Gerne auch noch ein Schwank aus meinem Leben: Als unsere Tochter klein war haben wir gerne Urlaub bei Robinson oder Aldiana gemacht. Zum einen, weil wir um deren tolle Kinderbetreuung wussten, zum anderen, um uns selber in dieser Zeit Paarzeit zu bescheren. Denn ja, auch wir Eltern hatten Auszeiten verdient. Unser Kind wollte da partout nicht hin in diesen Kinderclub, wehrte sich mit Händen und Füßen, schmiss sich auf den Boden und schrie wie am Spieß mit knallroter Birne. Alle Kids bekamen Buttons angeheftet mit Gruppen- und dem eigenen Namen, damit sie nicht verschütt gehen. Unsere hatte den Button regelmäßig zunächst am Rücken, weil siehe oben. Und ja, es war mir anfangs echt unangenehm und ich hatte auch ein schlechtes Gewissen. Noch als die Gruppe dann zum Roby-Club hinmarschierte warf sie uns zornige Blicke zu und musste von der armen Kinderbetreuerin besänftigt werden. Wir haben dann aus der Distanz geschaut, wie es weiterging. Sobald wir außer Sichtweite waren war sie wie ausgewechselt, lachte, spaßte herum und wollte dann am Endes des Nachmittags gar nicht mehr weg. Am nächsten Tag dasselbe Spiel. Das war ein einziger Machtkampf, wie sie später als Jugendliche dann offen zugab und sich bis heute noch darüber amüsiert.
Das sind sehr willensstarke Kinder, die so beharrlich sind. Gibst du nach, hast du verloren, weil sie völlig ich-bezogen durch ihre Kindheit gehen und meinen, einen Anspruch darauf zu haben.
Mit meinem Mann habe ich mich auch oft genug in die Wolle gekriegt. Sie wollte alles ausprobieren.. und dann war das Interesse wieder erloschen. Irgendwann hab ich dann gesagt, sie solle sich jetzt für eine Sportart entscheiden und dabei bliebe es dann. Tat sie dann auch und wollte dann doch wieder wechseln. "Lass sie doch, wenn sie nicht will", kam dann von meinem Mann. Ich hab mich dann durchgesetzt, es gab Gemaule, auch Tränen (ich wankte kurz, dachte dann aber "Nö, diesmal nicht!") Und sie blieb dabei. Heute ist es ihr ultimativer Sport. Heiß geliebt und sie ist ziemlich gut darin. Erst kürzlich sprachen wir wieder darüber und sie meinte, es wäre super, dass sie damit damals nicht aufgehört hätte
Um zum Ende zu kommen: Sie hat durch all das gelernt, Durststrecken durchzustehen und nicht nur nach dem Lustprinzip zu leben. Mittlerweile beißt sie sich durch ihr Studium, bleibt beharrlich dran und optimistisch, wenn mal etwas nicht so gut läuft. Und wir haben ein absolut inniges und vertrauensvolles Verhältnis, besser übrigens als zum stets nachgiebigen Papa. So falsch können also selbst meine Verbote nicht gewesen sein. 😉