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Hilfe für Angehörige von Suizid???

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    hilfe
hallo Bianca,
vor 1 Jahr hat sich mein langjähriger (20 J.!!) Männer-Freund das Leben genommen. Auch nachdem wir kein Paar mehr waren, hat uns eine feste Freundschaft verbunden. Ich habe bei all seinen näheren Freunden + seiner Frau dasselbe beobachtet: alle - natürlich auch ich - waren + sind damit beschäftigt, die "Schuld" an seinem Tun zu finden, bei sich selbst besonders. "Warum habe ich ihm nicht helfen können?" Dies ist eine Belastung, die nicht unterschätzt werden sollte, das kann auch "den Stärksten" umhauen!
Ich war auf nach Suche im Netz und bin auf die Gruppe AGUS gestoßen (Angehörige um Suizid), die in den meisten größeren Städten Treffen betroffener Hinterbliebener veranstalten. Du findest ihre Homepage und Näheres über deren Anliegen im Netz (ich glaube: www.agus.de) Zeitlich war es mir nie möglich, ein solches Treffen zu besuchen. Die Gruppen haben jedenfalls alle Erfahrungen mit dieser Trauer, geben Literatur-Tipps etc.
Vielleicht ist für deinen Freund das eine Möglichkeit
Gruß S.
 
Hallo Bianca
Nachdem meine Mutter (58) sich Ende Januar das Leben genommen hat, war es sowohl für meinen Vater als auch für mich die größte Hilfe mit Menschen zu reden, die wissen wovon man spricht... Der Idealfall wäre natürlich ein Therapeut, dessen Antworten nicht mit dem üblichen "Ach der hat ja keine Ahnung was ich gerade durchmache" abgetan werden können.
Freunde die auch bereits einen Elternteil verloren haben und auch schon eine Stufe weiter sind mit ihrer Trauer, sind auch hilfreich!!!
Bloß das bei Suizid neben der Trauer um den Verlust auch noch Schuldgefühle eine Rolle spielen. (Blöde Kombination)
"wieso hat sie/er sich nicht an mich gewandt?",
"wieso glaubte sie/er nur, daß gerade ich nicht hätte helfen können?",
"warum habe ich es nicht gemerkt , wie schlecht es ihr/ihm ging?"
"habe ich etwas übersehen?"
"wäre alles anders gekommen, wenn ich nur ... gemacht hätte?"
"hätte ich besser zuhören müssen?"
Das alles sind so Fragen, die einen innerlich zerreißen... allein schon, weil man keine Antworten mehr bekommen kann.
Da er aber offensichtlich dringend darüber reden möchte:
Nimm Ihn an die Hand und begleite Ihn z. B. zu einer ersten Trauerbegleitung, die oft von den paläativ-Stationen der Krankenhäuser angeboten werden. Denn der 1. Schritt ist der Schwerste!!!
Wartet nicht damit...
LG und viel Kraft für Dich und Deien Freund!!!
Ihr seid nicht allein!!!
Jule
 
hallo,

genau wie eine medizin bei verschiedenen menschen unterschiedliche wirkung haben kann, ists auch mit der hilfe:

- den einen kann man mit worten trösten, den andren nicht..
- alkohol und tabletten sind nur betäubung,
- auch ein psychologe kann nicht immer helfen.

wenns mit den psychologen bzw. der professionellen hilfe so einfach wäre, gäbs dieses forum auch wohl nicht.

in einem artikel des pm-magazins 3/05 wird bezüglich der tsunami-überlebenden von einem experten ausdrücklich gewarnt, das sofortige psychologische hilfe katastrophal falsch sei, es braucht zeit zur aufarbeitung.

wir tun im forum zwar unser bestes, uns gegenseitig zu helfen, aber leider gibts DIE patentlösung nicht.

peter
 
Hallo,

ich kann dic gut verstehen das Du als aussenstehende deinem Freund eigentlic nicht richtig elfen kannst, das du ihm zuhöhrt ist schon ein guter Schritt.

Meine Mutter hat vor 7 Wochen versucht sic das Leben zu nehmen. Ic habe sie die gnaze nacht gesucht, ein Fussgänger fand sie .. paar stunden später und sie wäre verblutet.
seit dem geht es der ganzen familie schlecht. Wir sind aus dem Alltag rausgerissen und meine geschwister (insgesammt sind wir Drei Mädels) sind total planlos, jede von uns ist chaotisch mit allem.
Ich als Betroffene bekam Essstörungen, meine andere Schwester ist lustlos und die andere isst alles in sich rein.
Das leben ist komplett aus der bahn.
Wir sind hilflos und müssen doch schauen das alles wieder zur normalität kommt, vor allem wegen unseren Kindern.
Mein Mann gibt mir kraft, indem er mir zuhört...es wird monate oder sogar Jahre vielleicht dauern bis wir alle das überwinden.

Dein freund wird es nie überwinden, aber er wird damit leben müssen und lernen damit umzugehen.
Sei für in da !!!
 
also Pete, wenn ich dich richtig verstanden habe, hältst du es für völlig falsch mit dem Suizid zu versuchen seinen Problemen zu entfliehen, da man sich dadurch nur neue schaffe. Gleichzeitig bist du aber davon überzeugt, dass nach dem Tod "noch was besseres kommen muss". Das erscheint mir doch arg widersprüchlich. Hauptsächlich ärgert es mich jedoch, wenn man Selbstmord verurteilt. Es ist schön, wenn du herausgefunden hast, dass Freitod für dich nicht das Richtige ist. Du solltest aber vorsichtig damit sein, Selbsmord als grundsätzlich "falsch" zu betiteln. Denn dieses Urteil macht es für Angehörige oft schwierig, offen und irgendwie auch selbstbewusst mit ihrem Schicksal umzugehen. Selbstmord ist -nach meiner Überzeugung- keine Sünde.
Ich möchte jedoch mit Sicherheit niemandem zum Suizid raten. Erstens weiß ich, wie schwer man es damit den Hinterbliebenen macht (ich war zwölf als mein Vater sich das Leben nahm), und zweitens weiß ich auch, dass sich trotz größter Verzweiflung und erschöpfester Hoffnung alles noch zum guten Wenden kann. Es gibt einfach zu viele Wege, die man noch nicht begangen ist, und auch zu viele (auch alternative) Heilmethoden, die die meisten Menschen, die sich den Tod wünschen, noch nicht ausprobiert haben. Es gibt auch zu viele Bücher, die man noch nicht gelesen hat und, vor allem, zu viele Menschen, denen man noch nicht begegnet ist...

Für mich ist es wichtig, die Entscheidung meines Vaters zu respektieren - ihm also keine Vorwürfe zu machen; und mir gleichzeitig klar zu machen, dass sein Schicksal nicht das Meine ist. Seine Liebe darf ich annehmen, auch ohne ihm (Stichwort Loyalität) in den Tod zu folgen. Aber es war ein langer Weg zu dieser Einstellung, die mir erlaubt, endlich wieder mein Leben in die Hand zu nehmen. Dringend würde auch ich Angehörigen zu professioneller Hilfe raten. Und wenn der erste Versuch nichts bringt, dann versucht es bei einem anderen Therapeuten... oder mit einer anderen Therapie! Freunde sind natürlich unendlich wichtig, aber mehr als Verständnis und Beistand sollten diese Freunde auch von sich selbst nicht erwarten.
 
Meine Tochter hat voriges Jahr versucht, sich das Leben zu nehmen (mit 20 Jahren) Sie überlebte schwer verletzt. Zwar geht es ihr nun körperlich wieder einigermaßen gut, aber seelisch geht es ihr so mies und uns auch. Nichts ist mehr, wie es war. Ich lebe in permanenter Angst um sie. Sie hat seit fast einem halben Jahr nun eine erneute Depression und ich als Mutter wahrscheinlich inzwischen auch...Fühle mich völlig leer und ausgelaugt-hilfe!!!
 
Hi Heike, das ist bestimmt eine schwierige Situation für euch. Warum hat sie versucht sich umzubringen? Hatte sie Probleme? Habt ihr jemals darüber gesprochen was in ihr vorgegangen ist? Gruß butterfly
 
Ich denke mal, nicht so richtige große Probleme, zumindest nichts, was ein Außenstehender nachvolllziehen könnte. Sie hatte eine schlimme Depression (zum zweiten mal) und das Gefühl, dass ihr niemand helfen kann. Sie ist von Psychologen zu Psychologen gerannt, hat aber keinen Termin bekommen, weil alle ne lange Warteliste haben. Dann ist sie vollkommen verzweifelt in eine psychiatrische Klinik gegangen, hatte aber auch dort das Gefühl, dass ihr keiner helfen kann. Wahrscheinlich waren ihre Erwartungen auch zu hoch. Dort ist sie am zweiten Tag aus 12 m Höhe gesprungen...
Ich denke mal, sie kann sich selbst nicht aushalten, leidet unter einem geringen Selbstwertgefühl.
Eigentlich hatte sie zu der Zeit einen ganz lieben Freund und auch unsere Familie stand immer hinter ihr. Inzwischen gab es eine Phase von wenigen Wochen, wo es ihr gut ging und da hat sie sich Hals über Kopf von ihrem langjährigen Freund getrennt. Vielleicht war es eine manische Phase, denn inzwischen bereut sie da alles so sehr, aber da geht nix mehr zu kitten.
Vor wenigen Tagen hat sie nun sogar endlich ihren Wunschstudienplatz bekommen, aber nun geht es ihr so schlecht, dass sie sich weder drauf freuen kann, noch es sich überhaupt zutraut...Was soll nur noch werden???
 
@ henning: nun, für falsch wirst du es doch auch halten, dass dein vater sich umgebracht hast. du sagst doch selbst, dass du lange gebraucht hast, um zu deiner jetzigen - richtigen - einstellung dazu zu kommen.

verurteilen - ob von seiten der hinterbliebenen oder irgendeiner konfession - ist erst recht falsch. der selbstmörder wird dies schon selbst machen, und wenn er dann noch die emotionen der familie - hass, wut, verurteilung - mitbekommt, ists für ihn nicht gerade einfacher..

nein, auch wenn man einen solchen schritt letztlich nicht versteht, sollte man in liebe an ihn denken, so schwer es auch sein mag, und seine entscheidung respektieren, auch wenn man sie für falsch ansieht. da stimme ich dir völlig zu.

sorry - ich pflege mich oft etwas knapp auszudrücken - falls ich da von dir/euch missverstanden wurde.

@ heike: hast du ne ahnung, warum sie evtl. unter einem geringen selbstwertgefühl leidet ? könnt ihr offen reden, oder mauert sie da eher ?

liebe grüsse

peter
 

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