Ich würde sie dennoch schon vorher zeigen. Und wenn du nur Stichpunkte hast, was du so reinbringen willst, ohne schon richtige Sätze zu haben. Dann kann z.B.
@dr.superman schon mal kurz überfliegen, ob es ihrer Meinung nach zumindest in die richtige Richtung geht.
Weil ja, es wäre frustrierend, wenn sie sagt, es geht komplett am Thema vorbei. Aber dann weißt du das wenigstens, bevor du dir noch weitere Mühe und noch mehr Tage verschwendet hast. Sie könnte dir dann sagen, was in ihren Augen wichtiger wären, dann kannst du diesem Hinweis folgen und dort tiefer recherchieren. Und vielleicht hast du Glück und es kommt positives Feedback, das motiviert noch viel mehr.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es sich nicht lohnt, das so heiß zu kochen und sich deswegen verrückt zu machen. Ich nehme mal an, du sollst ein Paper so um die 15 Seiten produzieren. Was ich von mir kenne ist, dass ich mich oft erst verrückt mache von wegen "wie soll ich denn bitte ganze 15 Seiten zusammenkriegen?!". Und dann setze ich mich hin, fange wirklich an zu recherchieren und zu schreiben und muss am Ende nicht selten von 20+ Seiten runterkürzen.
Was ich in solchen Fällen mache: erst mal das Abstract deiner zugrundeliegenden Arbeit lesen. Da steht drin, was die Kernthemen sind, was dem Autoren besonders wichtig war. Bei einem Buch gibt es gewiss doch ebenfalls eine Inhaltsangabe auf dem Umschlag, ein Vorwort, ein Einleitungskapitel aus dem du das herauslesen kannst. Die schreibe ich mir direkt auf einen Zettel. Denn die paar Punkte, die ich mir da herausschreibe, dürfen auf gar keinen Fall vergessen werden und in diese Richtung geht mein Hauptfokus beim Recherchieren.
Ich drucke mir meine "Basispaper" zudem immer aus (zumindest die Wichtigsten), bzw. bei Büchern werden auch mal Seiten kopiert. Dann kann ich schön mit Leuchtstift in den Text schmieren mit allem, was mir auf den ersten Blick als relevant erscheint. Dazu markiere ich mit einer anderen Farbe, was ich noch näher nachrecherchieren will oder mache Notizen, wie ich das jetzt interpretiert habe. Wenn etwa "mein" Autor X sich auf eine Arbeit von Autor Y beruft, dann schaue ich gleich mal in den Quellen, wie und wo ich dessen Arbeit finden kann und versuche, die direkt ebenfalls herzukriegen. Die lese ich dann durch und suche z.B. nach Punkten, die Autor X weggelassen hat, die ich zu dem Thema aber ebenfalls für wichtig halte. Oder wenn ich etwas nicht verstehe, dann recherchiere ich das nach, wieso etwas so ist und nicht anders.
So, und dann erstelle ich mir eine Word oder LaTex-Datei und schreibe mir erst mal stichpunktartig alles raus, was ich auf dem Papier so markiert habe. Da hat man nicht selten schon über die Hälfte seiner Seiten zusammen, ohne auch nur einen einzigen Satz geschrieben zu haben. Diese Stichpunktsammlung hat meist noch die Gliederung des Autors (in deinem Fall von dem Buch), dazu Stichpunkte aus den Arbeiten der anderen Autoren.
Dann lässt du dir diese Stichpunkte durch den Kopf gehen und überlegst dir, ob eine etwas andere Gliederung nicht passender für "dein" Paper wäre. Dann nimmst du ein zweites Dokument, machst "deine" Gliederung und kopierst die Stichpunkte so rüber, wie du sie für passender angeordnet hälst. Du musst dabei nicht gleich den ersten Einfall nehmen, probiere mit der Gliederung ruhig mehrmals durch, bis du alle Stichpunkte so gruppiert hast, dass es für dich passt.
So, und dann gehst du her und machst Absatz für Absatz aus den Stichpunkten ganze Sätze. Die müssen nicht gleich perfekt sein, Hauptsache, aus deinen Stichpunkten ist erst mal ein richtiger Satz geworden. Ich fange dabei stets mit dem Abstract an, in welches ich schreibe, wohin meine Reise geht, dass ich anschließend nicht ganz den roten Faden verliere. Und an dem Punkt stehe zumnindest ich am Ende oft da und stelle fest "ups, jetzt hab ich zu viel".
Und dann geht das große Kürzen los. Da wird dann jeder Satz darauf überprüft, ob ich diesen Punkt wirklich brauche, ob er mir hilft, auf den Punkt zu kommen, bzw. meinen Standpunkt klar zu machen oder nur BlaBla zum Füllen ist. Ist er nicht wirklich wichtig, kommt er heraus (ich notiere mir auf einem extra Zettel immer, was ich warum herausgestrichen habe - falls der Prof mich das nach Abgabe in einem Kolloquium o.ä. fragt).
Zum Schluss kommen dann noch die grammatikalischen Feinheiten und dann ist man oft auch schon fertig. Jemand anderes sollte aber nochmals drüberlesen, nicht selten verschluckt man ganze Satzteile, ohne das noch zu merken.
Wichtig: Führe von Anfang an ein Quellenverzeichnis! Sonst kommst du in Teufels Küche! Wenn dein Buchautor sagt, dass er das von Autor Z hat, dann musst auch du noch wissen, dass das von Z stammt, das solltest du in deinem Text ebenfalls so nennen. Also suchst du dir die Quelle samt Urquellen heraus, packst sie ins Quellenverzeichnis und verlinkst Stichpunkt für Stichpunkt zur Originalquelle. So verhinderst du versehentliches plagiieren und musst auch bei der Reinschrift nicht lange überlegen, woher das nochmal war, wenn du dich darauf beziehen willst.
So, vielleicht hilft dir das ja beim Schreiben. Kopf hoch, das wird schon! Ich kenne viele Studenten, die bei solchen Arbeiten eine Woche lang intensiv recherchieren und das dann binnen Tagen runterschreiben. Und damit zumindest an ne 2 gelangen. Dann kriegst du das doch binnen 2 Monaten hin. Immerhin scheinst du keine Meisterin der Prokrastination zu sein, sondern hast direkt angefangen.