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Hilfe für Angehörige von Suizid???

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    hilfe
Hallo,

meiner Freundin ihr Freund hat sich gestern das Leben genommen!
Sie ist jetzt am Boden aufgelöst, und ich weiß einfach nicht, was ich machen soll bzw. wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll.

Sie ist psychisch in bißchen labil und ich habe Angst, dass sie sich auch was antun könnte. Er war ihre große Liebe...
 
Man lernt nicht damit umzugehen. Mein Vater hat mich verlassen(er nahm sich das Leben) als ich 7 war. Heute mit 36 bin ich immer noch zerrissen. Er war alles für mich. Ich war eben Papas Mädchen. Der neue Mann meiner Mutter war das genaue Gegenteil von meinem Vater. Nicht schlechter aber anders. Wenn ich heute Probleme habe, frage ich mich immer noch ob die Probleme die gleichen wären wenn er noch bei mir wäre. Unsere Familie ist zerbrochen. Die Familie meiner Mutter und die meines Vaters. Ich stehe in der Mitte. Schon seit 29 Jahren. Ich bin heute noch wütend weil er mich alleine gelassen hat. Und manchmal ist es, als wenn er ganz nah bei mir ist und versucht mir zu helfen. Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann habe ich auch solche Gedanken....aber da sind meine Kinder und ich will nicht das sie dasselbe durchmachen müssen wie ich. Wahrscheinlich bräuchte ich eine Therapie, aber ich habe einfach keine Zeit und auch Angst davor. Manchmal sehe ich mein Leben in den gleichen Bahnen verlaufen wie seins damals. Aber ich bin stärker. Hätte ich ihm doch nur etwas von meiner Stärke geben können, dann wäre er heute noch bei mir. Ich wäre dann zwar ein Scheidzngs-Kind gewesen, aber das sind 100000 andere auch. Er hat noch nicht mal mehr ein Grab. Meine Oma hat es nicht wieder aufgekauft und mir fehlten die Mittel. Nur helfen kann mir glaube ich keiner. Da muss ich alleine durch. Denn das Verständniss fehlt Leuten (das ist nicht böse gemeint!) die es nicht durchgemacht haben. Es hört sich schlimm an, aber es fühlt sich viel viel viel schlimmer an. Ich wünsche allen viel Kraft. LG Mikie
 
Ich bin erst heute auf deine Frage gestoßen. Ich bin eine Betroffene und kann dir aus meiner Sicht etwas sagen. Nehmt die Trauer an und hört einfach zu. Schlimm ist es wenn jemand gesagt bekommt, ich kann es nicht mehr hören. Ich habe meinen Neffen vor 20 Monaten verloren, den ich großgezogen habe. Leider möchte davon niemand mehr etwas hören. Bis heute finde ich keine Ruhe und werde nicht Herr meiner Gefühle. Es gibt leider niemanden, der etwas davon hören möchte. Manchmal habe ich das Gefühl, ich werde einfach leiden bis ich auch tot bin. Es kostet sehr viel Kraft sein Leben zu leben und da kann ein Zuhörer eine unendliche Hilfe sein.
 
Hallo an Alle,
ich hätte nicht gedacht, daß dieser Tread noch so lange weiterläuft.
Sorry, daß ich mich erst jetzt wieder einklinke.

Also, - es gibt was meinen Freund angeht folgende Neuigkeiten:

- ich denke, die Selbstmordgefährdung ist soweit gebannt. Er hat es selbst gesagt und meinte auch, daß ich ihn damals gerade zur richtigen Zeit abgefangen habe. Ich hoffe nun, daß es dabei bleibt und daß er mich nicht anlügt. (Warum sollte er das tun? Ich glaube einfach, er war bis dato immer ehrlich mit mir).

- es geht ihm psychisch besser, er ist stabiler.

- er trinkt immer noch. Das er Tabletten nimmt streitet er vehement ab.
Sein Alkoholkonsum hat sich jedoch nicht gebessert und er trinkt weiter täglich - und das sehr viel!

Da ich ja nun nicht seine Partnerin - sondern "nur" eine Freundin bin ist mein Einfluß nun ziemlich eingeschränkt.
Ich habe versucht mit ihm über Entzug etc. zu sprechen- aber das fruchtet leider überhaupt nicht - dann zieht er sich einfach zurück (und tiefer hinein in den Alkohol).
Er sieht keinen Handlungsbedarf - und ich stoße hier auf absolut taube Ohren.
Leider.
Es tut nach wie vor weh, ihn so zu sehen.

Froh bin ich darüber, daß ich ein wenig "Abstand" gefunden habe.
Er ist mir nach wie vor sehr nah und wichtig, ich hab ihn von Herzen lieb. Aber ich lasse MICH zumindest nicht mehr mit runterziehen.
Es ging mir nach meinen Postings ziemlich schlecht.
Ich kam sogar an den Punkt, daß ich selbst über Selbstmord nachgedacht habe.
Diese (hoffentlich!) Phase ist glücklicherweise vorbei.

Ich möchte euch von Herzen für eure Postings danken.

Alles Liebe
Eure Bianca
 
hey
ich (15 jahre) bin auch nur durch zufall auf dieses forum gestoßen und ich kann dir sagen ich verstehe deinen freund...
meine beste freundin hat sich vor ca. 5 monaten das leben genommen, überstanden hab ich es noch lange nicht...
selbstmord ist immer schlimm...was ein mensch braucht ist schwer zu sagen, jeder braucht was anderes...
mir hilft es auch zum friedhof zu gehen...
aber das beste ist glaube ich immernoch darüber rede... wer die trauer in sich reinfrisst, der bekommt es später doppelt zu spüren...
auch wenn es nicht leicht fällt drüber zu reden hör ihm zu und zeig ihm dein mitgefühl...
ich versuche normal weiter zu leben, es fällt mir nicht leicht,aber das leben geht weiter...
ich hoffe und glaube das ihr beide das zusammen durchsteht...schöpft kraft auseinander...
ganz liebe grüße tina

p.s. was ich auch immer wieder tue ist die schönen erlebnisse erzählen und immer an die schönen sachen denken...vielleicht hilft es ja....
viel glück und kraft euch beiden
 
aber das beste ist glaube ich immernoch darüber rede... wer die trauer in sich reinfrisst, der bekommt es später doppelt zu spüren...

darüber läßt sich streiten 🙂 bin der meinung das es mir nicht geholfen hätte über manche dinge zu reden. weil es dinge im leben gibt die unveränderlich sind und die hab ich lieber weggeschoben im kopf.
 
"Oh mein Liebling, ich habe so schreckliche Angst um Dich! Ich kann so sehr verstehen, daß dieser unendliche Schmerz nicht auszuhalten ist und Du ihn derzeit betäuben willst. Aber ich mache mir solche Sorgen... driftest Du jetzt ab? Wirst Du jemals wieder den nötigen Halt finden, mein Geliebter? Ich weiß, ich kann mir vorstellen, daß fortan alles anders sein wird, weil der Schmerz und die Trauer Einzug in unser/in Dein Leben gehalten haben... aber ich hoffe so sehr, daß Du es durchleben kannst, daß Du es schaffst, ohne daran zu zerbrechen, mein Liebling!"
 
Der Vater meiner Freundin hat sich gestern mit 52 Jahren ganz unerwartet das Leben genommen.
Er hatte gedacht, dass er sehr krank war und hat sich ohne Abschiedsbrief das Leben genommen. Er ist von einer Brücke gesprungen.

Ich wohne mit meiner Freundin zusammen, bin mir aber nicht sicher wie genau ich ihr helfen kann. Ich versuche immer bei ihr zu sein und ihr zuzuhören oder auch mal mit ihr schweigen.
Leider kenne ich keine Antworten auf ihre Fragen (Warum???, was hat er dabei gedacht???,...).

Wie soll ich ihr und ihrer Familie denn sonst am besten helfen?

Klar bin ich auch traurig über seinen Tod, soll ich den "starken Mann" spielen, damit sie sich an mich anlehnen kann? Ich möchte sie eben, wenn ich auch traurig bin, nicht noch weiter nach unten ziehen.

Soll ich sie mal ablenken und versuchen sie ab und zu zum lachen zu bringen?

Kann mir jemand Tipp`s geben, wäre sehr schön...
 
Hallo an Euch,
mein Vater hat sich vor acht Monaten das Leben genommen. Ich bin 32 Jahre alt.
Es ist sehr schwer, diese ganzen Emotionen die plötzlich Auftauchen zu sortieren und unter Kontrolle zu halten. Inzwischen geht es schon etwas besser.
Ich habe einen Bruder und eine Mutter und jeder von uns dreien geht damit von der ersten Sekunde anders um. Die Beiden gehen regelmässig zum Friedhof. Ich tue es nicht so häufig. Die Beiden schwelgen gerne in Erinnerungen, werden aber auch immer wieder sehr traurig. Ich hingegen versuche mich nicht zu sehr runterziehen zu lassen. Stossweise kommen Momente in denen ich zutiefst bestürzt bin.
Meine Mama hat sich einer Gruppentherapie angeschlossen. Sie wollte eine Therapie machen und ich war sehr glücklich darüber, dass sie sich in diese Richtung öffnet. Es ist manchmal allerdings schwer zu erkennen, ob eine längere Therapie mit anderen Betroffenen irgendwann nicht ins Negative schwingen kann und man aus diesem Trauer-"Sog" noch schwerer wieder rausfindet.
Ich denke für uns alle war das Wichtigste zu wissen, dass wir wissen warum er es getan hat (auch wenn dies nie unsere eigene Entscheidung gewesen wäre) und dass er es so wollte. ER wollte es. Wir lieben ihn und akzeptieren es. Müssen wir tun. Denn auch wir müssen den Frieden in uns wiederfinden der gewiss nie wieder derselbe sein kann.
Als Aussenstehender ist es auch nicht einfach mit solchen Emotionen umzugehen. Es muss sehr schwer sein. Ich kann nur für mich sprechen und sagen, dass es auf jeden Fall viel bedeutet, dass es Menschen gibt die für einen da sind. Es hat mir sehr geholfen, auch nicht ständig drüber sprechen zu müssen. Wenn es allerdings hoch kam und ich aus dem Weinen nicht mehr rauskam wurde ich auch nicht gebremst und man hat mir zugehört ohne zu versuchen mich in meiner Meinung zu beeinflussen. Man hat mich auch zum Glück in dieser Zeit nicht gefragt, wie es mir geht. Denn solche "Standard-Sprüche" sind da sehr verletzend. Genausowenig kann man dann hören "Alles wird wieder gut". Klar wird es das. Doch der Schmerz ist zu gross und es braucht Zeit. Bei dem einen mehr bei dem anderen weniger.
Ich finde jeder Mensch, dem es sehr schlecht geht braucht jemanden der ihm zuhört. Ihn zu bedrängen halte ich nicht für richtig. Wenn jemand nicht sprechen möchte darüber, muss man das auch akzeptieren. Als Freund einfach da sein, und der Rest muss sich entwickeln. Natürlich ist jede/r Betroffene anders...
Manchmal ist es auch schwierig Nähe anzunehmen, weil man zu verletzt ist.
Ich wünsche mir für jeden Menschen auf der Welt dem es nicht gut geht, dass die Kraft da ist die Zeit zu meistern und sie wieder "gut werden" zu lassen. Und den Freunden und Mitmenschen wünsche ich genausoviel Kraft und Geduld. Es braucht Zeit.
 

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