Ich fasse die Sache jetzt noch ein letztes Mal zusammen.
Sie hatte viele Untersuchungen in der Charité. Das war kein kurzer Termin, sondern mehrere Tage stationär.
Sie wurde organisch untersucht, um auszuschließen, dass Magen-Darm-Erkrankungen, Schluckstörungen oder Ähnliches vorliegen. Es wurden auch noch alle möglichen Bluttests gemacht. Sie wurde psychologisch untersucht und hatte Termine mit verschiedenen Psychologen. Sie wurde also mehrere Tage von Kopf bis Fuß untersucht. Die Untersuchungen waren alle unauffällig und ohne Behandlungsbedarf.
Sie sollte dann auch in Anwesenheit von mehreren Ärzten etwas essen. Das wurde von deren Seite nach kurzer Zeit abgebrochen, um sie nicht weiter zu quälen.
Es wurde dann letztendlich das fMRT gemacht. Es wird dabei nicht nur die Struktur, sondern auch die Funktion des Gehirns untersucht. Das passiert indem man Fragen beantwortet, Bilder anschaut etc. Areale im Gehirn, die sehr aktiv sind brauchen mehr Sauerstoff und das sieht man dann auch.
Es gab dann einige Fragen zum Thema Essen, sie sollte über Essen sprechen, sich Bilder von Essen anschauen usw. In ihrem Gehirn waren die normalerweise zuständigen Areale nicht aktiv.
Es ist auch nicht möglich diese zu aktivieren. Wenn grundlegende Funktionen von Geburt an nicht vorhanden sind, dann kann man diese nicht erlernen.
Ihr Gehirn empfindet alles zum Thema essen als nicht nötig. Sie kann theoretisch essen, aber nur unter Zwang. Und der Zwang löst noch mehr Abneigung gegen Essen aus.
Es ist eine tägliche Odyssee von 2-3 Stunden, bis sie einigermaßen genug gegessen hat. Das ist mit viel Bitten und Zwingen verbunden. Tränenreiches betteln nicht essen zu müssen. Wir müssen aufpassen, dass sie kaut und nicht alles runterschlingt.
Es ist auch vollkommen egal, um welche Lebensmittel es geht. Außerdem isst sie nicht nur zuhause schlecht, sondern überall. In der Schule isst sie gar nichts.