Ich glaube nicht, daß irgendjemand ernsthaft bestreitet, daß es weit schlimmere Vergehen als einen erschwindelten Doktortitel gibt... ich möchte auch nicht wissen, wie viele Möchtegern-Doktoren in Deutschland unterwegs sind, die sich beim Erstellen ihrer Dissertation ordentlich haben unter die Arme greifen lassen.
Dennoch regt mich als Promovierende die Geschichte ziemlich auf. Von Kollegen weiß ich, daß sie Scheine nicht vergeben haben, bei schwereren Fällen auch Studenten von diesem Fach haben ausschließen lassen bzw. lassen müssen, wenn Seminararbeiten gefälscht wurden. So ist manche Uni-Karriere bereits nach dem 2.Semester vorüber, oder wird in komplett andere Bahnen gelenkt.
Warum sollten für Herrn zu Guttenberg andere Maßstäbe gelten? Wie verhöhnt muß sich jeder Student vorkommen, der wegen weit weniger abgemahnt wird, jeder Diplomand/Doktorand der sich durch jeden Satz seiner Arbeit kämpft... und jeder Prof, der schon anhand des ihm bekannten Stils seines Schützling erkennen würde, daß die vorliegende Arbeit nicht dessen Feder entstammt.
Nein, der Untergang des Abendlandes ist das nicht, ich bin auch nicht für sofortigen Rücktritt. Herr Guttenberg muß sich jedoch an seinen eigenen Maßstäben messen lassen. "Ich habe Scheiße gebaut und mir den Titel erschlichen!" ist da das mindeste.... nicht nur das zugeben, was gerade bewiesen werden kann.