Liebe dauni,
Es ist nicht verwunderlich dass du trinkst, wenn es dir schlecht geht. Wie solltest du eine andere Problemlösungsstrategie haben, wenn es dir jahrelang so vorgelebt wurde? Das scheint etwas zu sein was du von deiner Mutter hast. Aber du kannst schaffen was sie nicht geschafft hat, es bleiben zu lassen!
Aber ich dachte bei erben an andere Dinge, Ähnlichkeiten die du mit deiner Mutter teilst, im Aussehen, Im Verhalten oder wie Winni2004 schreibt, Redensarten.
Dass du nicht wie sie sein möchtest versteh ich gut. Wer will schon wie seine Eltern werden, egal wie sie waren. In deinem Fall ist es natürlich ganz besonders. Gerade deshalb solltest du versuchen für dein Kind das zu leben was du dir von deiner Mutter immer gewünscht hast.
Deine Idee mit dem Herzluftballon find ich sehr schön.
Ich habe an dem Geburtstagen und Sterbetagen meiner Mutter immer irgendwas Kleines gemacht und dabei ganz intensiv an sie gedacht.An die schönen Zeiten die wir zusammen verbracht haben.
Anfangs bin ich an ihr Grab und hab ihr Blumen gebracht, manchmal hab ich zu Hause eine Kerze für sie angezündet oder bin einfach im Wald spazieren. Vor kurzem, weil ich im Moment wieder sehr an sie denken muss und sie besonders vermisse war ich in dem Wald wo sie immer Pilze gesucht hat, eine Stelle die sie nur mir verraten hat. Und im Winter hab ich immer ihre schöne 70er Jahre Lederjacke an, die sie mir zu Lebzeiten noch geschenkt hatte. Eigentlich ist sie immer bei mir...
Und jetzt, mit meinem Vater wird es genauso sein. Wobei ich es momentan gerade wieder gar nicht verstehen kann dass er tot sein soll...
Du fragst wohin mit dir? Was ist mit deiner Familie? Du bist selbst Mutter und hast ein wundervolles Kind und ,wie es scheint, einen dich sehr liebenden Mann! Dort ist dein Platz im Leben. Dort wirst du gebraucht und auch sie sind für dich da.
Es ist schwierig nach so einem Verlust wieder in das normale Alltagsleben zurückzukehren. Ich schaffe es auch noch nicht und vieles wird auch nicht mehr so sein wie es einmal war.
Deine Mutter hat durch ihren Tod auch eine große Last von dir genommen, denn durch ihr Verhalten zu Lebzeiten musstest du auch sehr viele Ängste aushalten. Du hattest wahrscheinlich immer Angst dass sie stirbt, oder?
Ich glaube dort wo sie jetzt ist geht es ihr gut. Ich weiß dass einfach, weil ich es bei meinen Eltern spüre dass es so ist. Letztes Jahr habe ich einen Freund verloren, der jahrelang Medikamentenabhängig war und auch bei ihm habe ich gespürt dass es ihm nun gut geht. Er wurde nur 40 Jahre alt.
Deiner Mutter scheint es nicht gut gegangen zu sein und sie ist mit ihren Problemen nicht mehr klargekommen. Jetzt geht es ihr gut. Und das ist doch etwas was man sich als Kind wünscht, oder?
Anna-lisas Idee find ich schön, die Trauer auf kreative Weise zu verarbeiten. Ich male selber sehr viel und mache Theater, das hilft mir sehr. Vielleicht findest auch du irgendwas in der Richtung für dich.
Fühl dich gedrückt und an dich gedacht!