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Haus gekauft und nun kein Geld zum Umbauen, ich bin am Ende

Auch als Single würde ich heute nicht mehr zur Miete wohnen. Im Gegenteil, solche Dinge würde ich gar nicht von einem Dritten abhängig machen. Und wenn ich mich vergrössern möchte habe ich trotzdem den Gegenwert des Hauses, oder kann vermieten.

Das man sich über einen evtl. Wertverlust der Immobilie Gedanken macht aber es anscheinend okay ist, 10 Jahre gezahlte Miete verpuffen zu lassen - kann ich nicht so ganz nachvollziehen.
 
Kommt wirklich immer drauf an was der Einzelne will. Mit einem eigenen Haus und vor allem Grund, womöglich noch einer Scheune ( hier üblich ) läßt sich halt - gerade für einen Mann - sehr viel machen. Ich denke da nur an Auto-Basteleien oder das ich z.B. meine Reben ( die sehr wohl im ersten Jahr tragen ) oder meine geliebten Heidelbeeren irgendwo ziehen kann. ( auch Heidelbeeren tragen im ersten Jahr ) Von meinen Modell-Eisenbahnbauten ( Gartenbahn-Größe ) will ich gar nicht erst anfangen. Und zudem kann ich meine geliebte Musik weit über Zimmerlautstärke aufdrehen, ohne das sich jemand beschwert. Ein Haus hat einfach viele Vorteile, aber ich verstehe es absolut, wenn es nicht jeder so sieht.
 
Jedem das seine. Ich bin mit meiner Eigentumswohnung so lala glücklich (leider längst viel zu klein - für einen begeisterten Sammler...), ein ganzes Haus hätte zwar die nötige Fläche, aber wäre finanziell nicht zu stemmen, da ich handwerklich zwei linke Hände habe, was alle größeren Maßnahmen jenseits von Tapezieren und Streichen angeht. Da ich wenig umzugsfreudig oder -gezwungen bin, habe ich (damals Mieter) einfach zugegriffen, als eine Arbeitskollegin von einem Kaufvertrag zurücktreten mußte, weil die Finanzen am Ende nicht ganz gestimmt haben. Die ganzen Unterlagen auf einen anderen Käufer umzuschreiben, statt die Sache insgesamt rückgängig zu machen, war für alle beteiligten Parteien damals die einfachste Wahl. Da 60T (DM) aus einem Erbteil zur Verfügung standen und ich Vollzeit berufstätig bin, war die finanzielle Seite gesichert, der Rest (nochmals 30T) lief über Bankfinanzierung und ist längst abbezahlt. Selbst wenn die Wohnung inzwischen wieder renovierungsbedürftig ist (Bad, Elektro) bekommt man für diesen Preis und in dieser Lage (Innenstadt) heute keine Wohnung dieser Art mehr.

Wer allerdings kein Schnäppchen in Aussicht hat und wenn die Finanzierungssicherheit zweifelhaft ist, dem würde ich zum jetzigen Zeitpunkt vom Kauf abraten. Zur Zeit wächst wieder eine Immobilienblase, bei der die Preise insbesondere in Städten in schwindelnde Höhen wachsen, weil wegen der niedrigen Zinsen zur Zeit jeder der kann sein Geld in (Wohn-)Immobilien anlegt, und auch der Bedarf an Wohnraum insgesamt wegen der Flüchtlinge momentan wächst. Aber so wie bei der ersten Immobilienblase, damals mit Bürogebäuden, wird auch diese Blase platzen, wenn die Preise so hoch sind, daß der Gegenwert nie mehr per Vermietung oder Weiterverkauf hereingeholt werden kann, und dann fallen die Preise rapide. Deswegen sollte jeder Möchtegern-Käufer zuerst gründlich überlegen und vergleichen, ob die Wohnung/das Haus an sich oder auch das Grundstück dazu (Größe, Lage, Nutzung?) den geforderten Preis wert sind, und auch bei einem plötzlichen Preissturz für Immobilien noch wert sein werden. Wer eine Hundehütte samt großem Garten erwirbt, kann trotzdem glücklich damit werden, wenn er passionierter Gärtner und/oder ein geschickter Handwerker ist, der viel in Eigenregie machen kann. Aber je weniger Eigenleistungen möglich sind, um so höher werden die Folgekosten zusätzlich zum Kaufpreis samt Nebenkosten sein.
 
Was man will ist nicht entscheidend , sondern was man zu Verfügung hat um diese Wünsche nach Eigentum zu erfüllen.
Ein Haus ist kein Spatz in der Hand, da muß was vorhanden sein, um auch noch Leben zu können, nicht nur ( zu wohnen).....
Anfang des Jahres schreckten zahlreiche Medienberichte Eigentümer auf, deren Haus „aus heiterem Himmel“ versteigert werden sollte.
Wie sich im Nachhinein herausstellte, waren die Betroffenen in den meisten Fällen mit ihren Raten im Rückstand.
Banken dürfen daher – nach bisherigem und künftigem Recht – das Objekt versteigern lassen.
Möglich macht es ein Passus in der Grundschuldurkunde, wonach sich der Kunde „der sofortigen Zwangsvollstreckung“ unterwirft.
Damit droht jedem Kunden die Zwangsversteigerung, sobald die Grundschuld fällig ist.
Die meisten Verträge zur Grundschuldbestellung regeln, daß es keiner Kündigung bedarf.
Damit ist sie sofort fällig.
Gesetz zum Kreditverkauf: Gut für Banken, Pech für Hausbesitzer - FOCUS Online
 
Wenn man eine anständige (!) Bank hat samt anständigem Sachbearbeiter, geht das nicht so schnell mit der Zwangsversteigerung, da muß schon erkennbar sein, daß der Kredit nicht nur kurz- sondern auch langfristig nicht mehr abgedeckt werden wird. Wer regelmäßig seine Raten zahlt oder nur einmal kurzfristig in Nöten ist, bekommt keine Probleme, vorausgesetzt er spricht bei seiner Bank vor, denn riechen können die das natürlich nicht, ob jemand nur einmal oder dauerhaft die Raten schuldig bleiben wird. In USA allerdings war es bei dem großen Hypothekencrash tatsächlich so, daß Banken in Geldnöten die Grundschulden an Inkassofirmen verkauften und diese Inkassofirmen dann - in Mißachtung sämtlicher Verträge - die Zahlung der gesamten Summe sofort von jedem Häuslesbesitzer verlangten. Der vollen Summe wohlgemerkt, nicht abzüglich der bereits an die Banken geleisteten Zahlungen, so daß die Häuslesbesitzer quasi das gleiche Geld noch mal hätten zahlen müssen. Was natürlich kaum jemand konnte oder wollte, weshalb es zu Zwangsversteigerungen am laufenden Band kam. - Ob sowas rechtens ist, einer Inkassofirma eine Grundschuld über 100.000 zu verkaufen, wenn davon bereits tatsächlich 50.000 abbezahlt sind, die Schuld real also nur noch die Hälfte beträgt? Na ja, trau schau wem, wer Grundschulden hat, tut jedenfalls gut daran, die regelmäßig per amtlicher Eintragung auf den neusten Stand bringen zu lassen, wenn wieder ein größerer Teil abbezahlt ist. Dann könnte die Bank die Schuld nämlich wirklich nur für den aktuellen Wert verkaufen und nicht für den vollen Betrag. Und nach voller Abzahlung entweder löschen oder in eine Eigentümer-Grundschuld (z. B. für eine zukünftige Hypothek) umwandeln lassen, dann ist man auf der sicheren Seite.
 
Ich bin dennoch der Meinung, dass es keinen Sinn macht, sich für eine Bruchbude zu verschulden. Eigentum muss man sich auch leisten können. Ich würde mich erst eingehend darüber informieren, welches Darlehen in welcher Höhe zu welchen Konditionen ich mir leisten kann, ohne den Lebensstandard eines Hartz IV-Empfängers haben zu müssen. Denn es stimmt einen auf Dauer nicht fröhlich und tut auch einer Partnerschaft nicht gut, wenn man jahrelang in abgetragenen Klamotten herumläuft, den billigsten Haarschnitt hat, sich von minderwertigen billigen Lebensmitteln ernähren muss und Urlaub, Kino oder ein Konzert finanziell nicht mehr drin sind.

Wenn ich dann ermittelt hätte, wie hoch dieses Darlehen sein darf und wieviel Eigenkapital ich habe, dann würde ich schauen, was ich dafür bekomme. Unter Berücksichtigung aller Sanierungs- und Nebenkosten!

Warum kauft man sich, wenn man sich eh eigentlich noch gar keine Immobilie leisten kann, ausgerechnet eine Bruchbude, bei der die kaum kalkulierbaren Zusatzkosten schon vorprogrammiert sind?!
 
Auch eine Eigentumswohnung muß man sich leisten können - es sei denn man empfindet es als besser wenn man in guten Klamotten die Raten nicht zahlen kann.....
 
Jemand der zu Lebzeiten in Miete wohnt hätte sich 2 leisten können. 😉

Kommt natürlich auf die Wohnung an. Wenn es eine Neubauwohnung sein soll, wird es deutlich teurer, aber man hat eine lange Zeit seine Ruhe und eine moderne, energiesparende Wohnung für seinen Ruhestand. Wenn man sich eine Wohnung kauft, die 20-30 Jahre alt ist, muss man auch damit rechnen, dass diverse Modernisierungsmaßnahmen eher früher als später anfallen, die man als Eigentümer mittragen muss, was stark ins Geld gehen kann.
 

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