Ich frage mich, ob es früher anders war 😀
Egal ob auf dem Feld oder in der Fabrik, die Arbeitsbedingungen waren eher schlechter als für die meisten heute.
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Ich will nicht behaupten, dass unsere moderne Zeit schlecht ist. Ich glaube aber, dass ein Bauer nach einem harten Arbeitstag im 16ten Jahrhundert seine ach so harte Arbeit weniger gehasst hat, als manch ein Kassierer heute bei Aldi. Vielleicht gab es damals aber auch einfach größere Probleme als die Frage ob man sich bei der Arbeit selbst verwirklichen kann 🙄
Ich habe es so in Erinnerung, dass damals ca. 1/3 des Jahres aus Feiertagen bestand. Hab's auf die Schnelle mal gegoogelt, zum Beispiel hier findest du das:
Vier Irrtümer über das Mittelalter | Guardian of the Blind
Außerdem wurde logischerweise nur maximal von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang gearbeitet. Und, wie du schon sagst, es war eine andere Arbeit: Man hat direkt vor Augen, was man geschafft hat, und man hat dabei die Familie, die Gemeinschaft um sich.
Heute haben wir, je nach Bundesland, 9 bis 13 Feiertage pro Jahr, wovon natürlich nicht alle immer auf Arbeitstage fallen.
In Zebaothlings Rechnung ist einiges sehr rosa gemalt, aber ich glaube, die war auch etwas ironisch gemeint :]
Ich habe 25 Tage Urlaub (gerade erhöht wg. längerer Betriebszugehörigkeit, vorher waren's noch ein paar weniger), bin etwa einen Tag pro Jahr krank und pendele mindestens 3,5 h am Tag, je nach Verkehrslage. Wenn ich meine zwei Wochen Bildungsurlaub, die ich alle zwei Jahre nehmen kann, einfordern würde, liefe ich Gefahr, ausgetauscht zu werden - ebenso, wenn ich deutlich öfter krank wäre.
Ich könnte näher an meine Arbeit ziehen, dort sind die Wohnungen allerdings teurer. Ein eigenes Auto würde mir jeden Tag einige Stunden ersparen, das kostet aber ebenfalls viel zu viel Geld.
Das heißt, ich kann nur versuchen, durch private Weiterbildungen und Einsatz bei der Arbeit dahin zu kommen, dass ich "wertvoll" genug für den Arbeitgeber werde, dass er lieber etwas auf mich zukommt als sich jemand Neuen zu suchen. Nach Stellenangeboten schaue ich sowieso immer wieder mal, aber bei genauerem Hinsehen und Nachfragen stecken auch hinter hübschen Worten oft in etwa dieselben Bedingungen, die ich schon habe.
Wenn ich die Fahrtzeiten dazunehme - und das tue ich, denn es ist für mich definitiv keine Freizeit - , arbeite ich über die Hälfte des Jahres länger als von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Haushalt kommt natürlich noch dazu. Wenn ich Überstunden gemacht habe, falle ich manchmal direkt ins Bett, ohne noch etwas zu essen oder gar noch ein Buch in die Hand zu nehmen oder ähnliches. Manchmal würde ich sehr gerne mit einer mittelalterlichen Bauersfrau tauschen.
Und ich weiß, dass ich absolut kein Einzelfall bin.