo viele zu ihren Familien fahren, ziemlich traurig fühle. Oder wenn andere erzählen, dass sie sich darauf freuen, wieder ihre Familie zu sehen. Oder dass sie sich wie selbstverständlich treffen. Klar, man kann jetzt auch sagen "Unter jedem Dach ein Ach" oder dass viele beschissene Familien haben (so wie ich) oder dass nicht alles Gold ist was glänzt, aber genauso wie es das gibt, gibt es auch massig Familien, wo alles okay ist und gut läuft.

Und ja, natürlich kann man sich selbst Stabilität geben und das, was man sucht, sollte auch teilweise aus einem selbst herauskommen. Aber es ersetzt einen dann doch nicht eine intakte Familie und ist sehr schwer emotional und psychisch zu bearbeiten.

Ich finde aber auch den Gedanken, dass man sich selbst eine Familie aufbauen kann, sehr, sehr, sehr wichtig. Weil es wahr ist. Eine sichere, stabile Beziehung macht da viel aus und dass man eventuell eines Tages selbst Kinder hat. Und die Familie des Partners kann auch zur eigenen Familie werden. Man kann auch Sorgen und das Gefühl von Leere und "Fehlen" zum Anlass nehmen, sich zu überlegen, was man braucht, zum Glücklichsein und was man tun kann, um das zu erreichen, um ein erfüllteres, stabileres Leben zu führen.
 
Es ist definitiv tragisch, wenn man komplett ohne Familie mehr ist und niemanden mehr hat.
Dennoch hatte man mal eine Familie und konnte Urvertrauen aufbauen.
Man hat es erleben dürfen was mütterliche Liebe ist. Wenn man das aber nie erleben durfte, dann geht dieser Schmerz tiefer, das sich alleine fühlen erlebt man anders.
 
Du bist auf einem guten Weg, Ava.
Ich zitiere mal:
Was ich schon lange wusste - dass in meinem Leben viel passiert ist, das verarbeitet werden muss - das begreife, fühle ich jetzt auch. Ich lerne, dass ich traurig sein darf, weil ich nie wirklich eine Mama oder einen Papa hatte, dass ich wütend sein darf, dass die kleine Ava so allein war, dass ich sagen darf "mir fehlt etwas". Das ist noch sehr fragil, und ich werde noch eine Menge mehr lernen müssen, auch und vor allem, wie ich irgendwann mit dem Schmerz, mit dem Mangel umgehe, sodass ich irgendwann sagen kann "So ist es eben", und es nicht mehr so weh tut.
Das Hervorgehobene ist ein großer Schritt in der/deiner Psychohygiene. Um es metaphorisch auszudrücken...es ist wie der Anfang der Grundreinigung eines Zimmers, man schrubbt auf Knien den Boden mit der Wurzelbürste ab.
Es ist ein Prozeß, Ava.
 
Ich kenne auch jemand ohne Familie.

Für Sie ist es schwer, weil es kein zurück gibt, kein sicherer Hafen. Kein Ort bei dem man bedingungslos geliebt wird. Wo man auch nach Jahren zurück kann ohne wenn und aber.

Sicher läuft nicht bei jeder Familie so Harmonisch aber bei normalen Familien kann man schon auf Unterstützung und Liebe hoffen.
Es ist schwer die Vorstellung wirklich alleine zu sein wenn man es nie war.
 

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