Hallo. Ich habe mich länger hier nicht gemeldet. War ja auch viel umtellung in der letzten Woche. Mein Mann ist wieder zuhause und er erholt sich eigentlich so ganz gut.
Ich war am Samstag mit meiner Tochter einfach mal in der Stadt (wir mussten eh einiges für den Haushalt besorgen). Sie meinte dann ganz spontan, ob ich mit ihr nicht einfach mal so Kaffee trinken gehen würde. Ich hielt inne und war erstaunt. Und sagte, dass sie keinen Kaffee darf, weil sie noch ein Kind sei. Dann fing sie an zu mosern und meinte, dass sie mit ihren Freundinnen schon öfter einen Milchkaffee getrunken hatte. Ich fiel aus allen Wolken. Sie wollte Zuhause ja immer Kakao. Denn ich war noch nie einfach so in der Stadt zum Kakao, bzw. ich einen Kaffee trinken, da ich meist ja eh nur einen strukturierten und durchplanten Tagesablauf habe. Ich kam mir sehr komisch vor, wie ich da mit meiner Tochter am Tresen von der Bäckerei stand und wartete bis wir was bestellen konnten und als wir dann saßen und unseren Kaffee getrunken haben. Sowas kenne ich sonst nur von Leuten, die entweder Langeweile haben, studieren gehen oder sich extra zum Plausch verabreden und dann auch einen Tisch reservieren. (Ja ich muss zugeben, es ist nicht so meine Welt). Nun ja, wie gesagt, ich kam mir etwas peinlich berührt, verloren und unheimlich komisch dabei vor. Zumal mich auch einige von der Arbeit erkannten und mich ansprachen, warum man mich ausgerechnet am Samstag um 11Uhr in der Passage antrifft. Danach bin ich dann noch mit meiner Tochter zu Karstadt und kaufte ihr eine Hose, so wie ich es immer gemacht habe. Nur diesmal entdeckte ich wieder was völlig neues an ihr. Sie machte den Eindruck, als wüsste sie was sie wollte. Sie wollte diesmal nicht mehr in die "Kinderabteilung". Sie wollte was "flippiges, modisches" so wie sie sich ausdrückte. Ok, ich dachte mir, naja, einmal kannste es ja wagen und ihr mal was gutes tun. Irgendwie sagte meine andere Stimme, dass ich es nicht tun sollte, da sie erst zu Weihnachten von uns 2 neue Pullover und einen Anorak bekam. Jedenfalls suchte sie sich was aus und blieb sogar unter dem von mir genannten Preis damit. Wir machten aber aus, dass ich das nur zur Hälfte bezahlte und sie den Rest von ihrem Taschengeld. Damit war sie einverstanden. Aber irgendwie fühlte ich mich trotzdem nicht wohl, meine Kleine so "erwachsen" zu sehen, wie sie wie alle anderen Erwachsenen an der Kasse stand und die Sachen bezahlte. Irgendwie war ich stolz auf sie. Aber ich bekam auch Angst, dass sie dieses nun immer hinter meinem Rücken tun könnte.
Später redete ich mit meinem Mann da rüber. Er musste bisschen lachen dabei, was mir gar nicht gefiel. Wie seht ihr das?
Der Grund, warum ich jetzt schreibe ist, dass ich mir gerade wieder Sorgen mache über meien Familie.