Jedem das seine. Ich bin mit meiner Eigentumswohnung so lala glücklich (leider längst viel zu klein - für einen begeisterten Sammler...), ein ganzes Haus hätte zwar die nötige Fläche, aber wäre finanziell nicht zu stemmen, da ich handwerklich zwei linke Hände habe, was alle größeren Maßnahmen jenseits von Tapezieren und Streichen angeht. Da ich wenig umzugsfreudig oder -gezwungen bin, habe ich (damals Mieter) einfach zugegriffen, als eine Arbeitskollegin von einem Kaufvertrag zurücktreten mußte, weil die Finanzen am Ende nicht ganz gestimmt haben. Die ganzen Unterlagen auf einen anderen Käufer umzuschreiben, statt die Sache insgesamt rückgängig zu machen, war für alle beteiligten Parteien damals die einfachste Wahl. Da 60T (DM) aus einem Erbteil zur Verfügung standen und ich Vollzeit berufstätig bin, war die finanzielle Seite gesichert, der Rest (nochmals 30T) lief über Bankfinanzierung und ist längst abbezahlt. Selbst wenn die Wohnung inzwischen wieder renovierungsbedürftig ist (Bad, Elektro) bekommt man für diesen Preis und in dieser Lage (Innenstadt) heute keine Wohnung dieser Art mehr.
Wer allerdings kein Schnäppchen in Aussicht hat und wenn die Finanzierungssicherheit zweifelhaft ist, dem würde ich zum jetzigen Zeitpunkt vom Kauf abraten. Zur Zeit wächst wieder eine Immobilienblase, bei der die Preise insbesondere in Städten in schwindelnde Höhen wachsen, weil wegen der niedrigen Zinsen zur Zeit jeder der kann sein Geld in (Wohn-)Immobilien anlegt, und auch der Bedarf an Wohnraum insgesamt wegen der Flüchtlinge momentan wächst. Aber so wie bei der ersten Immobilienblase, damals mit Bürogebäuden, wird auch diese Blase platzen, wenn die Preise so hoch sind, daß der Gegenwert nie mehr per Vermietung oder Weiterverkauf hereingeholt werden kann, und dann fallen die Preise rapide. Deswegen sollte jeder Möchtegern-Käufer zuerst gründlich überlegen und vergleichen, ob die Wohnung/das Haus an sich oder auch das Grundstück dazu (Größe, Lage, Nutzung?) den geforderten Preis wert sind, und auch bei einem plötzlichen Preissturz für Immobilien noch wert sein werden. Wer eine Hundehütte samt großem Garten erwirbt, kann trotzdem glücklich damit werden, wenn er passionierter Gärtner und/oder ein geschickter Handwerker ist, der viel in Eigenregie machen kann. Aber je weniger Eigenleistungen möglich sind, um so höher werden die Folgekosten zusätzlich zum Kaufpreis samt Nebenkosten sein.