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Hartz IV - ein System, das tötet

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Der Threadtitel zieht keinen Vergleich mit dem Dritten Reich. *guckmal*😉

Der Titel nicht, aber ich bezog mich auf die Ausgangspost des TE, der schrieb "Die Frage, die ich mir nun stelle, ist, inwieweit sich dieses System, das man nicht abschafft und deren oben genannten Folgen man bewusst in Kauf nimmt, von der Euthanasie im Dritten Reich trennt, wo Behinderte dem System ebenfalls zum Opfer gefallen sind."

Ich finde solche Vergleiche, auch wenn nur in einer Frage verpackt, gefährlich. Wie Du selbst schreibst, ist die Gefahr groß, die Opfer zu verhöhnen. Ob man nun nach Parallelen sucht oder vergleicht ist Wortglauberei.

Viel wichtiger noch: Es bringt uns nicht weiter.

Ansonsten ist Hartz IV eben mehrheitsfähig und die Frage ist doch, ob Mehrheitsfähigkeit alles rechtfertigt?

Richtig! Mehrheitsentscheidungen sind nicht immer richtig, sonst könnte ja jede Minderheit einfach unterdrückt werden. Die gefährliche Frage die dagegen steht ist: Welche Minderheit kann sich die moralische und ethische Hoheit herausnehmen, eine Mehrheitsentscheidung anzufechten?

Nur so zum Nachdenken.... ich will und kann garkeine Patentlösung anbieten.
 
Vielleicht hätte man bei der Überschrift das Wort Hartz IV weglassen sollen. Die Fragestellung nach dem dritten Reich ist bezüglich der Reaktionen interessant.
Die Vernichtung im dritten Reich ist durch nichts zu entschuldigen. Warum aber sollen keine provokativen Fragestellungen gestellt werden?

Ist heute ein Menschenleben weniger wert als damals? Oder kommt es auf die Methode der Tötung oder die Quantitiat an Opfern an? Vielleicht sollte man als Opfer die richtige Gesinnung oder Rolle haben?

Wenn man es allerdings als Problem des Opfers betrachtet, dass er in einem gesundheitsgefährdenden, diskriminierenden Prozess endet - ja da fällt mir doch wieder das dritte Reich ein.

Das Grundgesetz hat eindeutige Vorgaben bezüglich des Existenzminimiums. Es ist nicht geändert worden.
Warum eigentlich nicht? Recht scheint keine große Rolle mehr zu spielen und das Bundesverfassungsgericht wird anscheinend auch nicht mehr besonders ernst genommen. Man muss klagen, wobei das Unrecht schon längst feststeht.

Deutschland ist das Billiglohnland in Europa. Millionen von Hartz4-Empfängern arbeiten, bekommen dafür so gut wie nichts und müssen sich noch blöd anreden lassen.
Neben dieser Ausbeutung, die volkswirtschaftlich eine Menge Vorteile bringt, dürfen sich die Empfänger auch noch als Sozialschmarotzer und Menschen dritter Klasse anreden lassen.

Das System selber ist dann erstaunt, dass die Lebensdauer von Hartz4-Empfängern nicht so hoch ist. Reiner Zynismus. Im Grunde lebt dieses System durch die Billiglöhner - oder Menschen zweiter Klasse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Deutschland ist das Billiglohnland in Europa.

You made my day :daumen:

Deiner Meinung nach verlegen also deutsche Unternehmen ihre Produktionsstandorte in den Osten weil die Produktion in D zu billig wäre?
Beispiel Audi: Györ (Ungarn), Martorell (Spanien), Bratislava (Slowakei), Kaluga (Russland).... wo soll dein neuer Audi erzeugt werden?
Es gäbe auch noch ein Werke in Indien, China und Indonesien.
Keine Sorge, am Auto steht immer "Made in Germany" drauf, weil der Kunde die berühmte "deutsche Qualität" haben will. Auch wenn die Kutsche von ungelernten Chinesen zu Dumpinglöhnen gefertigt wurde.
 
You made my day :daumen:

Deiner Meinung nach verlegen also deutsche Unternehmen ihre Produktionsstandorte in den Osten weil die Produktion in D zu billig wäre?
Beispiel Audi: Györ (Ungarn), Martorell (Spanien), Bratislava (Slowakei), Kaluga (Russland).... wo soll dein neuer Audi erzeugt werden?
Es gäbe auch noch ein Werke in Indien, China und Indonesien.
Keine Sorge, am Auto steht immer "Made in Germany" drauf, weil der Kunde die berühmte "deutsche Qualität" haben will. Auch wenn die Kutsche von ungelernten Chinesen zu Dumpinglöhnen gefertigt wurde.
Die Standorte dürfte aber auch schon ein Weilchen her sein und geht natürlich noch immer billiger, in Schwellenländern oder gleich Dritte Welt, schon klar. :daumen:

Du als Unternehmerin, hast du schon mal überlegt, in Botsuana zu produzieren? 🙄

Millionen Deutsche arbeiten für einen Hungerlohn.

Verdienste unter 6,50 Euro: Deutschland verkommt zum Billiglohnland - SPIEGEL ONLINE
 
Transport = Dienstleistungsgewerbe. Autohersteller = Produzent
Ja weiß ich ja nicht, wie du unterwegs bist. 🙂

Transport könnte ich dir ein Angebot zukommen lassen, Richtung Afrika, aber mein Kollege bekommt mindestens 20 € die Stunde - dafür ist er aber auch ein echter rumänischer Graf. 😀
 
Ich denke, es kann nicht sein, dass wir ein System verurteilen, weil es nicht perfekt ist. Kritik finde ich garnicht falsch, es ist aber völlig daneben Vergleiche mit dem dritten Reich zu ziehen. Der Threadtitel hat bestenfalls BILD Niveau.
In der Tat geht das Hartz IV System noch auf den Bismark, genauer auf den Artikel 163 der weimarer Reichsverfassung von 1919 zurück. Nachzulesen in "Die neue Armut Ausgrenzung von Arbeitlosen aus der Arbeitslosenunterstützung" Werner Balsen u. W. In der Weimarer Republik liegen also die Wurzeln...

Unser Sozialsystem zahlt so viel, dass wir Einwanderer in diesem System haben, also Menschen, die aus wirtschaftlichen nach Deutschland einreisen um hier Hartz 4 zu beantragen. Dass für jeden von uns, der an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt ist, Hartz 4 sehr hart ist, möchte ich dabei garnicht in Abrede stellen. Aber das ist eben relativ.

Ließ bitte selbst wie ausländerfreundlich deine Zeilen sind. Ich bin selbst eine Einwandererin und lebe nicht vom Staat! Wir leben seit über zwanzig Jahren in Deutschland und helfen frisch umgesiedelten Einwanderern. Ganz aktuell im Sommer haben wir einem Pärchen aus Estland geholfen. (Die Grenzen innerhalb der EU wurden erweitert und geöffnet, damit sich auch in Deutschland zwar nicht so billig, wie in Bangladesch aber billiger produzieren lässt 😉) Sie hatten, wie eigentlich unter Einwanderern üblich, eine Arbeit, bei der der Mann nicht übenommen wurde.
War übrigens keine tolle Arbeit (in der Textilindustrie), weil sie im Vertrag auch unterzeichnet haben, dass der Arbeitgeber die Wohräumlichkeiten stellt und dafür vom Gehalt 450 Euro monatlich abzieht (für ein Zimmer mit drei weiteren Personen, einer Gemeinschaftsküche und
-Bad). Auch der Transport zur Arbeit wurde organisiert. Nur blöd, dass die Fahrer auch den Hausmeister- und Securitydienst übernahmen. Sie wurden vor der Arbeit und nach der Arbeit abgesucht, auch ihr Zimmer und ihre Schränke aus der Angst heraus, die könnten was mitgehen lassen haben.
Wir haben sie zum Jobcenter begleitet und für sie übersetzt. Den Antrag konnten sie zwar abgeben, der wurde aber aus irgendwelchen Günden nicht genehmigt. Sie sind im Oktober wieder abgereist, weil sie von einem Gehalt nicht langfristig leben konnten.
Grundsätzlich ist es eher so, dass die Sachbearbeiter eine Info von der Chefetage bekommen, ob genügend Budget da ist. Wenn nicht, versuchen sie natürlich jeden neuen Antragssteller abzuwürgen. Man muss sich dann schon durchsetzen können, auch wenn man die Sprache beherrscht. Ohne Sprachkenntnisse ist es wohl noch schwieriger.


Die Selbstmordrate unter Hartz 4 Empfänger ist höher als bei dem Rest der Bevölkerung? Was hat das mit Hartz 4 zu tun? Du kannst weltweit solche Statistiken erheben und ich wette, dass Selbstmordraten bei Menschen mit geringem Einkommen ÜBERALL höher als bei "Normalverdienern" sind.

Übrigens: Solch harte Abstürze wie dargestellt gibt es meistens nicht.
Wer arbeislos wird bekommt je nach bisherigem Einkommen einen Aufstockungsbetrag auf Hartz 4, stürzt also nicht gleich von vielleicht über 2000 € netto auf Hartz 4, sondern bekommt erstmal Arbeitslosengeld I, dann Hartz 4 plus Aufstockung und erst dann "nur" Hartz 4.
Wenn er denn auch in die freiwillige Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat...

Ich frage mich schon, wie Menschen auf solche Eindrücke wie du kommen? Sowohl in meiner Stadt als auch in der, in der meine Schwester lebt, braucht man nur die Augen aufzumachen, um das ganze Elend, welches sich hinter der bunten Werbung und unterhaltsamen Medien steckt, zu sehen.
Ich persönlich kenne im Übrigen mehr Einheimische als Ausländer, die Hartz IV beziehen, was sie für mich nicht zu faulen oder asozialen Mitmenschen macht. Sie würden gerne arbeiten, es gibt aber keine Jobs für sie. Ihr vergesst vllt, dass
wir in einer hochindustiellen, technischen Welt leben, in der die Arbeit größtensteils von Maschinen übenommen wird. Es sind die Wenigsten, die glücklich mit Hartz IV sind.
Und ich finde, dass die Entwicklung in der Tat einen willkürlichen, ausgrenzenden Charakter annimmt.
Glaubt ihr wirklich, dass ein Hartz IV- Empfänger mehrmals im Monat einen Kaffee auswerts trinken kann, geschweige denn das passende Kleingeld für eine aktive Freizeitgestaltung hat, ohne am Monatsende hungern zu müssen? Ganz schön konfus manche Ansichten 😕

 
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Arbeitslosigkeit k a n n jeden treffen und damit HarzIV.

Überhaupt müssen wir unsere Arbeit, Arbeitsverteilung und unsere Ansichten bezüglich Arbeit total umorganisieren,
w e i l ja gar nicht so viel Arbeit da ist, bzw. die viele Arbeit von Robotern erledigt werden. Uns brauchen sie doch nur noch zum Kistennageln.
Wir sollten vielleicht eine Rotation einführen! Damit jeder mal in den Genuß kommt Bittsteller oder Harz IV-Empfänger zu sein. Das würde sicherlich auch die allgemeine Altersarmut stoppen.
Mal ganz abgesehen davon, daß die Einwanderer nichts in die Kasse eingezahlt haben aus der sie Gelder persönlich und über Heime, Bekleidung, Arztkosten, Zahnarztkosten, Lehrer - und vieles andere mehr - bekommen.

Andere Staaten machen das ganz anders mit Einwanderern. Gerade unser großes Vorbild die USA.
 
Zuletzt bearbeitet:
Andere Staaten machen das ganz anders mit Einwanderern. Gerade unser großes Vorbild die USA.

Die USA haben ein komplett anderes Sozialsystem, nicht nur was Einwanderer betrifft.
Hartz4 würde dort niemand in den Sinn kommen.
Wer länger arbeitslos ist, verliert wirklich alles.
Kein Netz, das ihn auffängt und zumindest überleben lässt.

Welches System besser ist muss jeder selbst entscheiden.
Das US-System würde bei uns gar nicht funktionieren.
Die sind im Durchschnitt selbstständiger als der Europäer.
Müssen sie auch sein, sie wissen, dass sie im Fall der Fälle vom Staat keine Hilfe erwarten brauchen.

Kennedys berühmter Ausspruch sagt ja alles darüber aus.
„Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“

John F. Kennedy

 
Die USA haben ein komplett anderes Sozialsystem, nicht nur was Einwanderer betrifft.
Hartz4 würde dort niemand in den Sinn kommen.
Wer länger arbeitslos ist, verliert wirklich alles.
Kein Netz, das ihn auffängt und zumindest überleben lässt.

Welches System besser ist muss jeder selbst entscheiden.
Das US-System würde bei uns gar nicht funktionieren.
Die sind im Durchschnitt selbstständiger als der Europäer.
Müssen sie auch sein, sie wissen, dass sie im Fall der Fälle vom Staat keine Hilfe erwarten brauchen.

USA ist ein Wohlfahrts- und Suppenküchenstaat, und jeder Goldhamster wird dort therapiert: geiles Vorbild, bereits erfolgreich angepasst...🙄

Funktioniert nur leider nicht im Sinne von Gewaltlosigkeit: Almosen statt Recht.

. Die hohe Kriminalitätsrate ist meist ein Spiegelbild der tristen sozialen Zustände.
http://reisen.ch.msn.com/reisecharts/die-zehn-gefährlichsten-städte-der-usa
 
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