Hallo Armadillo,
ich habe mir mal deinen anderen Thread durchgelesen, in dem du beschreibst, was genau vorgefallen ist. Jetzt verstehe ich es ein bisschen besser. Und ich muss sagen: Ich denke schon, dass du etwas erkannt hast, aber sicher nicht alles. Denn du kannst ja nicht in das Herz von ihr schauen, du kannst nur deine eigenen Gedanken denken und deine eigenen Gefühle fühlen. Ich muss mich einigen Schreibern anschließen, wenn sie sagen, dass deine Ex nicht ganz beziehungsstabil ist, wenn sie offenbar Schluss macht, sobald sie das Gefühl hat, das Problem nicht bearbeiten zu können. Und das ist ihre Verantwortung und ihre Schuld, nicht deine! Auch sie hat ihre Fehler in der Beziehung gemacht und sicher ist auch von ihrer Seite vieles passiert, das dich verletzt hat, deswegen finde ich es ungerecht von dir dir selbst gegenüber, wenn du alle Schuld vor allem für das Ende der Beziehung nur bei dir suchst. Du hast dein Möglichstes getan, auch Fehler passieren in dem Augenblick, in dem sie passieren, aus triftigem Grund, und du hast sie sicher nie absichtlich verletzen wollen, oder? Ich glaube, dass deine Schuldgefühle so heftig sind, weil das der leichtere Weg für dich ist, mit dem Schmerz über die Trennung fertig zu werden. So ähnlich habe ich auf die Scheidung meiner Eltern reagiert und auch solche Schuld auf mich geladen, die nicht meine war. Ich denke, dass das bei dir auch so ist. Aus dem, was du schreibst, denke ich, dass es für sie offenbar nicht im Rahmen des Möglichen liegt, Beziehung und Studium unter einen Hut zu bringen, vor allem wenn sie ihrem Studium (wenn auch aus gutem Grund) eine so wichtige Rolle einräumt. Da hat sie zusätzlicher Beziehungs-"Stress" wohl überfordert. Es gibt Frauen, denen es leichter fällt, abzuschließen, indem sie den Kontakt völlig abbrechen. Das habe ich bei meinen Beziehungen auch gemacht. Es fällt leichter, zu verarbeiten, weil durch den fehlenden Kontakt die Gefühle für den anderen nicht mehr genährt werden können. Vielleicht ist das ja bei ihr der Fall.
Dass die Trennung dir weh tut, ist verständlich, du hast offenbar große Gefühle für sie. Und das hinterlässt erst einmal eine große Lücke und der Schmerz gibt dir das Gefühl, dass nichts im Leben es mehr wert ist, erlebt/ genossen zu werden. Aber dem ist nicht so, das ist nur ein gefühlsbedingter Eindruck! Es wird sicher eine Zeit lang dauern, bis es besser wird, aber bitte gib' dir eine Chance dafür! Es fühlt sich jetzt nicht so an, aber der Schmerz wird mit der Zeit verblassen und warum solltest du keine Aussichten mehr auf eine neue Partnerin haben? Was deine Arbeit betrifft: Was arbeitest du denn? Und was gewinnst du bei der Arbeit? Macht sie dir Freude? Verdienst du Geld damit? Was kaufst du dir davon, was bezahlst du davon? Was ist mit deinen Hobbys, welche Funktion hatten sie? Gehörten dazu auch Treffen mit Kumpels, Sport? Wozu kann Sport gut sein, wozu die Treffen, warum hast du dich in der Vergangenheit gut damit gefühlt? Das alles gewinnt seinen Sinn doch nicht erst durch deine Partnerin. Was ist mit der Zeit, bevor du sie kanntest? Was hattest du da für Hobbys, Arbeit usw.? Und warum hat es dir damals Spaß gemacht? "Nur" weil jetzt natürlich der Trennungsschmerz allgegenwärtig ist, ist der Spaß oder zumindest ein geringer Wohlfühlfaktor nicht ganz weg, wenn du zulässt, darauf hinzuspüren. Der Schmerz erweckt den Eindruck, das Leben hat ohne das Verlorene keinen/wenig Sinn mehr, aber dem ist nicht so, ganz im Gegenteil. Es liegt ganz bei dir, was aus dem, was dir widerfahren ist, werden kann, und es kann super werden, wenn du möchtest! Also gib' dir bitte eine Chance!
Ich wünsche dir alle Kraft der Welt!
Lg, Schnecke 🙂