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Ich darf nicht traurig sein!

Klar war ich selbständig. Schon mit 15 Jahren. Keine Ahnung was sie wollen würde... Was interessiert mich was sie wollen würde? Sie kann und wird nie mehr etwas wollen! Also!?

Wie gesagt, ich weiß, irgendwann wird alles besser. Nur fühlt es sich für mich im moment einfach nicht so an. Ich will einfach nicht! Aber wer frägt mich schon ob ich will wenn ich doch muß.
 
dauni?...habe deinen Eingangstext nochmal gelesen...

deine Mama ist noch gar nicht soooo lange tot. Das du immer wieder traurig bist ist O.K.
Ich glaube du machst dich immernoch Selbstverantwortlich für ihren Tot, du gibst dir die Schuld.
Das kann ich so gut nachfühlen.....Als mein Bruder sich damals das Leben nahm, ging es mir auch so...ich hab es vorher gewusst das er es tun wird und habe doch nicht gehandelt.
Diese Vorahnung war so ähnlich wie bei dir. Irgendwie konnte ich aber nicht handeln. Irgendwas hat mich davon abgehalten.
Dann ich weis nicht mehr wie lang nach seinem Tot es war, hatte ich von ihm geträumt...es war komisch...ich stand auf der Straße, mein Sohn war in Gefahr...da kam er plötzlich aus dem Nichts....nahm meinen Sohn auf den Arm und gab ihn mir. Er lächelte so sanft und zufrieden, winkte mir zu und ging in dieses Nichts.
Am nächsten Tag war ich sehr verwirrt.
Ich glaube, er wollte mir sagen, das er gegangen ist, damit ich mir keine Sorgen mehr um ihn machen muß. Das ich jetzt die Kraft habe voll und ganz für meinen Sohn (mittlerweile 2 Söhne) dazusein.
Von da an ging es mir langsam besser.
Ich vermisse ihn immer noch aber es tut nicht mehr so weh.

Für dich ist alles noch viel schwerer, da du ja keine Geschwister hast und nur du weist wie deine Mama war.
Ich wünsche dir sooooo sehr, das du wieder die Kraft findest und die Ruhe und Freude zum Leben. Deine Kleine wird älter, wer außer dir soll ihr denn von der Oma erzählen???

l.g. Hexe
 
Liebe Hexe,

danke für Dein Verständnis. Das ist auch das was ich gerade so dringend brauche. Einfach nur Verständnis.
Ich spreche in Gedanken oft mit meiner Mama, ich bitte sie so oft darum, dass sie doch in meinen Traum kommen soll und mir wenigsten sagt das es ihr jetzt wo immer sie auch ist gut geht. Und ich will das sie meine Entschuldigung annimmt. Das sie mir einfach verzeiht. Aber es passiert einfach nicht. Sie kommt nicht in meinen Traum. Und auch sonst nirgendwo :-(

Ja, ich gebe mir immer noch die Schuld auch wenn so einige sagen, dass soll ich nicht und brauche ich nicht. Tief in mir drin hab ich es aber. Ich würde auch leichter leben wenn ich es einfach abstellen könnte....

Mein Mann könnte von ihr erzählen. Denn mir graut jetzt schon von den Fragen die irgendwann kommen werden.

Was hat Dir geholfen in richtig schlimmen momenten?
 
Ach dauni,
was hat mir geholfen, oder was hilft mir auch jetzt noch....nun ich rede in Gedanken mit ihm...wenn ich allein war hab ich auch oft geweint.
Weine auch heute noch manchmal.
Wenn es ganz schlimm wurde, hab ich meinen Hund genommen und bin spazieren gegangen...Menschen konnte ich einfach nicht ertragen...ich wollte nicht, das sie meine Trauer sehen.
Es wurde mit der Zeit besser, konnte auch wieder Lachen aber nicht mehr so wie früher mit ihm.
Was mir Kraft gab war mein Sohn.
Du wirst von deiner Mama erzählen können. Die Kinder werden ja nicht von heute auf morgen erwachsen. Es wird immer ein bisschen mehr werden und manchmal tut es ein wenig weh aber es tut gut. So viele schöne Erinnerungen und Geschichten werden dir wieder einfallen. Du wirst sehen....alles wird gut....
 
Hallo,

habe letzte Woche erfahren das meine Mama schon mit 16 Jahren angefangen hat Medikamente zu nehmen und das sie in der letzten zeit viel viel Geld von meiner Oma (wöchentlich) geholt hat um ihre Sucht zu finanzieren ;-( So, nun weiß ich wie schlimm es für sie gewesen sein muß. Immer diese Gedanken zu haben, wann komm ich wieder an Tabl..... Ich habe ihre Sucht unterschätzt. Nie im Leben dachte ich, dass es so schlimm ist. Ich dachte mehr, es ist Aufmerksamkeit. Das tut mir so leid. Das ich es nicht gesehen und gemerkt habe. Wie blind muß man sein? Wie blind war ich nur? Wie kann ich mir mein ganzes Verhalten nur verzeihen?

Zu ihrer Schwester hat sie gesagt vor vielen Jahren das sie nie alt werden möchte, nun ja, ihr Wunsch ging leider in Erfüllung!

Heute waren wir an einem Wohlfahrtsort wo meine Mama immer gerne war. Habe viel geweint in der Kirche. Nur noch da kann ich sie besuchen gehen.

Ich denke mir, obwohl es schon fünf Monate sind, dass gibt es doch gar nicht, es kann nicht wahr sein obwohl ich weiß die Realität schaut anderst aus!

Ich stelle mir immer wieder die Frage: Was ist der Tod? Was ist das? Wo ist meine Mama jetzt? Sieht sie mich und meine Mausi? Geht es ihr jetzt endlich gut?

Ich hoffe so, ich sehe sie irgendwann wieder, darauf freue ich mich jetzt schon! Denn das kann es doch nicht gewesen sein, oder??????????????????????????

Liebe Kimmi, wie hast Du die letzten Tage überstanden? Was hast Du heute gemacht?

Fühle Dich gedrückt!
 
Hey dauni, du kannst dir verzeihen, denn du hast es nicht wissen können. Deine Mutter hat es bestimmt vor dir verheimlicht und selbst wenn nicht, kann man als Kind das auch gar nicht wirklich wahrhaben.
Eine Freundin, deren Vater Alkoholiker ist, erzählte mir dass sie als Kind nie das Problem ihres Vaters wahrgenommen hat. Für sie war es normal dass er so ist, weil sie es nicht anders kannte. Erst sehr viel später, als sie sich mit der Sucht beschäftigte, hat sie vieles verstanden.


Und trotzdem war deine Mutter auch eine erwachsene Frau. Sie hätte ihr Problem erkennen müssen und etwas dagegen tun, allein schon dir zuliebe. Sucht ist eine schlimme Krankheit und verändert einen Menschen sehr. Es muss wirklich schwer sein davon loszukommen.


Ja, der Tod... Ich beschäftige mich auch sehr mit diesen Fragen. Eigentlich schon seit meiner Kindheit. Habe in vielen Weltanschauungen und Religionen danach geforscht. Eine sichere Antwort kann man nie bekommen. Ich kenne einige Leute die klinisch tot waren und war erstaunt wie ähnlich sie ihr Todeserleben beschrieben. Es gibt auch viele gute Bücher darüber und ein Film, der mich sehr beeindruckt hat. Vielleicht kennst du ihn? Hinter dem Horizont, mit Robin Williams von 1998.
All das hat mir zwar geholfen den Tod zu verstehen und zu akzeptieren, aber die Trauer um einen lieben Menschen der gegangen ist, macht es natürlich nicht weg.


Mir ging es gestern auch mal wieder sehr schlecht. Hab beim aufräumen ein altes Familienfoto gefunden und die Trauer überkam mich schlagartig. Es war erschreckend wie viele darauf schon nicht mehr am Leben sind. Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen. Jetzt gibt es nur noch mich und meine Geschwister davon. Naja, wir alle haben Kinder und zum Teil eigene Familien. Aber für mich war es einfach dieses Erkennen wieder einmal, das Dinge vergehen, sterben unwiederbringlich vorbei sind. Sogar Wünsche die sich nie mehr erfüllen werden. Ich wollte so gerne eine eigene Familie haben, als meine Tochter noch klein war. Sie nie alleine aufziehen. Jetzt ist sie 15 Jahre und geht selber bald aus dem Haus. Jetzt brauch ich das auch nicht mehr und für sie ist es auch ok, so wie es ist.
Bei mir geht es gerade auf und ab mit den Gefühlen. Der Tod meines Vaters hat sehr viel ins Rollen gebracht. Wohin die Reise geht weiß ich noch nicht.


Ich denk sehr an dich, liebe dauni, und wünsche dir dass du Antworten für dich findest.
Fühl dich umarmt!
 
Liebe Kimmi,

es ist nicht gerade leicht für uns im moment, was? Auch für viele andere hier nicht! Ich hoffe für uns alle das wir diese schwere zeit irgendwie überstehen!

Ich habe manchmal für mich so meine zweifel...

Denke auch ganz viel an Dich!

Schön das Du da bist!
 
Wirklich, momentan leiden sehr viele Menschen, das stimmt mich auch bedenklich...
Und Zweifel hab ich für mich auch, aber auch noch ein bischen Hoffnung. Es könnte alles noch viel schlimmer sein und ich bin dankbar für das was ich hab. Der Tod ist etwas, was einfach unvermeidbar ist. Viel schwieriger finde ich manchmal das Leben zu bewältigen, sich den ganzen Herausforderungen zu stellen und zu bewältigen.


Habe heute etwas Intressantes über das Leben gelesen. So von wegen, dass wir hier in dieser materiellen Welt sind, gefangen in unserem Körper damit wir und ständig an unserem Körper reiben. Ansonsten würden wir unser wirkliches Ich, oder unser Wesen niemals wahrnehmen. Es geht angeblich darum dass wir uns selber immer bewußter werden, bis wir irgendwann keinen Körper mehr brauchen. Diejeneigen die jetzt tot sind, haben demnach nur ihren Körper verlassen und sind auf einer anderen Bewußtseinsebene. Sie sind also immer noch um uns.
Ich weiß nicht was daran wahr ist und was nicht, aber ich finde es für mich sehr tröstlich davon zu lesen oder zu hören. Zudem spüre ich meine Eltern sowieso immer sehr nah bei mir und glaube dass es ihnen sehr gut geht. Fast ist mir manchmal als könnte ich sie zusammen lachen hören. Vielleicht ist es aber auch nur ein Wunsch dass es so ist. Aber egal, ich schicke ihnen all meine Liebe, damit sie nicht traurig sein müssen.


Ich wünsch dir viel Kraft, liebe dauni, damit auch du wieder Hoffnung bekommst. Ich weiß es ist schwer für dich. Trauere und weine soviel du willst, erlaube dir ruhig auch wütend auf deine Mama zu sein, dass sie dich verlassen hat. Oder sei wütend auf die Sucht, die deine Mama im Griff hatte. Alles was du jetzt empfindest ist ok. Ich hab letztens auch ganz arg mit meinen Eltern geschimpft, auch wenn meine Mutter zumindest nichts dafür konnte dass sie gestorben ist. Ich war einfach sauer dass sie nicht mehr gekämpft hat um ihre Krankheit zu besiegen. Und wie schon mal erwähnt, meine Mutter ist seit 5 jahren tot.


Ich denk an Dich! <3
 
Hallo,

gestern ging es mir wieder mal sehr beschissen. Dann rief mich der Freund meiner Mutter an. Ihm geht es auch mehr wie schlecht. Er redetet gestern davon das alles zu beenden, denn für was und für wenn soll er denn noch weiter machen? Er ist auch so alleine... Wie ich!
Ich kann ihn verstehen! Voll und ganz! Hab mich eh schon immer gefragt wie er das macht.

Doch jetzt hab ich Angst um ihn! Was ist wenn er sich was antut? Vorallem wie soll ich ihm helfen? Ich denke doch genauso! Doch ich habe ein kleines Kind, ich darf nicht gehen. Ihn hält hier nichts.

Was mach ich nur?
 
Liebe Dauni,

wie ist dein Verhältniss zu dem Freund deiner Mutter? Versteht ihr euch gut?
Kannst du ihm sagen, dass es dir zur Zeit auch so geht? Könnt ihr nicht geimeinsam trauern?
Kennt er deine Tochter? Wäre es möglich, dass er als "Ersatzopa" für sie da sein könnte?

l.g. Hexe
 

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