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Ich darf nicht traurig sein!

Liebe dauni, wie schon meine Vorgängerin sagte: der Tod verändert alles...


Ich kann dich gut verstehen dass du keinen Nerv hast für dein Kind im Moment. Als meine Tochter noch ein Baby war hat mich ihr Vater betrogen und ist mit einer anderen abgehauen. Ich stand damals genauso unter Schock wie du jetzt und hatte kaum Kraft für mein Kind. Ich kann mich noch nicht mal erinnern wie ich das alles geschafft habe damals. Vorallem sind auch noch zwei, mir sehr nahestehende, Verwandte damals gestorben, kurz hintereinander. Manchmal fragt man sich wirklich was das alles für einen Sinn hat und warum es diese Erfahrungen braucht. Irgendwie schleppt man sich durchs Leben, aber einfach ist es nicht.
Die Fragen die du dir stellst habe ich mir damals auch immer gestellt. Alles hätte so schön sein können, ich hab mich so gefreut auf mein Kind und dann das. Darf nie etwas gut sein in meinem Leben???
Heute weiß ich dass es einfach dazu gehört auch Leid zu erfahren. Das ist einfach das Leben. Alles hat einen Gegenpol. Und wenn du soviel trauerst, dann darfst du genauso viel lachen und dich freuen. Es ist kein entweder oder, sondern ein sowohl als auch.
Meine Schwester sagte vor kurzem dass für sie der Tod unserer Eltern eine große Last von ihren Schultern genommen hat. Sie hätte jetzt keine Angst mehr die Eltern zu verlieren und fühlt sich seltsam befreit dadurch. Für mich ist es zwar nicht so, aber ich verstehe was sie meint. Für mich ist es auch so ein wenig Freiheit, weil ich sehr an meinen Eltern hing, obwohl ich es mir natürlich so nicht gewünscht habe. Es ist einfach so, ich muß es akzeptieren. Meine Eltern sind erst mal weg.


Ich denke dass dich deine Schuldgefühle einfach am meisten belasten, weil du nicht zur rechten Zeit am rechten Ort warst und alles dumm gelaufen ist. Es ist der Schock den du hast, aber du kannst es nicht mehr ändern. Es ist wie es ist. Ich bin mir sicher dass es deiner Mutter gutgeht. Wenn ich eine Gewissheit habe dann das. Den Toten geht es immer gut.
Komischerweise hab ich immer ein Bild im Kopf von meinen Eltern, wie sie lachend über eine Wiese spazieren und sich freuen sich wieder zuhaben. Natürlich ist es auch eine Wunschvorstellung, aber ist es nicht egal? Ich wünsche ihnen das sie glücklich sind und schicke ihnen ganz viel Liebe und versuche stark zu sein und mein eigenes Leben zu bewältigen. Sie hätten es sich für mich auch so gewünscht.
Wir werden uns bestimmt wieder sehen, das ist der Glaube der mich am Leben hält. Sollte es anders sein und nach dem Tod doch alles vorbei sein, dann ist es mir auch egal, weil dann ist eh alles vorbei. Dann bin ich wenigstens dankbar die Zeit mit den Leuten die ich liebe gehabt zu haben und genieße mein Leben bis zum Ende so gut es geht.


Das sind so meine Gedanken. Wie gesagt, bei mir geht es immer auf und ab. Morgen ist der Geburtstag meines Vaters, das wird auch nicht leicht...


Mein Freund hat sich erstmal wieder gefangen. Ich hoffe er bleibt stabil.


Wie geht es dem Freund deiner Mutter? Seid ihr noch in Kontakt?


Ich denk an dich!
 
Ihr beiden Lieben,

mein Verstand weiß alles sehr genau, doch umsetzen fällt mir so schwer. Diese Gefühlschaos was sich minütlich einfach ändern kann, macht mich selbst irre.
Ich bin so dankbar über mein Kind, wirklich! Doch ich kann im moment einfach nicht. Mir fällt einfach die Kraft.

Und ja, meine Schuldgefühle... Ich war nicht da! Wäre ich.... Dann würde sie noch leben, da bin ich mir sicher....
Auch wenn mir noch so viele Menschen sagen das ich aufhören soll mit den Schuldgefühlen, dass mich keine Schuld trifft, trotzdem fühle ich so. Ich wünschte es wäre anderst aber es ist so.

Ich weiß das ich irgendwie damit klar kommen muß, doch wie?????

Der Freund meiner Mama ist auch sehr emotional... Mal geht es wieder aber dann kommen wieder solche Sätze... Was soll ich tun? Ich kann auch nichts mehr ändern.

@Kimmi: oh, dass wird schwer, kann ich gut verstehen, ich hab den Geburtstag meiner Mama schon hintermir. War ein harter Tag. Ich wünsche Dir daher ganz viel Kraft und denke morgen an Dich und zünde für Dich und Deinen Dad morgen auch ein Kerzlein mit an!

Danke Euch beiden das Ihr da seit und mir zuhört!
 
Dauni

Diese verdammten Schuldgefühle.....
Ich sage Dir mal jetzt etwas.
Es fällt mir sehr schwer...ich habe das
HIER noch nie gepostet.

Als mein Schwiegervater starb, war ich nicht
bei ihm. Ich wollte ja in dieses Sterbezimmer...
aber meine Beine blieben wie angewurzelt stehen.
Ich konnte nicht in dieses dumme Zimmer gehen.
Die ganze Nacht blieb ich bei ihm, vor der Tür.
Ich fühlte mich so schlecht, so hilflos...ohnmächtig.

Damit musste ich leben, bis heute.
Mit dem WARUM bist Du nicht zu ihm?
Viele haben mich das auch gefragt, SIE taten
mir so weh damit. Ich, ich ganz alleine muss damit
zu Recht kommen, da kann mir keiner helfen.

Liebe Dauni, ich verstehe jedes Wort ganz genau.
Auch ich gab mir die Schuld.......
Aber wir sind es nicht.....nur in unserer Einbildung.

*ichdrückdich*

Anna
 
Liebe Anna,

vielen Dank das Du mir das erzählt hast. Es hat Dich sicher überwindung gekostet, deshalb an dieser Stelle vielen Dank.
Ich kann gut verstehen wie Du Dich gefühlt haben musst.
Wie ist es heute für Dich wenn Du daran denkst? Wie ergeht es Dir dabei?

Doch, ich denke mir aber bitte versteh mich nicht falsch und sei mir nicht böse wenn ich es so deutlich sage, Dein Schwiegervater wäre so oder so verstorben, meine Mama hätte ich retten können!!!
Klar verstehe ich das Du gerne bei ihm gewesen wärst und die Schuldgefühle.... Ich hoffe Du weißt was ich meine?

Aber wie Du sagtest, helfen kann mir dabei wohl niemand, ich muß es alleine schaffen und da liegt mein Problem. Denn ich kann mir nicht vorstellen das ich es eines Tages anderst sehen werde....

Lieben Gruß Dauni
 
Dauni


Das ist eine gute Frage.
Ich kann heute damit leben....obwohl..
manchmal tut es noch weh.
Vllt. war es damals das Beste, ich weiss es nicht.
Ob ich heute anders entscheiden würde, keine Ahnung.
Ich weiss, er hat mir verziehen. Er lebt in meiner Seele, seine
Nähe spüre ich ganz deutlich.
Ich bin Dir nicht böse, Dauni. Ich weiss ja, wie Du es meinst.
Klar ist meine Geschichte anders, aber ich wollte Dir
nur klar machen, dass ich das Wort SCHULDGEFÜHLE sehr gut kenne.
Aber Du wirst es schaffen, ich nweiss es.
Gib die Hoffnung bitte niemals auf. Glaube an Dich.
Irgendwann schreibe ich Dir, wie ich mit meinen Gefühlen klar kam.
Im Augenblick ist es zuviel.


Anna
 
Hallo,

habe jetzt von meiner Psychologin die Medikamente die sie mir schon lange verschrieben hat endlich eingenommen weil ich wirklich am Ende mit meiner Kraft war... Ich muß sagen, es geht mir echt besser damit. Vorallem aber kommt es meinem Kind zu gute und das ist mir sehr wichtig.
Ausserdem werde ich morgen mit meiner Ärztin sprechen weil ich auf eine stationäre Therapie, Kur oder halt für mich geeignet ist gehen will. Ich merke das ich mit mir, meinem Alltag nicht klar komme und vorallem von aussen halt null unterstützung bekomme. Deshalb muß ich was tun.

Ich vermisse meine Mama so, ich denke jeden Tag an sie! Vor dem einschlafen, nachdem aufstehen... Immer!

@Anna und Kimmi: Wie geht es Euch?
 
Hallo Dauni


Wie es mir geht?
Ach, wenn ich das wüsste....
Ich mag den November nicht.
Gehe auf Gräber und zünde Kerzen an...
lege Blumen nieder....
Es ist verdammt schwer....
Irgendwie mache ich das wie ein
Roboter, ohne Gefühle.
Aber, wenn ich erst das Tor vom
Friedhof hinter mir zumache.....
Tränen sind meine Wegbegleiter.
Es tut so verdammt weh.
Und zu meiner Tochter sage ich....
es geht IHNEN gut, Sie sind nicht hier
in der kalten Erde......SIE sind im Himmel.
Was soll ich sonst sagen?
Zumindest schenkt es uns ein wenig Trost.
Und den brauchen wir alle.

*denkandich*
 

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