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Ich bin zu spät nochmal Mama geworden

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Du hast viel darüber geschrieben, wie es für dich ist, so "spät" nochmal ein Kind zu haben.

Weißt du, wie es eurer Tochter damit geht?

Etwa ob sie Ängste hat, dass sie euch früh verlieren könnte oder ob sie vielleicht deshalb selten Besuch von Freunden hat/haben will?
Das finde ich eine gute Frage. Ich bin erstes und einziges Kind alter Eltern. Meine Mutter war „erst“ 45, mein Vater 50 als ich geboren wurde. Ich habe mir seit ich denken konnte Gedanken darüber gemacht, dass meine Eltern vielleicht bald sterben und was dann aus mir wird. Unbegründete Gedanken, mein Vater wurde 92, meine Mama 80. Sie haben noch alle meine 3 Kinder kennengelernt.
Und als ich 12 war ging ich ins Internat. Lange dachte ich, dass das eben mein Wunsch war, weil ich Einzelkind war. Heute denke ich, dass das schon auch ein bisschen von meinen Eltern gefördert wurde, weil ich auch anstrengend war und sie so unter der Woche „Luft“ und Ruhe hatten (wir hatten einen kleinen Bauernhof), und das ist auch verständlich.

@Kati63 Wie ist denn der Kontakt zu den älteren Geschwistern? Zu den Neffen und Nichten? Gibts da öfter Treffen? Kann deine jüngste da öfter hin zu Besuch? Wie ist das so?
 
Das finde ich eine gute Frage. Ich bin erstes und einziges Kind alter Eltern. Meine Mutter war „erst“ 45, mein Vater 50 als ich geboren wurde. Ich habe mir seit ich denken konnte Gedanken darüber gemacht, dass meine Eltern vielleicht bald sterben und was dann aus mir wird. Unbegründete Gedanken, mein Vater wurde 92, meine Mama 80. Sie haben noch alle meine 3 Kinder kennengelernt.
Und als ich 12 war ging ich ins Internat. Lange dachte ich, dass das eben mein Wunsch war, weil ich Einzelkind war. Heute denke ich, dass das schon auch ein bisschen von meinen Eltern gefördert wurde, weil ich auch anstrengend war und sie so unter der Woche „Luft“ und Ruhe hatten (wir hatten einen kleinen Bauernhof), und das ist auch verständlich.

Hallo beihempelsuntermsofa. Da du ein Kind "alter" Eltern warst: Hat es dich sonst im Leben oder in deinen Gedanken beeinflusst? Ich frage deshalb, weil ich eine kenne, die auch erst Mitte 40 Mutter geworden ist und mir das Kind leid tut. Ich finde sowas ganz schrecklich.
 
Gerne auch noch ein Schwank aus meinem Leben: Als unsere Tochter klein war haben wir gerne Urlaub bei Robinson oder Aldiana gemacht. Zum einen, weil wir um deren tolle Kinderbetreuung wussten, zum anderen, um uns selber in dieser Zeit Paarzeit zu bescheren. Denn ja, auch wir Eltern hatten Auszeiten verdient. Unser Kind wollte da partout nicht hin in diesen Kinderclub, wehrte sich mit Händen und Füßen, schmiss sich auf den Boden und schrie wie am Spieß mit knallroter Birne. Alle Kids bekamen Buttons angeheftet mit Gruppen- und dem eigenen Namen, damit sie nicht verschütt gehen. Unsere hatte den Button regelmäßig zunächst am Rücken, weil siehe oben. Und ja, es war mir anfangs echt unangenehm und ich hatte auch ein schlechtes Gewissen. Noch als die Gruppe dann zum Roby-Club hinmarschierte warf sie uns zornige Blicke zu und musste von der armen Kinderbetreuerin besänftigt werden. Wir haben dann aus der Distanz geschaut, wie es weiterging. Sobald wir außer Sichtweite waren war sie wie ausgewechselt, lachte, spaßte herum und wollte dann am Endes des Nachmittags gar nicht mehr weg. Am nächsten Tag dasselbe Spiel. Das war ein einziger Machtkampf, wie sie später als Jugendliche dann offen zugab und sich bis heute noch darüber amüsiert.

Das sind sehr willensstarke Kinder, die so beharrlich sind. Gibst du nach, hast du verloren, weil sie völlig ich-bezogen durch ihre Kindheit gehen und meinen, einen Anspruch darauf zu haben.

Mit meinem Mann habe ich mich auch oft genug in die Wolle gekriegt. Sie wollte alles ausprobieren.. und dann war das Interesse wieder erloschen. Irgendwann hab ich dann gesagt, sie solle sich jetzt für eine Sportart entscheiden und dabei bliebe es dann. Tat sie dann auch und wollte dann doch wieder wechseln. "Lass sie doch, wenn sie nicht will", kam dann von meinem Mann. Ich hab mich dann durchgesetzt, es gab Gemaule, auch Tränen (ich wankte kurz, dachte dann aber "Nö, diesmal nicht!") Und sie blieb dabei. Heute ist es ihr ultimativer Sport. Heiß geliebt und sie ist ziemlich gut darin. Erst kürzlich sprachen wir wieder darüber und sie meinte, es wäre super, dass sie damit damals nicht aufgehört hätte

Um zum Ende zu kommen: Sie hat durch all das gelernt, Durststrecken durchzustehen und nicht nur nach dem Lustprinzip zu leben. Mittlerweile beißt sie sich durch ihr Studium, bleibt beharrlich dran und optimistisch, wenn mal etwas nicht so gut läuft. Und wir haben ein absolut inniges und vertrauensvolles Verhältnis, besser übrigens als zum stets nachgiebigen Papa. So falsch können also selbst meine Verbote nicht gewesen sein. 😉
 
Für eine Neunjährige finde ich es auch nicht so förderlich, gar nicht rauszugehen. Als unsere Kinder in dem Alter waren (und lange davor und auch noch einige Zeit danach) sind wir sehr viel mit befreundeten Familien rausgegangen.
Wichtig war, dass das nicht nur öde Spaziergänge waren. Sondern da gab es Geocaching, Walderlebnispfade, Wildparks, Burgen, Spielplätze, Wasser, Beerenernte usw. Oft war irgendeins der Kinder wegen irgendwas unzufrieden, wurde dann aber mehr oder weniger einfach mitgezogen von allen anderen. Ich denke heute (Kinder sind im fortgeschrittenen Teenie-Alter) noch sehr gerne an die Zeit zurück. Weil es auch für uns Erwachsene entspannend war, zu quatschen und die Kinderhorde mehr oder weniger sich selbst zu überlassen. Gibt es bei euch niemandem im Umkreis, wo so gemeinsame Aktivitäten möglich wären? Oder mit den älteren Geschwistern? Meine Tochter ist zudem jahrelang geritten, da musste ich nur hinfahren und hab mich während der Zeit einfach hingesetzt und gelesen und zugeguckt oder mit anderen gequatscht.

Kann es sein, dass ihr als Familie sehr abgeschottet seid und du deshalb das Gefühl hast, alleine für die Beschäftigung der Tochter verantwortlich zu sein? Ich finde schon, dass sie pflegeleicht klingt. Alleine, dass Schule und Instrumente lernen klappt, ist alles andere als selbstverständlich. Vielleicht müsst ihr euch mehr nach außen öffnen.
 
Hallo beihempelsuntermsofa. Da du ein Kind "alter" Eltern warst: Hat es dich sonst im Leben oder in deinen Gedanken beeinflusst? Ich frage deshalb, weil ich eine kenne, die auch erst Mitte 40 Mutter geworden ist und mir das Kind leid tut. Ich finde sowas ganz schrecklich.
Kann ich nicht mal so sagen. Ich hatte eine schöne Kindheit und viele Freiheiten.
Das einzige was mich mein Leben lang belastet ist, keine Geschwister zu haben. Vor allem jetzt, wo die Eltern nicht mehr leben. Aber eigentlich immer schon.
 
Das ist halt denk ich nicht so leicht, wenn die meisten anderen Eltern halb so alt sind. Quasi die nächste Generation schon.

Das kann, muss aber nicht so sein.
Seit ich denken kann war ich immer von Menschen unterschiedlichen Alters umgeben.
Das zog sich so auch in die nächste Generation weiter, da läuft das genauso.
Ob nun Einzeltreffen oder alle kunterbunt gemixt an einem Tisch.
 
Kann ich nicht mal so sagen. Ich hatte eine schöne Kindheit und viele Freiheiten.
Das einzige was mich mein Leben lang belastet ist, keine Geschwister zu haben. Vor allem jetzt, wo die Eltern nicht mehr leben. Aber eigentlich immer schon.
Eine ehemalige Arbeitskollegin erzählte mir mal, dass ihre Eltern 40 waren, als sie geboren wurde und sie fand es immer ganz schlimm, so alte Eltern zu haben. Sie selbst wollte mit spätestens 30 Mutter werden (und konnte das auch realisieren)
 
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