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Ich darf nicht traurig sein!

Hallo Dauni,

der erste Todestag meiner Mum liegt noch nicht lange hinter mir und diese Gefühle haben mich immer mal wieder eingeholt.
Mit der Zeit war es bei mir nicht mehr immer als Dauerpräsenz vorhanden, aber wenn ich zur Ruhe kam, hat es mich noch sehr lange eingeholt.

Meine Mum sagte zu mir wenige Tage vorher: "Lebe das Leben, denn es ist das Schönste".
Manchmal bin ich mir nicht sicher, aber manchmal glaube ich sie hatte recht.
 
Hallo dauni!


Meine Mutter ist seit fünf Jahren tot und manchmal habe ich trotzdem das Gefühl als hätte ich erst gestern erfahren das sie schwer krank ist. Manchmal ist mir als wäre sie noch da und ich müßte sie nur anrufen oder bei ihr vorbeischauen und dann durchfährt es mich wieder wie ein Stromschlag dass sie ja für immer weg ist. Meinen Vater ewarte ich jedesmal zu sehen, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, weil ich ihn immer getroffen habe, wenn ich meine Tochter zur Schule bringe oder wenn ich zur Arbeit fahre. Bei jedem dunkelgrünen Jeep meine ich ihn zu sehen. Es ist so schwer den Tod zu begreifen, geschweige denn zu akzeptieren.
Ich weiß selber nicht ob man irgendwann darüber wegkommt. Die Eltern sind die Menschen die von Anfang an da waren, wo man das Gefühl hat dass sie eigentlich immer da sein müßten. Ich glaube dass es bei Menschen die einem so nahe standen einfach immer schwer ist darüber wegzukommen.


Ja, leichter wird es irgendwann, weil einem nichts anderes übrigbleibt als damit zu leben. Aber hin und wieder kommt die Trauer zurück. Aber es ist auch ok zu trauern wenn man diesen Menschen geliebt hat. Unterdrückte Trauer hilft niemanden und macht nur krank, das hab ich bei meinem Vater erlebt.


Gib dir einfach die Zeit die du brauchst um den Tod deiner Mutter zu akzeptieren und versuche die schönen Momente mit deiner Mutter in Erinnerung zu behalten.


Ich schicke meinem Vater immer wieder ganz viel Liebe in Gedanken und rede oft mit ihm und wünsche das es ihm gut geht wo immer er auch jetzt sein mag. Irgendwie hilft mir das ein wenig.
 
Ihr Lieben,

ich weiß auch nicht... Ich bekomme nichts mehr auf die Reihe... Früher war ich so Ordnungsliebend und heute sieht es aus wie sau! Mich stört es aber ändern tu ich es auch nicht. Schminken tu ich mich auch nicht mehr und auch sonst langweilt mich irgendwie alles...
Ich habe das Gefühl, mein Leben geht einfach bergab. Ich komme mit mir selbst nicht klar und alles ist einfach zum kotzen.

Seit zwei Tagen hab ich auch noch Differenzen mit meinem Mannn... Alles perfekt!

Meine kleine wird anscheindend krank und ich hab einfach keine lust, keine lust zu gar nichts....


Ach....
 
Heute sind es genau vier ganze Monate wo meine Mama von mir gegangen ist! Vier lange und grauenhafte Monate die irgendwie vergangen sind. Und aus Monaten werden Jahre... Schrecklich!
Ich weiß nicht, ich habe gerade ständig diese Gedanken, wenn mein Kind nicht wäre würde ich auch sofort das alles hier beenden. Doch leider... leider muß ich für sie da sein! Ich will nicht das sie ohne Mama sein muß!
Doch außerdem will ich das diese Gedanken aufhören... Das ich wieder einen Sinn und die Freude finde. Aber wie mache ich das?
Ich fühle mich so alleine und verlassen!
Seitdem tot meiner Mama habe ich nur noch ganz wenig Freunde und am Wochenende hat nie jemand zeit...

Vielleicht denkt sich der ein oder andere hier das ich in Selbstmitleid zerfließe... das es immer schlimmeres gibt und ja, es gibt immer schlimmeres! Trotzdem geht es mir schlecht. Ich fühle mich so schlecht wie noch nie in meinem ganzen Leben!
Ich dachte immer, ich habe schon viel gelitten und erlebt, doch das topt alles!

So, das waren meine Gedanken an dem heutigen Tag...

4 Monate... Liebe Mama, Du fehlst mir so sehr!
 
Liebe dauni,


ich fühle sehr mit dir. Das mit meinem Vater ist jetzt knapp vier Wochen her. Noch ziemlich frisch und doch denke ich dass es SCHON vier Wochen sind. Man möchte am liebsten die Zeit zurückdrehen...
Ich schaffe es momentan auch kaum in mein Alltagsleben zurückzukommen, aber ich habe auch keine Illusionen das alles wieder so sein wird wie es einmal war.
Das mir nichts mehr Freude macht geht mir genauso. Ich schaff es kaum unter Leute zu gehen. Alles erscheint mir hohl und sinnlos.


Um nicht ganz zu verzweifeln versuche ich auf die Dinge in meinem Leben zu sehen die gut sind und weniger auf das was ich eh nicht ändern kann. Trotzdem trauere ich und denke dass es auch ok ist. So ein Verlust braucht einfach Zeit.


Hab auch angefangen eine Gesprächstherapie zu machen. Vielleicht hilft dir auch so etwas?
Machst du etwas in der Richtung?


Fühl dich umarmt!
 
Liebe Winnie,

ich glaube nicht das es hier in diesem Forum darum geht, wem es schlechter geht!!! Es geht uns allen hier beschissen, jeder von uns hat einen geliebten Menschen verloren... Leider!
Ich sehe das so.
Ich denke, dass Leute aus meiner Umgebung das so sehen, so quasi, ich hab ja jetzt mein Kind und bla bla bla... Weißt Du wie ich mein? Und das kotzt mich einfach an! Nach vier Monaten ist alles vergessen bei den Menschen... Ich geh ja schließlich wieder unter Leute also geht es mir ja jetzt gut. So kommt es für mich an. Aber eigentlich ist es egal was alle denken, denn es kann mir sowieso keiner helfen. Niemand kann das, also was erwarte ich auch?
 
Tag ein Tag aus... Jeder scheiß Tag kommt und endet, egal wie... Ich kann es immer noch nicht fassen! Warum? Wieso? Weshalb?
Ich finde das Leben sowas von zum kotzen?
Warum? Wieso? Weshalb?
Ich wünschte ich könnte auch gehen...
 
Hallo dauni....

warum? Ja, diese Frage stelle ich mir auch oft...
alles ist so ungerecht...-besonders wenn einem das liebste das man hat genommen wird...

...es macht keinen Sinn...-scheint sinnlos...
....und wenn es einen Sinn machen sollte-warum Menschen sterben...welchen?

...man wird einfach konfrontiert...und einem wird das Liebste genommen....

...Deine Mum würde dennoch nicht wollen, dass es Dir so schlecht geht...
mach Dir das immer wieder klar....und behalte Dir alle schönen Erinnerungen-...die kann Dir keiner nehmen...-

lg.Sissy
 
So, seit heute ist meine Mama für immer als einen Haufen Asche in irgendeinem See. Ich habe sie auf ihrem letztem Weg belgeitet, so wie es immer ihr Wunsch war.
Nun sitzt ich hier. Bin überwältigt von der Trauer. Was nun? Ja, was nun? Das wars, für immer! Das Leben geht weiter auch wenn ich das nicht will. Es geht einfach so alles seinen lauf!
Ich muß mich um mein Kind kümmern ob ich will oder nicht! Von Montag bis Freitag muß ich irgendwie stark sein und Kraft haben.
Was soll das eigentlich?
 
Hallo dauni,
Es tut mir so leid dass du für dich keinen Lebenssinn mehr siehst. Ich weiß ja wie schwer es ist, momentan habe ich mal wieder eine große Wut auf meinen Vater dass er einfach gegangen ist. Aber es schwankt von Tag zu Tag. Und mein Glaube dass wir uns irgendwann sowieso alle wieder treffen hilf mir über das schlimmste hinwegzukommen.


Ich wünsche dir dass du auch irgendeinen Halt für dich findest mit dem Tod deiner Mutter klarzukommen. Das Leben geht weiter, daran läßt sich nichts ändern. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen, sosehr man es sich wünscht.
Aber ich hör dir gern zu, wenn du reden willst. Das beste ist immer wieder darüber zu reden. Mir hilft es sehr.


Fühl dich umarmt, ich trage einen Teil deiner Trauer gern mit dir!
 

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