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Ich bin zu spät nochmal Mama geworden

Es wäre für mich theoretisch kein Problem zu sagen, dass sie sich selber beschäftigen soll. Sie steht dann nur alle 2 Minuten neben mir und erzählt mir, wie langweilig alles ist. Ich habe dann noch weniger Ruhe. Sie erwartet dann, dass man was mit ihr macht.
Aber natürlich ist es ein Problem und deine Tochter ist - übrigens auch definitiv durch eure fehlgeleitete Erziehung - NICHT pflegeleicht: Warum gelingt es dir nicht, ihr zu vermitteln, dass sie sich alleine beschäftigen soll, OHNE dass sie nach 2 Minuten wieder neben dir steht und jammert? Sie ist 9 (!) Jahre alt, auch solch eine Ansage kann man unmissverständlich machen und sie ist alt genug, um sie umsetzen zu können. Dann wird der Ton eben eindringlicher "Du lässt mich jetzt in Ruhe arbeiten und beschäftigst dich alleine!" Du machst dich vor deinem Kind ja völlig zum Affen, indem du die ständigen Störungen zulässt. Die Prinzessin "erwartet"... - das darf sie ja gerne tun. Dieser Erwartung musst du aber doch nicht entsprechen. Ein Kind kann tatsächlich lernen, dass nicht alles so läuft, wie es das gerne hätte! Schlimm genug, wenn dein Mann ihr alles rechtzumachen versucht. Das bedeutet nicht, dass du das genauso handhaben musst. Mir wäre es auch völlig egal, dann die "böse Mama" zu sein, bevor ich auf dem Zahnfleisch ginge.

Sie nach draußen schicken ist auch quasi unmöglich. Zu warm, zu kalt. Bei Regen schon mal gar nicht. Sie will ihre Klamotten nicht dreckig machen oder nass werden. Alles was eine sportliche Aktivität ist, ist auch ganz doof.
Wenn ihr das alles nicht passt muss sie eben gelangweilt herumsitzen und die Zeit so totschlagen. Warum machst du ihr Problem zu deinem? Ich habe noch nie gehört, dass jemand an Langeweile gestorben ist. Sie ist eben nur schwierig auszuhalten. Und genau deshalb beginnt dann nach einiger Zeit folgendes: Der/die Gelangweilte überlegt nach Alternativen bis ihm/ihr eine einfällt. Natürlich muss man das aber gar nicht erst, wenn man weiß, dass man Hampelmann-Mama oder Hampelmann-Papa nur immer wieder die Ohren vollnattern muss, bis die sich wieder mit einem beschäftigen.
Hausgemachte Probleme!

Die Haltung, Sport sei doof, ist doch lediglich dem Umstand geschuldet, dass sie offensichtlich noch nicht das richtige für sich entdeckt hat. Das Angebot an Aktivitäten ist mittlerweile so riesig, dass da wirklich für jeden etwas dabei ist. Ganz abgesehen davon, dass Bewegung schon möglichst früh selbstverständlicher Bestandteil eines Kinderlebens werden sollte, da es neben dem Spaßfaktor einen maßgeblichen Beitrag zur Gesunderhaltung leistet. In jungen Jahren begonnen, kann man in Sportarten auch richtig gut werden, was wiederum das Selbstbewusstsein stärkt. Es gibt auch so viel mehr als Leichtathletik oder Turnen - da kann wirklich jeder seine Nische finden. Auch eine Prinzessin. Cheerleading, Reiten, Volleyball, Fechten, Selbstverteidigung, Schach... - du kannst mir nicht erzählen, dass da nichts für euer Kind dabei wäre. Sie zu motivieren, sich auch gegen Bedenken oder gar Widerstände mal auszuprobieren - diese Aufgabe sehe ich dann tatsächlich bei euch. Ich kann mich nur wiederholen: Sie muss raus! Ihr seid keine passenden Unterhalter!
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Mann wird da nicht hinter mir stehen. Es wird sagen, dass es ihm leid tut, aber Mama das jetzt so entschieden hat.
Noch dazu: Da würde ich ja so etwas von in den Konflikt mit diesem Mann gehen und ihn fragen, was das eigentlich soll, dich so vor dem Kind als die Böse vorzuführen. War das schon immer so, das er dir so in den Rücken gefallen ist oder wann habt ihr einander verloren? Man muss nicht jede Entscheidung des anderen gut finden, aber man sollte dennoch als Einheit vor dem Kind auftreten. Sie spielt euch doch ganz sicher gegeneinander aus.
 
Die letzten Beiträge beinhalten schon alles, was ich auch geschriebe hätte. 👍

Sie steht dann nur alle 2 Minuten neben mir und erzählt mir, wie langweilig alles ist. Ich habe dann noch weniger Ruhe. Sie erwartet dann, dass man was mit ihr macht.

Warum setzt du keine Grenzen?

Sie nach draußen schicken ist auch quasi unmöglich. Zu warm, zu kalt. Bei Regen schon mal gar nicht. Sie will ihre Klamotten nicht dreckig machen oder nass werden. Alles was eine sportliche Aktivität ist, ist auch ganz doof.

Bei euch hat ganz klar das Kind das Sagen!

Macht bei euch niemand Sport?
Wie wuchs sie auf, wenn rausgehen "quasi unmöglich" ist?
Im Garten lesen, Hausaufgaben machen, lernen, essen, es geht fast alles draußen.
Ausflüge in die Natur, Fluss, See, Picknick, Softballspiel, Fußball, Badesachen dabei, ...

Seid ihr mit ihr nicht bei Wind und Wetter raus? Es kann herrlich sein im strömenden Regen!

Mit Kleinkind ging ich da z. B. zu einer steil genug abfallenden Straße. Hüpfend, weil es so schön spritzte.
Dort zauberte ich einen Tischtennisball aus der Tasche.
Ab in den Rinnstein damit und los geht der Spaß!

Man kann bei jedem Wetter etwas draußen machen, seine Fantasie benutzen - aber man muss auch die Chance bekommen, das zu lernen!

Auch Reiten fand bei Schietwetter nicht immer in der Halle statt oder fiel aus deswegen - da gab es statt Unterricht auch mal einen Ausritt. Raus in die Natur, Galopp, sich spüren, die Energie der Natur, die Verbundenheit mit dem Tier, überschäumende Freude bei beiden, Freudenbuckler spüren.

Umziehen, heißer Kakao, Decke, um sprudelnd und strahlend darüber reden zu können, die Dusche kann auch mal warten; davon fällt keiner tot um.

All das bietet jede Menge Raum, sich damit weiter zu beschäftigen, jede Menge Lerninhalte, wenn man Input braucht. Man muss sie nur entdecken.

Vor meinem inneren Auge taucht ein irgendwie lebloses Leben auf, mit wenig Freude, Spaß, und wenig Raum, sich so richtig fühlen zu können. Das kann sie vielleicht wirklich nur in der Energie der Musik, der Lautstärke des Schlagzeugs.
 
Wenn ich das mal wüsste, dann wäre ich nicht hier.





Medienzeit ist okay und auch keine Pest. Es gibt bei uns trotzdem keine 4 Stunden Medienzeit jeden Tag. Wenn sie am Nachmittag nichts vor hat, dann hat sie von nach der Schule bis zum Schlafen etwa 6-7 Stunden.

Es wäre für mich theoretisch kein Problem zu sagen, dass sie sich selber beschäftigen soll. Sie steht dann nur alle 2 Minuten neben mir und erzählt mir, wie langweilig alles ist. Ich habe dann noch weniger Ruhe. Sie erwartet dann, dass man was mit ihr macht.

Sie nach draußen schicken ist auch quasi unmöglich. Zu warm, zu kalt. Bei Regen schon mal gar nicht. Sie will ihre Klamotten nicht dreckig machen oder nass werden. Alles was eine sportliche Aktivität ist, ist auch ganz doof.

Bücher sind bei uns immer eine Option. Sie liest je nach Lust und Laune etwa 2-3 Bücher pro Woche. Sie liest immer abends bevor sie ins Bett geht.

Kann es sein, dass du deiner Tochter gegenüber ein schlechtes Gewissen hast, weil sie so alte Eltern hat und deswegen versuchst, ihr alles recht zu machen?
 
Was auf Hochbegabung hindeuten kann:


Und noch ein paar vielleicht hilfreiche Seiten:




 
Ich bereue, überhaupt Kinder bekommen zu haben. Aber leider kann man nicht in die Zukunft schauen.
 
Mögliche Hochbegabung hin oder her, was ist an eurem Zuhause gemütlich, anregend, spannend für Kinder?

Sie kennt Kinder in ihrem Alter und hat auch Freunde. Die kommen nur nicht besonders gerne zu uns nach Hause

Denkt ihr nicht darüber nach, weshalb das so ist und wie sich das ändern ließe?

Das ist mal ein Punkt, zu dem ich die Meinung des Kindes gerne hören würde!

Spielzeug hat sie kaum, weil es sie nicht interessiert.

Hochbegabung hin oder her, normalerweise sind kleine Menschen ohne größere Defizite oder durch Umgang, Erziehung eingeschränkt, vielfältig interessiert, probieren gerne aus, haben eine natürliche Neugierde.

Selbst für Erwachsene gibt es Spielzeug.
Es ist für mich unvorstellbar, dass sich aus einem riesigen Pool keine interessanten Spiele, Spielzeuge für ein intelligentes, neugieriges, lernbereites Kind finden lassen könnten.

Nicht dem eigentlichen Alter entsprechend, der Wechsel auch viel schneller aufgrund der Entwicklung (Unterforderung), doch auch hochbegabt kann man sich für einfache Spiele begeistern, wenn damit richtig Spaß verbunden ist. Und solche Spiele bleiben dann lange erhalten.

Wir haben weder Garten

Insgesamt fände ich euer Haus nicht zufriedenstellend für das Aufwachsen meines Kindes.
Was einem Verkauf und Kauf eines anderen Hauses im Weg steht, verstehe ich nicht.
Nicht jeder ist in der glücklichen Lage, ein Haus besitzen zu können. Wenn schon, dann wäre mir wichtig, dass es auch 'kindgerecht' ist.
Ein Garten oder eine Dachterrasse war für mich mit Kind ein Muss.
So wie Räume, die Privatsphäre bieten.
Und eine Atmosphäre, in der sich andere Kinder gerne aufhalten.

Allerdings war ich deutlich jünger und das dadurch wahrscheinlich einfacher.
Heute hätte ich auch keinen Spaß an einem Haus voller Kinder.

Nur - ihr habt euch für das Kind und somit die Verantwortung entschieden, und solltet also Sorge tragen, dass es eine fröhliche, unbeschwerte Kindheit in einem sicheren Rahmen aus gesteckten Grenzen erleben darf.
 

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