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Hilfe, meine Tochter dreht durch

Eben und genau das kann ich nicht. Ich bin wirklich so erzogen worden und wurde immer auf Schritt und Tritt kontrolliert und behütet. Erst mit 16 Jahren bekam ich mein eigenes Zimmer - nur direkt neben das meiner Eltern und eine Verbindungstür. Durch diese Tür durfte ich niemals gehen. Sie war für mich tabu. Lediglich meine Eltern hatten von ihrem Zimmer aus Zugang durch diese Tür zu meinem. Mit 19 Jahren haben sie mir nach 2 Jahren betteln und flehen (durfte nur in die Hauswirtschaftsschule besuchen) eine Ausbildung zur Bäckerin "erlaubt". Nach der Lehre lernte ich meinen heutigen Mann kennen. Und das war für meine Eltern ein "Schock". Denn sie akzeptierten damals allmählich erst, dass ich nun eine Frau geworden bin und damit sprachen sie mir das Recht zu, dass ich mich doch ruhig verlieben konnte und wenn ich wollte, dann durfte ich ihn heiraten. Ja, meine Eltern sind sehr konservativ und genauestens bedacht. Aber zu meiner Tochter waren sie nie so streng wie zu mir. Aber dennoch wünschen sie sich, dass ich meine Tochter strenger erziehe und sie so ähnlich erziehen soll wie sie mich erzogen haben.

Ich habe derzeit nur Chaos bei mir im Kopf, in der Seele und im Haushalt. Und das obwohl ich am 1. Weihnachtsfeiertag alleine in der Küche stand und für uns alle gekocht hatte. Gut, ich konnte verdrängen und ich kann funktionieren. Aber genau das ist es, was ich all die letzten 15 Jahre in meiner Ehe gemacht hab: Funktioniert. Nur damit meine Eltern und Schwiedereltern ruhig sind und mich nicht kritisieren. Denn bei jedem kleinsten Eheproblem oder mit den Kindern, kam sofort die ganze Verwandtschaft angesaust und hielt mir eine nach der anderen Standpauke.
 
Hallo AnkeRiedinger,
Du bist als Kind und Jugendliche selbst sehr verletzt worden und hast erleben müssen wie deine Grenzen respektlos überschritten wurden.
Da ist es natürlich schwierig das richtige Verhalten anzunehmen.
Ich beschreib es mal, an der Matheskala lässt es sich für mich bildlich/seelisch gut nachvollziehen, Da kann ich mich im Alltag selbst schnell mal fragen, wo befinde ich mich gerade.
-10---------0---------10+
Wenn plus 8 immer dein Massstab war in dem Du groß geworden bist, plus 8 Kontrolle ist zuviel, dann ist plus 8 zu deiner 0 zu deinem Mittelmass geworden.
Jetzt mußt du aber das wahre, das reale Mittelmass herausfinden, und dazu brauchst du einfach den Mut auf dein Gefühl zu hören, so wie du es als Jugendliche empfunden hast, die normale Portion Bockigkeit mit eingerechnet und dann weißt du ungefähr aus deinem Gefühl heraus was richtig ist.

Diese Methode könntest du solange anwenden, bis du einen Termin bei der Erziehungsberatungsstelle bekommen hast.
Du brauchst schon Hilfe, und besser erst mal ohne deine Tochter dort hin gehen. Das ist unheimlich schwer.
Ich kenne das, ich habe unter den Regel meiner Oma gelitten.
Und ich habe lange Jahre damit verbracht, diese rigiden Einstellungen abzuschütteln. Ganz klappt es nicht. Mir blieb nur neue Regeln aufzustellen.
Mit Hilfe von Therpeuten wie die Erziehungsberatungsstelle, habe ich mich rangetastet, Bücher haben mir auch viel vermittelt was normal ist in der Erziehung mit Heranwachsenden Jugendlichen.

Denn was ich auf jeden Fall vermeiden wollte, meine Kinder in so einen geistigen Käfig zu sperren, wie es mir angetan wurde.

Jetzt habe ich noch zwei Kleinere Kinder, und werde mich in einigen Jahren speziell wieder damit anfreunden müssen.
Es hat auch viel mit Vertrauen zum Kind zu tun, denn wenn ich genug mit dem geredet habe, und im Austauschen auch schon viel beigebracht habe, dann kann ich meinem Kind auch vertrauen, das es auf die gefährlichen Situationen im Alltag achtet.

Du hast geschrieben, das deine Tochter nicht mehr zur Tanzschule wollte, weil sie sich dort nicht wohl fühlt.
Da gehen bei mir die Alarmglocken an, na gut ich habe gelernt meine Alarmglocken zu bremsen.
Aber trotzdem könnte dort etwas vorgefallen sein, mit den anderen Jugendlichen oder auch Mißstimmung mit dem/der Tanzlehrer/in. Zuviel Kritik von der Seite,...oder oder.
Sprich doch mal liebevoll mit ihr.

Wie steht denn dein Mann zu deinem Fühlen? Meinst du du hättest bei ihm eine seelische Unterstützung?
oder tanzt er nach der Pfeife seiner Eltern?
Das mit seinen Unfall ist natürlich schlimm, und sicher eine Mehrbelastung für dich.
Jetzt ist der Zeitpunkt dir Prioritäten zusetzen, Du solltest auf dich achten, dann kommen deine Tochter und dein Sohn und dein Mann.
Vielleicht können die lieben Schwiegereltern dir ja mal einen Einkauf abnehmen und solche Dinge.
Lerne Aufgaben zu delegieren.
Damit sich die Last verringert🙂


Hör auf deine innere Stimme, die sich bestimmt immer meldet, wenn du zu streng oder unverständig mit deiner Tochter umgehst.
Es wird allein dadurch, das du dir darüber bewußt wirst, schon eine kleine Veränderung eintreten.


Liebe Grüße
Pecky
 
Ach, Anke. da ist aber auch viel los bei Dir. Jetzt verstehe ich Dich besser, warum es Dir zu schaffen macht, daß Deine Tochter in ihr Eigenleben strebt und sich das für Dich so anfühlt als ob sie Dir entgleitet und Du die Kontrolle verlierst.

Du hast das Gefühl, alle Zügel in der Hand halten zu müssen, keine Fehler machen zu dürfen, es allen recht machen, nur nicht loslassen.

Und dann ist die zunehmende Freiheit und Selbständigkeit Deiner Tochter eine Bedrohung.

Und außerdem erscheint es Dir auf dem Problemfeld vielleicht am einfachsten, kontrollieren und Dich durchsetzen zu können. Bei allem anderen bist Du ja dem Schicksal (Krankheit) oder der Erwartungshaltung Älterer ausgesetzt. Ich verstehe schon, daß Du dann wenigstens eine gut funktionierende, pflegeleicht Tochter wünschst. Zumal Du Dir ja auch Sorgen um sie machst.

Aber das ist nicht fair.

Hilf ihr, ihren Weg zu finden. Bleib mit ihr im Gespräch. Versuch sie zu verstehen. Und ihr Eigenleben zu akzeptieren. Gönne es ihr von Herzen, daß ihre Grenzen etwas weniger eng sind als es Deine waren. Das sie nicht immer funktionieren muß.

Laß ihr Luft zum Atmen!

Und für Dich schau mal, wie Du für Dich ein bißchen Entlastung schaffen kannst. Was ist denn so schlimm daran, die Erwartungen anderer nicht zu erfüllen? Wenn sie Dich kritisieren, sage einfach: "Es ist mein Leben. Ich habe das so entschieden. Es spielt keine Rolle, ob ihr damit einverstanden seid oder nicht. Ich brauche Eure Zustimmung nicht. Ich bin eine erwachsene Frau."

Nur Mut! Vielleicht kannst Du Dir da mal bei Deiner Tochter was abgucken...😉

Ich wünsche Dir Kraft und Gelassenheit.
 
... Ich bin wirklich so erzogen worden und wurde immer auf Schritt und Tritt kontrolliert und behütet. Erst mit 16 Jahren bekam ich mein eigenes Zimmer - nur direkt neben das meiner Eltern und eine Verbindungstür. Durch diese Tür durfte ich niemals gehen. Sie war für mich tabu. Lediglich meine Eltern hatten von ihrem Zimmer aus Zugang durch diese Tür zu meinem. Mit 19 Jahren haben sie mir nach 2 Jahren betteln und flehen (durfte nur in die Hauswirtschaftsschule besuchen) eine Ausbildung zur Bäckerin "erlaubt". Nach der Lehre lernte ich meinen heutigen Mann kennen. Und das war für meine Eltern ein "Schock". Denn sie akzeptierten damals allmählich erst, dass ich nun eine Frau geworden bin und damit sprachen sie mir das Recht zu, dass ich mich doch ruhig verlieben konnte und wenn ich wollte, dann durfte ich ihn heiraten...

Ich habe derzeit nur Chaos bei mir im Kopf, in der Seele und im Haushalt. Und das obwohl ich am 1. Weihnachtsfeiertag alleine in der Küche stand und für uns alle gekocht hatte. Gut, ich konnte verdrängen und ich kann funktionieren. Aber genau das ist es, was ich all die letzten 15 Jahre in meiner Ehe gemacht hab: Funktioniert. Nur damit meine Eltern und Schwiedereltern ruhig sind und mich nicht kritisieren. Denn bei jedem kleinsten Eheproblem oder mit den Kindern, kam sofort die ganze Verwandtschaft angesaust und hielt mir eine nach der anderen Standpauke.

Lies dir deine Textausschnitte aus deinem letzten Posting einmal ganz in Ruhe durch und dann frage dich, ob dich DAS glücklich gemacht hat.
Und dann stell dir die Frage ob du deiner Tochter solch ein Leben wünscht.

Solltest du jetzt zu dem Schluss kommen, dass deine Tochter ein besseres Leben verdient hat, rate ich dir wieder Kontakt mit der Erziehungsberatungsstelle aufzunehmen und gemeinsam mit deiner Tochter und den dortigen Mitarbeitern einen gemeinsamen Weg zu erarbeiten, wie euer Leben in Zukunft aussehen wird. Dass sie dir nicht nach dem Mund reden, weißt du ja schon, aber glaub mir, wenn du dich darauf einlässt wirst du feststellen, dass sie auch deiner Tochter dort nicht nach dem Mund reden.
Eben und genau das kann ich nicht.
Jeder Mensch kann sein Verhalten veränder. Er/sie muss es nur wollen. Und genau das ist hier die Frage: willst du?
 
Deine Tochter kann nichts dafür, dass deine Eltern dich damals so mies behandelt haben. Was die wollen und erwarten ist völlig schnuppe! Du bist jetzt erwachsen und solltest dir in die Erziehung deiner Kinder nicht reinreden lassen. Warum lässt du dir ihre Standpauken überhaupt gefallen? Verbitte dir ungebetene Einmischung in dein Leben und lass diese Relikte aus dem 16. Jahrhundert einfach mit offenen Mündern stehen. Fertig.

Überlege dir, wie du gern als Kind von deinen Eltern behandelt worden wärest, und behandle deine Tochter entsprechend. Wenn du die Zügel zu straff hältst, wird sie sich dagegen wehren und sie irgendwann zerreißen. So einfach ist das.

LG Rosie

PS: Übrigens war der Besuch der Tanzschule für mich die absolute Hölle. Wir mussten mit den Parallelklassen zusammen tanzen und jeder falsche Schritt wurde beäugt, belästert und belacht. Es waren auch Mädels und Jungs dabei, mit denen einfach niemand tanzen wollte, aus diversen Gründen. Für die war das jede Woche wieder ein Schlag in die Fresse und ihrem Selbstvertrauen sicher nicht zuträglich. Manchmal wurden die Schüler von den Tanzlehrern wild zusammengewürfelt, damit die "Aussätzigen" auch mal eine Chance hatten. Leider wurden dann aber während des Tanzens über genau jene dumme Sprüche gemacht oder Grimassen zu anderen Mitschülern gezogen, ohne darauf zu achten, dass die armen Torfe das wenigstens nicht mitbekamen. Von den ganzen Tänzen, die ich da gelernt hatte, habe ich nur einen wirklich ab und zu gebraucht: Den Discofox. Den kann sich das Töchterlein auch ruck-zuck im Internet aneignen und braucht dafür nicht einen teuren Tanzschulkurs zu besuchen.

Meine Mutter hat mich mit 16 das erste Mal in eine Disco gelassen. Ich habe gefleht und gebettelt bis ich durfte. Es wurde ein Zeit vereinbart, zu der ich wieder Daheim sein musste, ich musste mit denselben Leuten wiederkommen, mit denen ich gegangen war, und ich musste versprechen, keinen Alkohol zu trinken. Ich habe mich an alles gehalten und mir damit das Vertrauen meiner Mutter gesichert. Nur leider habe ich nach zwei, drei Discobesuchen festgestellt, dass das alles gar nichts für mich ist. Zu laut, zu viele besoffene Menschen, zu teuer, Zeitverschwendung. Auch darauf, dass ich Alkohol total ekelhaft finde, bin ich erst nach meinem ersten Rausch und anschließender Kotzorgie am nächsten Morgen gekommen. Ich bin seitdem vollkommen abstinent (seit 10 Jahren). Ich höre auch gern laute Musik, Rock , Pop, manchmal Metal...Genauso gern schaue ich mir aber auch jedes Jahr das Philharmonieorchester zu Neujahr im TV an. Es gibt nicht immer nur Schwarz und Weiß.

Lass deine Tochter ihre Erfahrungen machen (altersgerecht!) und so geistige Reife und Verantwortungsgefühl entwickeln.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab schon vor 20 Jahren mich als einzige im Dorf geweigert, mich überhaupt konfirmieren zu lassen. Ich glaube nicht an Gott und es war mir zu verlogen, es nur fürs Geld zu machen. So war es nämlich bei 90% der Konfirmanden.

Wenn deine Tochter keine Lust auf Tanzschule hat, ist das ihre Sache.

Ich finde das nicht schlimm oder rebellisch. Lieber jemand, der eine eigene Meinung hat, als ein ewiger Mitläufer.
 
Ich kann es unseren Eltern nicht antun, sie einfach so mir nichts dir nichts vor dem Kopf zu stoßen und sagen, sie sollen sich nicht mehr einmisch. Denn sie haben uns geholfen wo sie konnten. Haben früher auf die Kinder aufgepasst, mein Vater und mein Schwiegervater und viele anderen und auch wir haben alle damals angepackt und dieses Haus gebaut und das Grundstück hergerichtet. Und nun soll ich alles durch einen herbei geführten Streit kaputt machen?
Ich bin schon immer ein Familienmensch gewesen. Und nein, wir sind nicht von unseren Eltern abhängig. Nur wenn sie nicht wären, dann würde all dieses hier nie existieren oder nur zu zweit hätten mein Mann und ich das nie geschafft.
 
Nicht streiten, liebe Anke.

Nur klar und freundlich positionieren.

Das hat gar nichts damit zu tun, daß Du nicht auch weiterhin zutiefst dankbar sein darfst für die Unterstützung der älteren Generation.

Meine Mutter hat auch immer klare Vorstellungen, was gut für mich ist. Und ich habe ihr auch viel zu verdanken. Wenn auch einiges nicht so gut gelaufen ist. Genau wie bei Dir und Deinen Eltern. Aber ich erkenne genau wie Du an, daß sie immer nur das Beste wollte.

Trotzdem ist es nicht gut, daß sie sich ständig in alles einmischt und klare Vorstellungen hat, wie alles abzulaufen hat. Und mich dadurch auch ganz oft unter Druck setzt.

Ich frage in solchen Situationen inzwischen leicht irritiert "Hatte ich Dich um Rat gebeten?'" "Wenn ich Dich um Rat frage, ist mir Dein Rat sehr wertvoll. Aber in diesem Fall benötige ich ihn nicht. Ich habe mich schon entschieden."

Die Frage (freundlich, nicht vorwurfsvoll ausgesprochen) hat noch nie zu Streit geführt. Aber dazu daß meine Mutter einlenkte mit einem "hm, ich sag ja nur..."

Du mußt nicht schweigen und ducken und Dir ungefragt anhören, was Du ihrer Meinung nach alles falsch machst. Du darfst Dich abgrenzen. Eine liebevolle Familie hält das aus. Genauso wie auch Deine Tochter sich in gewissem Rahmen abgrenzen darf und Du ihr deswegen nicht Deine Liebe entziehen wirst.

Und noch was - Du mußt keine Schuld abtragen, nur weil sie Euch so sehr unterstützt haben. Es war ihre Entscheidung, Euch zu helfen. Sie haben es freiwillig aus Liebe und Fürsorge getan. Ihre Entscheidung. Ihr Verantwortungsbereich. Du darfst ihnen dankbar sein. Aber Du bist ihnen nicht schuldig, Dein Leben und das Deiner Familie nach ihren Vorstellungen auszurichten.

Du kannst lernen zu unterscheiden zwischen "mein Verantwortungsbereich" und "Dein Verantwortungsbereich". (Wie bei Dirty Dancing "mein Tanzbereich" - "Dein Tanzbereich" und Deinen Tanzbereich hat der andere zu respektieren - wobei sich der Kreis zur Tanzschulproblematik wieder mal schließt...🙄)
 
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