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Hass auf Arbeit generell

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Blöde Rechnung. Dann rechne mal 8 Stunden Schlaf ab und die Zeit die du verbringst um überhaupt mal zur Arbeit zu kommen. Bei mir warens vor kurzem noch 1,5 Stunden hin und nochmal 1,5 Stunden zurück. Und was hat man schon von einer Mittagspause wenn die Zeit nicht reicht um diese zuhause zu verbringen? Dann schlendert man irgendwo rum oder geht was essen. Als Freizeit würde ich das nicht bezeichnen. Ausserdem ist man total kaputt wenn man dann endlich mal wieder zuhause ist. Mit dieser pseudo-Freizeit kann man dann also auch nicht mehr anfangen.

Bei den meisten kommt dann auch noch hinzu dass sie sich 0 mit dem identifizieren können was sie da überhaupt arbeiten..und das nur für die Kohle um überleben zu "dürfen".

Bravo, Eduardo. Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin heute auch wieder drei Stunden auf der Straße gewesen. 8,5 Stunden Arbeit und 0,5 Pause macht zusammen fast 12 Stunden. Zuhause wartet der Haushalt... Was für eine Freizeit?
Bin völlig kaputt und gleich gehe ich schlafen, damit meine Firma morgen wieder 140 € pro Stunde an mir verdienen kann... Stimmt nicht ganz: Davon gibt die mir ja einen Bruchteil (=Hungerlohn) ab... Wie gnädig...
 
Verstehe die Jammerlappen nicht. Neuen Job suchen, Arbeitszeit reduzieren, Weiterbilden ... gibt viele Möglichkeiten für Veränderungen.

Sag' das mal meiner Freundin die 1700 € Vollzeit brutto verdient... Von was soll die leben, wenn sie TZ arbeiten geht?
Da kann sie gleich hartzen...

Ach ja: Zum Thema bewerben... Die gut bezahlten Jobs wachsen ja auf Bäumen, die muss man ja im Herbst nur pflücken *Sarkasmus_off*
Sorry, ich möchte Dich nicht persönlich angreifen oder zynisch beleidigen, aber diese Aussagen kann ich nicht mehr hören, da sie an der Realität vorbei gehen.
 
Das Problem ist nicht die Arbeit und auch nicht die 40 Stunden Woche. Das Problem ist das System. Durch die starke Arbeitsteilung in der Post-Industriegesellschaft hat sich der Sinn der Arbeit verabschiedet. Das Leistungsprinzip gilt für weite Teile der Bevölkerung schon lange nicht mehr.

Geld, Reichtum, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung werden nicht mehr durch Arbeit erlangt, sondern durch Geld welches widerum für sich selbst arbeitet. Der Turbo-Kapitalismus hat den Menschen von der Arbeit entfremdet. Der Einzelne hat keinen wirklichen Bezug mehr zum Arbeitsumfeld, da die wichtigen Entscheidungen in zu hoher Geschwindiglkeit und auf globaler Ebene getroffen werden. Dabei ist es egal ob ,es sich um klassische Produktionsarbeit oder Dienstleistungen handelt. Einen weiteren Grund stellt die immer weiter ansteigende Produktivitätsrate dar.

Wir haben leider das Pech in der falschen Epoche zu leben. Der Übergang von der Industrialisierung hin zur Automationswirtschaft lässt sich nicht aufhalten. Die Menschen in 200 Jahren werden unsere Lebensweise und Arbeitsgesellschaft als unmenschlich, rückständig und kontraproduktiv betrachten, dabei liegen die Lösungen schon heute in der Schublade. Weite Teile unserer Industriearbeit und Dienstleistungen sind nichts anderes als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die die von der Natur gegebenen Ressourcen (auch die menschlichen Ressourcen) in den Reichtum und Überfluß von einzelnen verwandeln. Hierzu werden Mängel gepredigt und Konsumwünsche künstlich geschaffen. Gleichzeitig wird die Bequemlichkeit der Menschen befriedigt. Das Puzzle ist perfekt.

Der gepredigte Bildungsaufstieg bzw der soziale Aufstieg kann dabei niemals von der breiten Masse in Anspruch genommen bzw gelebt werden, da das System sonst logischerweise nicht funktionieren kann. Die Illusion des gesellschaftlichen Aufstiegs
dient der Förderung des Konkurrenzdenkens und schafft Strukturen, die die Schuld des Versagens auf das Individuum schieben. Alles unter dem Deckmantel der angeblichen Selbstbestimmung und persönlichen Freiheit,
dies lenkt von der eigentlichen Funktionsweise des Systems ab. Die Konsumgesellschaft verstärkt diesen Effekt zusätzlich, da sie dem Individuum die Illusion verschafft in gesellschaftlichen Klassen zu leben und somit die Menschen spaltet. Dies widerum hat zur Folge, dass sich die Individuuen weiterhin in ihren Hamsterrädern für den Reichtum und Überfluß einzelner abstrampeln, mit dem Unterschied sich dabei wohl zu fühlen, da es immer andere gibt die noch schlechter dran sind. Hierbei kann sich das Ego profilieren.
 
Ich frage mich, ob es früher anders war 😀
Egal ob auf dem Feld oder in der Fabrik, die Arbeitsbedingungen waren eher schlechter als für die meisten heute.

[...]

Ich will nicht behaupten, dass unsere moderne Zeit schlecht ist. Ich glaube aber, dass ein Bauer nach einem harten Arbeitstag im 16ten Jahrhundert seine ach so harte Arbeit weniger gehasst hat, als manch ein Kassierer heute bei Aldi. Vielleicht gab es damals aber auch einfach größere Probleme als die Frage ob man sich bei der Arbeit selbst verwirklichen kann 🙄

Ich habe es so in Erinnerung, dass damals ca. 1/3 des Jahres aus Feiertagen bestand. Hab's auf die Schnelle mal gegoogelt, zum Beispiel hier findest du das: Vier Irrtümer über das Mittelalter | Guardian of the Blind
Außerdem wurde logischerweise nur maximal von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang gearbeitet. Und, wie du schon sagst, es war eine andere Arbeit: Man hat direkt vor Augen, was man geschafft hat, und man hat dabei die Familie, die Gemeinschaft um sich.

Heute haben wir, je nach Bundesland, 9 bis 13 Feiertage pro Jahr, wovon natürlich nicht alle immer auf Arbeitstage fallen.
In Zebaothlings Rechnung ist einiges sehr rosa gemalt, aber ich glaube, die war auch etwas ironisch gemeint :]

Ich habe 25 Tage Urlaub (gerade erhöht wg. längerer Betriebszugehörigkeit, vorher waren's noch ein paar weniger), bin etwa einen Tag pro Jahr krank und pendele mindestens 3,5 h am Tag, je nach Verkehrslage. Wenn ich meine zwei Wochen Bildungsurlaub, die ich alle zwei Jahre nehmen kann, einfordern würde, liefe ich Gefahr, ausgetauscht zu werden - ebenso, wenn ich deutlich öfter krank wäre.
Ich könnte näher an meine Arbeit ziehen, dort sind die Wohnungen allerdings teurer. Ein eigenes Auto würde mir jeden Tag einige Stunden ersparen, das kostet aber ebenfalls viel zu viel Geld.
Das heißt, ich kann nur versuchen, durch private Weiterbildungen und Einsatz bei der Arbeit dahin zu kommen, dass ich "wertvoll" genug für den Arbeitgeber werde, dass er lieber etwas auf mich zukommt als sich jemand Neuen zu suchen. Nach Stellenangeboten schaue ich sowieso immer wieder mal, aber bei genauerem Hinsehen und Nachfragen stecken auch hinter hübschen Worten oft in etwa dieselben Bedingungen, die ich schon habe.

Wenn ich die Fahrtzeiten dazunehme - und das tue ich, denn es ist für mich definitiv keine Freizeit - , arbeite ich über die Hälfte des Jahres länger als von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Haushalt kommt natürlich noch dazu. Wenn ich Überstunden gemacht habe, falle ich manchmal direkt ins Bett, ohne noch etwas zu essen oder gar noch ein Buch in die Hand zu nehmen oder ähnliches. Manchmal würde ich sehr gerne mit einer mittelalterlichen Bauersfrau tauschen.
Und ich weiß, dass ich absolut kein Einzelfall bin.
 
Das Problem ist nicht die Arbeit und auch nicht die 40 Stunden Woche. Das Problem ist das System. Durch die starke Arbeitsteilung in der Post-Industriegesellschaft hat sich der Sinn der Arbeit verabschiedet. Das Leistungsprinzip gilt für weite Teile der Bevölkerung schon lange nicht mehr.

Geld, Reichtum, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung werden nicht mehr durch Arbeit erlangt, sondern durch Geld welches widerum für sich selbst arbeitet. Der Turbo-Kapitalismus hat den Menschen von der Arbeit entfremdet. Der Einzelne hat keinen wirklichen Bezug mehr zum Arbeitsumfeld, da die wichtigen Entscheidungen in zu hoher Geschwindiglkeit und auf globaler Ebene getroffen werden. Dabei ist es egal ob ,es sich um klassische Produktionsarbeit oder Dienstleistungen handelt. Einen weiteren Grund stellt die immer weiter ansteigende Produktivitätsrate dar.

Wir haben leider das Pech in der falschen Epoche zu leben. Der Übergang von der Industrialisierung hin zur Automationswirtschaft lässt sich nicht aufhalten. Die Menschen in 200 Jahren werden unsere Lebensweise und Arbeitsgesellschaft als unmenschlich, rückständig und kontraproduktiv betrachten, dabei liegen die Lösungen schon heute in der Schublade. Weite Teile unserer Industriearbeit und Dienstleistungen sind nichts anderes als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die die von der Natur gegebenen Ressourcen (auch die menschlichen Ressourcen) in den Reichtum und Überfluß von einzelnen verwandeln. Hierzu werden Mängel gepredigt und Konsumwünsche künstlich geschaffen. Gleichzeitig wird die Bequemlichkeit der Menschen befriedigt. Das Puzzle ist perfekt.

Der gepredigte Bildungsaufstieg bzw der soziale Aufstieg kann dabei niemals von der breiten Masse in Anspruch genommen bzw gelebt werden, da das System sonst logischerweise nicht funktionieren kann. Die Illusion des gesellschaftlichen Aufstiegs
dient der Förderung des Konkurrenzdenkens und schafft Strukturen, die die Schuld des Versagens auf das Individuum schieben. Alles unter dem Deckmantel der angeblichen Selbstbestimmung und persönlichen Freiheit,
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Best Beitrag :daumen: Unterschreibe ich zu 100%.
 

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